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  #21 (permalink)  
Alt 02.07.2009, 19:33
MT98 MT98 ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

@Herr Richter, ich glaube, dass SIE es sich zu leicht machen.

Von Herrn Tillich hatte und habe ich bisher viel gehalten.
Ob er in DDR ein Mitläufer war oder eben etwas mehr, will ich nicht beurteilen.

Allerdings müsste er als systemnahe Person anders, offensiver mit seiner Vergangenheit umgehen, als er es bisher getan hat.

Warum wurde ein Gerichtsbeschluss des Dresdner Verwaltungsgerichtes auf die Einsichtnahme in seine Erklärung, solange blockiert?

Warum musste überhaupt erst geklagt werden, wenn alles bestens war?

Hat die CDU eigentlich beim sächsischen Oberverwaltungsgericht in Bautzen eine Beschwerde eingelegt? Ich habe dies nicht weiter verfolgt!

Wenn Herr Tillich alles wahrheitsgemäß beantwortet und dargestellt hatte, gibt es doch keinerlei Grund, für so ein Verhalten.

Tillich bleibt bei dieser Art von Vergangenheitsbewältigung sehr, sehr stark angreifbar.

Äußerst dumm war es auch von Herrn Tillich und der gesamten CDU, sich mit dem SPIEGEL anzulegen, welcher nun nicht mehr locker lassen wird…


Herr Nolle ist da sicher nur ein sehr kleines Licht, trotzdem ist sein Buch in vielerlei Hinsicht lesenswert und kein Langweiler!

MT98
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  #22 (permalink)  
Alt 02.07.2009, 21:37
MT98 MT98 ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Thomas May
Beantwortet Herr Nolle in seinem Buch eigentlich auch die Frage, in welcher Partei der Stasi-Zuträger Stolpe nach der Wende heimisch wurde und wo die werte Frau Ministerin Stange vor der Wende organisiert war?
Herr May, die Aufklärungsarbeit über die SPD oder Linke muss Herr Nolle nicht durchführen, damit können oder sollten sich Leute mit einem Parteibuch von der CDU oder FDP beschäftigen.

Hinz und Kunz hatte doch auch einmal eine Rote Socken Kampagne gestartet – mit mäßigem Erfolg!

Also, schön bei der Sache bleiben und nicht immer ablenken - hier geht es um Herrn Tillich!

MT98
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  #23 (permalink)  
Alt 03.07.2009, 11:40
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von MT98 Beitrag anzeigen
@Herr Richter, ich glaube, dass SIE es sich zu leicht machen.

Von Herrn Tillich hatte und habe ich bisher viel gehalten.
Ob er in DDR ein Mitläufer war oder eben etwas mehr, will ich nicht beurteilen.

Allerdings müsste er als systemnahe Person anders, offensiver mit seiner Vergangenheit umgehen, als er es bisher getan hat.

Warum wurde ein Gerichtsbeschluss des Dresdner Verwaltungsgerichtes auf die Einsichtnahme in seine Erklärung, solange blockiert?
Warum musste überhaupt erst geklagt werden, wenn alles bestens war?

(...)
Die Sachverhalte sind, dass zeigen ja die nun doch erfolgten Veröffentlichungen, ziemlich kompliziert. Und eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema kann man nicht erwarten, wenn so eine Kampagne erstmal losgetreten wurde. Oder glauben Sie, dass es Herrn Nolle oder dem SPIEGEL um eine differenzierte Beurteilung geht? Die suchen sich doch das Passende heraus und blenden den anderen Teil der Wahrheit aus.

Insofern konnte Tillich in dieser Debatte eigentlich nichts richtig machen. Veröffentlicht er Details seiner Vergangenheit, wie diesen Fragebogen, befeuert er die Diskussion ohne Aussicht auf eine sachliche Auseinandersetzung oder ein Ende der Debatte. Tut er es nicht, hat er vermeintlich etwas zu verbergen. Da nun doch weitere Details veröffentlicht wurden, wäre es natürlich besser gewesen, er hätte dies bereits am Beginn der Debatte getan. Aber nachher ist man halt immer schlauer. Etwas wirklich Spektakuläres kann ich den Veröffentlichungen auch nicht entnehmen. Aber wie zu erwarten war, wird dies je nach Interessenlage natürlich anders gedeutet und ggf. ausgeschlachtet.
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  #24 (permalink)  
Alt 03.07.2009, 14:50
MT98 MT98 ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Bernd Richter:
Die Sachverhalte sind, dass zeigen ja die nun doch erfolgten Veröffentlichungen, ziemlich kompliziert. Und eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema kann man nicht erwarten, wenn so eine Kampagne erst einmal losgetreten wurde. Oder glauben Sie, dass es Herrn Nolle oder dem SPIEGEL um eine differenzierte Beurteilung geht? Die suchen sich doch das Passende heraus und blenden den anderen Teil der Wahrheit aus.
Keiner hat in der Vergangenheit Herrn Tillich daran gehindert, alle diese Fakten, welche nun durch Herrn Nolle und den Spiegel das Tageslicht erreicht haben, diese offensiv aufzuklären.

Er hätte einfach den Herrn Nolle und dem Spiegel zuvorkommen müssen.
Wenn allerdings Herr Tillich geglaubt und gehofft hat, es wird schon keiner merken, dann ist der jetzt angerichtete Schaden viel größer und nach meiner Meinung nicht mehr reparabel.

Nicht Herr Nolle oder der Spiegel sind die Schuldigen, sondern Herr Tillich, samt seiner vielen klugen Berater.

Auch jetzt wird noch versucht, alles klein zu reden, da ist der Generalsekretär der sächsischen CDU ein Musterbeispiel dafür.

Ich glaube diese Art von Vergangenheitsverdrängung und Vergangenheitsbewältigung mögen die Sachsen nun überhaupt nicht.

Ich bin von Herrn Tillich schwer enttäuscht!!!

MT98
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  #25 (permalink)  
Alt 03.07.2009, 15:53
WilhelmFriedemann WilhelmFriedemann ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
Beantwortet Herr Nolle in seinem Buch eigentlich auch die Frage, in welcher Partei der Stasi-Zuträger Stolpe nach der Wende heimisch wurde und wo die werte Frau Ministerin Stange vor der Wende organisiert war?
Das könnten doch Sie oder der Herr Vaatz machen.

Aber Frau Stange hat nie einen Hehl aus ihrer früheren SED-Mitgliedschaft gemacht:

Zitat:
...
Was hat Sie motiviert 1979 in die SED und 1988 aus der SED auszutreten?
Dr. Eva-Maria Stange: Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, mein Vater war ungelernter Arbeiter. Wir sind in relativ bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Somit stellte sich für mich die Frage, wie geht man sozial und gerecht innerhalb einer Gesellschaft miteinander um. Für mich war das in der DDR ein konsequenter Schritt, nicht nur daneben zu stehen, sondern mit zu wirken an der Gestaltung der Gesellschaft, die den sozialen Gerechtigkeitsanspruch für sich in Anspruch genommen hat.
In den Jahren nach 1985 – das ist ja bekannt – haben sich dann die Probleme innerhalb der DDR zugespitzt. Die Diskrepanz, zwischen sozialen Zugeständnissen an die Bevölkerung auf der einen Seite und auf der anderen Seite der Verringerung der Arbeitsproduktivität hat zu einer immer größeren Unglaubwürdigkeit und zu immer größeren Diskussionen geführt. Wie kann so ein System überhaupt funktionieren? Zudem hat es Veränderungen im Bereich der Schulpolitik gegeben, die aus meiner Sicht nicht akzeptabel gewesen sind. All dies führte dann letztendlich dazu, dass ich 1988 gesagt habe, von innen kann man die Partei nicht verändern. Da bin ich dann den Schritt gegangen und aus der SED wieder ausgetreten.
...
Quelle Sie hat also Einsicht gezeigt und ist ausgetreten, als dazu noch Mut nötig war.

Und sie unterscheidet sich damit auch von den SED-Kadern, die sich von ihren Genossen wählen lassen und dann die Geschäfte der CDU wahrnehmen.
Letzteres kann aber auch ausgleichende Gerechtigkeit sein: Früher haben die CDU-Kader, wie zum Beispiel der Herr Tillich, eben die Geschäfte der SED wahrgenommen.
__________________
Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
So sehr ich mich auf die Aberkennung des Welterbetitels freue ...
Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
... die ökostalinistischen Leitmedien, etwa die ARD, das ZDF, der Deutschlandfunk oder auch DER SPIEGEL ...
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  #26 (permalink)  
Alt 03.07.2009, 15:55
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von MT98 Beitrag anzeigen
Keiner hat in der Vergangenheit Herrn Tillich daran gehindert, alle diese Fakten, welche nun durch Herrn Nolle und den Spiegel das Tageslicht erreicht haben, diese offensiv aufzuklären.

Er hätte einfach den Herrn Nolle und dem Spiegel zuvorkommen müssen.
Wenn allerdings Herr Tillich geglaubt und gehofft hat, es wird schon keiner merken, dann ist der jetzt angerichtete Schaden viel größer und nach meiner Meinung nicht mehr reparabel.

(...)
Aber um welche "Fakten" geht es denn? Ist bis jetzt irgendetwas wirklich Belastbares oder Relevantes dabei? Den Beginn der Debatte konnte ich ja noch nachvollziehen. Seine Ratstätigkeit war mir auch nicht bewusst, auch wenn dies offenbar kein großes Geheimnis war. Aber zunehmend ging es in der Debatte doch nicht mehr vordergründig darum, irgendetwas sachlich aufzuklären, sondern seine Glaubwürdigkeit zu beschädigen. Dies ist die Ausgangslage! Und vor diesem Hintergrund kann ich es verstehen, dass Herr Tillich dem SPIEGEL oder Herrn Nolle nicht noch mehr Munition liefern wollte. Warum sollte er das unter diesen Vorzeichen tun, wenn er sich persönlich nichts vorzuwerfen hat?

Im Übrigen war es Herr Tillich, der öffentlich zwei Besuche der Stasi bei ihm eingestanden hat. Was hat ihm das Eingestehen dieser Lappalie gebracht, die man ihm auf anderem Wege vermutlich nie hätte nachweisen können? Die Debatte war nicht beendet, im Gegenteil, nun wollte man wissen, wie genau Tillich die diesbezüglichen Fragen im Fragebogen beantwortet hat. Nun hat man auch diese Antwort erhalten. Und, wie nicht anders zu erwarten, vermutet der SPIEGEL da natürlich eine Falschangabe(http://www.spiegel.de/politik/deutsc...633806,00.html). Dabei lässt man natürlich unerwähnt, dass es sich offensichtlich lediglich um eine Kontrollfrage mit indizieller Bedeutung handelte (http://www.faz.net/s/Rub594835B67271...~Scontent.html).

Es ist doch offensichtlich, dass hier gegen Tillich eine Kampagne läuft. Und der ist er mehr oder weniger machtlos ausgeliefert. Da kann er machen was er will, es wird doch nicht richtig sein...
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  #27 (permalink)  
Alt 03.07.2009, 16:17
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Herr Richter sie liegen falsch. Es ging beim Ausfüllen des damaligen Fragebogens nicht nur um Stasizugehörigkeit und Stasikontakte, sondern auch aktives Mitwirken in der Partei, Behörden, etc. Nach dem Auffinden der Rosenholz-Akten ging das Theater wieder los. Wieder Fragebogen. Die Spielregeln waren ganz klar. Wer schwindelt , fliegt. Die Schwere des Schwindelgrundes spielt da keine Rolle.
Sie haben recht! Natürlich konnte auch eine herausgehobene Funktion in der DDR unabhängig von einer Stasi-Zusammenarbeit ein Grund sein, jemanden nicht im Staatsdienst zu belassen. Nur muss man bei Letzterem sicherlich noch eine stärkere Abwägung vornehmen, was akzeptabel ist und was nicht bzw. überhaupt erstmal klären, was unter einer herausgehobenen Funktion zu verstehen ist. Bei einer nachgewiesenen Stasi-Zusammenarbeit war dies im Zweifel vermutlich einfacher, auch wenn diese ebenso nicht immer zu einer Kündigung führte.

Bei Tillich kann ich bisher nur erkennen, dass die Fragen teilweise alles andere als eindeutig waren und er seine Tätigkeit im Rat des Kreises nicht verschwiegen hat (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2198670). Eine konkrete Falschangabe kann man ihm scheinbar schwer anlasten.

Im Übrigen gehe ich schon davon aus, dass bei Falschangaben eine Einzelfallprüfung erfolgte und es keinen Automatismus gab. Bevor man einen handfesten Entlassungsgrund hat, sollte man doch erstmal klären, ob tatsächlich eine vorsätzliche Falschangabe vorliegt und ob der Sachverhalt wirklich eine Entlassung rechtfertigt. Vermutlich wurde dies aber auch unterschiedlich gehandhabt und manchmal der Bogen überspannt.








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  #28 (permalink)  
Alt 04.07.2009, 13:34
MT98 MT98 ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Bernd Richter:
Im Übrigen gehe ich schon davon aus, dass bei Falschangaben eine Einzelfallprüfung erfolgte und es keinen Automatismus gab. Bevor man einen handfesten Entlassungsgrund hat, sollte man doch erstmal klären, ob tatsächlich eine vorsätzliche Falschangabe vorliegt und ob der Sachverhalt wirklich eine Entlassung rechtfertigt. Vermutlich wurde dies aber auch unterschiedlich gehandhabt und manchmal der Bogen überspannt.
Bisher hat Herr Tillich und die CDU keinerlei Interesse gezeigt, diese Prüfung durchzuführen und den damaligen Gerüchten offensiv entgegenzuwirken.

Im Gegenteil, es wurden ALLE Juristischen Gegebenheiten benutzt, keine Klärung herbeiführen zu können.

Für mich ist es äußerst schlimme, dass jetzt Juristen darlegen wollen, wie die Eintragungen von Herr Tillich beim Ausfüllen des Formulars gemeint sind.

Ist dies nicht die alleinige Aufgabe des Ministerpräsidenten???

Heute steht in der SZ folgender Satz (allerdings nur für Abonnenten):

… Tillich will sich nicht rechtfertigen müssen für das, was er damals getan oder nicht getan hat…


Viele ehemalige KLEINE Mitarbeiter der Staatsorgane wurden ohne Grund nicht übernommen.
Da wurde auch nicht so ein Fragebogen vorgelegt, sie bekamen einfach keine Chance!

Der größte Teil der Menschen ohne diese Beziehung, welche Herr Tillich hatte, sind sofort entlassen worden.

Ich bin der Meinung:
Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten!

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich bisher ein Verteidiger von Herrn Tillich war.

Ich war froh, dass nun ein Sachse die Ämter führt.
Allerdings habe ich es mir so nicht vorgestellt!


MT98
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  #29 (permalink)  
Alt 06.07.2009, 11:14
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Zitat:
Zitat von Bernd Richter Beitrag anzeigen
Natürlich konnte auch eine herausgehobene Funktion in der DDR unabhängig von einer Stasi-Zusammenarbeit ein Grund sein, jemanden nicht im Staatsdienst zu belassen. Nur muss man bei Letzterem sicherlich noch eine stärkere Abwägung vornehmen, was akzeptabel ist und was nicht bzw. überhaupt erstmal klären, was unter einer herausgehobenen Funktion zu verstehen ist.


Richtig, aber ich gebe nur mal ein Beispiel. Pionierleiter wurden nicht in den ÖD übernommen. Stabü-Lehrer ja, wenn sie nicht gleichzeitig Parteisekretär an der Schule waren. Was ist an einem Pionierleiter nicht zu akzeptieren was wieder bei einem der eine gehobene Stellung beim Rat des Kreises so mal als Larifari abgetan wird?

[quote=Bernd Richter;22914]Bei Tillich kann ich bisher nur erkennen, dass die Fragen teilweise alles andere als eindeutig waren und er seine Tätigkeit im Rat des Kreises nicht verschwiegen hat (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2198670). Eine konkrete Falschangabe kann man ihm scheinbar schwer anlasten./quote]

Die Begründung von Tillich in Sachen der Stasikontakte ist mehr als nur peinlich. Wenn er die Fragen nicht verstanden hat erfüllt mich so etwas mit Sorge. Hoffentlich versteht er sein jetziges Amt .
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  #30 (permalink)  
Alt 07.07.2009, 15:02
Thomas May Thomas May ist offline
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Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von WilhelmFriedemann Beitrag anzeigen
Das könnten doch Sie oder der Herr Vaatz machen.

Aber Frau Stange hat nie einen Hehl aus ihrer früheren SED-Mitgliedschaft gemacht:
Quelle Sie hat also Einsicht gezeigt und ist ausgetreten, als dazu noch Mut nötig war.

Und sie unterscheidet sich damit auch von den SED-Kadern, die sich von ihren Genossen wählen lassen und dann die Geschäfte der CDU wahrnehmen.
Letzteres kann aber auch ausgleichende Gerechtigkeit sein: Früher haben die CDU-Kader, wie zum Beispiel der Herr Tillich, eben die Geschäfte der SED wahrgenommen.

Nun, im Falle Tillich wird geht die Debatte doch keineswegs um die Tatsachen, sondern um die Frage der Glaubwürdigkeit. Tillich hat völlig unsouverän agiert, ich halte ihn auch für alles andere als ein großes Licht. Als Ostdeutscher kann ich über den Mann nur den Kopf schütteln: so blässlich, so anpassungswillig, so nichtssagend, ein Untertan, der durch unglückliche Umstände zum Herrschen gezwungen worden ist. Das ist kein Repräsentant der Sachsen, sondern allenfalls das kleinste Übel.

Nolle hat aber vor der eigenen Tür ausreichend zu kehren. Der Mann kungelt heute ohne jede wirkliche Not und um der schieren Macht willen mit den übrig gebliebenen Kommunisten. Seiner geistigen Beheimatung nach wäre Nolle in der DDR sehr wahrscheinlich ein strammer Einpeitscher der Arbeitklassenmacht gewesen. Und so einer verfasst Enthüllungsbücher über die DDR-Biografien anderer und maßt sich ein Urteil über DDR-Lebenswege an! Ist ein Mehr an Heuchelei überhaupt noch möglich?

Für mich haben ehemalige SED-Mitglieder in öffentlichen Ämtern oder in Redaktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nichts zu suchen. Das betrifft natürlich auch Frau Stange: Die Frau hat nicht in die SED eintreten müssen. Als Begründung dafür nachträglich die Gerechtigkeit in Anspruch nehmen zu wollen, beschmutzt das edle Ziel: Millionen gerechtigkeitsliebender Ostdeutscher sind schließlich auch nicht in die Einheitspartei eingetreten. Und 1988 aus der SED auszutreten – nach Gorbatschows Perestroika also – war nun beileibe auch keine Tollkühnheit. Was riskierte die Frau mit diesem Schritt zu diesem Zeitpunkt schon persönlich? Nichts! Und dass sie aus der DDR-Vergangenheit entschieden zu wenig gelernt hat – nun ja, das ist ihre Amtsführung ja deutlich anzumerken. Gerechtigkeit bedeutet für diese Frau noch immer nur: Gleichmacherei.
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