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  #1 (permalink)  
Alt 11.10.2010, 16:17
Stephan Lohse Stephan Lohse ist offline
Super-Moderatore
 
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3
Standard ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

Der ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischem Platz. Die Route zwischen Neustadt und Uni benötige dringend neue Wege für Dresdens Radfahrer. mehr

Was denken Sie? Ist der Radweg an dieser Stelle verbesserungsbedürftig oder sind andere Stellen dringender zu sanieren?
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  #2 (permalink)  
Alt 12.10.2010, 10:23
frankdd frankdd ist offline
Member
 
Registriert seit: 14.06.2007
Beiträge: 92
Standard Seperation ist ein Irrweg

Zitat:
Zitat von Stephan Lohse Beitrag anzeigen
Was denken Sie? Ist der Radweg an dieser Stelle verbesserungsbedürftig oder sind andere Stellen dringender zu sanieren?
Ich denke, hier ist der ADFC auf dem Holzweg. Er redet nach wie vor, wenn auch in der milden Form des Radstreifens, der Seperation der Verkehrsströme das Wort. Das dieses Konzept zu mehr Konflikten und Unfällen führt, kann man seit Jahren beobachten. Radfahrer, die von abbiegenden Fahrzeugen erfaßt werden, befinden sich fast ausschließlich auf Radwegen oder Gehwegen.

Diese Konflikte gibt es nicht nur zwischen PKW/LKW und Radfahrern. Auch die Straßenbahn in Seitenlage wird gern einmal übersehen. So wurde an der Proschhübelstraße eine extra Ampel für Rechtsabbieger aus der Königsbrücker Straße eingerichtet, als es zu mehreren Unfällen mit der Straßenbahn kam.

Dort, wo man Platz für einen Radstreifen hat, kann man diesen Platz auch der rechten Fahrspur zuschlagen. Radverkehrsanlagen verführen immer zur Benutzung in der falschen Richtung (Bsp. Löbtauer Straße, sämtliche Brücken) und da Gehwege und benutzungspflichtige Rad-/Gehwege sich abgesehen von der Beschilderung kaum unterscheiden lassen, nimmt die Zahl der Gehwegradler immer mehr zu.

Die Propaganda von der gefährlichen Fahrbahn treibt seltsame Blüten. Da fahren einige selbst in Tempo-30-Zonen auf dem Gehweg. Andere trauen sich nicht auf die Fahrbahn, fahren dann aber unerschrocken als Geisterfahrer über Geh- und Radwege.

Besonders aufschlußreich ist die Zusammensetzung der Gruppe derjenigen Radfahrer, die auf Radwegen von abbiegenden Fahrzeugen erfaßt werden. Es sind nicht die sogenannten Fahrradrüpel (männliche Jugendliche, Radkuriere), die die STVO als Empfehlung betrachten und gerne rote Ampeln ignorieren. Es sind in der Regel alte Menschen, Frauen und Kinder, die die Mär vom sicheren Radweg glauben und nicht mit dem Fehlverhalten der Kraftfahrzeugführer rechnen.

Viele bringen das Argument, dass die Radfahrer die Autos auf der Fahrbahn behindern und den Verkehrsfluss zum Erliegen bringen. Das ist ersten keine zulässige Begründung für benutzungspflichtige Radwege (es muss eine besondere Gefährdung der Radfahrer vorliegen) und zweitens liegt nur eine gefühlte Behinderung vor, wenn man die rote Ampel einige Sekunden später erreicht. Ich werde sowohl mit dem PKW als auch mit dem Rad nur von anderen PKW in meinem Vorwärtsdrang "behindert", z.B. am Georgplatz, wo es Spezialisten jeden Nachmittag gelingt, die Kreuzung komplett zu blockieren.

Fazit: Radfahrer gehören als Fahrzeuge, was sie nach STVO sind, auf die Fahrbahn. Der Gehweg sollte den Fußgängern vorhehalten sein.

Gruß Frank

PS: Benutzungspflichtige Radwege wurden in Deutschland 1934 eingeführt. Motto: " Zeigen wir zu den olympischen Spielen 1936 der Welt, das Kraftfahrzeuge nicht nur auf den Reichsautobahnen freie Fahrt haben".
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  #3 (permalink)  
Alt 12.10.2010, 15:26
Ole Ole ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 02.11.2007
Beiträge: 689
Standard AW: Seperation ist ein Irrweg

Zitat:
Zitat von frankdd Beitrag anzeigen
Ich denke, hier ist der ADFC auf dem Holzweg. Er redet nach wie vor, wenn auch in der milden Form des Radstreifens, der Seperation der Verkehrsströme das Wort. Das dieses Konzept zu mehr Konflikten und Unfällen führt, kann man seit Jahren beobachten. Radfahrer, die von abbiegenden Fahrzeugen erfaßt werden, befinden sich fast ausschließlich auf Radwegen oder Gehwegen.
Hier stimme ich Ihnen in diesem und auch dem folgenden zu. Radfahrer gehören auf die Straße. Problematisch wird es aber auf der von Herrn Lohse genannten Strecke. Hier reden wir nicht nur von einer einfachen Straße, sondern von einer kompromisslos für den Autoverkehr ausgebauten Strecke. Die Vierspurigkeit animiert zu hohen Geschwindigkeiten. Zwischen Albertplatz und Synagoge halten Geländer und eine Fußgängerbrücke Fußgänger fern. Als Radfahrer fühlte ich mich auf ärgste bedrängt, wenn mit hoher Geschwindigkeit PKW in Tuchfühlung vorbeiziehen. Auch ist sicher die Mentalität vieler Autofahrer so, dass sie Fahrräder auf einer solchen Strecke nicht erwarten, gar nicht einmal tolerieren.
Und es gibt nicht nur Profis auf dem Rad, die da angstfrei langfahren könnten.

Aus diesem Grund sehe ich hier ohne bauliche oder wenigstens optische Änderungen ein Problem für Radfahrer. Änderung könnte sein: Deutlich sichtbarer Radstreifen auf der Straße, Entschleunigung durch Reduzierung des Autobahncharakters, schmalere Spuren. Selbst eine gestrichelte Linie am rechten Rand der Straße könnte dem Autofahrer signalisieren, hier könnten und dürfen Fahrräder unterwegs sein.

Herr Richter sprach hier im Forum (Keine UNESCO-Diktatur im Elbtal!) vor längerer Zeit die Hoffnung an, dass in einem Dresden nach WSB diese Strecke irgendwie wieder der Stadt zurückgegeben werden könnte. (Ich teile diese Hoffnung. Aktuell gibt es hierfür aber keinen Grund zu hoffen. Der Pirnaischer Platz wird gerade exakt in der gleichen (oder gar größeren) Dimensionierung saniert. Bestenfalls gibt es ein paar rote Radfahrerstreifen als Zugabe.)
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  #4 (permalink)  
Alt 12.10.2010, 18:06
psana42 psana42 ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 13.07.2008
Beiträge: 818
Standard AW: Seperation ist ein Irrweg

Zitat:
Zitat von frankdd Beitrag anzeigen
Ich denke, hier ist der ADFC auf dem Holzweg.

Fazit: Radfahrer gehören als Fahrzeuge, was sie nach STVO sind, auf die Fahrbahn. Der Gehweg sollte den Fußgängern vorhehalten sein.

Gruß Frank
".
Ihrem Ansatz kann ich folgen. Allerdings verlangt er trotzdem verantwortliches Verhalten der Radfahrer. Da können die Radfahrer eben mal nicht zum Plausch nebeneinander fahren. Für gegenseitiges sehen und gesehen werden sind gemeinsame Wegerichtungen allemal besser.
Gruß
psana42
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  #5 (permalink)  
Alt 13.10.2010, 10:56
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

Zitat:
Zitat von Stephan Lohse Beitrag anzeigen
Der ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischem Platz. Die Route zwischen Neustadt und Uni benötige dringend neue Wege für Dresdens Radfahrer. mehr

Was denken Sie? Ist der Radweg an dieser Stelle verbesserungsbedürftig oder sind andere Stellen dringender zu sanieren?
Ich stimme frankdd zu, dass sich getrennte Radwege nicht bewährt haben. Wegen der erforderlichen Flächen zur Trennung braucht man mehr Verkehrsraum. Da dieser in der Regel knapp ist, geht die trennung häufig zu Lasten der Fußgänger, aber auch der Radfahrer. Schmale Radwege mit vielen Kurven, Absenkungen bei Grundstückseinfahrten etc. sind eher ein Slalomparcour und fürs zügige Radfahren völlig ungeeignet. Wenn dann die Trennung zum Fußweg auch noch ungenügend ist, fühle ich mich bei zügiger Fahrt auf diesen Wegen unsicherer als auf der Straße. Die Pflege dieser Wege ist aufwendig, weil sie extra gekehrt werden müssen, wenn dies überhaupt erfolgt. Ich halte dort, wo genug Raum vorhanden ist, eine überbreite rechte Fahrspur, vielleicht mit einer unterbrochenen Linie auf der rechten Seite zur optischen Abgrenzung der Fahrradspur, für besser. Der Radfahrer wird so besser im Verkehrsgeschehen erkannt. Er kann andere Radfahrer besser überholen, gesonderte Radfahrerampeln werden überflüssig, gegen die Fahrtrichtung zu fahren ist auf diesen Streifen ausgeschlossen und die Baukosten dürften auch wesentlich geringer ausfallen. Wo kein Platz für eine überbreite rechte Spur ist, ist auch kein Raum für einen separaten Fahrradweg. Es mag auch Situationen geben, wo ein getrennter Weg sinnvoll ist. Im Stadtbereich dürfte das aber eher die Ausnahme sein. Die verschiedenen Verkehrsarten müssen lernen, miteinander auszukommen. Der Ruf nach Fahrradwegen bestärkt in rücksichtslosen Aurtofahrern eher das Gefühl, dass Radfahrer auf der Straße eigentlich nichts zu suchen haben und bestenfalls geduldet sind. Gerade die Albertstraße ist breit genug. Dieses Kleinklein aus Fahrbahn, Grünstreifen, Radweg, Grünstreifen, Schienen, Grünstreifen, Fußweg halte ich auch städtebaulich für nicht attraktiv. Vor allem diese Grünstreifen zwischen den Verkehrsflächen sind extrem pflegeintensiv. Werden sie nicht gepflegt, verkommen sie zu Trampelpfaden, Hundeklos und Unkrautfeldern. Diese Zerstückelung des Raums führt letzten Endes dazu, dass weder Autos noch Radfahrer, Fußgänger und das Grün genügend Raum haben.

W.S.
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  #6 (permalink)  
Alt 13.10.2010, 11:48
WilhelmFriedemann WilhelmFriedemann ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 28.03.2008
Beiträge: 773
Standard AW: ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

@frankdd: Ihre Ausführungen sind richtig dann, wenn es sich nur um einen Radfahrstreifen handelt, der unmittelbar neben der Autospur läuft. Wenn der Radweg aber deutlich von der Straße getrennt ist, kann sich ein Radfahrer doch etwas sicherer fühlen. Platz genug ist ja auf der Schneise vom Albertplatz bis zum Hauptbahnhof. Lediglich auf der Brücke ist es knapp.
__________________
Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
So sehr ich mich auf die Aberkennung des Welterbetitels freue ...
Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
... die ökostalinistischen Leitmedien, etwa die ARD, das ZDF, der Deutschlandfunk oder auch DER SPIEGEL ...
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  #7 (permalink)  
Alt 18.10.2010, 23:32
WilhelmFriedemann WilhelmFriedemann ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 28.03.2008
Beiträge: 773
Standard AW: ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

Jetzt kenne ich die Gründe! Der Mann könnte wirklich Bürgermeister in Dresden werden! Oder heißt er in diesem Forum Thomas May?
__________________
Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
So sehr ich mich auf die Aberkennung des Welterbetitels freue ...
Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
... die ökostalinistischen Leitmedien, etwa die ARD, das ZDF, der Deutschlandfunk oder auch DER SPIEGEL ...
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  #8 (permalink)  
Alt 19.10.2010, 12:19
flueggus flueggus ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 14.11.2007
Beiträge: 17
Standard AW: ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

Zitat:
Zitat von WilhelmFriedemann Beitrag anzeigen
...Wenn der Radweg aber deutlich von der Straße getrennt ist, kann sich ein Radfahrer doch etwas sicherer fühlen. ...
Und dort liegt der Hase im Pfeffer, sie fühlen sich sicherer, obwohl sie es nachgewiesenermaßen nicht sind! Stichwort: Rechtsabbieger, Grundstücksausfahrten, etc.
Mit dem Fahrrad gehört man auf die Fahrbahn! Nur dort wird man als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer wahrgenommen und eben nicht einfach mal übersehen.
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  #9 (permalink)  
Alt 19.10.2010, 21:17
FGönther FGönther ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 09.08.2007
Beiträge: 535
Standard AW: ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

Zitat:
Zitat von flueggus Beitrag anzeigen
Und dort liegt der Hase im Pfeffer, sie fühlen sich sicherer, obwohl sie es nachgewiesenermaßen nicht sind! Stichwort: Rechtsabbieger, Grundstücksausfahrten, etc.
Die Strecke zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz wird ja auch von der sagenhaften Anzahl von 3 nach rechts abgehenden Straßen unterbrochen, die meisten davon ampelgereglt. Wieviel Grundstückseinfahrten gibt es auf dieser Strecke ?
Zitat:
Mit dem Fahrrad gehört man auf die Fahrbahn! Nur dort wird man als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer wahrgenommen und eben nicht einfach mal übersehen.
Komisch, daß man in den Mutterländern des gefahrenen Rades wie Dänemark und Holland schon seit Jahrzehnten auf Radwege setzt. Zu den Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen gehört übrigens das Verhalten der Radler im Straßenverkehr.
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  #10 (permalink)  
Alt 20.10.2010, 08:21
flueggus flueggus ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 14.11.2007
Beiträge: 17
Standard AW: ADFC Dresden fordert bessere Radwege zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz

Zitat:
Zitat von FGönther Beitrag anzeigen
Die Strecke zwischen Albertplatz und Pirnaischen Platz wird ja auch von der sagenhaften Anzahl von 3 nach rechts abgehenden Straßen unterbrochen, die meisten davon ampelgereglt. Wieviel Grundstückseinfahrten gibt es auf dieser Strecke ?
Komisch, daß man in den Mutterländern des gefahrenen Rades wie Dänemark und Holland schon seit Jahrzehnten auf Radwege setzt. Zu den Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen gehört übrigens das Verhalten der Radler im Straßenverkehr.
Ampelgeregelt oder nicht, wenn Rechtsabbieger und Geradeausverkehr nicht getrennt signalisiert ist und gleichzeitig Grün hat, besteht diese Unfallgefahr. Und ein besonders schlechtes Beispiel von Rechtsabbiegerspur links neben dem Fahrradstreifen haben wir ja schon auf dieser Piste an der Einfahrt zum Dr.-Külz-Ring. Dort durch den großen Kurvenradius, der schnelles Fahren befördert, noch verschärft!
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