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  #331 (permalink)  
Alt 23.07.2010, 22:52
Mitleser Mitleser ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 16.02.2010
Beiträge: 20
Standard AW: Der Reformklempner wird´s richten

Zitat:
Zitat von Jaseck Beitrag anzeigen
Von Berliner Bekannten habe ich kürzlich erfahren, daß dort bereits die 6jährige Grundschule praktiziert wird. Also das berühmte "längere gemeinsame Lernen", welches entsprechend den Aussagen berühmter Bildungsforscher "beiden, den Leistungsstärkeren und den Leistungsschwächeren, nützt." Komisch nur, daß in der heutigen "Panorama"-Sendung der Egoismus und fehlende Gemeinsinn der bösen Hamburger Elbvillenbesitzer angeprangert wurde.
Nebenbei ein Oxymoron: Die reiche Minderheit der Elbvillenbesitzer hat auf mysteriöse Weise die demokratische Abstimmung gewonnen.

Zitat:
Laut "Panorama"
Panorama = taz on air


Zur Ergänzung:
Das Gesamtschulexperiment ist ja schon mal gründlich schiefgegangen. OK, beim ersten Mal konnte man es vielleicht noch nicht wissen. Aber seitdem haben alle standardisierten Tests gezeigt, dass ALLE Kinder im ach so selektiv reaktionären Bildungssystem besser abschneiden als in der modern-progressiven Alle-MenschInnen-sind-BrüderInnen-Schule.
Wer trotzdem die menschenfeindlichen Großversuche an Schutzbefohlenen vorantreibt, der tut es mit Absicht. Mit schlechter Absicht.


---


Of topic:
Kann jemand einen Tipp geben, wie hier die Formatierung zu bändigen ist?
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  #332 (permalink)  
Alt 24.07.2010, 17:12
Dietmar Dietmar ist offline
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Registriert seit: 17.01.2008
Beiträge: 383
Standard AW: Hurra, Hurra - die Schule brennt !

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Na ja, 20 Jahre Bildungspolitik in Sachsen mit C-Kräften kann ja nicht so falsch gewesen sein.
Oder worin besteht der Unfug?
Der besteht in einigen Dingen - primär in der Länderhoheit des Schulwesens oder besser ausgedrückt, in der Kleinstaaterei. Im Zeitalter des Internets, der Globalisierung käme heute auch kein Mensch auf die Idee, in jeden Bundesland wieder ein eigens Maßsystem einzuführen. Der technische Fortschritt, die Industrialisierung hat es einfach mit sich gebracht, die Maßsysteme zu vereinheitlichen. Und wir schlagen uns in Deutschland mit 16 Kultusministerien, Schulabschlüssen, die schwer vergleichbar sind und einem Schlusystem, die die Mobilität eines Arbeitnehmers, so er Kinder hat, über die Landesgrenze erschwert, herum. Finden Sie das gut? Aber der Wahnsinn geht weiter. Zumindest in Sachsen, ich gehe aber davon aus, in den anderen Bundesländern ist es ähnlich, gibt es eine recht perverse Trennung von Schule und Lehrern, anders kann man das nicht nennen. Die Schule und deren Inventar gehört zur Gemeinde, die Lehrer sind aber Angestellte des Landes. Das ist etwa so, als wenn eine Firma zwei Unternehmern gehört, einem das Gebäude und Maschinen, den anderen die Arbeitskräfte und der, der die Arbeitskräfte hat, darf darüber bestimmen, was der Unternehmer tut, dem der Rest gehört. Das Kultusministerium legt nämlich fest, welche Schule, wieviele Lehrer haben darf und wenn das Kultusministerium der Meinung ist, eine Schule zu schließen, dann kann die Gemeinde machen, was sie will - sie darf nämlich nur noch eins machen - dieser Schließung devot in einem Gemeinderatsbeschluß zu zustimmen. Wo ist das demokratisch, wenn der Gemeindfeverwaltung vorgeschrieben wird, was sie zu tun hat? Tut sie das nicht, werden die Lehrer einfach versetzt und die Gemeinde darf keine Lehrer eintellen. Das wäre mein erster Ansatzpunkt - die Lehrer werden Angestellte der Gemeinden. Da jaulen natürlich das Kultusministerium und die Bildungsagenturen (früher hieß das Kreisschulamt) auf, denn jetzt wird der Wasserkopf sichtbar, den braucht jetzt keiner mehr.braucht.
Der nächste Punkt ist die Trennung nach 4 Jahren Schule. Völliger Unfug, zudem bei äußerst laschen Zugangsbedingungen für's Gymnasium. Gymnasium heißt für mich, die Reife für ein Studium zu erreichen, das ist mittlerweile völlig entwertet. Es gibt mittlerweile Branchen, z.B. Bankenbereich, da werden als Azubis nur noch Abiturenten genommen. Warum? Wozu? Was braucht man im Bankwesen, was erst in der 11. und 12. Klasse vermittelt wird?
Der Trieb, anders kann ich das nicht ausdrücken, seine Kinder zwingend nach der 4. Klasse aufs Gymnasium zu schicken, ist in nicht werigen Fällen, die auf die Kinder transformierte Karrieresucht der Eltern. Das böse Erwachen kommt dann mit der 8./9.Klasse, wenn sichtbar wird, dass die Sprößlinge völlig überfordert sind und wieder zurück zur Mittelschule müssen. Die Mittelschule im Ort hebt die Hände - alle Klassen voll belegt - und eine Parallelklasse darf die Mittelschule nicht so ohne weiters aufmaschen, da wacht die Bildungsagentur drüber. Wenn in einer, nahverkehrstechnisch irgendwie erreichbaren, Mittelschule noch ein Platz frei ist, darf der verhinderte Abiturient dann von Sebnitz nach Stolpen zur Schule fahren, weil gerade dort noch etwas frei ist. Und das sind keine Einzelfälle, sondern die Anzahl der Rückkehrer vom Gymnasium nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Ein kleiner Lichtblick ist die zweite Bildungsempfehlung, die in Sachsen seit kurzem nach der 6. Klasse erstellt werden. Damit ist es möglich zur 7. Klasse aufs Gymnasium zu wechseln, danach unterscheiden sich die Lehrpläne. Diese vernünftige Idee hat meine volle Zustimmung, da nach der 6. Klasse auch die ersten naturwissenschaftlichen Fächer unterrichtet wurden und aus meiner Sicht viel besser eingeschätzt werden kann, ob ein Kind, den Anforderungen eines Gymnasiums gerecht wird.

Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, das vor 6 Jahren alle sächsischen Mittelschullehrer als Teilzeitbeschäftigte weiter beschäftigt wurden, um, aufgrund der geringen Schülerzahlen Entlassungen zu vermeiden. Die Frist von 5 Jahren wurde deshalb gewählt, weil in den Grundschulen bereits wieder ein Anstieg der Schülerzahlen abzusehen war. Als die 5 Jahre rum waren, stellte man fest, ja es sind wirklich wieder genügend Schüler für die Vollzeitbeschäftigung da, aber wir(das Kultusministerium und das Finanzministerium) haben uns leider verkalkuliert und sind davon ausgegangen, die Lehrer arbeiten Vollzeit bei Teilzeitbezahlung. Soviel Dummheit auf einem Fleck bei einer leicht zu erstellenden Kalkulation würde in der Privatindustrie zur fristlosen Kündigung führen - aber der Steuerzahler wird unsere C-Ministerialbeamten schon weiter bis an ihr Lebensende alimentieren.

Ich weiß nicht, haben Sie irgendetwas zu bieten, was unsere C-Bildungspolitiker irgendwie im guten Licht erscheinen läßt, außer Gefälligkeitsgutachten über die Vorteile der Trennung nach 4 Schuljahren?

Gruß Dietmar
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  #333 (permalink)  
Alt 25.07.2010, 13:34
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Registriert seit: 13.03.2007
Beiträge: 528
Standard AW: "Wissen wo's lang geht"

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Tut sie das nicht, werden die Lehrer einfach versetzt und die Gemeinde darf keine Lehrer eintellen. Das wäre mein erster Ansatzpunkt - die Lehrer werden Angestellte der Gemeinden.

Erst einmal vorab, danke für die Mühe das Thema umfassender darzustellen, da auch hier im Forum einige mit fundiertem Viertelwissen glänzen und der Meinung sind ein paar Jahre erlebte Schule reichen aus um sich als Wissenschaftspädagogikhandwerker im Bildungswesen zu profilieren.

Trotzdem bin ich der Meinung Lehrer sollten keinesfalls von der Gemeinde, Stadt o.ä. bezahlt werden. Schon jetzt werben Länder wie Hessen oder NRW (selbst hochverschuldet) mit Fangprämien oder Verbeamtung gerade junge Lehrer in Sachsen ab. Wie soll dann eine Gemeinde kurz vor der Pleite ihre Lehrer bezahlen? Wieder mit Naturalien wie 1750? Wir haben es 20 Jahre nach der Einheit in Sachsen geschafft unsere Lehrer nach Westtarif zu bezahlen. Nein Lehrer von staatlichen Schulen sollten bundesweit gleich bezahlt und gestellt werden. Genau so sollten die Schulen zentral verwaltet werden.


Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Der nächste Punkt ist die Trennung nach 4 Jahren Schule. Völliger Unfug, zudem bei äußerst laschen Zugangsbedingungen für's Gymnasium. Gymnasium heißt für mich, die Reife für ein Studium zu erreichen, das ist mittlerweile völlig entwertet.
Völlig richtig zumal sie damit gleichzeitig auch die Mittelschulen entwerten. Ich kenne einen Tischlereibetrieb, die stellen Tischlerlehrlinge! bis zu einem Notendurchschnitt von 1,8 ein. Gleichzeitig jammern die Profs über die immer blöder werdende Studenten.
Man muss sich mal den Schwachsinn vorstellen: jede Schule darf den Bewertungsmaßstab von Klassenarbeiten selbst festlegen. Ich kenne einen Fall, als festgestellt wurde, dass zu wenig Schüler gute Zensuren im Weitsprung erreichen wurden die Weiten gleich mal reduziert. Danach stimmte der Gesamteindruck wieder.

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Das böse Erwachen kommt dann mit der 8./9.Klasse, wenn sichtbar wird, dass die Sprößlinge völlig überfordert sind und wieder zurück zur Mittelschule müssen.
Dazu kommt, dass diese Kinder sich als Versager fühlen und den Lehrern und Mitschülern meist richtig Stress durch Verhaltensauffälligkeiten machen

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Ein kleiner Lichtblick ist die zweite Bildungsempfehlung, die in Sachsen seit kurzem nach der 6. Klasse erstellt werden. Damit ist es möglich zur 7. Klasse aufs Gymnasium zu wechseln, danach unterscheiden sich die Lehrpläne. Diese vernünftige Idee hat meine volle Zustimmung, da nach der 6. Klasse auch die ersten naturwissenschaftlichen Fächer unterrichtet wurden und aus meiner Sicht viel besser eingeschätzt werden kann, ob ein Kind, den Anforderungen eines Gymnasiums gerecht wird..
Das ist Ok, bedeutet aber auch, dass die Klassenleiter diese, wie so viele Dinge auch, in ihrer Freizeit machen.

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Soviel Dummheit auf einem Fleck bei einer leicht zu erstellenden Kalkulation würde in der Privatindustrie zur fristlosen Kündigung führen - aber der Steuerzahler wird unsere C-Ministerialbeamten schon weiter bis an ihr Lebensende alimentieren..
Darüber rege ich mich auch jedes Mal auf. So etwas muss doch auf Knopfdruck abrufbar sein.

Meiner Meinung nach geht der Weg nur über bundesweit vereinheitlichte Bildung. Wir haben schon jetzt verschiedene Arten von Schulen zB. den Privatschulen, Sportschulen, Musikschulen Haupt- und Realschulen usw. Damit wird den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler genüge getan. Aber zwingend muss es für die staatlichen Schulen bundesweit einheitliche Lehrpläne sowie Bewertungsmaßstäbe, sowie für alle Schulen einheitliche Prüfungen geben. Das ist die Grundlage für eigentlich alles. Nur dann kann man Defizite erkennen, agieren und reagieren.

Davor sollte aber die Politik mal zu erkennen geben, was wollen wir durch Bildung erreichen? Es wird immer mal davon blablalbla getönt, der größte Schatz in Deutschland ist das Humankapital. Tja aber wieviele müssen denn umfassend gebildet werden? Ein zukünftiger Hartzler braucht eigentlich nur bis 350 rechnen zu können. Ist es sinnvoll in einer globalisierten Wirtschaft Geographie abwählen zu dürfen usw. usw.
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  #334 (permalink)  
Alt 25.07.2010, 14:23
Mitleser Mitleser ist offline
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Beiträge: 20
Standard AW: Hurra, Hurra - die Schule brennt !

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
außer Gefälligkeitsgutachten über die Vorteile der Trennung nach 4 Schuljahren?
Legen Sie sich bloß keinen Zwang an.
Und immer darauf achten, dass Sie sich Ihren klaren Blick durch Sachkenntnis ("Wissen wo's lang geht") bloß nich verstellen ("Wissen wo's lang geht") zu lassen.
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  #335 (permalink)  
Alt 26.07.2010, 17:01
Michael Michael ist offline
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Registriert seit: 18.11.2007
Beiträge: 1.245
Standard AW: Hurra, Hurra - die Schule brennt !

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Das wird wohl eher an den Handwerkern vor Ort liegen, die den Unfug des sächsisichen Bildungsystemes im speziellen und des deutschen im Allgemeinen aufgrund ihrer Ausbildung, die übrigens in der DDR erfolgte, soweit kompensieren können, das etwas vernüftiges rauskommt.
Na ja, 20 Jahre Bildungspolitik in Sachsen mit C-Kräften kann ja nicht so falsch gewesen sein.
Oder worin besteht der Unfug?
Hervorhebungen von mir.
Sie haben sich viel Mühe gegeben mit einer umfangreichen Antwort. Ich werde diese mal analysieren und bewerten unter dem Gesichtspunkt spezifisch Sächsisch (ja) oder nicht (nein).
Da gilt, wenn zwei das Gleiche tun, muß es noch lange nicht gut sein, füge ich meine Beurteilung an.
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Der besteht in einigen Dingen - primär in der Länderhoheit des Schulwesens oder besser ausgedrückt, in der Kleinstaaterei. … Und wir schlagen uns in Deutschland mit 16 Kultusministerien, Schulabschlüssen, die schwer vergleichbar sind und einem Schlusystem, die die Mobilität eines Arbeitnehmers, so er Kinder hat, über die Landesgrenze erschwert, herum. Finden Sie das gut?
Nein, finde ich nicht. Spätestens das Abi sollte deutschlandweit vergleichbar sein.
Für die Länderhoheit kann Sachsen nichts.
1.Bewertung : nein – Beurteilung schlecht
Übrigens findet man hier einen kurzen Überblick der Bildungssysteme der Länder:
http://www.tagesschau.de/multimedia/animation/animation192.html

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Aber der Wahnsinn geht weiter. Zumindest in Sachsen, ich gehe aber davon aus, in den anderen Bundesländern ist es ähnlich, gibt es eine recht perverse Trennung von Schule und Lehrern, anders kann man das nicht nennen. Die Schule und deren Inventar gehört zur Gemeinde, die Lehrer sind aber Angestellte des Landes…. Das Kultusministerium legt nämlich fest, welche Schule, wieviele Lehrer haben darf und wenn das Kultusministerium der Meinung ist, eine Schule zu schließen, dann kann die Gemeinde machen, was sie will - sie darf nämlich nur noch eins machen - dieser Schließung devot in einem Gemeinderatsbeschluß zu zustimmen. Wo ist das demokratisch, wenn der Gemeindfeverwaltung vorgeschrieben wird, was sie zu tun hat? Tut sie das nicht, werden die Lehrer einfach versetzt und die Gemeinde darf keine Lehrer eintellen. Das wäre mein erster Ansatzpunkt - die Lehrer werden Angestellte der Gemeinden. Da jaulen natürlich das Kultusministerium und die Bildungsagenturen (früher hieß das Kreisschulamt) auf, denn jetzt wird der Wasserkopf sichtbar, den braucht jetzt keiner mehr.braucht.
Und die Bezahlung übernimmt die Kommune und der Gemeinde-/Stadtrat bestimmt den Lehrplan?!
Oder wie wollen Sie das Kultusministerium überflüssig machen? Danach hätten wir statt 16 Schulsysteme deren zigTausend. Aber Sie gehen ja davon aus, dass es in anderen Bundesländern ähnlich wie in Sachsen ist. Also
2.Bewertung : nein – Beurteilung gut

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Der nächste Punkt ist die Trennung nach 4 Jahren Schule. Völliger Unfug, zudem bei äußerst laschen Zugangsbedingungen für's Gymnasium. Gymnasium heißt für mich, die Reife für ein Studium zu erreichen, das ist mittlerweile völlig entwertet. Es gibt mittlerweile Branchen, z.B. Bankenbereich, da werden als Azubis nur noch Abiturenten genommen. Warum? Wozu? Was braucht man im Bankwesen, was erst in der 11. und 12. Klasse vermittelt wird?
Der Trieb, anders kann ich das nicht ausdrücken, seine Kinder zwingend nach der 4. Klasse aufs Gymnasium zu schicken, ist in nicht werigen Fällen, die auf die Kinder transformierte Karrieresucht der Eltern. Das böse Erwachen kommt dann mit der 8./9.Klasse, wenn sichtbar wird, dass die Sprößlinge völlig überfordert sind und wieder zurück zur Mittelschule müssen. Die Mittelschule im Ort hebt die Hände - alle Klassen voll belegt - und eine Parallelklasse darf die Mittelschule nicht so ohne weiters aufmaschen, da wacht die Bildungsagentur drüber. Wenn in einer, nahverkehrstechnisch irgendwie erreichbaren, Mittelschule noch ein Platz frei ist, darf der verhinderte Abiturient dann von Sebnitz nach Stolpen zur Schule fahren, weil gerade dort noch etwas frei ist. Und das sind keine Einzelfälle, sondern die Anzahl der Rückkehrer vom Gymnasium nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Die erste Bildungsempfehlung in Sachsen wurde verschärft, siehe
http://www.eltern-ans-netz.de/news.php?readmore=472
Warum das Bankwesen so verfährt, sollte man dort eruieren, die Karrieresucht der Eltern ist nicht auf Sachsen beschränkt und was die Trennung nach der 4.Klasse betrifft – s.o. die 16 Schulsysteme.
3.Bewertung : nein - Beurteilung gut

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Ein kleiner Lichtblick ist die zweite Bildungsempfehlung, die in Sachsen seit kurzem nach der 6. Klasse erstellt werden. Damit ist es möglich zur 7. Klasse aufs Gymnasium zu wechseln, danach unterscheiden sich die Lehrpläne. Diese vernünftige Idee hat meine volle Zustimmung, da nach der 6. Klasse auch die ersten naturwissenschaftlichen Fächer unterrichtet wurden und aus meiner Sicht viel besser eingeschätzt werden kann, ob ein Kind, den Anforderungen eines Gymnasiums gerecht wird.
Vielleicht Sachsenspezifisch, auf jeden Fall gut, man müsste die Systeme dazu analysieren.
4.Bewertung : vielleicht - Beurteilung gut

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, das vor 6 Jahren alle sächsischen Mittelschullehrer als Teilzeitbeschäftigte weiter beschäftigt wurden, um, aufgrund der geringen Schülerzahlen Entlassungen zu vermeiden. Die Frist von 5 Jahren wurde deshalb gewählt, weil in den Grundschulen bereits wieder ein Anstieg der Schülerzahlen abzusehen war. Als die 5 Jahre rum waren, stellte man fest, ja es sind wirklich wieder genügend Schüler für die Vollzeitbeschäftigung da, aber wir(das Kultusministerium und das Finanzministerium) haben uns leider verkalkuliert und sind davon ausgegangen, die Lehrer arbeiten Vollzeit bei Teilzeitbezahlung. …
Das war mir im Groben bekannt. Das Vorhalten der Lehrer sehe ich positiv, vielleicht halten es andere Bundesländer ebenso. Wie hätten die einzelnen Kommunen nach Ihrem Modell, der Lehrer als Angestellter der Gemeinde, da reagiert? Das mit der Bezahlung, falls es stimmt, geht natürlich gar nicht.
5.Bewertung : ja, aber unsicher- Beurteilung gut

Summe Bewertung : 3 von 5x nicht typisch für Sachsen. 1x vielleicht typisch für Sachsen, auf jeden Fall aber Positiv zu bewerten.
Da bleibt nicht viel Unfug in Sachsen übrig.
Ansonst wird über den „Unfug“ der Bildungssysteme in D genügend geschrieben – die Reformwut mancher Politiker gehört so genannt.
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Ich weiß nicht, haben Sie irgendetwas zu bieten, was unsere C-Bildungspolitiker irgendwie im guten Licht erscheinen läßt, außer Gefälligkeitsgutachten über die Vorteile der Trennung nach 4 Schuljahren?
Naja, Sachsen ist damit bisher gut gefahren und Sie schrieben vom [POST= 27586]Unfug des sächsisichen Bildungsystemes[/POST]; da waren Sie in der Beweispflicht. Informativ, aber nicht schlagend dafür Ihr Beitrag.

Sie sind mir noch eine Antwort schuldig :
Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Da aber in ein paar Jahren über 10 000 Lehrer in Sachsen in Rente gehen (nicht in Pension!, verbeamtet wurden in Sachsen nur die Direktoren und deren Stellvertreter), erwarte ich mit Freunde den Abstieg des sächsischen Bildungssystemes, hoffentlich hat mein Nachwuchs bis dahin die Schule gut beendet.
Ich weiß nicht, welchen Grund Ihre unschöne Vorfreude hat. (Oder warten Sie mit Freunden? ).
Gerade heute las ich in der DNN von 46 neuen, jungen Lehrern für DD.
Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
… da auch hier im Forum einige mit fundiertem Viertelwissen glänzen und der Meinung sind ein paar Jahre erlebte Schule reichen aus um sich als Wissenschaftspädagogikhandwerker im Bildungswesen zu profilieren.
Zum Gück haben wir hier im Forum ein Karlchen Oberschlau, welcher mit fundiertem Wissen allenthalben glänzt, dieses aber aus Bescheidenheit nur selten aufblitzen lässt.
Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Meiner Meinung nach geht der Weg nur über bundesweit vereinheitlichte Bildung. Wir haben schon jetzt verschiedene Arten von Schulen zB. den Privatschulen, Sportschulen, Musikschulen Haupt- und Realschulen usw. Damit wird den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler genüge getan. Aber zwingend muss es für die staatlichen Schulen bundesweit einheitliche Lehrpläne sowie Bewertungsmaßstäbe, sowie für alle Schulen einheitliche Prüfungen geben. Das ist die Grundlage für eigentlich alles. Nur dann kann man Defizite erkennen, agieren und reagieren.

Davor sollte aber die Politik mal zu erkennen geben, was wollen wir durch Bildung erreichen…
Das sehe ich so ähnlich, nur das Wie ist aus bekannten Gründen schwierig.
Wer soll es richten? Bayern würde gegen von Rot-Knallrot-Grün erstellte Lehrpläne und Schulformen auf die Barrikaden gehen und vice versa.
Jede neu gewählte Landesregierung greift als erstes in die Bildungspolitik ein. Beispiel NRW – da sollen die Kopfnoten abgeschafft werden.
Ein gutes Beispiel gibt Bremen, dort ist für 10 Jahre ein sogenannter Schulfrieden festgelegt.
Dieses Beispiel könnte man fortführen mit einer sogenannten Bildungscharta, in welcher Bildungsziele, Schulformen usw. festgeschrieben sind. Diese Charta müsste verbindlich für alle sein, so ähnlich wie die Verfassung. Sich auf so was zu einigen ist im Föderalismus aber wohl unmöglich, siehe Kultuskonferenz.
__________________

Bei einer festen Flußquerung ist für mich das Bauwerk der ersten Wahl eine Brücke.

Suche für die nächsten 10 Jahre einen Stromanbieter ohne Wind- und Solarenergie.
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  #336 (permalink)  
Alt 27.07.2010, 15:09
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Beiträge: 528
Standard AW: Hurra, Hurra - die Schule brennt !

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Zum Gück haben wir hier im Forum ein Karlchen Oberschlau, welcher mit fundiertem Wissen allenthalben glänzt, dieses aber aus Bescheidenheit nur selten aufblitzen lässt.
Selten ist besser als gar nicht . Achtung, ich komme jetzt wieder von Ihrem Schlips runter

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Wer soll es richten? Bayern würde gegen von Rot-Knallrot-Grün erstellte Lehrpläne und Schulformen auf die Barrikaden gehen und vice versa.
Eigentlich ganz einfach Bildungsförderalismus abschaffen. Geht nicht, da momentan zB.so eine Antibürgerpartei auch genannt FDP gerade eine Menge Kultusminister stellt.
Hier noch ein schöner Artikel dazu. Am Beispiel Hamburg frage ich mich sowieso warum sich die Länder Bildung antun. Eigentlich bedeutet es nur Ärger. Es ist aber wie mit den anderen großen Themen in Deutschland Gesundheit und Wehrpflicht. Jeder will was zu sagen haben, keiner entscheidet, Probleme werden verschoben, zerdiskutiert oder es wird verschlimmbessert. Und dann wundern sich die gewählten Vögel über die galoppierend zunehmende Politikverdrossenheit bzw. Frust über die Demokratie


Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Ein gutes Beispiel gibt Bremen, dort ist für 10 Jahre ein sogenannter Schulfrieden festgelegt.
Stimmt, ein gutes Beispiel, Waren die nicht bei jedem Pisavergleich die Letzten. Das ist pure Verzweiflung. Es ist wie immer. Erst wenn nichts mehr geht kommen die besseren Ideen zur Anwendung.
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  #337 (permalink)  
Alt 27.07.2010, 21:42
Dietmar Dietmar ist offline
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Beiträge: 383
Standard AW: Hurra, Hurra - die Schule brennt !

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Und die Bezahlung übernimmt die Kommune und der Gemeinde-/Stadtrat bestimmt den Lehrplan?!
Oder wie wollen Sie das Kultusministerium überflüssig machen? Danach hätten wir statt 16 Schulsysteme deren zigTausend.
Die Bezahlung erfolgt durch die Gemeinden, auch eine Konkurenzsituation sehe ich nicht, da Lehrer nach Bundesangestelltentarif oder Besoldungsordnung bezahlt werden und da gbit es nicht allzuviel Spielraum. Wie die Prämien zustande kommen,mit denen die alten Bundesländern Lehrer versuchen abzuwerben ist mir nicht klar.
Das Kultusministerium, zumindest die Referate, welche für die Bildung zuständig sind, bin ich der Meinung, sind völlig überflüssig. Bis jetzt konnte mir niemand einen fachlichen, überzeugenden Grund nennen, warum das Schulsystem nicht zentral durch ein Bildungsministerium geleitet werden kann. Warum muss 16 Mal unabhängig voneinander ein Lehrplan entworfen werden, obwohl er am selben Punkt startet und am selben Punkt enden sollte, um Gleichwertigkeit der Abschlüsse zu erreichen. Ich weiß nicht, ob Sie schon mal einen Lehrplan gesehen haben. Ein Lehrplan ist eigentlich ein Gerüst, was die Lernziele, die Lerninhalte und deren Stundenzahl sowie die Art der Kontrollen festlegt. Er kann ergänzende Informationen zur Wissensvertiefung, Literatur oder Bezüge in andere Fächer haben. Er gibt keine Methodik und auch nicht Schwerpunksetzung vor. Beispiel: In Sachkunde (wir nannten das früher Heimatkunde) ist ein Lerninhalt der Heimatkreis (geografisch, ökonomisch und kulturell). Da mag der Lehrer in Bayern den Schwerpunkt auf Kultur und Brauchtum setzen, weil die Industrie dort wenig vorhanden ist, in NRW ist halt die Industrie dominant. Warum braucht man da zwei Lehrpläne? Das die Bayern die Lehrpläne aus NRW ablehnen und umgekehrt hat doch keinen sachlichen Grund, sondern einen ideologischen und warum wird Ideologiekampf auf den Rücken der Schüler ausgetragen?
Das nächste Problem der 16 verschiedenen Lehrpläne besteht darin, dass die Lehrbücher den Lehrplänen entsprechen müssen. Das heißt, die Schulbuchverlage erstellen, lektorieren und drucken 16 verschiedene Lehrbücher für jedes Fach und jede Klassenstufe. Damit erklären sich auch die verdammt hohen Preise für die Schulbücher, zudem auch noch die Schulbuchverlage nicht die einzelnen Bundesländer unter sich aufgeteilt haben, sondern verschiedene Schulbuchverlage für die gleichen Bundesländer Schulbücher auf den Markt bringen und die Schulen dürfen entscheiden, von welchen Schulbuchverlag sie welche Bücher kaufen. Es kann also sein, dass die Schule im Nachbarort ein anderes Schulbuch hat, obwohl der Lehrplan gleich ist. Da die Schulen zudem die Schulbücher über mehrere Jahre nutzen, wenn sich nicht gerade mal der Lehrplan ändert, können Sie sich sicher vorstellen, dass die Auflagenhöhe nicht unbedingt schwindelerregende Höhen erreicht. Ich bin der Meinung, bei zentralen Lehrplänen für Deutschland, wäre gerade im Bereich Schulbüchern viel Geld zu sparen, ohne das die Bildung auch nur ein bißchen leidet. Die Schulbücher bezahlt nämlich der Steuerzahler, es sei denn der Sprößling schuttet seine Cola über das Lehrbuch.

Zitat:
Das war mir im Groben bekannt. Das Vorhalten der Lehrer sehe ich positiv, vielleicht halten es andere Bundesländer ebenso.
Brandenburg hatte ein ähnliches Modell.

Zitat:
Wie hätten die einzelnen Kommunen nach Ihrem Modell, der Lehrer als Angestellter der Gemeinde, da reagiert?
Die Bezahlung der Lehrer wird, wie schon erwähnt nach BAT oder Bematenbesoldung geregelt. Die Kompromisse, was in solch einem Fall getan wird, muss in den Tarifverhandlungen für die Angestellte der Städte und Gemeinden ausgehandelt werden.


Zitat:
Sie sind mir noch eine Antwort schuldig :
Ironisch gemeint mit Freude, nicht mit Freunden. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.


Zitat:
Wer soll es richten? Bayern würde gegen von Rot-Knallrot-Grün erstellte Lehrpläne und Schulformen auf die Barrikaden gehen und vice versa.
Eine grundlegende Änderung des Bildungssystemes für Deutschland sehe ich in absehbarer Zeit für ausgeschlossen. Eine grundlegende Änderung sehe ich höchstens dann für möglich, wenn es zu einer Neustrukturung, also Reduzierung, der Bundesländer kommt. Ideen, Deutschland auf 5 Bundesländer zu reduzieren, gab es ja vor ein paar Jahren schon mal und da ergibt sich die Frage, ob der Unterschied zwischen 5 Lehrplänen oder einem so kulturpolitisch wichtig ist, dass man ihn aus reinen ideologischen Gründen aufrecht erhalten sollte.

Gruß Dietmar
__________________
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  #338 (permalink)  
Alt 29.07.2010, 18:42
Michael Michael ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 18.11.2007
Beiträge: 1.245
Standard Reform des Bildungssystems wegen Umzugserleichterung

Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Und die Bezahlung übernimmt die Kommune und der Gemeinde-/Stadtrat bestimmt den Lehrplan?!
Oder wie wollen Sie das Kultusministerium überflüssig machen? Danach hätten wir statt 16 Schulsysteme deren zigTausend.
Die Bezahlung erfolgt durch die Gemeinden,…
Und wo kommt das Geld her?
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Bis jetzt konnte mir niemand einen fachlichen, überzeugenden Grund nennen, warum das Schulsystem nicht zentral durch ein Bildungsministerium geleitet werden kann. Warum muss 16 Mal unabhängig voneinander ein Lehrplan entworfen werden, obwohl er am selben Punkt startet und am selben Punkt enden sollte, um Gleichwertigkeit der Abschlüsse zu erreichen
Der Grund ist nicht überzeugend, aber er liegt schlicht und einfach im Föderalismus.
Genauso wie jede neue Landesregierung (Abschaffung Kopfnote In NRW) in das Schulsystem eingreift, würde das bei einem Regierungswechsel in Berlin über das Bildungsministerium laufen. Wer will das?
Solange es keine verbindliche Charta für das Bildungswesen, Prantl nennt es einheitliche Rahmenregelungen, gibt, ist es so besser. Diese sollte auch die Schüler vor Reformitis schützen. Dazu fällt mir noch ein schönes Beispiel ein. Irgendwann und irgendwo wurde doch der Frontalunterricht abgeschafft – eine schlimme Sache, welche nach Krieg klingt. In Wirklichkeit wurde nur das klassische Klassenzimmer
- Tafel vorn
- Fenster links
- Alle Tische und Stühle sind nach vorn ausgerichtet
umgeräumt. Es wurde ein Bohei gemacht, als hätten diese Reformer gerade das Rad erfunden.
Das Ergebnis war : Etliche Schüler hatten das Licht von vorn, etliche von hinten. Und diese Schüler müssten jetzt noch ständig den Kopf drehen bzw. gedreht lassen beim Blick zur Tafel.
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Das nächste Problem der 16 verschiedenen Lehrpläne besteht darin, dass die Lehrbücher den Lehrplänen entsprechen müssen. Das heißt, die Schulbuchverlage erstellen, lektorieren und drucken 16 verschiedene Lehrbücher für jedes Fach und jede Klassenstufe. Damit erklären sich auch die verdammt hohen Preise für die Schulbücher, zudem auch noch die Schulbuchverlage nicht die einzelnen Bundesländer unter sich aufgeteilt haben, sondern verschiedene Schulbuchverlage für die gleichen Bundesländer Schulbücher auf den Markt bringen und die Schulen dürfen entscheiden, von welchen Schulbuchverlag sie welche Bücher kaufen.
Verlangen Sie eine Aufteilung des Schulbuchmarktes analog dem Energiemarkt? Wer sollte das richten?
Zitat:
Zitat von Dietmar Beitrag anzeigen
Eine grundlegende Änderung des Bildungssystemes für Deutschland sehe ich in absehbarer Zeit für ausgeschlossen. Eine grundlegende Änderung sehe ich höchstens dann für möglich, wenn es zu einer Neustrukturung, also Reduzierung, der Bundesländer kommt. Ideen, Deutschland auf 5 Bundesländer zu reduzieren, gab es ja vor ein paar Jahren schon mal und da ergibt sich die Frage, ob der Unterschied zwischen 5 Lehrplänen oder einem so kulturpolitisch wichtig ist, dass man ihn aus reinen ideologischen Gründen aufrecht erhalten sollte.
Nur 5 Bundesländer – das würde auch den Finanzen gut tun. Und nur noch 5 Bildungssysteme wären doch schon mal ein Schritt in die gewünschte Richtung.
Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Eigentlich ganz einfach Bildungsförderalismus abschaffen. Geht nicht, da momentan zB.so eine Antibürgerpartei auch genannt FDP gerade eine Menge Kultusminister stellt.
Hier noch ein schöner Artikel dazu. Am Beispiel Hamburg frage ich mich sowieso warum sich die Länder Bildung antun. Eigentlich bedeutet es nur Ärger.
Machen Sie es sich nicht ein bisschen zu einfach mit dieser Schuldzuweisung? Na wenigstens haben Sie Ihren Rochus auf die FDP angebracht.
Ansonst beklagt das „Grundgesetz“ im obigen Artikel nur allzu bekannte Missstände. Was die Ganztagsschule betrifft, sollte er aber mal
hier nachlesen.
Zitat:
http://www.sueddeutsche.de/karriere/bildung-und-foederalismus-ein-deutscher-sadismus-1.534114

Das deutsche Bildungssystem braucht einheitliche Rahmenregelungen und eine solide, von Bund und Ländern gemeinsam getragene Finanzierung. Solange es diese Erkenntnis und die legislativen Schlüsse daraus nicht gibt, muss man Bildungsgipfel gar nicht erst einberufen. Der Bildungsgipfel, der seinem Namen gerecht wird, kann nur ein Gipfel zur Reform der Föderalismusreform sein.
Das ist wohl war.
Man muß wissen wo man hin will. Nützlich wäre aber auch eine Analyse, wer aus welchem Grund bremst.
Noch ein Wort zur Vergleichbarkeit von Abschlüssen, welche ich für notwendig erachte :
Die Schöpfer des Föderalen Bildungssystems hatten vor 60 Jahren ihre Gründe für dieses und am allerwenigsten Umzugserleichterung im Sinn.
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  #339 (permalink)  
Alt 30.07.2010, 12:27
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Standard AW: Reform des Bildungssystems wegen Umzugserleichterung

Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Machen Sie es sich nicht ein bisschen zu einfach mit dieser Schuldzuweisung? Na wenigstens haben Sie Ihren Rochus auf die FDP angebracht.
Die FDP ist doch nur das derzeitige aktuelle Beispiel der Hauptverhinderer. Bei anderen Machtkonstallationen sind es wahlweise die Spezialdemokraten oder die "Christlichen" usw. Die Kiste steckt voll im Dreck.


Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Was die Ganztagsschule betrifft, sollte er aber mal
hier nachlesen.
Die Ganztagesschule ist eine von vielen Schulformen. Gerade für Problemviertel oder für berufstätige Eltern ist sie eine echte Alternative. In Zeitalter der knappen Kassen besteht u.a. in Sachsen kein Interesse diese zu fördern.


Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Nützlich wäre aber auch eine Analyse, wer aus welchem Grund bremst.
Wem sollte diese Analyse nützen? Hier spielen so viele Interessen, Parteibefindlichkeiten Lobbygruppen, Machtspielereien usw. eine Rolle, diesen gordischen Knoten können Sie niemals auflösen.


Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Die Schöpfer des Föderalen Bildungssystems hatten vor 60 Jahren ihre Gründe für dieses und am allerwenigsten Umzugserleichterung im Sinn.
Die Welt hat sich in den letzten 60 Jahren dramatisch verändert. Damals ging man sein Leben lang in der selben Firma schaffen, heute reden wir von befristenen Arbeitsplätzen und Flexibilität sowie von globalen Arbeitsplätzen. Bildung hat für Deutschland mittlerweile den Wert wie für andere Länder große Bodenschätze. Diesem Wert sollte man langsam mal mit einer richtigen Bildungsreform Rechnung tragen. Das betrifft die Bildung vom Vorschulalter bis zur Universität. Sonst verlieren wir ganz schnell den Anschluss.
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  #340 (permalink)  
Alt 01.08.2010, 19:43
Michael Michael ist offline
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Standard AW: Reform des Bildungssystems wegen Umzugserleichterung

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Man muß wissen wo man hin will. Nützlich wäre aber auch eine Analyse, wer aus welchem Grund bremst.
Wem sollte diese Analyse nützen? Hier spielen so viele Interessen, Parteibefindlichkeiten Lobbygruppen, Machtspielereien usw. eine Rolle, diesen gordischen Knoten können Sie niemals auflösen.
Die Analyse der Ziele des politischen Gegners ist Alltagsgeschäft.
Nützlich wäre es m.E., wenn jeder Part in diesem für uns alle so wichtigen Thema auch klipp und klar niederschreibt, warum er gegen eine Reform des Bildungsföderalismus ist. Das würde mehr Klarheit in´s Geschäft bringen.

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von Michael Beitrag anzeigen
Man muß wissen wo man hin will. Nützlich wäre aber auch eine Analyse, wer aus welchem Grund bremst.
Die Schöpfer des Föderalen Bildungssystems hatten vor 60 Jahren ihre Gründe für dieses und am allerwenigsten Umzugserleichterung im Sinn.
Die Welt hat sich in den letzten 60 Jahren dramatisch verändert. Damals ging man sein Leben lang in der selben Firma schaffen, heute reden wir von befristenen Arbeitsplätzen und Flexibilität sowie von globalen Arbeitsplätzen. Bildung hat für Deutschland mittlerweile den Wert wie für andere Länder große Bodenschätze. Diesem Wert sollte man langsam mal mit einer richtigen Bildungsreform Rechnung tragen. Das betrifft die Bildung vom Vorschulalter bis zur Universität. Sonst verlieren wir ganz schnell den Anschluss.
Ich habe dazu keine andere Meinung, wenn das ganze in eine allgemein anerkannte Charta gegossen wird, welche stabil gegen kurzfristigen Reformeifer ist.
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