
25.11.2010, 11:50
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AW: Neuer Dynamo-Aufsichtsrat gewählt
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff
Hier müssen wohl nicht nur die Stadtoberen zur Vernunft kommen. Die Mieten werden gebraucht, um die Investitionen in das neue Stadion bezahlen zu können. Dieses Stadion hat Dynamo damals energisch gefordert. Der Verein hat offenbar mal wieder Verträge abgeschlossen, die er nicht einhalten kann. Schließlich beruhen die Mieten auf Verträgen, deren Inhalt der Dynamovorstand verhandelt und gekannt hat. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren Dynamo mit erhebliche finanziellen Mitteln unterstützt. Trotz guter Zuschauerzahlen reicht aber das Geld bei Dynamo nicht. Wenn man sich das Theater um Vorstand und Aufsichtsrat derzeit wieder ansieht, fehlt es dort nach meiner Meinung an professioneller Führung. Mit einem solchen Durcheinander würde jedes andere Unternehmen auch scheitern müssen. Sportvereine verlassen sich aber gerne auf die öffentliche Hand. Man wurstelt writschafltich munter drauf los, git mehr Geld aus als man hat, unterschreibt Verträge, die man nicht erfüllen kann, bis die Pleite vor der Tür steht. Dann wird die bekannte Platte aufgelegt: Die treuen Fans haben doch nur ihren Verein. Die Tradition wird beschworen und Besserung gelobt. Regelmäßig gibt es dann einen Schuldenerlass, eine Stundung oder auch Zuschüsse und das Spiel geht weiter. Dynamo kommt erst dann in die 2. Liga, wenn die Mannschaft genügend Spiele gewinnt, nicht durch die Senkung der Stadionmiete. Eine gute Mannschaft ist auch nicht nur eine Frage des Geldes. In Städten wie Rostock, Aue oder Cottbus ist guter Fußball möglich. Das liegt nicht in erster Linie am Geld, denn dort fließt das Geld auch nicht in Strömen. Dynamo braucht eine stabile und professionelle wirtschaftliche Führung, die den Realitäten ins Auge sieht und nicht glaubt, weil der Verein eine ruhmreiche Tradition hat, hätte er automatisch einen Anspruch auf eine ebensolche Zukunft. Man ruht sich offenbar immer noch auf den (welken) Lorbeeren schon lange vergangener Zeiten aus, beschäftigt sich mit Vereinsquerelen, die alle Außenstehenden nur noch mit Kopfschütteln verfolgen, anstatt mit einer langfristigen Planung den Profifußball aufzubauen. Welcher Sponsor soll eigentlich sein Geld in einen solchen Verein investieren? Dresden hat leider keinen zugkräftigen Profifußball, sondern einen Verein, der unglaublich treue Fans hat und deren Geduld bis zum Geht-nicht-mehr strapaziert.
W.S.
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Es mangelt hier vielleicht auch schlicht an Leuten, die in der Lage und dazu bereit sind, einen derartigen Verein professionell zu führen. Der Verein Dynamo ist kein von der Stadt/Region losgelöstes Gebilde. Er wird von den hier lebenden Menschen getragen. Und angesichts der Vergangenheit muss man feststellen, dass wir hier trotz großem Zuschauerpotential nicht in der Lage waren, den Verein wenigstens in der zweiten Liga zu etablieren. Das fällt aber meiner Meinung nach nicht nur auf die jeweiligen Vereinsverantwortlichen oder auf die aktiven Mitglieder zurück. Es ist auch ein Armutszeugnis für die Stadt bzw. Region insgesamt. Der Erfolg von Aue oder Cottbus ist sicher auch auf die Geschlossenheit in der jeweiligen Region zurückzuführen, den Verein nach vorn zu bringen. Diese Geschlossenheit hat es in Dresden nie gegeben.
Ich glaube, erst das Stadion mit all seinen Kosten zwingt insbesondere die Stadt zur notwendigen Geschlossenheit, weil eine erfolgreiche Entwicklung des Vereins damit zwangsweise zum öffentlichen Interesse wurde. Nicht gerade der Idealweg, aber vielleicht endlich mal ein Weg, welcher zu der notwendigen Konstanz und damit zu sportlichem Erfolg führt. Wir werden in den nächsten Jahren sehen, ob das zuviel der Hoffnung ist.
Ansonsten muss man realistisch bleiben. Es ist natürlich auch eine Geldfrage. Und die großen Sponsoren gibt es hier im Osten nicht (sieht man mal vom Sonderfall RB Leipzig ab) und das wird sich in absehbarer Zukunft auch nicht ändern. Es ist in der Tat bewundernswert, wie sich gerade Energie Cottbus trotzdem über einen so langen Zeitraum in der 1. und 2. Liga hält. Aber der größte Erfolg des Vereins bestand letztlich auch nur darin, sich über (wenn ich mich recht entsinne) drei Jahre erfolgreich gegen den Abstieg aus der 1. Liga gewehrt zu haben. Das ist sicher nicht das, was man als ostdeutscher Fußballfan unter "erfolgreich" versteht. Dynamo hat allein aufgrund des Umfelds natürlich mehr Potential als Cottbus. Aber ich bin skeptisch, ob die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen selbst bei optimalster Vereinsführung eine Etablierung unter den zehn besten deutschen Profimannschaften zulassen.
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