22.05.2012 21:40
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Zur Ergänzung: Das Gesamtschulexperiment ist ja schon mal gründlich schiefgegangen. OK, beim ersten Mal konnte man es vielleicht noch nicht wissen. Aber seitdem haben alle standardisierten Tests gezeigt, dass ALLE Kinder im ach so selektiv reaktionären Bildungssystem besser abschneiden als in der modern-progressiven Alle-MenschInnen-sind-BrüderInnen-Schule. Wer trotzdem die menschenfeindlichen Großversuche an Schutzbefohlenen vorantreibt, der tut es mit Absicht. Mit schlechter Absicht. --- Of topic: Kann jemand einen Tipp geben, wie hier die Formatierung zu bändigen ist? |
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Der nächste Punkt ist die Trennung nach 4 Jahren Schule. Völliger Unfug, zudem bei äußerst laschen Zugangsbedingungen für's Gymnasium. Gymnasium heißt für mich, die Reife für ein Studium zu erreichen, das ist mittlerweile völlig entwertet. Es gibt mittlerweile Branchen, z.B. Bankenbereich, da werden als Azubis nur noch Abiturenten genommen. Warum? Wozu? Was braucht man im Bankwesen, was erst in der 11. und 12. Klasse vermittelt wird? Der Trieb, anders kann ich das nicht ausdrücken, seine Kinder zwingend nach der 4. Klasse aufs Gymnasium zu schicken, ist in nicht werigen Fällen, die auf die Kinder transformierte Karrieresucht der Eltern. Das böse Erwachen kommt dann mit der 8./9.Klasse, wenn sichtbar wird, dass die Sprößlinge völlig überfordert sind und wieder zurück zur Mittelschule müssen. Die Mittelschule im Ort hebt die Hände - alle Klassen voll belegt - und eine Parallelklasse darf die Mittelschule nicht so ohne weiters aufmaschen, da wacht die Bildungsagentur drüber. Wenn in einer, nahverkehrstechnisch irgendwie erreichbaren, Mittelschule noch ein Platz frei ist, darf der verhinderte Abiturient dann von Sebnitz nach Stolpen zur Schule fahren, weil gerade dort noch etwas frei ist. Und das sind keine Einzelfälle, sondern die Anzahl der Rückkehrer vom Gymnasium nimmt von Jahr zu Jahr zu. Ein kleiner Lichtblick ist die zweite Bildungsempfehlung, die in Sachsen seit kurzem nach der 6. Klasse erstellt werden. Damit ist es möglich zur 7. Klasse aufs Gymnasium zu wechseln, danach unterscheiden sich die Lehrpläne. Diese vernünftige Idee hat meine volle Zustimmung, da nach der 6. Klasse auch die ersten naturwissenschaftlichen Fächer unterrichtet wurden und aus meiner Sicht viel besser eingeschätzt werden kann, ob ein Kind, den Anforderungen eines Gymnasiums gerecht wird. Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, das vor 6 Jahren alle sächsischen Mittelschullehrer als Teilzeitbeschäftigte weiter beschäftigt wurden, um, aufgrund der geringen Schülerzahlen Entlassungen zu vermeiden. Die Frist von 5 Jahren wurde deshalb gewählt, weil in den Grundschulen bereits wieder ein Anstieg der Schülerzahlen abzusehen war. Als die 5 Jahre rum waren, stellte man fest, ja es sind wirklich wieder genügend Schüler für die Vollzeitbeschäftigung da, aber wir(das Kultusministerium und das Finanzministerium) haben uns leider verkalkuliert und sind davon ausgegangen, die Lehrer arbeiten Vollzeit bei Teilzeitbezahlung. Soviel Dummheit auf einem Fleck bei einer leicht zu erstellenden Kalkulation würde in der Privatindustrie zur fristlosen Kündigung führen - aber der Steuerzahler wird unsere C-Ministerialbeamten schon weiter bis an ihr Lebensende alimentieren. Ich weiß nicht, haben Sie irgendetwas zu bieten, was unsere C-Bildungspolitiker irgendwie im guten Licht erscheinen läßt, außer Gefälligkeitsgutachten über die Vorteile der Trennung nach 4 Schuljahren? Gruß Dietmar
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Erst einmal vorab, danke für die Mühe das Thema umfassender darzustellen, da auch hier im Forum einige mit fundiertem Viertelwissen glänzen und der Meinung sind ein paar Jahre erlebte Schule reichen aus um sich als Wissenschaftspädagogikhandwerker im Bildungswesen zu profilieren. Trotzdem bin ich der Meinung Lehrer sollten keinesfalls von der Gemeinde, Stadt o.ä. bezahlt werden. Schon jetzt werben Länder wie Hessen oder NRW (selbst hochverschuldet) mit Fangprämien oder Verbeamtung gerade junge Lehrer in Sachsen ab. Wie soll dann eine Gemeinde kurz vor der Pleite ihre Lehrer bezahlen? Wieder mit Naturalien wie 1750? Wir haben es 20 Jahre nach der Einheit in Sachsen geschafft unsere Lehrer nach Westtarif zu bezahlen. Nein Lehrer von staatlichen Schulen sollten bundesweit gleich bezahlt und gestellt werden. Genau so sollten die Schulen zentral verwaltet werden. Zitat:
Man muss sich mal den Schwachsinn vorstellen: jede Schule darf den Bewertungsmaßstab von Klassenarbeiten selbst festlegen. Ich kenne einen Fall, als festgestellt wurde, dass zu wenig Schüler gute Zensuren im Weitsprung erreichen wurden die Weiten gleich mal reduziert. Danach stimmte der Gesamteindruck wieder. Zitat:
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Meiner Meinung nach geht der Weg nur über bundesweit vereinheitlichte Bildung. Wir haben schon jetzt verschiedene Arten von Schulen zB. den Privatschulen, Sportschulen, Musikschulen Haupt- und Realschulen usw. Damit wird den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler genüge getan. Aber zwingend muss es für die staatlichen Schulen bundesweit einheitliche Lehrpläne sowie Bewertungsmaßstäbe, sowie für alle Schulen einheitliche Prüfungen geben. Das ist die Grundlage für eigentlich alles. Nur dann kann man Defizite erkennen, agieren und reagieren. Davor sollte aber die Politik mal zu erkennen geben, was wollen wir durch Bildung erreichen? Es wird immer mal davon blablalbla getönt, der größte Schatz in Deutschland ist das Humankapital. Tja aber wieviele müssen denn umfassend gebildet werden? Ein zukünftiger Hartzler braucht eigentlich nur bis 350 rechnen zu können. Ist es sinnvoll in einer globalisierten Wirtschaft Geographie abwählen zu dürfen usw. usw. |
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Und immer darauf achten, dass Sie sich Ihren klaren Blick durch Sachkenntnis ("Wissen wo's lang geht") bloß nich verstellen ("Wissen wo's lang geht") zu lassen. |
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Sie haben sich viel Mühe gegeben mit einer umfangreichen Antwort. Ich werde diese mal analysieren und bewerten unter dem Gesichtspunkt spezifisch Sächsisch (ja) oder nicht (nein). Da gilt, wenn zwei das Gleiche tun, muß es noch lange nicht gut sein, füge ich meine Beurteilung an. Zitat:
Für die Länderhoheit kann Sachsen nichts. 1.Bewertung : nein – Beurteilung schlecht Übrigens findet man hier einen kurzen Überblick der Bildungssysteme der Länder: http://www.tagesschau.de/multimedia/animation/animation192.html Zitat:
Oder wie wollen Sie das Kultusministerium überflüssig machen? Danach hätten wir statt 16 Schulsysteme deren zigTausend. Aber Sie gehen ja davon aus, dass es in anderen Bundesländern ähnlich wie in Sachsen ist. Also 2.Bewertung : nein – Beurteilung gut Zitat:
http://www.eltern-ans-netz.de/news.php?readmore=472 Warum das Bankwesen so verfährt, sollte man dort eruieren, die Karrieresucht der Eltern ist nicht auf Sachsen beschränkt und was die Trennung nach der 4.Klasse betrifft – s.o. die 16 Schulsysteme. 3.Bewertung : nein - Beurteilung gut Zitat:
4.Bewertung : vielleicht - Beurteilung gut Zitat:
5.Bewertung : ja, aber unsicher- Beurteilung gut Summe Bewertung : 3 von 5x nicht typisch für Sachsen. 1x vielleicht typisch für Sachsen, auf jeden Fall aber Positiv zu bewerten. Da bleibt nicht viel Unfug in Sachsen übrig. Ansonst wird über den „Unfug“ der Bildungssysteme in D genügend geschrieben – die Reformwut mancher Politiker gehört so genannt. Zitat:
Sie sind mir noch eine Antwort schuldig : Zitat:
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Wer soll es richten? Bayern würde gegen von Rot-Knallrot-Grün erstellte Lehrpläne und Schulformen auf die Barrikaden gehen und vice versa. Jede neu gewählte Landesregierung greift als erstes in die Bildungspolitik ein. Beispiel NRW – da sollen die Kopfnoten abgeschafft werden. Ein gutes Beispiel gibt Bremen, dort ist für 10 Jahre ein sogenannter Schulfrieden festgelegt. Dieses Beispiel könnte man fortführen mit einer sogenannten Bildungscharta, in welcher Bildungsziele, Schulformen usw. festgeschrieben sind. Diese Charta müsste verbindlich für alle sein, so ähnlich wie die Verfassung. Sich auf so was zu einigen ist im Föderalismus aber wohl unmöglich, siehe Kultuskonferenz.
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Bei einer festen Flußquerung ist für mich das Bauwerk der ersten Wahl eine Brücke. Suche für die nächsten 10 Jahre einen Stromanbieter ohne Wind- und Solarenergie. |
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Hier noch ein schöner Artikel dazu. Am Beispiel Hamburg frage ich mich sowieso warum sich die Länder Bildung antun. Eigentlich bedeutet es nur Ärger. Es ist aber wie mit den anderen großen Themen in Deutschland Gesundheit und Wehrpflicht. Jeder will was zu sagen haben, keiner entscheidet, Probleme werden verschoben, zerdiskutiert oder es wird verschlimmbessert. Und dann wundern sich die gewählten Vögel über die galoppierend zunehmende Politikverdrossenheit bzw. Frust über die Demokratie Zitat:
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Das Kultusministerium, zumindest die Referate, welche für die Bildung zuständig sind, bin ich der Meinung, sind völlig überflüssig. Bis jetzt konnte mir niemand einen fachlichen, überzeugenden Grund nennen, warum das Schulsystem nicht zentral durch ein Bildungsministerium geleitet werden kann. Warum muss 16 Mal unabhängig voneinander ein Lehrplan entworfen werden, obwohl er am selben Punkt startet und am selben Punkt enden sollte, um Gleichwertigkeit der Abschlüsse zu erreichen. Ich weiß nicht, ob Sie schon mal einen Lehrplan gesehen haben. Ein Lehrplan ist eigentlich ein Gerüst, was die Lernziele, die Lerninhalte und deren Stundenzahl sowie die Art der Kontrollen festlegt. Er kann ergänzende Informationen zur Wissensvertiefung, Literatur oder Bezüge in andere Fächer haben. Er gibt keine Methodik und auch nicht Schwerpunksetzung vor. Beispiel: In Sachkunde (wir nannten das früher Heimatkunde) ist ein Lerninhalt der Heimatkreis (geografisch, ökonomisch und kulturell). Da mag der Lehrer in Bayern den Schwerpunkt auf Kultur und Brauchtum setzen, weil die Industrie dort wenig vorhanden ist, in NRW ist halt die Industrie dominant. Warum braucht man da zwei Lehrpläne? Das die Bayern die Lehrpläne aus NRW ablehnen und umgekehrt hat doch keinen sachlichen Grund, sondern einen ideologischen und warum wird Ideologiekampf auf den Rücken der Schüler ausgetragen? Das nächste Problem der 16 verschiedenen Lehrpläne besteht darin, dass die Lehrbücher den Lehrplänen entsprechen müssen. Das heißt, die Schulbuchverlage erstellen, lektorieren und drucken 16 verschiedene Lehrbücher für jedes Fach und jede Klassenstufe. Damit erklären sich auch die verdammt hohen Preise für die Schulbücher, zudem auch noch die Schulbuchverlage nicht die einzelnen Bundesländer unter sich aufgeteilt haben, sondern verschiedene Schulbuchverlage für die gleichen Bundesländer Schulbücher auf den Markt bringen und die Schulen dürfen entscheiden, von welchen Schulbuchverlag sie welche Bücher kaufen. Es kann also sein, dass die Schule im Nachbarort ein anderes Schulbuch hat, obwohl der Lehrplan gleich ist. Da die Schulen zudem die Schulbücher über mehrere Jahre nutzen, wenn sich nicht gerade mal der Lehrplan ändert, können Sie sich sicher vorstellen, dass die Auflagenhöhe nicht unbedingt schwindelerregende Höhen erreicht. Ich bin der Meinung, bei zentralen Lehrplänen für Deutschland, wäre gerade im Bereich Schulbüchern viel Geld zu sparen, ohne das die Bildung auch nur ein bißchen leidet. Die Schulbücher bezahlt nämlich der Steuerzahler, es sei denn der Sprößling schuttet seine Cola über das Lehrbuch. Zitat:
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Gruß Dietmar
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Genauso wie jede neue Landesregierung (Abschaffung Kopfnote In NRW) in das Schulsystem eingreift, würde das bei einem Regierungswechsel in Berlin über das Bildungsministerium laufen. Wer will das? Solange es keine verbindliche Charta für das Bildungswesen, Prantl nennt es einheitliche Rahmenregelungen, gibt, ist es so besser. Diese sollte auch die Schüler vor Reformitis schützen. Dazu fällt mir noch ein schönes Beispiel ein. Irgendwann und irgendwo wurde doch der Frontalunterricht abgeschafft – eine schlimme Sache, welche nach Krieg klingt. In Wirklichkeit wurde nur das klassische Klassenzimmer - Tafel vorn - Fenster links - Alle Tische und Stühle sind nach vorn ausgerichtet umgeräumt. Es wurde ein Bohei gemacht, als hätten diese Reformer gerade das Rad erfunden. Das Ergebnis war : Etliche Schüler hatten das Licht von vorn, etliche von hinten. Und diese Schüler müssten jetzt noch ständig den Kopf drehen bzw. gedreht lassen beim Blick zur Tafel. Zitat:
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Ansonst beklagt das „Grundgesetz“ im obigen Artikel nur allzu bekannte Missstände. Was die Ganztagsschule betrifft, sollte er aber mal hier nachlesen. Zitat:
Man muß wissen wo man hin will. Nützlich wäre aber auch eine Analyse, wer aus welchem Grund bremst. Noch ein Wort zur Vergleichbarkeit von Abschlüssen, welche ich für notwendig erachte : Die Schöpfer des Föderalen Bildungssystems hatten vor 60 Jahren ihre Gründe für dieses und am allerwenigsten Umzugserleichterung im Sinn.
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Wem sollte diese Analyse nützen? Hier spielen so viele Interessen, Parteibefindlichkeiten Lobbygruppen, Machtspielereien usw. eine Rolle, diesen gordischen Knoten können Sie niemals auflösen. Zitat:
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Nützlich wäre es m.E., wenn jeder Part in diesem für uns alle so wichtigen Thema auch klipp und klar niederschreibt, warum er gegen eine Reform des Bildungsföderalismus ist. Das würde mehr Klarheit in´s Geschäft bringen. Zitat:
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