21.05.2012 18:00
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Milbradt droht indes ein Fünffachschlag zu gelingen: Dresden fliegt von der Welterbeliste; die deutsche Kulturpolitik ist weltweit desavouiert; Deutschland bricht den Unesco-Vertrag; andere deutsche Anträge für die Welterbeliste haben kaum noch eine Chance und: Die Stadt wird eine vergleichsweise banale Bogenbrücke erhalten - statt ein Kunstwerk, wie jüngst in Paris, London und sogar in Berlin entstanden.
Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-...on/663425.html |
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Der sechste Schlag dürfte ebenso wirksam sein und Aufsehen erregen:40 (in Worten: vierzig) Aktenordner sind "fälschlich" bereits im April verschwunden oder vernichtet worden. Und das nicht etwa in einen Stasi-Zentrale, sondern im freiheitlich-freistaatlich-sächsischen Justizsystem! Nun wird das große Altzheimer-Weiß-nicht-mehr-Spielchen beginnen können: Niemand hat etwas gehört, gesehen, gesagt oder getan, keiner weiß etwas davon, alles heiße Luft, Verleumdungen, Irrtümer, Banalitäten, Mutmaßungen, Al bernheiten usw. usw. usw. Hauptsache, auch der allerallerkleinste Schmierzettel von Stasi-IM-Schmierfinken z.B. über das angebliche Fremdgehen eines SED-Genossen Parteisekretär mit der Chefsekretärin des Kombinatsdirektors auf der Betriebsfeier anläßlich des 70. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution (oder auch jeder anderen denkbaren Konstellation) wird gefunden, rekonstruiert, wissenschaftlich, politisch und juristisch aufgearbeitet und führt zu harten Konsequenzen für die Betroffenen.
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Achtung Satire!
gerade bei SPIEGEL-Online entdeckt: KORRUPTION Sachsen räumt auf Um die leidige Affäre - Amtsmissbrauch, Kinderprostitution, Bandenkriminalität, Geldwäsche, zwei Morde und ein Mordversuch -, in die höchste Kreise verstrickt sein sollen, endlich aus der Welt zu schaffen, haben die Behörden mit intensiven Aufräumarbeiten begonnen. So wurden beim Verfassungsschutz 40 Aktenordner mit brisantem Inhalt vernichtet. Der sächsische Innenminister Buttolo, dem die Verfassungsschützer unterstehen, sprach von einem "internen Missverständnis" und von "menschlichem Versagen aufgrund von Fehlinterpretationen". Misstrauen gegenüber dieser Begründung wäre fehl am Platz, da gerade bei mündlichen Mitteilungen Irritationen durchaus denkbar sind. Dies wird auch durch Aussagen von Beamten des Verfassungsschutzes erhärtet. So gibt es zu Buttolos ursprünglicher Anweisung - "Alles schreddern!" - unterschiedliche Versionen. Drei Zeugen bestätigen zwar übereinstimmend, dass von "schreddern" die Rede war, widersprechen sich aber, was geschreddert werden sollte. Sie zitierten den Minister mit "40 Ordner", "wenigstens die schlimmsten Sachen" und "alles mit B" |
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Schadensbegrenzung bedeutet in dem Fall, dass die Verantworzlichen noch so lange wie möglic h im Amt bleiben. So wird erreicht das der Schaden wenn sie dann nicht mehr zu halten sind an ihnen hängenbleibt. Die Aufmerksamkeit richtet sich so nicht auf potentielle Nachfolger, die dann mit reiner Weste und großen Besen Ordnung schaffen können. Den Vorgängern wird das Ganze irgendwie versüßt.
Ist schon lustig wie wir hier veralbert werden. Das Schema ist übrigens immer dasselbe. 1. Dementi 2. Runterspielen . . . 7 Rücktritt Die Zwischenschritte habe ich leider vergessen, aber es gab mal einen interessanten Artikel dazu der das ganze anhand von verschiedenen Skandalen (u.a. Stoltenberg) analysiert hat. Für Reporter hat das auch einen Vorteil sie wissen immer wo sie sich innerhalb eines Skandals gerade befinden. und entsprechend auch was als näcghstes kommt. Warum lassen wir uns eigentlich so vera..chen? |
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[quote=Börner;637]Schadensbegrenzung bedeutet in dem Fall, dass die Verantwortlichen noch so lange wie möglic h im Amt bleiben. So wird erreicht das der Schaden wenn sie dann nicht mehr zu halten sind an ihnen hängenbleibt. Die Aufmerksamkeit richtet sich so nicht auf potentielle Nachfolger, die dann mit reiner Weste und großen Besen Ordnung schaffen können. Den Vorgängern wird das Ganze irgendwie versüßt.
Ist schon lustig wie wir hier veralbert werden. Das Schema ist übrigens immer dasselbe. ... /quote] Ich habe jetzt einen Artikel gefunden, der das erwähnte Muster offenlegt. Dabei korrigiere ich gleich meine fehlerhafte Erinnerung. Die Autorin stellt übrigens fest, dass die Reihenfolge nicht immer gleich ist, sondern je nach Absicht des Handelnden variiert. Das macht es etwas schwerer für die Reporter ![]() http://www.tu-chemnitz.de/spektrum/00-1/tu16.html Also: Leugnen, Umdeuten Beteiligung abstreiten, rechtfertigen, Negative Absicht abstreiten, Bedeutung relativieren, Eingeständnis. Uns fehlt eigentlich nur noch, das Eingeständnis. Aber das kommt erst, wenn die Betroffene Person möglichst beschädigt ist, damit die Kontrastierung zum möglichen Nachfolger besonders deutlich herausgearbeitet wurde. Eine Variation des ganzen, das Ave Maria des Politisch Verantwortlichen:Abwiegeln, solange es geht; Vertuschen, was das Zeug hält; Entsetzen vortäuschen, wenn der Schwindel auffliegt, Machterhalt durch neue Lügen; Aktionismus, um die Wähler zu besänftigen; Rundumschlagen, die Schuld abwälzen; In sich Gehen, eigenen Anteil bedauern; Abtreten, wenn es sich nicht mehr verhindern lässt. |
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Unabhängig davon, dass Buttolo sichtlich ungeschickt agiert, sollte die Diskussion über ihn jedoch nicht vom Problem ablenken. Korruption und Missbrauch waren (und sind?) an der Tagesordnung. Es handelt sich nicht um Einzelfälle sondern um Netzwerke. Wie gelingt es also diese Netzwerke mit teilweisen Verknüpfungen bis hin zur Mafia wirkungsvoll zu bekämpfen? Der Rücktritt Buttolos wäre da nur ein Bauernopfer, dass zur Lösung des Problems keinerlei Beitrag zu liefern vermag, aber wirkungsvoll vom Problem ablenkt. Halten wir also die Augen offen, ob sich der Blickwinkel wieder in die richtige Richtung richtet oder ob alles unter den Tisch gekehrt wird.
Bislang wurden lediglich eins zwei Namen genannt, Konsequenzen gab es im Prinzip nicht. Wie kann es sein das Beteiligte Richter oder Staatsanwälte weiter Recht sprechen oder als Angestellte wichtige Entscheidungen treffen. Das mindeste wäre doch sie vorläufig zu beurlauben. |
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[quote=Bernd Richter;674 ...Die Ausübung von Druck ist in Ordnung und auch angebracht. Aber ich habe den Eindruck, den Oppositionspolitikern geht es gar nicht so sehr um Aufklärung, sondern darum, mit möglichst populistischen Aussagen in der Zeitung zu stehen. Da nehmen sich Linke, Grüne und FDP leider wenig![/quote]
Man kann sogar soweit gehen zu sagen, dass undifferenzierte Forderungen gut dazu geeignet sind von den Problemen (und vor allem den Hintermännern) wirkungsvoll abzulenken. Leider unterstützen die Medien mit ihrer Berichterstattung den Populismus der Personen, die auf eine schnelle Schlagzeile aus sind, gleichzeitig aber nicht bereit sind sich in das Thema einzuarbeiten. Wenn dann die Arbeit der Personen, die sich ernsthaft mit der Materie beschäftigen Ergebnisse hervorbringt, sind diese schon kaum noch was wert, weil schlimmer als es die Schlagzeilenhervorrufer gefordert haben, kommt es dann meist nicht und die Bürger sind letztlich enttäuscht. |
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![]() Zitat:
![]() Als 1989 die sogen. Wiedervereinigung umgesetzt wurde, hatten die Bürger und Bürgerinnen in den Neuen Ländern übersehen, dass die selbstorganisatorischen Prozesse der freien Märkte aus dem Osten den Mezzogiorno der Bundesrepublik machen würden. Die Entwicklung war eine Analogie zu den italienischen Zuständen und Verhältnissen einschl. der Strukturierung organisierter Kriminalität a la Mafia und Camorra. Dass wir durch das Hinzukommen der russischen Variante der Mafia eine noch extremistischere Ausprägung der OK (organisieren Kriminalität) feststellen können, all das sollte doch niemanden überraschen. Und wenn ich die Verlautbarungen vom sächsischen Ministerpräsidenten, der ja in einer unheiligen Nachfolge des Marktwirtschaftsfundamentalisten Biedenkopf steht, höre, dann kommt mir die ganze Argumentation auch sehr bekannt vor. All das, was der Herr Milbradt in den vergangenenne Tagen zum Thema OK zum besten gab, mir schien es fast so, als hätte er da bei dem Herrn Andreotti abgeschrieben. Staatserhaltende Vertuschungs- & Beschwichtigungspolitik wir in Sachsen die real-existierenden Strukturen der Mafiawirtschaft ebenso wenig offenlegen und genau faktisch genau so wenig bekänmpfen, wie wir das in Italien beispielhaft nachspüren können. Ich frage mich ernsthaft, wie bescheuert eigentlich die sächsische Bevölkerung sein muss, wenn sie sich das in der heutigen Zeit und auf Basis der heute öffentlich zugänglichen Informationen einreden läßt. Es sind gerade die scheinheiligen und - sachlich gesehen - verlogenen "Sparen, sparen Parolen", mit denen ja die Liquidierung der erforderlichen staatlichen Verfolgungs- und Aufklärungsinstitutionen ummäntelt wird. Wirklich. Sachsen scheint mir noch immer das Tal der Ahnungslosen zu sein. Aber ich mag nicht glauben, dass ausgerechnet die Leute dort wo meine Mutter das Licht der Welt erblickte, so depp sind. Mein Mutter war jedenfalls ziemlich plietsch. Das müssten doch die Sachsen auch sein. Oder nicht? |
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