22.05.2012 21:30
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@Herr Richter, ich glaube, dass SIE es sich zu leicht machen.
Von Herrn Tillich hatte und habe ich bisher viel gehalten. Ob er in DDR ein Mitläufer war oder eben etwas mehr, will ich nicht beurteilen. Allerdings müsste er als systemnahe Person anders, offensiver mit seiner Vergangenheit umgehen, als er es bisher getan hat. Warum wurde ein Gerichtsbeschluss des Dresdner Verwaltungsgerichtes auf die Einsichtnahme in seine Erklärung, solange blockiert? Warum musste überhaupt erst geklagt werden, wenn alles bestens war? Hat die CDU eigentlich beim sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen eine Beschwerde eingelegt? Ich habe dies nicht weiter verfolgt! Wenn Herr Tillich alles wahrheitsgemäß beantwortet und dargestellt hatte, gibt es doch keinerlei Grund, für so ein Verhalten. Tillich bleibt bei dieser Art von Vergangenheitsbewältigung sehr, sehr stark angreifbar. Äußerst dumm war es auch von Herrn Tillich und der gesamten CDU, sich mit dem SPIEGEL anzulegen, welcher nun nicht mehr locker lassen wird… Herr Nolle ist da sicher nur ein sehr kleines Licht, trotzdem ist sein Buch in vielerlei Hinsicht lesenswert und kein Langweiler! MT98
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Hinz und Kunz hatte doch auch einmal eine Rote Socken Kampagne gestartet – mit mäßigem Erfolg! Also, schön bei der Sache bleiben und nicht immer ablenken - hier geht es um Herrn Tillich! MT98
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Insofern konnte Tillich in dieser Debatte eigentlich nichts richtig machen. Veröffentlicht er Details seiner Vergangenheit, wie diesen Fragebogen, befeuert er die Diskussion ohne Aussicht auf eine sachliche Auseinandersetzung oder ein Ende der Debatte. Tut er es nicht, hat er vermeintlich etwas zu verbergen. Da nun doch weitere Details veröffentlicht wurden, wäre es natürlich besser gewesen, er hätte dies bereits am Beginn der Debatte getan. Aber nachher ist man halt immer schlauer. Etwas wirklich Spektakuläres kann ich den Veröffentlichungen auch nicht entnehmen. Aber wie zu erwarten war, wird dies je nach Interessenlage natürlich anders gedeutet und ggf. ausgeschlachtet. |
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Er hätte einfach den Herrn Nolle und dem Spiegel zuvorkommen müssen. Wenn allerdings Herr Tillich geglaubt und gehofft hat, es wird schon keiner merken, dann ist der jetzt angerichtete Schaden viel größer und nach meiner Meinung nicht mehr reparabel. Nicht Herr Nolle oder der Spiegel sind die Schuldigen, sondern Herr Tillich, samt seiner vielen klugen Berater. Auch jetzt wird noch versucht, alles klein zu reden, da ist der Generalsekretär der sächsischen CDU ein Musterbeispiel dafür. Ich glaube diese Art von Vergangenheitsverdrängung und Vergangenheitsbewältigung mögen die Sachsen nun überhaupt nicht. Ich bin von Herrn Tillich schwer enttäuscht!!! MT98
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Aber Frau Stange hat nie einen Hehl aus ihrer früheren SED-Mitgliedschaft gemacht: Zitat:
Und sie unterscheidet sich damit auch von den SED-Kadern, die sich von ihren Genossen wählen lassen und dann die Geschäfte der CDU wahrnehmen. Letzteres kann aber auch ausgleichende Gerechtigkeit sein: Früher haben die CDU-Kader, wie zum Beispiel der Herr Tillich, eben die Geschäfte der SED wahrgenommen.
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Im Übrigen war es Herr Tillich, der öffentlich zwei Besuche der Stasi bei ihm eingestanden hat. Was hat ihm das Eingestehen dieser Lappalie gebracht, die man ihm auf anderem Wege vermutlich nie hätte nachweisen können? Die Debatte war nicht beendet, im Gegenteil, nun wollte man wissen, wie genau Tillich die diesbezüglichen Fragen im Fragebogen beantwortet hat. Nun hat man auch diese Antwort erhalten. Und, wie nicht anders zu erwarten, vermutet der SPIEGEL da natürlich eine Falschangabe(http://www.spiegel.de/politik/deutsc...633806,00.html). Dabei lässt man natürlich unerwähnt, dass es sich offensichtlich lediglich um eine Kontrollfrage mit indizieller Bedeutung handelte (http://www.faz.net/s/Rub594835B67271...~Scontent.html). Es ist doch offensichtlich, dass hier gegen Tillich eine Kampagne läuft. Und der ist er mehr oder weniger machtlos ausgeliefert. Da kann er machen was er will, es wird doch nicht richtig sein... |
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Bei Tillich kann ich bisher nur erkennen, dass die Fragen teilweise alles andere als eindeutig waren und er seine Tätigkeit im Rat des Kreises nicht verschwiegen hat (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2198670). Eine konkrete Falschangabe kann man ihm scheinbar schwer anlasten. Im Übrigen gehe ich schon davon aus, dass bei Falschangaben eine Einzelfallprüfung erfolgte und es keinen Automatismus gab. Bevor man einen handfesten Entlassungsgrund hat, sollte man doch erstmal klären, ob tatsächlich eine vorsätzliche Falschangabe vorliegt und ob der Sachverhalt wirklich eine Entlassung rechtfertigt. Vermutlich wurde dies aber auch unterschiedlich gehandhabt und manchmal der Bogen überspannt. |
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Im Gegenteil, es wurden ALLE Juristischen Gegebenheiten benutzt, keine Klärung herbeiführen zu können. Für mich ist es äußerst schlimme, dass jetzt Juristen darlegen wollen, wie die Eintragungen von Herr Tillich beim Ausfüllen des Formulars gemeint sind. Ist dies nicht die alleinige Aufgabe des Ministerpräsidenten??? Heute steht in der SZ folgender Satz (allerdings nur für Abonnenten): … Tillich will sich nicht rechtfertigen müssen für das, was er damals getan oder nicht getan hat… Viele ehemalige KLEINE Mitarbeiter der Staatsorgane wurden ohne Grund nicht übernommen. Da wurde auch nicht so ein Fragebogen vorgelegt, sie bekamen einfach keine Chance! Der größte Teil der Menschen ohne diese Beziehung, welche Herr Tillich hatte, sind sofort entlassen worden. Ich bin der Meinung: Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten! Ich schreibe diese Zeilen, weil ich bisher ein Verteidiger von Herrn Tillich war. Ich war froh, dass nun ein Sachse die Ämter führt. Allerdings habe ich es mir so nicht vorgestellt! MT98
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Richtig, aber ich gebe nur mal ein Beispiel. Pionierleiter wurden nicht in den ÖD übernommen. Stabü-Lehrer ja, wenn sie nicht gleichzeitig Parteisekretär an der Schule waren. Was ist an einem Pionierleiter nicht zu akzeptieren was wieder bei einem der eine gehobene Stellung beim Rat des Kreises so mal als Larifari abgetan wird? [quote=Bernd Richter;22914]Bei Tillich kann ich bisher nur erkennen, dass die Fragen teilweise alles andere als eindeutig waren und er seine Tätigkeit im Rat des Kreises nicht verschwiegen hat (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2198670). Eine konkrete Falschangabe kann man ihm scheinbar schwer anlasten./quote] Die Begründung von Tillich in Sachen der Stasikontakte ist mehr als nur peinlich. Wenn er die Fragen nicht verstanden hat erfüllt mich so etwas mit Sorge. Hoffentlich versteht er sein jetziges Amt .
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Nun, im Falle Tillich wird geht die Debatte doch keineswegs um die Tatsachen, sondern um die Frage der Glaubwürdigkeit. Tillich hat völlig unsouverän agiert, ich halte ihn auch für alles andere als ein großes Licht. Als Ostdeutscher kann ich über den Mann nur den Kopf schütteln: so blässlich, so anpassungswillig, so nichtssagend, ein Untertan, der durch unglückliche Umstände zum Herrschen gezwungen worden ist. Das ist kein Repräsentant der Sachsen, sondern allenfalls das kleinste Übel. Nolle hat aber vor der eigenen Tür ausreichend zu kehren. Der Mann kungelt heute ohne jede wirkliche Not und um der schieren Macht willen mit den übrig gebliebenen Kommunisten. Seiner geistigen Beheimatung nach wäre Nolle in der DDR sehr wahrscheinlich ein strammer Einpeitscher der Arbeitklassenmacht gewesen. Und so einer verfasst Enthüllungsbücher über die DDR-Biografien anderer und maßt sich ein Urteil über DDR-Lebenswege an! Ist ein Mehr an Heuchelei überhaupt noch möglich? Für mich haben ehemalige SED-Mitglieder in öffentlichen Ämtern oder in Redaktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nichts zu suchen. Das betrifft natürlich auch Frau Stange: Die Frau hat nicht in die SED eintreten müssen. Als Begründung dafür nachträglich die Gerechtigkeit in Anspruch nehmen zu wollen, beschmutzt das edle Ziel: Millionen gerechtigkeitsliebender Ostdeutscher sind schließlich auch nicht in die Einheitspartei eingetreten. Und 1988 aus der SED auszutreten – nach Gorbatschows Perestroika also – war nun beileibe auch keine Tollkühnheit. Was riskierte die Frau mit diesem Schritt zu diesem Zeitpunkt schon persönlich? Nichts! Und dass sie aus der DDR-Vergangenheit entschieden zu wenig gelernt hat – nun ja, das ist ihre Amtsführung ja deutlich anzumerken. Gerechtigkeit bedeutet für diese Frau noch immer nur: Gleichmacherei. |
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