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  #221 (permalink)  
Alt 01.10.2009, 15:16
Ole Ole ist offline
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Registriert seit: 02.11.2007
Beiträge: 689
Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Jaseck Beitrag anzeigen
Aha, Sie sind also Fan der reinen Direktkandidatur. Ihnen ist aber schon klar, daß in diesem Fall Sachsen ausschließlich CDU-Kandidaten nach Berlin schicken würde. Die unsägliche Linke Kipping z.B. ist nach Ihren Maßstäben nämlich auch "in ihrem Wahlkreis mit Pauken und Trompeten durchgefallen" - trotzdem werden wir sie weiterhin (in Berlin) ertragen müssen.
Und was für eine Mehrheit hätte noch mal die CDU im Bundestag, wenn dort ausschließlich gewählte Direktkandidaten (die "das Vertrauen ihres Wahlkreises" haben) säßen? 70% oder mehr - bin jetzt zu faul zum Nachrechnen.

Das Wunschdenken der mit Volksentscheidungen Unzufriedenen treibt doch immer wieder eigenartige Blüten ...
Lämmel und Vaatz hatten auch nur schlappe 36 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wie wäre es mit einer Stichwahl um den Direktkandidaten aus den beiden Erstplazierten im Wahlkreis? Ich glaube, dann könnte auch mitunter ein CDU-Kandidat "mit Pauken und Trompeten" durchfallen, trotz "CDU-Hochburg Dresden". Vorteil: Der gewählte Kandiat dürfte dann ziemlich sicher sein, mehr als 50% der wählenden Wähler hinter sich zu haben.
Täte alles auch gut zu Deutschland zu passen. Es ist kompliziert, aufwändig und zusammen mit den Überhangmandanten nicht zu verstehen.
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  #222 (permalink)  
Alt 01.10.2009, 20:29
Jaseck Jaseck ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 528
Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Ole Beitrag anzeigen
Lämmel und Vaatz hatten auch nur schlappe 36 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wie wäre es mit einer Stichwahl um den Direktkandidaten aus den beiden Erstplazierten im Wahlkreis? Ich glaube, dann könnte auch mitunter ein CDU-Kandidat "mit Pauken und Trompeten" durchfallen, trotz "CDU-Hochburg Dresden". Vorteil: Der gewählte Kandiat dürfte dann ziemlich sicher sein, mehr als 50% der wählenden Wähler hinter sich zu haben. Täte alles auch gut zu Deutschland zu passen. Es ist kompliziert, aufwändig und zusammen mit den Überhangmandanten nicht zu verstehen.
Ach ja, die berühmte Mehrheit links der Mitte. Angeblich schon lange vorhanden - kommt aus irgendwelchen Gründen aber nie zum Zug.

Bei Ihrer Direktkandidatenstichwahl würden übrigens in Dresden die CDU-Kandidaten jeweils gegen einen Linken antreten. Da wäre ich mir schon recht sicher, daß Lämmel und Vaatz auch diese Stichwahl gewinnen würden.
Aber zugegeben - die Deutschlandkarte mit dem Erststimmen-Wahlergebnis würde sicher etwas bunter.
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  #223 (permalink)  
Alt 02.10.2009, 12:07
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Registriert seit: 13.03.2007
Beiträge: 528
Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Wenn Sie für die reine Verhältniswahl nach Listen sind verstehe ich nicht, wie dann beim Gedanken an den sicheren Listenplatz von Frau von der Leyen ihr Hut himmelwärts strebt..


Keiner versteht mich. Mir ging es am Beispiel Zensursula darum, dass gerade jemand der bei der Direktkandidatur durchgefallen ist TROTZDEM auf Grund des sicheren Listenplatzes in den Bundestag einzieht. Das betrifft die Frau Kipping genau so, wie anders herum die als Beispiel aufgeführte Petra Merkel. Alle sind über die Liste abgesichert. Dadurch erfüllt die Erststimme bei mir den Tatbestand des völligen Blödsinns. Für mich würde die Sache Sinn ergeben, wenn es eine Kandidatur nur für die Erststimme gäbe ODER man sich auf die Liste setzen kann, wie von Michael schon angedeutet. Nur welcher Politiker würde sich denn auf so ein Risiko einlassen.
Deswegen bin ich für eine reine Verhältniswahl.


Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Der reinen Verhältniswahl nach festen Listen wird gerade von Kritikern unseres Wahlsystems regelmäßig entgegengehalten, dass dadurch nur "stromlinienförmige", der Parteiführung genehme Kandidaten aufgestellt werden, ohne Rücksicht darauf, ob diese Leute in den Wahlkreisen überhaupt auf Akzeptanz stoßen.


Ja und wenn sie nicht auf Akzeptanz stoßen, sind sie trotzdem drin.
Was die Stromlinienförmigkeit anbetrifft, na da kann ich darüber nur müde lächeln


Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Es muss aber auch Fälle geben, wo Direktkandidaten persönlich auf die Wähler so stark wirken, dass sie gegen den Trend im eigenen Wahlkreis gewählt werden (oder auch nicht)..


Sie bringen mich auf eine vielleicht doofe Frage. Was ist, wenn ein Direktkanditat einer Splitterpartei so stark wirkt, ist er dann drin?



Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Die Listenwahl gibt den Wählern gar keinen Einfluss darauf, wer als Abgeordneter ins Parlament einziehen soll. Damit den Nichtwähler an die Urne locken zu können halte ich für unrealistisch.
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
W.S.
Da bin ich, wie schon ausgeführt, überhaupt nicht ihrer Meinung. Je einfacher und übersichtlicher die Wahl ist um so mehr Bürger bekommen das Gefühl mit ihrer Stimme was bewegen zu können, was in der jetzigen Situation nicht der Fall ist.
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  #224 (permalink)  
Alt 02.10.2009, 17:32
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
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Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

[quote=KarlFaktor;24717]

[/SIZE] Keiner versteht mich. Mir ging es am Beispiel Zensursula darum, dass gerade jemand der bei der Direktkandidatur durchgefallen ist TROTZDEM auf Grund des sicheren Listenplatzes in den Bundestag einzieht. Das betrifft die Frau Kipping genau so, wie anders herum die als Beispiel aufgeführte Petra Merkel. Alle sind über die Liste abgesichert. Dadurch erfüllt die Erststimme bei mir den Tatbestand des völligen Blödsinns. Für mich würde die Sache Sinn ergeben, wenn es eine Kandidatur nur für die Erststimme gäbe ODER man sich auf die Liste setzen kann, wie von Michael schon angedeutet. Nur welcher Politiker würde sich denn auf so ein Risiko einlassen.
Deswegen bin ich für eine reine Verhältniswahl.




Ja und wenn sie nicht auf Akzeptanz stoßen, sind sie trotzdem drin.
Was die Stromlinienförmigkeit anbetrifft, na da kann ich darüber nur müde lächeln




[SIZE=1]Sie bringen mich auf eine vielleicht doofe Frage. Was ist, wenn ein Direktkanditat einer Splitterpartei so stark wirkt, ist er dann drin?





Da bin ich, wie schon ausgeführt, überhaupt nicht ihrer Meinung. Je einfacher und übersichtlicher die Wahl ist um so mehr Bürger bekommen das Gefühl mit ihrer Stimme was bewegen zu können, was in der jetzigen Situation nicht der Fall ist.[/quote]

Auch wenn es ein schwacher Trost ist, mich versteht man auch nicht immer!

Ja, auch der Kandidat einer Splitterpartei könnte, wenn er den Wahlkreis gewinnt, in ein Parlament einziehen. Zu Zeiten als die PDS an der 5%-Prozent-Hürde scheiterte, war sie nur durch Direktkandidaten überhaupt noch im Bundestag vertreten.

Es stimmt auch nicht, dass alle Direktkandidaten auch über die Liste abgesichert sind. Das mag bei einigen der Fall sein. Zwei prominente Beispiele, die mangels sicherem Listenplatz und gescheiterter Direktwahl nicht in den Bundestag gewählt wurden sind die Herren Laurenz Mayer von der CDU und Cem Özdemir von den Grünen.

Die Listenwahl mag einfach sein. Die Nichtwähler scheitern doch nicht an unserem angeblich komplizierten Wahlsystem. Ich lese immer, dass man nicht wählen gehe, weil man eh´nichts ändern könne bzw. man keine Partei für wählbar halte.

Einem reinen Mehrheitswahlrecht mit Stichwahl, so dass jeder Abgeordnete mit der absoluten Mehrheit der Wähler seines Wahlkreises gewählt worden sein muss, könnte ich auch etwas abgewinnen, mehr jedenfalls als einem reinen Verhältniswahlrecht.
Allerdings sind die Leute ja jetzt schon zum Wählen zu faul. Geht zu den Stichwahlen dann z.b. wieder nur die Hälfte der Wahlberechtigten, kommen wieder die Demokratie-Experten hier im Forum mit dem Argument, dass die Kandidaten ja gar nicht demokratisch gewählt worden sind, weil sie nicht die absolute Mehrheit der Wahlberechtigten hinter sich haben, sondern nur die der tatsächlichen Wähler.

W.S.
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  #225 (permalink)  
Alt 02.10.2009, 17:41
Adrian Adrian ist offline
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Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 982
Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
[/SIZE]

[SIZE=2]Keiner versteht mich. Mir ging es am Beispiel Zensursula darum, dass gerade jemand der bei der Direktkandidatur durchgefallen ist TROTZDEM auf Grund des sicheren Listenplatzes in den Bundestag einzieht. Das betrifft die Frau Kipping genau so, wie anders herum die als Beispiel aufgeführte Petra Merkel.
Im Wahlkreis 161 sind ja von den Direktkandidaten 3 Personen in den Bundestag eingezogen (Vaatz, Mücke und Kühn).

Zitat:
Für mich würde die Sache Sinn ergeben, wenn es eine Kandidatur nur für die Erststimme gäbe ODER man sich auf die Liste setzen kann, wie von Michael schon angedeutet. Nur welcher Politiker würde sich denn auf so ein Risiko einlassen.
Das Riskio sieht je nach Partei recht unterschiedlich aus. Bspw. ist die LAndesliste einer sächsischen CDU seit mehreren Wahlen ziemlich "nutzlos". Von dort kommt keiner rein.
Zitat:
Was die Stromlinienförmigkeit anbetrifft, na da kann ich darüber nur müde lächeln
Thema Stromlinienförmig: Die Partei bestimmt doch auch ihre Direktkandidaten.
Man kann sich halt nur extra als Parteiloser (mit 200 Unterschriften) aufstellen lassen.

Zitat:
Sie bringen mich auf eine vielleicht doofe Frage. Was ist, wenn ein Direktkanditat einer Splitterpartei so stark wirkt, ist er dann drin?
Dann ist er drinn. Was sonst? Die Berechnung der Sitzverteilung ändert sich dann ein wenig. Zuerst werden die Parteilosen (oder Direktkandidaten von Parteien <5% *) reingesetzt (gabs ja ab und zu mal von der PDS) und dann werden nur für die restlichen Plätze die Berechnungen durchgeführt. Bspw. wäre dann nicht von 598 Plätzen im Bundestag ausgegangen worden, sondern von 597. Ist ja auch logisch. Einer ist ja eben schon besetzt.
Und für den Bundestag gilt dann auch ihre Zweitstimme (sofern sie auch diesen Direktkandidaten wählten) nur "eingeschränkt".


*) und weniger als 3 erfolgreichen Direktkandidaten
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  #226 (permalink)  
Alt 03.10.2009, 10:48
SebastianR SebastianR ist offline
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Registriert seit: 19.07.2009
Beiträge: 45
Standard AW: Traurig eine Partei, die einen Nolle braucht

[quote=KarlFaktor;24717][/size]

Keiner versteht mich. Mir ging es am Beispiel Zensursula darum, dass gerade jemand der bei der Direktkandidatur durchgefallen ist TROTZDEM auf Grund des sicheren Listenplatzes in den Bundestag einzieht.

Das verhält sich ja im Fall von Nolles Karl noch viel schlimmer. Der fiel durch, kam aber durch die vielen CDU-Stimmen in den Landtag.




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