22.05.2012 21:54
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Im Spätsommer 2009 wurde in Dresden die Centrum Galerie eröffnet. Das Ereignis wurde euphorisch gefeiert. Die Zukunft der Einkaufshauptstadt des Ostens – außerhalb Berlins- wurde in den höchsten Tönen beschrieben. Nur ein mitleidiger Blick wurde auf Leipzig mit seinen "Altstadtlädchen" geworfen.
http://www.sz-online.de/nachrichten/...asp?id=2265052 Nur fünf Monate später muss die Managerin der Centrum Galerie gehen. Man spricht von Krise. http://www.sz-online.de/nachrichten/...asp?id=2372543 Es werden weitere Einkaufstempel in Dresden gebaut. Führt ein Zuwachs an Verkaufsfläche automatisch zu mehr Qualität und Vielfalt im Angebot, wie man uns suggerieren will? Oder führt das eher zu einer Art Kannibalismus im Einzelhandel? Konnte z.B. die Königstraße an Profil gewinnen? Mein Eindruck ist eher, dass dort Geschäfte schließen müssen und die Passantenfrequenz gesunken ist. Aber was sind schon die dortigen Altstadtlädchen gegen Malls wie der Centrum Galerie! Wie üblich in Dresden werden gerne Superlative bemüht. Nur ein Beispiel: Das neue Peek & Cloppenburg Bekleidungshaus wird mit 10.000qm als das größte in Dresden und als Weltstadthaus beschrieben. Das Weltstadthaus von Peek & Cloppenburg, Düsseldorf in Mannheim hat 14.500 qm. Die Wirtschaftswoche kommt zu dem Schluss, dass der Begriff "Weltstadthaus" in der Provinz komisch klingt. Sogar in Wuppertal soll ein Weltstadthaus stehen. http://www.textilwirtschaft.de/news/...30487.html?a=0 http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/fast-wie-geklont-112963/ Der Hinweis auf den Firmensitz ist hier wichtig. Das Dresdner Peek & Cloppenburg-Haus gehört nämlich zu Hamburg. Peek & Cloppenburg, Hamburg ist der kleinere und bescheidenere Bruder. Der große und wohl auch erfolgreichere Bruder mit dem besseren Angebot hat seinen Sitz in Düsseldorf. Aber kein Warenhaus in Dresden. http://de.wikipedia.org/wiki/Peek_%26_Cloppenburg |
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Zitat:
Was soll man dazu sagen? Ja, es gibt zwei Peek & Cloppenburg-Ketten, so wie es auch zwei Aldi-Ketten gibt. Ja, es stimmt, Peek & Cloppenburg Düsseldorf hat keine Filiale in Dresden. Sollen die jetzt auch noch eine eröffnen. Dass die Bezeichnung "Weltstadthaus" albern klingt, ist auch richtig. das schient den Marketing-Fuzzis in ihrem Elfenbeinturm aber nicht aufzufallen. Das Karstadt Dresden ist, glaube ich, auch ein "Weltstadthaus". Es gitb auch so schöne Begriffe wie "Flagship-Store". Klingt auch irgendwie dämlich, ist aber sehr beliebt. Die Centrum-Galerie ist wohl keine Konkurrenz für die Königstraße, ebenso wenig wie die drei Ibis-Hotels auf der Prager Straße eine Konkurrenz für das Taschenbergpalais sind. Das Problem von solchen Einkaufstempeln ist, dass, ganz gleich wo sie stehen, zum Großteil immer dieselben "üblichen Verdächtigen" dort Mieter sind, nämlich überregionale Ketten. Der "echte" kleine Einzelhändler hat es einfach sehr schwer, überhaupt dort mieten zu könne, weil seine Kapitaldecke viel dünner ist. je nach Konzept gehen eher kleinflächige Läden in diesen Zentren auch schon optisch unter. Grundsätzlich belebt Konkurrenz schon das Geschäft. Vor dem Bau der Altmarktgalerie hieß es, die sei viel zu groß für Dresden, so was lohne doch hier nicht. kaum war sie fertig und die ersten Läden waren von der Prager Straße dorthin umgezogen, kam plötzlich Bewegung in die Prager Straße. Die Eigentümer der Geschäftshäuser mußten nun mal investieren. Vorher hat mangels Konkurrenz dort jeder jede Bruchbude vermieten können. Auch das Warenangebot hat sich in den letzten Jahren verbessert. Es ist auch vielfältiger geworden, wenn auch nicht in gleichem Maße wie die Einkaufsfläche gewachsen ist. Übrigens, auf Leipzig wurde in dem von Ihnen zitierten Artikel kein mitleidiger Blick geworfen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Der Satz lautet nämlich: "Es klingt wie ein Triumph gegenüber der Konkurrenzstadt Leipzig, die Dresden mit ihren Altstadt-Lädchen das Wasser abgegraben hat." Leipzig wird gelobt, nicht bemitleidet. W.S. |
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Dresden-Einkaufsstadt des Ostens?
Ja, was will das offizielle Dresden denn sonst sein? Den Anspruch Stadt der Kultur und Wissenschaft zu sein, hat es doch schon längst aufgegeben. Im Sport ist auch nichts mehr zu gewinnen und die Industrie setzt sich auch wieder ab. Die Spuren seiner Geschichte werden penibel aus dem Boden gekratzt und beseitigt. Seine landschaftliche Schönheit wird durch die Schandbrücke vernichtet und man ist nicht einmal in der Lage dieses Verbrechen reibungslos durchzuziehen. Da kann denen doch nur einfallen, einen unnötigen Einkaufstempel nach dem anderen in die Stadt zu klotzen und wenn sich dann zeigt, dass keine Kunden kommen, müssen breite Straßen gebaut werden um sie von weit her anzulocken.
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Zitat:
Welche Angebote sind vielfältiger geworden? Fast in jedem Laden werden die gleichen Produkte angeboten. Die Verkaufsqualität ist gegenüber den vergleichbaren Städten im WESTEN nicht gestiegen. Das Einzige, was mir bisher aufgefallen ist, die Kunden haben jetzt mehr Platz in den Verkaufseinrichtungen. Ob dies die Inhaber dieser Einrichtungen freuen wird, möchte ich bezweifeln. Die Kaufkraft der Bürger ist doch nicht gestiegen! Dieser Wahnsinn mit der Erweiterung von Konsumtempel geht immer weiter. Es ist ein absolutes Armutszeugnis für die Verantwortlichen von Dresden, das ihnen nichts weiter einfällt, als Warentempel und hässliche Neubauten (Billigbauten) zu genehmigen. Dagegen geht die Kultur in Dresden geht den Bach runter. MT98 Wer Fehler findet, kann sie behalten. |
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| altstadt, city, einkaufen, innere neustadt |
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