21.05.2012 17:53
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Nachdem die CDU-Landesregierung erstmals offiziell in den Brückenstreit eingreift, in dem sie, als sich ein Kompromiss in Form einer neuen Ausschreibung mit namhaften Archtekten abzuzeichnen schien, das Regierungspräsidium im Vorfeld der Abstimmung im Stadtrat verkünden lässt: ... dass es keinen weiteren Aufschub des Baus zulasse und entsprechende Beschlüsse des Stadtparlamentes beanstanden werde, versucht Jurk zu kontern in dem er die Mittelvergabe aussetzt. Für mich ein Patt, da die bis dahin ausgegebene neutrale Haltung einseitig aufgegeben wurde. Das Geschrei das jetzt seitens der CDU angezettelt wird, kann man entsprechend abhaken.
Für mich wirft sich da aber eine ganz andere Frage auf. Ich erwarte, dass diejenigen, die lauthals aufschrien und Dresden zukünftig als Hampelmänner der UNESCO sahen, jetzt zumindest genausostark aufschreien, wenn die kommunale Eigenständigkeit durch die sächsischen Staatsregierung untergraben wird. Ich höre zumindest aufmerksam zu oder gelten solche Argumente nur wenn sie zur persönlichen Einstellung passen? Wie gesagt, es schien sich ein Kompromiss anzubahnen und genau in dem Moment gibt man die scheinbar neutrale Haltung auf? Für mich sieht das eher wie Furcht aus. Ein Kompromiss ist nicht gewollt , warum auch immer. Ich persönlich halte wie schon oft gesagt keine Brücke an dieser Stelle für richtig, aber dieses zarte Pflänzchen sofort gnadenlos zu zertrampeln zeugt definitiv nicht von der Absicht eine Lösung die verbindet zu finden. |
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W.S. |
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Das RP hatte im Vorfeld laut eigener Angaben schlicht und ergreifend lediglich eine Presseanfrage o. ä. beantwortet (siehe www.rp-dresden.de). Bereits in der Stadtratsvorlage des Baubürgermeisters sah man demnach unabhängig von den Ergänzungsanträgen die Rechtswidrigkeit eines entsprechenden Beschlusses. Dies ist angesichts des klaren Beschlusses des Oberverwaltungsgerichts auch nachvollziehbar. Ich sehe da keine politische Einflussnahme. Nicht zuletzt der Beschluss des OVG verdeutlicht zudem, dass das RP in dieser Angelegenheit bisher offenbar rechtmäßig gehandelt hat. Im Übrigen ist völlig unklar, ob eine andere Brückenausführung von der UNESCO überhaupt akzeptiert wird. Nach dem Verlauf des Meditationsverfahrens muss man eher zu dem Schluss kommen, dass keinerlei Brücke an diesem Standort akzeptiert wird. Das Meditationsverfahren hätte, wenn es denn schon scheitern musste, wenigstens in dieser Frage für Klarheit sorgen können. Ich weiß nicht, warum dies nicht möglich war. Aber es drängt sich doch die Vermutung auf, dass die UNESCO zu keiner eindeutigen Positionierung bereit bzw. fähig war. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die UNESCO von einer anderen Brückenausführung beeindrucken lässt. Wenn man das Aachener Gutachten zugrunde legt, lässt sich der vermeintliche Mangel mit einer anderen Ausführung eigentlich nicht beheben. Auch eine "schickere" Brücke wird nicht unsichtbar sein und das Elbtal an dieser Stelle optisch beeinträchtigen. Ich denke, die einzige Möglichkeit die UNESCO noch zu beeindrucken, besteht darin, den Streit in Dresden zu beenden und bei der UNESCO für Akzeptanz zu werben. Solange wir in Dresden aber noch nicht einmal letztinstanzliche Gerichtsurteile akzeptieren, würde ich als UNESCO-Verantwortlicher auch keinen Grund sehen, meine bisherige Position zu hinterfragen. Vermutlich (bzw. hoffentlich) in Kürze wird sich das Bundesverfassungsgericht und der Sächsische Verfassungsgerichtshof zum Thema äußern. Spätestens wenn diese den Bau der Brücke bestätigen, was gemeinhin vorausgesagt wird, sollten sich die Brückengegner (vor allem die im Stadtrat) fragen, ob es wirklich im Sinne des Weltkulturerbes ist, diese Auseinandersetzung weiter zu führen. |
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Herr Richter: "Nach dem Verlauf des Meditationsverfahrens muss man eher zu dem Schluss kommen, dass keinerlei Brücke an diesem Standort akzeptiert wird. Das Meditationsverfahren hätte, wenn es denn schon scheitern musste, wenigstens in dieser Frage für Klarheit sorgen können."
Es ist wohl allgemein bekannt, woran das Mediationsverfahren gescheitert ist: An der Sturheit, vom Planfeststellungsbeschluß zur Waldschlößchenbrücke nicht abzurücken. Wie soll da ein Kompromiß möglich sein? Herr Richter: "Auch eine "schickere" Brücke wird nicht unsichtbar sein und das Elbtal an dieser Stelle optisch beeinträchtigen." Dem stimme ich zu. Außerdem resultiert aus diesem Standort, daß die Waldschlößchenbrücke zur teuersten Stadtbrücke Europas wäre. Und bessere Verkehrslösungen sind durch die WSB über viele Jahre verhindert worden. Herr Richter: "Ich denke, die einzige Möglichkeit die UNESCO noch zu beeindrucken, besteht darin, den Streit in Dresden zu beenden und bei der UNESCO für Akzeptanz zu werben." Wie soll das gehen? Mit den offensichtlichen Resten an Blockparteienmentalität aus DDR-Zeiten in CDU und FDP, nach der doch nun alle mal an einem Strang ziehen sollen, damit die UNESCO "gezwungen" wird, der Vernichtung von Unwiederbringlichem und somit dem Schandfleck zuzustimmen? |
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Das Dresdner Elbtal wäre der erste Fall einer Streichung von der Weltkulturerbeliste. Und wofür? Weil eine Brücke gebaut werden soll!?? Also ich finde das reichlich übertrieben, zumal im Angesicht eines entsprechenden Bürgerwillens und der nicht gerade niedrigen rechtsstaatlichen Hürden für solche Bauprojekte in Deutschland. Die UNESCO hat sich hier meines Erachtens verrannt und die Bedeutung des Bürgerentscheides völlig unterschätzt. Ich kann nicht einschätzen, ob man die UNESCO noch von einer Aberkennung abhalten kann. Zumindest sollte es doch möglich sein, dass die Entscheidung bis zur Vollendung des Baus ausgesetzt wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür wird meines Erachtens erhöht, wenn insbesondere der Stadtrat geschlossen an die UNESCO herantritt. Die Gegner im Stadtrat können nun wirklich behaupten, alles gegen den Bau der Brücke unternommen zu haben. Ich denke, man kann der UNESCO insofern plausibel deutlich machen, dass am Bau dieser Brücke kein Weg vorbei führt. Aber leider tut die Gegnerschaft im Stadtrat alles, um die Vermutung zu untermauern, dass es ihnen vordergründig nicht um den Erhalt des Welterbetitels sondern um die Verhinderung der Brücke geht. |
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