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  #41 (permalink)  
Alt 30.07.2007, 16:10
hjwagner hjwagner ist offline
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Registriert seit: 24.04.2007
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Standard AW: Was ich möchte

Zitat:
Zitat von Bernd Richter Beitrag anzeigen
Man muss auch davon ausgehen, dass die Entwicklungen im Norden noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Dem steht aber nur ein vergleichsweise geringes Angebot an Wohnraum in unmittelbarer Nähe zur Verfügung, da sich Dresden nun einmal vor allem in süd(öst)licher Richtung ausdeht.

Wie gesagt, ob man daraus die Notwendigkeit einer Brücke schlussfolgert, ist eine andere Frage. Aber bestimmte (Pro-)Fakten kann man nicht so ohne Weiteres völlig negieren, genauso wenig wie manche Gegenargumente.
Das ist richtig. In Anbetracht dessen ist es wirklich eine vertane Chance, nicht das Mehr-Brücken-Konzept (Th.-Münzerplatz + Niederpoyritz) verfolgt zu haben. Gerade hinsichtlich der Wirkung in Richtung Osten und zur Entlastung des BW wäre eine Aufteilung der Kapazitäten angezeigt gewesen. Und das Ganze wäre auch noch preiswerter und landschaftsschonender gewesen. Die Zustimmung der Bevölkerung hätte man auch bekommen (im Gegensatz zur WSB wäre diese sogar reeller gewesen, da damals noch Alternativen auf dem Tisch waren).

Ich werde die blinde Durchsetzung der 4-spurigen ästhetisch schwachen WSB nie verstehen. Erst gegen das eigentlich überlegene Mehr-Brücken-Konzept, dann gegen den Tunnel, dann gegen eine 2-spurige Variante und zum Schluss auch noch gegen einen zumindest ästhetisch verbesserten Entwurf. Das einzige Gremium das jemals für die WSB aus planerischer Sicht gestimmt hat war dieser mythenumrankte von Herrn Wagner bestellte Brückenworkshop.
Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, was (außer Machtgehabe) dahinter steckt. Sie vielleicht Herr Richter?
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  #42 (permalink)  
Alt 30.07.2007, 23:33
Benutzerbild von Steffen Kaufmann
Steffen Kaufmann Steffen Kaufmann ist offline
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Registriert seit: 20.01.2007
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Standard AW: Was ich möchte

Am 13.08.2007 wird die DDR wieder auferstehen, diemal als Dresdner Demokratische Republik.

Ein Trost bleibt. Eine ähnlich hässliche Proletenbrücke wurde jüngst in Wiesbaden - nach 30 Jahren - abgerisssen.
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  #43 (permalink)  
Alt 31.07.2007, 10:21
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
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Registriert seit: 26.01.2007
Beiträge: 641
Standard AW: Was ich möchte

Zitat:
Zitat von hjwagner Beitrag anzeigen
Das ist richtig. In Anbetracht dessen ist es wirklich eine vertane Chance, nicht das Mehr-Brücken-Konzept (Th.-Münzerplatz + Niederpoyritz) verfolgt zu haben. Gerade hinsichtlich der Wirkung in Richtung Osten und zur Entlastung des BW wäre eine Aufteilung der Kapazitäten angezeigt gewesen. Und das Ganze wäre auch noch preiswerter und landschaftsschonender gewesen. Die Zustimmung der Bevölkerung hätte man auch bekommen (im Gegensatz zur WSB wäre diese sogar reeller gewesen, da damals noch Alternativen auf dem Tisch waren).
(...)
Zwei Brücken zu bauen dürfte immer mit größeren Vorteilen verbunden sein als lediglich eine Brücke zu bauen. Nur wenn man die Diskussion um diese eine Brücke betrachtet, frage ich mich, was Sie so sicher macht, dass es eine ähnliche Diskussion (ggf. aus anderen Gründen) nicht auch bei diesen zwei Brücken gegeben hätte? Insbesondere der Standort Th.Müntzer-Pl. ist alles andere als ideal. Vor allem die Neustadt ist bereits mit genug Durchgangsverkehr versehen. Diese Brücke hätte noch eine zusätzliche Hauptverkehrsstraße mitten durch das Preußische Viertel notwendig gemacht. Das kann man doch nicht wirklich als die dollste und unbedingt zu bevorzugende Lösung betrachten!?! Glauben Sie wirklich, dass das problemlos und völlig ohne Widerstand abgelaufen wäre?
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  #44 (permalink)  
Alt 31.07.2007, 14:21
hjwagner hjwagner ist offline
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Registriert seit: 24.04.2007
Beiträge: 370
Standard AW: Was ich möchte

Zitat:
Zitat von Bernd Richter Beitrag anzeigen
Glauben Sie wirklich, dass das problemlos und völlig ohne Widerstand abgelaufen wäre?
Ich bin mir sogar sicher, dass diese Lösung zu Widerstand geführt hätte. Aber da sich der Widerstand gegen die WSB in erster Linie an der Landschaftsproblematik sowie den überzogenen Kosten und der Ästhetik entzündet hat, wäre die Alternativlösung bei Weitem ruhiger abgelaufen. Noch dazu säße die Linke mit im Boot. Die Spaltung der Stadt (die man übrigens auch an der aktuellen SZ-Internetumfrage ablesen kann) wäre vermieden worden.

Hätte, wäre, wenn... Nun bauen wir ab dem 13.August ein Mahnmal für die Demokratie und für borniertes Beamtentum als Politikersatz. Jeweils für eine Hälfte der Stadt.
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  #45 (permalink)  
Alt 31.07.2007, 17:30
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
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Beiträge: 641
Standard AW: Was ich möchte

Zitat:
Zitat von hjwagner Beitrag anzeigen
(...) Aber da sich der Widerstand gegen die WSB in erster Linie an der Landschaftsproblematik sowie den überzogenen Kosten und der Ästhetik entzündet hat, wäre die Alternativlösung bei Weitem ruhiger abgelaufen. Noch dazu säße die Linke mit im Boot. Die Spaltung der Stadt (die man übrigens auch an der aktuellen SZ-Internetumfrage ablesen kann) wäre vermieden worden.
(...)
Das ist spekulativ. Den Diskussionsverlauf zur Waldschlösschenbrücke hat schließlich auch niemand vorhergesehen. Ich wollte auch nur deutlich machen, dass ich insbesondere eine Brücke am Th.-Müntzer-Pl. keineswegs für die bessere Lösung halte.

Ich sehe auch keine Spaltung der Stadt. Der Mehrzahl der Dresdner geht das Thema doch mittlerweile bestenfalls auf den Nerv. Und Freundschaften sind an diesem Thema nach meiner Erfahrung trotz emotionaler Diskussionen auch nicht zerbrochen. Die vermeintliche Spaltung ist auch Ausdruck der üblichen Schwarz-Weiß-Malerei, es stünden sich hier in Dresden junge, gebildete, nachhaltig Denkende und alte, unterdurchschnittlich gebildete KfZ-Fetischisten gegenüber.
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  #46 (permalink)  
Alt 31.07.2007, 18:48
Benutzerbild von Steffen Kaufmann
Steffen Kaufmann Steffen Kaufmann ist offline
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Registriert seit: 20.01.2007
Beiträge: 29
Standard AW: Was ich möchte

Für mich gibt es keinen alternativen Standort.
Alternative ist ein zwei plus eins spuriger Tunnel mit separater Fahrradspur ähnlich dem alten Elbtunnel in Hamburg von 1911, der heute fast nur noch als Touristenattraktion dient, Hamburg hat ja genug Brücken, eine U-Bahn und vieles mehr, was Dresden nicht hat, das auf den Dreiklang angewiesen ist.

Der Diskussionsverlauf hat etwas damit zu tun, dass der Bürgerentscheid zwar rechtlich nicht zu beanstanden ist, da über die Brücke abgestimmt wurde, aber sich die Leute mit dem Wort unescogeprüft veralbert vorkommen müssen und fassungslos darüber sind, dass man nicht in Form einer politischen Geste zugibt, dass etwas schief gelaufen ist.

Außerdem ist die Hochleistungsbrücke völlig überdimensioniert im Sinne einer autogerechten Stadt, was den Dreiklang rauben könnte.

Wie die Autos aus dem schwarzen Mund kommen, das fühlt man ja auch in Löbtau oder auf dem Neumarkt, der Charakter der Stadt verändert sich völlig.

Die Umfragen über die Zusammensetzung der Lager sind schockierend. Immer mehr kündigen ihren Wegzug an oder dass sie doch nicht nach Dresden ziehen. Natürlich bleibt das nicht ohne Wirkung.

Vielen scheint immer noch nicht bewusst zu sein, welche Bedeutung so eine Hochleistungsbrücke hat, an einer Stelle wo man bisher aus Luxusgründen darauf verzichtet hat. Vielen Stadtteile werden sich verändert, vor allem am Rand, sie soziale Selektierung enorm zunehmen.

Ich wohne, wenn auch beengt, in Toplage, bei mir wird der Verkehr weniger, und ich leide mit Ausweichmöglichkeit auf´s nahe Land auch nicht unter Naturmangel, ich befürchte bloß den Abstieg von Dresden in eine sehr banale Liga mit MickeyMousePseudoAltstadt, der Postplatz ist ja auch nicht mehr was er mal war, hätte man lieber den Fresswürfel saniert. Sehr harte Zeiten für die einstige Kulturhaupstadt.

Es ist ja wohl keine Frage dass der Postplatz plus die Abschussrampe am Waldschloesschen Dresdens Image massiv beeinträchtigen. Am dämlichsten finde ich übrigens das Argument Keiner guckt sich eine Wiese an, da muss man schon völlig losgelöst von der Realität leben.

Ein bekannter Sächsischer CDU-Politiker meinte heute, dass er auch hin und wieder mit der Linie 7 die Autos auf der Brücke überholt. Für Exmünchner ist sowas wie ein kleines Weltwunder. Wegen der U-Bahn im flächenmäßig kleineren München. Dresden kann man jetzt natürlich nicht mehr damit vergleichen, da die historische Altstadt dort zehnmal größer ist.
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