OB-Wahl in Dresden, immer wieder spannend
Das OB-Wahlrecht in Dresden ist für Europa äußerst exotisch.
Möglich sind unter anderem diese Kandidaten:
Helma Orosz, CDU, Verwaltungswirtin
Peter Lames, SPD, Jurist
Dirk Hilbert, FDP, Controller
Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhält. Entfällt im ersten Wahlgang auf keinen Bewerber mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet frühestens am zweiten Sonntag nach der ersten Wahl eine Neuwahl statt. Hier entscheidet die höchste Stimmenzahl.
Wie finden Sie das ? Diese Regelung hat vielleicht den Sinn, unnachahmliche Charaktere, Bürgermeister eben, zu bevorzugen, denn austauschbare Kandidaten kann man ja mit etwas Glück abschießen, in dem man im zweiten Wahlgang Kandidaten aufstellt, die nur den Sinn haben, anderen Stimmen wegzunehmen, in dem sie ähnliche Zielgruppen ansprechen. Oft wird es wohl so sein, dass chancenlose Kandidaten nach dem ersten Wahlgang eine Empfehlung für jemand anders abgeben. Genauso gut können Lichtgestalten auftauchen, die sich überhaupt nicht äußern und im zweiten gezielt einen Kandidaten schwächen wollen. Ich fände es besser, wenn jeder, der im zweiten Wahlgang antritt, gezwungen wird sich schon durch Teilnahme am ersten zu profilieren wie die anderen auch.
Die übliche Regelung, dass man zum Schluss die absolute Mehrheit braucht, also auch Kompromisskandidat für Wähler ist, die im ersten Gang jemand anders gewählt haben, ist viel näher liegend, aber die Dresdner Regelung ist nicht ohne Charme.
Es könnte sein, dass Hilbert nach dem ersten Wahlgang aufhört und Orosz empfiehlt. (Krippenleiterin, Verwaltungswirtin, Politikerin), die dann gegen Dr. jur. Lames antritt. Der SPD könnte eine unbekannte niederschlesische konservative Kinderärztin herbeieilen , die nur die Mission hat als unabhängige Kandidatin der Helma Orosz die Stimmen wegzunehmen. Unsere Helma ist sprachlos, es gewinnt der Jurist Peter Lames.
Oder würde umgekehrt ein wirtschaftsnaher Freiberufler, der allein für die SPD antritt, sehr leichte Beute sein ?
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