Auf Grund der EU-Richtlinien 1999/30 zum Feinstaub muss nun auch in Dresden reagiert werden. Bisher galt, dass an 35 Tagen im Jahr ein Wert von 50µg/m³ an PM10-Staubkörnern (<10µm) nicht überschritten werden darf. Gemessen wird in Dresden an der Bergstraße zwischen Mommsenstraße und Nöthnitzer, am Bahnhof Neustadt und an der Winckelmannstraße.
Den Wert von 35 Überschreitungen pro Jahr, haben wir mindestens einmal (ich glaube 2006) überschritten. Letztes Jahr waren wir auf der Bergstraße mit 35 Überschreitungenund am Bahnhof Neustadt mit 21 Überschreitungen noch im Limit.
Ab nächstem Jahr (2010) treten strengere Grenzwerte in Kraft. Die Anzahl an Tagen, an denen nahezu beliebig hohe Überschreitungen auftreten dürfen wird auf 7 herabgesetzt (Es gibt noch einen Jahresmittelwert, aber der scheint zu keinen Grenzwertproblemen zu führen). Für alle bisherigen Jahre sehe es schlecht aus. Deswegen müssen wir die Belastung mit Feinstaub in Dresden senken. Dabei wird die überwiegende Schuld am Feinstaub dem Verkehr zugeordnet. Folglich muss auch der Verkehr reagieren und in dem Fall reduziert werden.
Dazu noch etwas Literatur:
Zitat:
Gesundheitliche Wirkungen von Feinstaub auf den Menschen sind durch Untersuchungen an
staubbelasteten Arbeitsplätzen vielfältig belegt. Allerdings lassen sich diese aufgrund anderer
Expositionsbedingungen und der Voraussetzung „gesunder Arbeitnehmer“ nicht ohne
weiteres auf die allgemeine Umwelt übertragen. Kontrollierte Expositionsexperimente liegen
bisher nur in geringer Anzahl vor, dafür gibt es eine große Zahl von tierexperimentellen und
in vitro-Untersuchungen, in welchen Belege für die Toxizität von Partikeln erbracht wurden.
Insbesondere aber liefern neuere umweltepidemiologische Studien Hinweise auf gesundheitliche
Wirkungen von feinen und ultrafeinen Partikeln in der Umwelt.
Ob und wie sehr Stäube eine Gefahr für unsere Gesundheit darstellen, hängt, wie man heute
weiß, von verschiedenen Faktoren ab: So spielt neben der Konzentration des Staubes und
seiner chemischen Zusammensetzung vor allem die Größe der Partikel eine ganz wesentliche
Rolle. Diskutiert wird auch, welche Bedeutung die Beladung der Staubpartikel mit anderen
Substanzen hat. In der Stadtluft können zum Beispiel Schwermetalle, krebserregende
polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Säuren an den Staubteilchen hängen
und zusätzlich auf die Atemwege wirken. Neueren Untersuchungen zufolge ist keine
Schwelle für Stäube erkennbar, unterhalb der keine gesundheitlichen Wirkungen auftreten.
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Alles weitere kann selbst nachgelesen werden.
Um die Feinstaubemission im Verkehr zu reduzieren gibt es die Umweltplakette. Wer welche Plakette bekommt steht beispielsweise hier.
Wie und wo in Dresden eine Umweltzone eingerichtet wird steht noch in den Sternen. Vorgeschlagen wurde erst einmal eine grüne Umweltzone für den 26iger Ring. Laut Medienberichten dürften dann nur Autos die der Euro-4 Norm genügen hineinfahren (also grüne Plakette).
Wenn ich mich so auf den PKWs in Dresden umschaue, finde ich ausschließlich grüne und gelbe Plaketten. Wobei die gelben Plaketten wohl deutlich in der Minderheit sind. Ist das jetzt repräsentativ oder liegt es daran, dass die anderen keine Plakette bekommen würden? Es wird gesagt, dass man durch die Umweltzone 20% Verkehr verhindern würde. Ist das nicht zu hoch eingeschätzt. Und verlagert sich der Verkehr dann nur in die Dresdner Randgebiete? Könnte man das Ziel auch anders erreichen?
Hier noch eine kleine unsortierte Liste an möglichen Argumenten:
- Die grüne Umweltzone im 26er Ring ist genau richtig
- Feinstaub als Gesundheitsproblem wird total überschätzt. Ich glaube diesen Studien nicht.
- Die Umweltzone sollte noch deutlich ausgeweitet werden.
- Die Umweltzone sollte bis zum Stadtrand gehen, damit es keine Verlagerung des Verkehrs in die Außenbereiche gibt, sondern tatsächlich (Auto-)Verkehr eingeschränkt wird.
- Man könnte auch durch andere Maßnahmen (ÖPNV-Förderung; ausgiebiges Fahrradwegenetz; Straßenrückbau) die Grenzwerte einreichen und würde damit noch viel mehr Ziele als nur die EU-Richtlinie erreichen.
- Die Grenzwerte sind viel zu niedrig. Gibt es überhaupt Beweise dafür oder werden die einfach so festgelegt.
- Was war eigentlich mit den Pförtnerampeln. Sollten die nicht den Verkehr reduzieren.
- 20% Reduktion halte ich für illusorisch
- Die Autoabgase sind gar nicht daran Schuld, wir sollten
- die zubetonierten Flächen (Straßen) reduzieren und mehr Grün in die Stadt bringen, dann verschwindet auch das Staubproblem.
- gar nichts machen, weil der Feinstaub gehört zur Stadt. Da hilft keine Reduzierung des Verkehrs.
- Was ist, wenn in einigen Jahren alle Autos der Euro-4 Norm genügen und die Grenzwerte trotzdem überschritten werden?
- Die Ökofundamentalisten wollen nur den Verkehr und damit den Fortschritt bremsen.
- Die Umweltzone sollte nur auf die Elbwiesen und die äußere Neustadt beschränkt werden.
- Wir sollten aus der EU austreten. Fundiert die überhaupt auf rechtsstaatlichen Prinzipien?
- Daran sind nur die alten Autos aus der Neustadt Schuld.
- Was soll man denn sonst machen, die Straßenbahnen und Busse sind viel zu unpünktlich und kommen zu selten.
- Der Handel wird mit seinen Zulieferfahrzeugen Probleme bekommen.
- Die Touristen bleiben fern.
- In anderen Städten hat das auch nichts geholfen.
- In anderen Städten ist es dadurch deutlich besser geworden.
- Wir sollten erstmal die Erfahrungen aus anderen Städten abwarten. Es gibt noch keine Erkenntnisse dazu.