22.05.2012 21:08
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Stellen Sie sich mal vor:
Von 100 wahlberechtigten Bürgern gingen 60 Bürger zur letzten Landtagswahl in Sachsen. Von denen wiederum haben 25 die CDU; 7 die SPD und 15 die PDS gewählt. Der Rest hat die anderen Parteien gewählt. (Die Zahlen habe ich mal gerundet, denn keiner kann mit Halb - oder Viertelbürgern was anfangen.) Sichtweise 1 Immerhin haben 60 von 100 wahlberechtigten Bürgern ihre Gestaltungsmöglichkeit der Demokratie wahrgenommen Sichtweise 2 Immerhin 40 von 100 wahlberechtigten Bürgern sind in den Regierungsparteien vertreten. Sichtweise 3 Immerhin 40 von 100 wahlberechtigten Bürgern sind in den Regierungsparteien vertreten - wollten dies vielleicht aber gar nicht so. Sichtweise 4 Nur 25 von 100 wahlberechtigten Bürgern haben einer Partei ihre Stimme gegeben, die die Wahl dann auch gewonnen hat - wenn auch nur rechnerisch. Sichtweise 5 40 von 100 wahlberechtigten Bürgern haben sich dieser Wahl verweigert. Wenn von diesen 40 Bürgern wiederum 60% ihrer Unzufriedenheit Ausduck verleihen würden, wären dies immerhin 24 Bürger. Damit wären diese die 2stärkste Kraft in Sachsen. Weit vor der SPD, der PDS usw. Was für ein Wählerpotenzial. Ich behaupte: Diese 40 Bürger sind nicht aus Lustlosigkeit zur Wahl gegangen, sondern weil sie sich von keiner Partei vertreten fühlen. Auch ich fühle mich nicht vertreten. Den Parteien fehlt es an innovativen Gedanken, an Visionen, an Authentizität und an Wahrhaftigkeit. Auch ich bin aus diesen Gründen nicht zur Wahl gegangen. Halte dies jetzt für einen Fehler, da ich meine Befindlichkeiten so nicht ausgedrückt habe. Deshalb möchte ich mit Ihnen diskutieren. Die Fragestellung ist: Wie kann ich meine Unzufriedenheit ausdrücken ? Mein Vorschlag wäre: Gehen Sie zur Wahl, streichen Sie alle Kandidaten/Parteien durch oder schreiben Sie doch einfach "Nicht wählbar" auf den Zettel. Dies ist ein Zeichen - nicht mehr - aber auch nicht weniger. Könnten Sie sich so etwas vorstellen ? Würden Sie so etwas machen ? |
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Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn mein Tonfall etwas gereizt wirken sollte, aber als ich das hier las, war mein erster spontaner Gedanke: "Jetzt geht DAS wieder los! Bitte nicht schon wieder ..."
Da Sie offensichtlich neu hier sind, können Sie es nicht wissen, aber derlei Zahlenspielereien haben wir im UNESCO...-thread bis zur Erschöpfung durch. Wenn jemand nicht wählen gegangen ist, kann man alles mögliche da hineindeuten, was das möglicherweise zu bedeuten haben könnte: Es kann von Desinteresse, keine-Zeit-haben bis hin zu "meine Partei gewinnt sowieso, auch ohne meine Stimme" reichen. Um es eindeutig zu klären, warum ein bestimmter Prozentsatz nicht zur Wahl ging, müsste man alle Leute fragen, warum sie gegangen oder nicht gegangen sind. Solange das nicht stattgefunden hat uns ausgewertet wurde, bleiben alle sonstigen Aussagen reine Spekulation. Sichtweise 1 Immerhin haben 60 von 100 wahlberechtigten Bürgern ihre Gestaltungsmöglichkeit der Demokratie wahrgenommen Und? Reicht doch. Vielleicht ist es ein Denkfehler, dass alle zur Wahl gehen müssen. Besser wäre vielleicht, wenn nur die zur Wahl gehen, die sich für Politik und verwandte Themen interessieren. Wenn jemand unentschlossen ist, sich nicht auskennt oder gar blöd ist, soll er besser zu Hause bleiben. Diejenigen, welche regelmäßig diese bekannte auflagenstarke Zeitung mit den vier Buchstaben im Titel buchstabieren, sollte man aus meiner Sicht zum Beispiel gar nicht erst in die Nähe von Wahlurnen lassen. Sichtweise 2-4 Keine Ahnung, was Sie damit sagen wollen. Sichtweise 5 40 von 100 wahlberechtigten Bürgern haben sich dieser Wahl verweigert. Falsch. Das kann sonstwas für Gründe gehabt haben. Denken Sie mal an die letzte Wahl in Bayern, als die CSU diesen relativen Einbruch an Stimmen hatte. Vielleicht sagten sich einfach nur zu viele CSU-Wähler: "Ach, die gewinnen doch sowieso. Bei dem schönen Wetter gehe ich lieber in den Biergarten." Wahlverweigerung ist das nicht. Deshalb möchte ich mit Ihnen diskutieren. Die Fragestellung ist: Wie kann ich meine Unzufriedenheit ausdrücken ? Mein Vorschlag wäre: Gehen Sie zur Wahl, streichen Sie alle Kandidaten/Parteien durch oder schreiben Sie doch einfach "Nicht wählbar" auf den Zettel. Dies ist ein Zeichen - nicht mehr - aber auch nicht weniger. Blödsinn. Rein rechnerisch macht es dann keinen Unterschied, wenn Sie gleich zu Hause bleiben. Die Aufschrift "Nicht wählbar" macht aus Ihrem Stimmzettel einen ungültigen Stimmzettel, was lediglich die daraufhin entstehende Mehrheit unterstützt (hier wohl die CDU). Unzufriedenheit ausdrücken kann man damit nicht, denn die Kandidaten erfahren ja nie, dass und wieso Sie womit unzufrieden sind. Dann sollten Sie es Ihren in Frage kommenden Kandidaten schon irgendwie mitteilen. Das klingt vielleicht etwas naiv, ist aber so. Oder Sie gründen eine eigene Partei bzw. wählbare Organisation, wenn Sie der Meinung sind, etwas bestimmtes besser zu können. Welche innovativen Ideen vermissen Sie denn? Wenn Sie es halbwegs konkret sagen können, dann sollten Sie sich wirklich selbst wählen lassen! Wenn Sie es dagegen nicht wenigstens ungefähr sagen können, dann bleibt fraglich, womit Sie unzufrieden sind und welche Zeichen Sie setzen wollen. Volksvertreter sind keine Übermenschen, sondern gleichberechtigte Menschen wie wir. Es wäre natürlich hübsch, wenn sich ein paar intelligente darunter befinden, aber zunächst sind es Menschen wie wir, von denen wir also auch nicht mehr erwarten können als von uns selbst. Das Ziel müsste also lauten, die Intelligenteren der Kandidaten zu wählen. Durch Nicht-Wählen schafft man das natürlich nicht. |
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Für die Unzufriedenen gibt es in der Wahlkabine andere Möglichkeiten auf dem Stimmzettel, als alle Stimmen durchzustreichen.
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Bei Wahlen jedenfalls nicht. Wahlen sind etwas für diejenigen, die ihre Interessen selbst vertreten wollen (passives Wahlrecht) bzw. durch geeignete Kandidaten vertreten lassen wollen (aktives Wahlrecht).
Für konkrete, sachbezogene Unzufriedenheit gibt es Beschwerdestellen, Bürgerbüros von Abgeordneten, Petitionsausschüsse und Politiker-e-mail-Adressen im Internet. Bei genereller Unzufriedenheit mit dem Lauf der Dinge, Weltschmerz und mit allgemeinen Nörgeleien wenden Sie sich am besten an Ihre Frau, alternativ auch an das Haustier Ihres Vertrauens. Im ersten Fall haben Sie eine reelle Chance auf Trost und emotionalen Beistand, im zweiten Fall wird wenigstens nicht widersprochen.
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Ich mache ihnen ein paar Vorschläge:
Sie machen, wie sie schon selbst vorschlagen, den Stimmzettel durch aufessen,durchstreichen,verstecken, wegschmeißen usw.unbrauchbar machen und schon fühlen sie sich wie der letzte Cowboy.Die Politiker werden um Gnade flehen. Sie kaufen sich 2 Dutzend TüV-geprüfte Handgranaten. Sie gehen mit einem Restbestand Faustan in die innere Emigration. Sie laufen den ganzen Tag mit einem unzufriedenen Gesicht herum. Sie machen in einem Forum, welches zu 99% aus Tunnel- und Brückenspezialisten besteht, ein Politik-Unzufriedenen-Thread auf. Ich hoffe ihnen etwas damit geholfen zu haben. |
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Ich bin ja für Wahlpflicht. Wer nicht wählt zahlt ein Bußgeld, ein hohes.
Wer unzufreden ist, könnte ja selber ein Partei gründen. |
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Hallo Stephan!
Meine Tochter ist vor kurzem 18 geworden und ich hatte mit ihr ein Gespräch über das Thema.Wo du letztendlich dein Kreuz machst ist egal.Aber zu Hause bleiben ist nicht gut.Es ist mal deine Welt in der du lebst und wenn du nicht gehst entscheidet mal jemand über dich,den du nie wolltest-wäre das dann gut?Ich denke und hoffe mal,ich bin bei ihr damit einigermaßen gut angekommen. Tschüß Christian |
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Ich wäre dafür, daß die aus der Wahl ggf. zu zahlenden Gehälter abhängig sein sollen von der Wahlbeteiligung. Die Höhe der Wahlbeteiligung drückt immerhin aus, wie wichtig den Wahlberechtigten die Kandidaten sind.
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Die Wahlbeteiligung oder Stimmenanteile sollten es nicht sein, denn nicht immer wird richtige und weitsichtige Politik umgehend von den Wählern honoriert. Ich wäre jedenfalls strikt dagegen, denjenigen, die in ihrer Kompromissunfähigkeit und egozentrischen Weltsicht nur eine auf ihre Interessen maßgeschneiderte Partei für wählbar halten, eine solche Bedeutung beizumessen. |
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