21.05.2012 17:53

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  #1 (permalink)  
Alt 04.05.2007, 20:41
Youngwoerth Youngwoerth ist offline
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Registriert seit: 04.05.2007
Beiträge: 3
Standard Entwürfe zum Gewandhausneubau

Es ist wirklich unglaublich, mit welcher Selbstsicherheit und Arroganz heute diese erneute unverschämte Provokation für den Neumarkt präsentiert wurde. Ich hoffe inständig, und werde auch selbst mein Möglichstes dafür tun, dass die Dresdner diesen ignoranten und egoistischen Bau zu verhindern wissen.

Über 63000 Unterschriften sind gesammelt worden für einen möglichst originalgetreuen Wiederaufbau des Neumarktes, immer wieder mußte man gegen Provokationen von Seiten des Stadtrates und der Architektenschaft kämpfen (Baywobau, Prisco uvm.), und trotzdem agiert diese Stadt in ignoranter, selbstüberzeugter Weise weiter wie bisher.

Ich kämpfe für ein neues Bürgerbegehren!
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  #2 (permalink)  
Alt 18.05.2007, 09:46
hjwagner hjwagner ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 24.04.2007
Beiträge: 370
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Könnte man im Gewandhaus Auto fahren wäre eine 2/3-Mehrheit für den Bau.
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  #3 (permalink)  
Alt 18.05.2007, 11:18
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 26.01.2007
Beiträge: 641
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Wie es aussieht, wird dieses Thema die Diskussion um die Waldschlösschenbrücke nahtlos ablösen und dieser vermutlich auch in der Heftigkeit der Diskussion nicht nachstehen. Es wäre in der Tat auch schlimm, wenn den Dresdnern ein derart zentrales Bauvorhaben egal wäre. Dennoch lassen sich schon wieder Tendenzen erkennen, die man schon aus anderen Diskussionen kennt. Nähmlich ein Mangel an Sachlichkeit und Gelassenheit, dafür aber der Anspruch die alleinig richtige Auffassung zu haben. Um nicht missverstanden zu werden, damit meine ich nicht unbedingt die Gesellschaft historischer Neumarkt!

Die bisherigen Quartiere am Neumarkt haben meines Erachtens gezeigt, wie schwierig es ist, von heute auf morgen ein lebendiges Stadtzentrum wieder auferstehen zu lassen, zudem noch nach historischem Vorbild. Die eigentlich notwendige Kleinteiligkeit und Authentizität, wie man sie teilweise z. B. noch in der Inneren und Äußeren Neustadt vorfindet, lässt sich wohl kaum erreichen, wenn ganze Quartiere von einem Bauherren errichtet werden. Allerdings war dieses Vorgehen vermutlich nicht vermeidbar, um die vollständige Bebauung des Platzes noch miterleben zu können. Die Fassaden der neu entstandenen Quartiere werden sicherlich irgendwann verblassen und dann vielleicht sogar glaubwürdig erscheinen. Aber spätestens beim Betreten der Quartiere wird deutlich, dass es sich eben nicht um eine Bebauung aus dem 18. oder 19. Jahrhundert handelt. Dies betrifft alle bisherigen Quartiere und wird beim "Juwel an der Frauenkirche" der Baywobau nicht anders sein.

Dennoch empfinde ich die bisherige Entwicklung am Neumarkt überwiegend als positiv. Aber ich habe Bedenken, ob es dem Platz gut tut, wenn er von historisierenden Quartiersbebauungen vollständig umschlossen wird. Ein modernes Gewandhaus betrachte ich da nicht als Provokation sondern fast schon als eine Notwendigkeit, zumal es sich im Gegensatz zu den bisherigen Quartieren um keine rein kommerzielle Nutzung handeln würde! Es fällt mir schwer zu beurteilen, ob der Siegerentwurf dafür nun das Maß aller Dinge ist. Allerdings kann ich die Juryentscheidung beim Betrachten der anderen Entwürfe durchaus nachvollziehen.
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  #4 (permalink)  
Alt 21.05.2007, 00:02
Benutzerbild von Steffen Kaufmann
Steffen Kaufmann Steffen Kaufmann ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 20.01.2007
Beiträge: 29
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Jury-Entscheidungen, das ist so eine Sache, die viel mit Inzucht zu tun hat. Man denke nur an die schlimmsten Beispiele für das, was heute als Moderne Architektur verkauft wird. Alles, was ganz offensichtlich einfach beschissen oder den Ansprüchen nicht gerecht werdend aussieht, wird einfach als moderne Architektur bezeichnet, um sich jeder Diskussion zu entledigen, und wenn man sie doch für nötig hält, flüchtet man in völlig schizophrenes pseudoakademisches Gelaber, man denke nur an die Begründung zum Wilsdruffer Kubus, oder, absolut virtuos, das Neue Palais neben dem Coselpalais.

Den Entwurf für die ganz ehemalige und dann nicht mehr bebaute Gewandhausfläche finde ich, gemessen an dem, was man heute als sogenannte moderne Architektur gewohnt ist, gar nicht mal schlecht, nur bedarf es nicht viel Beschäftigung mit den Perspektiven auf dem Neumarkt, um zu sehen, dass da im Zweifelsfalls gar nix hin darf, und wenn schon, dann nur wirklich moderne Architektur, und die kann auf dem Neumarkt beinahe ausschließlich nur historisch angelehnt sein. Man kann ja auch ganz neue Gebäude entwerfen, die so aussehen, als wären sie alt. Man muss schon einen heftigen Schaden haben, um dort auch noch Sehnsucht, nach "interessanten Brüchen" zu haben. Leute, die überallen austauschbare Kästen hinhaben wollen, haben einen Bruch im Kopf und sollen mit ihrer Architektur im Gewerbegebiet außerhalb der Stadt glücklich werden, da ist sowas gefragt. In der Innenstadt ist es Körperverletzung an den Passanten, in Bitterfeld wie in Dresden. Ich war heute auf dem Neumarkt und habe mal wieder ein typisches Beispiel "moderner Architektur" fotografiert. Das ist nicht modern, das ist rückwärtsgewandt. Zu der neuen Bauhalle wird gesagt "Dresden braucht so etwas." Gleichzeitig wurde das alte neue Polizeipräsidium aber abegrissen, da beißt sich die Logik doch in den Schwanz. Niemand Unbeteiligtes oder als Nachbar Betroffener braucht diese erschreckend banalen Kästen. Ich war kürzlich in Stuttgart. Die Innenstadt ist der unbegreifliche Horror, gemessen an dem, was die Stadt für ein unendliches Potential bietet, man muss in einer Weltstadt stundenlang auf eine Stadtrundfahrt warten und die Auskunft im größten Touristenbüro der Stadt denkt, Dresden hätte fast zwei Million Einwohner. Das ist in einer der schönsten, bestgelegenen und fortschrittlichsten Gegenden Europas, das sollte man von der Architektur der Innenstadt her vielleicht doch nicht unbedingt zum Maßstab erklären, zumal die Geografie dort ein ähnliches Potential bieten würde wie in Dresden, Hamburg und München. Das ist ein Beispiel wie man es nicht macht, genauso wie die Einheimische und Touristen gleichermaßen sprachlos machende sogenannte Moderne Pinakothek in München und die neue Kunsthalle wäre nur eine drittklassische Kopie davon. "Moderne" Architektur eben, siehe Foto, für Liebhaber von interessanten Brüchen. Das zweite Bild zeigt den Entwurf, der Platz 4 belegt hat. So gesehen muss man den drei Davorplatzierten eigentlich bei aller Umstrittenheit nur höchst dankbar sein, dass sie das Schlimmste verhindert haben. Zum Vergleich Platz 5 als drittes Bild, der bestplatzierte Entwurf eines Dresdner Architektenbüros, auch nicht so erotisch, aber für die Mehrheit der Nichtarchitekten bestimmt besser als Platz 4. Am Schluss muss es noch einer mieten, und wenn es zu bescheuert aussieht, hilft auch die schöne Umgebung nix.
Angehängte Grafiken
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Dateityp: jpg platz 5.jpg (85,0 KB, 17x aufgerufen)
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  #5 (permalink)  
Alt 21.05.2007, 10:37
peter schewe
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Da kann man ja bloß froh sein, dass Sie, Herr Kaufmann nicht in der Jury saßen....!
Dass Architekten in Ostdeutschland wenig Ansehen genießen, ist bekannt und der Tatsache geschuldet, dass kraneinsatzoptimierte DDR- Plattenbausiedlungen wenig Spielraum für gute wie auch für schlechte Architektur ließen, leider.
Deswegen aber heute immer noch alles, was nach Architektur aussieht oder riecht oder schmeckt, in Grund und Boden zu verdammen, ist einfach nur proletischer Reflex und zeugt nicht gerade von kultureller Bildung.
Ob die Stelle des Gewandhauses wieder bebaut werden soll oder nicht, ist meines Erachtens eine Glaubensfrage. Dass aber der Frauenkirche und der bisherigen, wenig geglückten und ein ungutes Gefühle hinterlassenen Neumartktbebauung ein modernes Pendant gut tun würde, dass müsste eigentlich jedem unvoreingenommenen Betrachter einleuchten. Die Einmaligkeit der Frauenkirche im Kontex zur Gegenwart würde so deutlicher werden, derzeit verliert man nämlich auf dem Neumarkt jegliches Zeitgefühl, was irritierend und ermüdend wirkt. Ein gekonnt vorgetragener Kontrast zwischen Alt und Neu würde dagegen die Spannung und die Wirkung der historischen Bebauung wohltuend erhöhen. Ich hätte mir an dieser Stelle auch den nun leider für Dresden verlorengegangenen Liebeskindbau (Hauptstraße) vorstellen können.
Aber all das wird, wie schon vieles in Dresden an der Engstirnigkeit und Provinzialität eines vergangenheitsfixierten Publikums und seiner gewählten Vertreter scheitern.
Namhafte Architekten werden sich abwenden und Ihre Perlen zu recht woanders verstreuen, was bleibt Ihnen denn auch anderes übrig ?
Ob Dresden Landeshauptstadt bleibt, ist ohnehin bei einer Zusammenführung der drei ehemalig sächsischen Herrschaftsgebiete (Sachsen, Thüringen und Sachsen- Anhalt) fraglich, Leipzig kommt da wohl nicht nur seiner zentralen Lage wegen eher in Betracht. Und Dresden fällt die Rolle zu, die es schon jetzt in den Köpfen eines Großteils seiner Bürger spielt: Provinzhauptstadt.

P. Schewe
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  #6 (permalink)  
Alt 21.05.2007, 17:50
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Zitat:
Zitat von peter schewe Beitrag anzeigen
Da kann man ja bloß froh sein, dass Sie, Herr Kaufmann nicht in der Jury saßen....!
(...) Deswegen aber heute immer noch alles, was nach Architektur aussieht oder riecht oder schmeckt, in Grund und Boden zu verdammen, ist einfach nur proletischer Reflex und zeugt nicht gerade von kultureller Bildung.
P. Schewe
Ich hoffe, dass diese Beschimpfung nicht zur Abteilung "kulturelle Bildung" zählt! Woran liegt es, dass viele Menschen zusammenzucken wenn von "moderner Architektur" die Rede ist? Nur an den Menschen oder auch an der Architektur? Warum muss moderne Architektur "Brüche" oder "Kontraste" produzieren? Kann es nicht auch Harmonie sein? Brüche und Kontraste zu produzieren ist kein Kunststück. (An hjwagner: Das schafft die WSB doch wohl auch nach Ansicht ihrer Gegner: Brüche herzustellen. Damit erfüllt sie ein wichtiges Erfordernis: überkommene Sehgewohnheiten enttäuschen, neue Perspektiven eröffnen. In der Kulturlandschaft Stadt ist dies wohl zwingend für modenre Aerchitektur, warum nicht auch in der Kulturlandschaft Fluss) Gelungene Plätze, für die die deutsche Architektur in den letzten Jahrzehnten meiner Meinung nach nicht gerade berühmt ist, wirken in ihrer Gänze. Es kommt nicht so sehr auf den Baustil an, sondern darauf, wie sich jedes einzelne Gebäude in den Dienst des Platzes stellt. Ein Platz voller Solitäre ist kein Platz. Die Aufgabe des Neuen Gewandhauses, als Gegenspieler in einen Dialog mit der Frauenkirche, der unbestreitbaren Beherrscherin des Platzes, zu treten, ist eine Herkulesaufgabe. Keiner der Wettbewerbsentwürfe kann diese hohe Erwartung erfüllen. Das liegt nicht nur an den Entwürfen selbst, sondern vor allem am Partner. Ich sehe auch keinen Grund, weshalb ausgerechnet am Neumarkt ein Exempel der modernen Architektur verirklicht werden muss. Die Gefahr des Scheiterns ist wegen des übermächtigen "Gegners" extrem hoch. Ob man den Platz bebaut oder nicht kann sich nicht nur danach entscheiden, wann dort zuletzt ein Gebäude stand. Die Geschichte zeigt, dass beide Alternativen einen Reiz haben. Es besteht kein Zwang, die Fläche zu nutzen. Man sollte deshalb lieber nichts als etwas falsches bauen. Sicherlich hat Dresden ein Defizit an guter moderner Architektur. Dresden hat aber auch ein Defizit an ehemals architektonisch gestalteten Plätzen. Pirnaischer Platz, Georg-Treu-Platz, Ferdinandplatz, Dippoldiswalder Platz und Postplatz sind allein vier Beipiele am Rand der Altstadt. Hier könnte ein modernes Pendant zum Neumarkt den Dialog aufnehmen. Hier könnte moderne Architektur im Gesamtbild zeigen, wie heutige Platzarchitektur ein anziehendes und Urbanität vermittelndes Stadtbild formen kann. W.S.
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  #7 (permalink)  
Alt 22.05.2007, 15:14
Youngwoerth Youngwoerth ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 04.05.2007
Beiträge: 3
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Ich kann es echt nicht mehr hören!
Brüche, Kontraste, zeitgemäßes Bauen, Gegenpole der Moderne...
Es ist so ermüdend, sich dieses stupide Nachgeäffe immer und immer wieder anhören zu müssen. Dass ganz Dresden ein einziger Kontrast ist, dass dieses so genannte "zeitgemäße" (ich finde es bspw. überhaupt nicht zeitgemäß) Bauen vom Wiener Platz bis in die Pirnaische Vorstadt verwirklicht wurde, dass man an beinahe jedem Platz in Dresden einen "Gegenpol der Moderne" findet, und es hier beinahe nicht eine "bruchfreie" Straße mehr gibt, scheint Manchem meiner Vorredner dagegen nicht aufzufallen. Und nun soll die (beinahe deutschlandweit) letzte innerstädtische Chance auf ein harmonisches Altstadtensemble, wie man es in jeder anderen europäischen Stadt in jedem anderen europäischen Land, dem der Bombenkrieg erspart geblieben ist, findet, der restlichen deutschen Flickenteppich-Tristesse angeglichen werden? Soviel Ignoranz und Unfähigkeit zu einer ganzheitlichen Logik übersteigt mein Fassungsvermögen.
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  #8 (permalink)  
Alt 22.05.2007, 17:06
peter schewe
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Ja, tut mir leid, lieber Youngwoert, da kann man wirklich nichts machen mit Ihrem Fassungsvermögen. Lässt sich leider nicht erweitern.

mit freundlichem Gruß
P. Schewe
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  #9 (permalink)  
Alt 22.05.2007, 17:07
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Registriert seit: 13.03.2007
Beiträge: 527
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Vorab Respekt und Anerkennung den Stuttgarter Architekten. Die können da wirklich am wenigsten dafür.

Warum wird die Kunsthalle nicht am Postplatz oder am Wiener Platz gebaut? Da würde sie sicher besser hinpassen. Ich bin auf jedem Fall der Meinung, das in dem relativ kleinen Bereich um die Frauenkirche (ca. 600 x 400m) eine durchgängige Gestaltungsstruktur der Gebäude, wie sie jetzt begonnen wurde, die bessere Lösung ist. Durch die unterschiedlichen Fassaden und Höhen sind genug "Brüche" vorhanden. Da braucht es nicht noch etwas total anderes.
Dresden stand und steht auch für moderne und aussergewöhnliche Architektur zB. Yenidze, Kugelhaus, Zirkus Sarrasani. Aber lasst an der Stelle die Kirche im Dorfe.
Wenn der Neumarkt mal fertig ist in der jetzigen Form wird das richtig schön.

Naja, unsere Stadthäuptlinge scheinen aber momentan an der allgemeinen Stadtverschandelungskrankheit zu leiden. Hoffentlich ist sowas heilbar.
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  #10 (permalink)  
Alt 24.05.2007, 20:17
Thomas Baader Thomas Baader ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 24.05.2007
Beiträge: 4
Standard AW: Entwürfe zum Gewandhausneubau

Das neue "Gewandhaus" - der Name ist bereits ein plumper Etikettenschwindel - ist in der Tat ein rückwärtsgewandtes Projekt, und zwar deshalb, weil es eine unzeitgemäße Realisierung der überholten Konzeption der "Brüche" und "Kontraste" darstellt. Es handelt sich dabei genau um jene Vorstellungen, die zu der in der Bevölkerung weit verbreiteten Unzufriedenheit mit der Gestalt unserer Städte geführt haben. Sie haben sich also in der Vergangenheit nicht bewährt, und ganz so, als lebten Architekten auf dem Mars und nicht auf der Erde, wird uns heute in Dresden das fehlgeschlagene Experiment von neuem präsentiert. Allein, die von Architekten so oft behauptete "Spannung" erweist sich letztendlich als banale Reizlosigkeit. Hier haben die Bürger einer Stadt doch ganz klar und eindeutig ihren Wunsch nach einer in sich stimmigen, harmonischen und geschlossenen Bebauung artikuliert: Ist das Architekten-Ego tatsächlich so groß, dass den Dresdnern noch nicht einmal dieser eine Platz gegönnt wird?
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