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  #1 (permalink)  
Alt 12.04.2007, 13:47
Thomas May Thomas May ist offline
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Registriert seit: 24.01.2007
Beiträge: 766
Standard Credo: Dresden muss frei bleiben!

Das selbstgerechte Gut- und Bessermenschentum der Brückenfeinde ödet mich maßlos an.

Nicht einer von diesen Leuten hat sich bisher zu der Frage geäußert, wieso Ihnen eigentlich die eminente Beschädigung der demokratischen Kultur, die sie mit ihrer Wühl- und Hetzkampagne gegen die WSB verursachen, so völlig gleichgültig ist.

Ich kann deshalb nur folgern: Diesen Leuten ist Demokratie und zumal direkte Demokratie scheinbar nur dann etwas wert, wenn die Ergebnisse in die eigene politische Linie passen. Das ist im Grundzug totalitär und – gemessen am hehren Gutmenschenanspruch – eine widerliche Heuchelei.

Diese Leute wollen in Wahrheit eine Diktatur. Vielleicht ist ihnen das selbst noch nicht einmal ganz bewusst. Denn wie immer geht es bei der Errichtung von Diktaturen in der Neuzeit vordergründig und scheinbar um Gutes, Edles und Wahres: Die Welt ist bedroht, sie muss gerettet werden, und die Menschheit ist zu diesem Zweck zunächst zum Besseren zu bekehren. Ergo: Autos sind böse, erzeugen Kohlendioxid, und das Weltklima wäre verloren, das Weltkulturerbe sowieso, wenn Dresden seinen Bürgern das Überqueren der Elbe mit Autos erleichtert. Aber das ist alles nur zu bekannt: Demagogie, Panikmache und Alarmismus sind just die aus der Geschichte überlieferten Instrumente, mit denen Diktaturen der Weg geebnet wird. Alles das hatten wir schon, damals war der Anstrich braun oder rot, diesmal ist er halt grün.

No, thanks. Mir ist die Demokratie, die wir haben, lieber. Sie ist nicht perfekt, aber gegenüber einer selbstgerechten, unerträglich arroganten Diktatur der Gut- und Bessermenschen auf alle Fälle das kleinere Übel.

Eben deshalb darf sich Dresden nicht auf eine Erpressung durch das Weltkulturerbe-Komitee einlassen. Dieses Komitee hat sich durch die Brückenfeinde instrumentalisieren lassen – was allerdings kein Wunder ist. Diesem Komitee sind Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ja selbst völlig fremd, es agiert nach dem Muster eines Orakels - eines sehr eitlen Orakels allerdings. Und diese Eitelkeit ist ein Problem: Das Komitee kann einen Irrtum nicht eingestehen, der Gesichtsverlust wäre einigen Wichtigheimern dort zu groß. Es bleibt nur, Dresden zu erpressen, zu knechten, zu demütigen. Und linke Stadträte assistieren dabei willfährig. Eine unglaubliche Schande!

Wenn Dresden der Erpressbarkeit und Unterjochung durch das so genannte Weltkulturerbe entkommt, so wäre dies das Beste, was der Stadt passieren kann. Dresden wird mit diesem Titel entmündigt. Jedes Vorhaben im Elbtal würde künftig von Leuten geprüft, die dazu von den Dresdnern nie explizit legitimiert worden sind und die gerade am Fall Dresden stets mit einer unerträglichen Schlampigkeit und Würgreiz hervorrufenden Überheblichkeit agiert haben.

Die Entmündigung wäre auch dann gegeben, wenn ein so genannter Brückenkompromiss zustande käme. Deshalb kann man ihn nicht wollen, wenn man Demokrat ist. Es sei denn, die Dresdner erhielten zuvor Gelegenheit, sich in einem gesonderten Bürgerentscheid zu der Frage zu äußern, ob ihnen der Weltkulturerbetitel oder die Freiheit in Hinsicht auf die Stadtentwicklung (und damit auch den Bau von Brücken) lieber ist. Ich sehe nicht, das die Brückenfeinde einen Bürgerentscheid zu dieser Frage anstreben. Im Gegenteil, sie versuchen diese Fragestellung tunlichst zu vermeiden. Warum wohl?

Nun das liegt auf der Hand: Weil sie sehr wohl wissen, dass sie sich an dieser Stelle den zweiten Korb von den Dresdnern abholen würden - unabhängig davon übrigens, wie gerade irgendwelche Umfragen zum Bau der WSB ausgehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.


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  #2 (permalink)  
Alt 12.04.2007, 18:16
Börner Börner ist offline
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Registriert seit: 04.01.2007
Beiträge: 192
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
Ich kann deshalb nur folgern: Diesen Leuten ist Demokratie und zumal direkte Demokratie scheinbar nur dann etwas wert, wenn die Ergebnisse in die eigene politische Linie passen. Das ist im Grundzug totalitär und – gemessen am hehren Gutmenschenanspruch – eine widerliche Heuchelei.
Das Gezerre um die WSB ist gelebte Demokratie. Menschen tun ihre Meinung kund und suchen nach Lösungen. Sie schöpfen, die Möglichkeiten aus, die der Rechtsstaat bietet. Andererseits (im größerem Zusammenhang betrachtet) ist sie auch ein Pubs in der Geschichte. Wenn Du Dich aufregen willst, dann tu es bspw. zu den neuen Sicherheitsgesetzen, die Herr Schäuble Schritt für Schritt ziemlich unbemerkt vom Mainstream kontinuierlich umsetzt. Dort wird die Demokratie gefährdet. Wir befinden uns auf dem Weg in einen Überwachungsstaat (in die weltweite Überwachung) gegenüber dem die Stasi geradezu harmlos wirkt.
Wenn Du also die Demokratie verteidigen willst, dann gibt es viel grundsätzlichere Probleme. Deine Eiferung erscheint im Zusammenhang mit der WSB völlig überzogen.

Und übrigens, der von Dir angegriffene Versuch doch noch einen Kompromiss zu finden, bezieht den Bürgerentscheid ein, wiederum frage ich mich, was soll die Polemik?
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  #3 (permalink)  
Alt 12.04.2007, 23:14
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
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Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Zitat:
Zitat von Börner Beitrag anzeigen
Das Gezerre um die WSB ist gelebte Demokratie. Menschen tun ihre Meinung kund und suchen nach Lösungen. Sie schöpfen, die Möglichkeiten aus, die der Rechtsstaat bietet. Andererseits (im größerem Zusammenhang betrachtet) ist sie auch ein Pubs in der Geschichte. Wenn Du Dich aufregen willst, dann tu es bspw. zu den neuen Sicherheitsgesetzen, die Herr Schäuble Schritt für Schritt ziemlich unbemerkt vom Mainstream kontinuierlich umsetzt. Dort wird die Demokratie gefährdet. Wir befinden uns auf dem Weg in einen Überwachungsstaat (in die weltweite Überwachung) gegenüber dem die Stasi geradezu harmlos wirkt.
Wenn Du also die Demokratie verteidigen willst, dann gibt es viel grundsätzlichere Probleme. Deine Eiferung erscheint im Zusammenhang mit der WSB völlig überzogen.

Und übrigens, der von Dir angegriffene Versuch doch noch einen Kompromiss zu finden, bezieht den Bürgerentscheid ein, wiederum frage ich mich, was soll die Polemik?
Wenn das keine Polemik ist...

Im Weltganzen ist unser Streit in der Tat eine Lachnummer. Für Dresden aber bleibt er ein Trauerspiel. Mit Demokratie und Rechtsstaat hat das nichts zu tun. Hier geht es um eine reine Machtfrage. Es geht darum, zu "beweisen", dass "das Volk" nicht einfach so entscheiden darf, wenn es "wichtige Leute" gibt, die es besser zu wissen glauben. Denn es geht nicht darum, zu versuchen, dem Bürgerentscheid zur Umsetzung zu verhelfen, sondern mithilfe der Welterbekommission diesen zu konterkarieren. Ohnehin scheint es in der Kommunalpolitik vielen Leuten mehr Spaß zu machen, Entscheidungen zu verschleppen oder zu verhindern als zu beschleunigen.

W.S.
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  #4 (permalink)  
Alt 13.04.2007, 11:33
schnupsihase schnupsihase ist offline
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Registriert seit: 20.03.2007
Beiträge: 6
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Herr Schleiff hat mich ja schon nett verabschiedet (siehe mein Beitrag "Denk ich an Dresden in der Nacht...) aber noch bin ich da, wenn auch nicht mehr lange.
Die WSB muss kommen und der Welterbetitel muss weg !! Warum?
1. Endlich werden 70% der in RP Angestellten einen kürzeren Arbeitsweg haben.
(eigenen Personalstatistik des RP). Das entlastet die Umwelt und vermindert den CO2 Ausstoß.
2. Der Welterbetitel würde nur bei weiteren Bauvorhaben im Elbtal stören - ich weiß wovon ich rede. Ich bin aus der Branche und kann Namen und Adressen der Interessierten - die sich im Übrigen mehr oder weniger sachlich vehement für die Brücke einsetzen - nennen.
3. Kann endlich die Neustadt und der 26er Ring zur Umweltzone ausgerufen werden. Der Feinstaub wird sich dann an diese Grenze halten.
4. Nützt es den Speditionen - sparen sie doch durch die Abkürzung DD-Hellerau nach DD- Prohlis und umgekehrt Maut. Das schafft bestimmt Arbeitsplätze.
5. Hat dann endlich der Ruf nach einem Tunnel unter dem Großen Garten, wegen der staugeplagten Fetscherstrasse und Stübelallee, seine Berechtigung.
6. Können wir endlich wieder zu unserem Obrigkeitsglauben zurückkehren. Die Gerichte (in der Hauptsache gibt es Übrigens noch gar keine Entscheidung) und die Staatsregierung haben immer recht.
7. Die direkte Demokratie hat gegen die repräsentative Demokratie gesiegt, jedenfalls rechnerisch, auch wenn über 60% der Dresdner der Brücke nicht zugestimmt haben.
8. Kommt Dresden wegen der teuersten Stadtbrücke Europas in alle Rekordlisten - das bringt der Welterbetittel nicht.
9. Bleibt der Rest des Freistaates von staubildenen Baustellen verschont, da das Geld in der WSB gebunden ist. Der volkswirtschaftliche Nutzen ist jetzt schon abzusehen.
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  #5 (permalink)  
Alt 13.04.2007, 14:53
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 26.01.2007
Beiträge: 641
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Verehrter schnupsihase, ich bin auch gern ironisch und finde Ihren Beitrag insofern durchaus unterhaltsam! Aber insbesondere Punkt 1 zeigt, dass man Ihre Argumentation nur bedingt ernst nehmen kann. Das RP setzt also die Umsetzung des Bürgerentscheides durch, weil 70 % der Mitarbeiter einen kürzeren Arbeitsweg hätten? Die Geschichte wäre also anders ausgegangen, wenn das RP am Carolaplatz residieren würde, wo mehrere Brücken zur Elbquerung zur Auswahl stehen und demnach praktisch niemand der RP-Mitarbeiter einen Vorteil vom Bau der Waldschlösschenbrücke hätte? Ich jedenfalls glaube dies nicht!

Letztlich kann man diesen Ansatz auch umkehren. An der Stauffenbergallee befindet sich nicht nur das Regierungspräsidium sondern zunehmend mehr (zumeist staatliche) Einrichtungen (zuletzt Eröffnung des Fachgerichtskomplexes), die einen direkten Zugang zur Waldschlösschenbrücke und damit zu den südöstlichen Wohngebieten hätten. Es wäre natürlich aberwitzig, die Waldschlösschenbrücke damit zu begründen. Es zeigt aber doch, dass die Brücke nicht nur die verhältnismäßig weit entfernten Industriegebiete im Norden mit Striesen & co. verbindet, sondern auch auf sehr kurze Entfernung die ehemalige Garnisonsstadt mit einer nicht geraden geringen Anzahl an Arbeitsplätzen. Das spricht zumindest nicht gegen den Standort der Waldschlösschenbrücke!
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  #6 (permalink)  
Alt 13.04.2007, 16:48
peter schewe
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Ja, Herr May,
auch wenn Sie sich ein wenig im Ton vergreifen, sehe ich die Gefahr einer Gutmenschen- Diktatur in Deutschland und Europa genauso. Das, was die Kirche über 2000 Jahre mit der 'Keule' Fleischeslust und Sünde geschafft hat, wollen nun die Grünen und andere Bessermenschen mit der Keule Umwelgefährdung, Klimaerwärmung, Ökokatastrophe, Bäumesterben, Feinstaubbelastung, Lärmtod und was es da noch an Teufelszeug alles gibt, übertreffen: Nämlich die Menschen einschüchtern und beherrschen, wohl wissend, dass damit (genau wie mit der Fleischeslust) jeder sich angesprochen fühlt und sein schlechtes Gewissen aktiviert wird. (Fast) jeder fährt Auto und wenn ich das Autofahren als die Erbsünde und Ursache allen herbeigeredeten Unheils betrachte, dann habe ich ein schlechtes Gewissen oder lasse das Auto stehen. (Die Bessermenschen müssen natürlich weiter Auto fahren, um ihre Botschaften zu verteilen und die Welt zu retten.)
Weder das eine noch das andere wird etwas bewirken und die Welt nicht untergehen, jedenfalls nicht durch menschliches Wirken. Hier setzt nämlich die unheilvolle und ungeheuerliche Selbstüberschätzung der Bessermenschen an: Wir oder Sie oder ich könnten irgendetwas bewirken im negativen wie im positiven Sinne und die (Um)welt retten oder zerstören.
Von wie wenig Vertrauen in die Urkräfte der Natur, in die evolutionäre Anpassungsfähigkeit des Individuums an die Umweltbedingungen, wie wenig Einsicht in die naturhistorischen Zusammenhänge zeugen die Hysterie und Panik, die nur deshalb verbreitet wird, um die Menschen zu verunsichern und zu beherrschen. Viel zu viele sind dieser Strategie, die mit dem Anspruch von Wissenschaftlichkeit (=Mehrwissen = Besserwissen) daherkommt, schon auf den Leim gegangen und machen sich und andere unglücklich und krank. Gerade unter den Jugendlichen und Bessergebildeten (die SZ hat es gerade feststellen lassen) finden diese Leute treue und fundamentalistische Anhängerschaften.
Dem entgegenzuwirken und die Vernunft und das Vertrauen in die Natur zurückzuerobern, dem sollten sich alle klugen Köpfe verpflichtet fühlen, getreu den Worten von Goethe:
"Recht und Licht und Freiheit schaffen, durch der Wahrheit heil'ge Waffen,
Wahrheit suchen, Tugend üben, Gott und Menschen herzlich lieben,
sei uns göttlicher Beruf."
Machen wir endlich Schluss mit dem unheiligen Dualismus von Mensch oder Natur, so als schlössen sich beide aus. Der Mensch ist selbst ein wichtiger Teil der Natur, sein Lebensanspruch ist genauso legitim, wie der anderer Geschöpfe.
Und wer über die Waldschlösschenbrücke mit dem Auto fahren wird, ist nicht dümmer oder kulturloser oder ungebildeter, wie der, der die Elbwiesen ungestört zu Fuß oder mit dem Rad benutzen und seinen Blick nicht beleidigt haben will.

P. Schewe
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  #7 (permalink)  
Alt 17.04.2007, 12:21
Börner Börner ist offline
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Registriert seit: 04.01.2007
Beiträge: 192
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Zitat:
Zitat von peter schewe Beitrag anzeigen
Ja, Herr May,
auch wenn Sie sich ein wenig im Ton vergreifen, sehe ich die Gefahr einer Gutmenschen- Diktatur in Deutschland und Europa genauso. Das, was die Kirche über 2000 Jahre mit der 'Keule' Fleischeslust und Sünde geschafft hat, wollen nun die Grünen und andere Bessermenschen mit der Keule Umwelgefährdung, Klimaerwärmung, Ökokatastrophe, Bäumesterben, Feinstaubbelastung, Lärmtod und was es da noch an Teufelszeug alles gibt, übertreffen: Nämlich die Menschen einschüchtern und beherrschen, wohl wissend, dass damit (genau wie mit der Fleischeslust) jeder sich angesprochen fühlt und sein schlechtes Gewissen aktiviert wird. ...Hier setzt nämlich die unheilvolle und ungeheuerliche Selbstüberschätzung der Bessermenschen an: Wir oder Sie oder ich könnten irgendetwas bewirken im negativen wie im positiven Sinne und die (Um)welt retten oder zerstören.
Von wie wenig Vertrauen in die Urkräfte der Natur, in die evolutionäre Anpassungsfähigkeit des Individuums an die Umweltbedingungen, wie wenig Einsicht in die naturhistorischen Zusammenhänge zeugen die Hysterie und Panik, die nur deshalb verbreitet wird, um die Menschen zu verunsichern und zu beherrschen. Viel zu viele sind dieser Strategie, die mit dem Anspruch von Wissenschaftlichkeit (=Mehrwissen = Besserwissen) daherkommt, schon auf den Leim gegangen und machen sich und andere unglücklich und krank. Gerade unter den Jugendlichen und Bessergebildeten (die SZ hat es gerade feststellen lassen) finden diese Leute treue und fundamentalistische Anhängerschaften.
Dem entgegenzuwirken und die Vernunft und das Vertrauen in die Natur zurückzuerobern, dem sollten sich alle klugen Köpfe verpflichtet fühlen, getreu den Worten von Goethe:
"Recht und Licht und Freiheit schaffen, durch der Wahrheit heil'ge Waffen,
Wahrheit suchen, Tugend üben, Gott und Menschen herzlich lieben,
sei uns göttlicher Beruf."
...
Und wer über die Waldschlösschenbrücke mit dem Auto fahren wird, ist nicht dümmer oder kulturloser oder ungebildeter, wie der, der die Elbwiesen ungestört zu Fuß oder mit dem Rad benutzen und seinen Blick nicht beleidigt haben will.

P. Schewe
Auch ich sehe die Gefahr einer Diktatur, frage mich aber gerade verzweifelt, wie Sie auf Ihre Absender kommen. Für mich geht die Gefahr dafür am stärksten von den praktisch nicht mehr rückgängig zu machenden Entscheidungen aus, wie sie in der derzeitigen "Sicherheitspolitik" der USA und mittlerweile auch in Deutschland getroffen werden.
Grundsätzlich haben Sie aber mit Ihren Gedanken recht. Im Moment versuchen, viele Interessengruppen durch das Schüren von Angst, die Menschen von Ihren Ideen zu überzeugen. Die einen warnen vorm Verkehrsinfarkt, die anderen vor der Umweltbelastung etc. Das Ganze funktioniert auch meiner Meinung nach weil es in einer komplexer werdenden Welt schwieriger wird sich zu orientieren. Eine starke Hand scheint da schneller hilfreich als viele jetzt noch denken.

Einziger Schwachpunkt Ihrer Analyse ist, dass die Natur dank evolutionärer Prozesse die Anpassung schon hinbekommt. Es ist zwar im Prinzip richtig, wenn man bereit ist im Zweifelsfall (neues Aufrüsten--> Krieg?, weiter ansteigende Emissionen--> Klimawandel...etc.) den Tod von Millionen oder Milliarden Menschen in Kauf zu nehmen, aber die Chance zur Anpassung wird mit einer Zunahme des Fortschrittes immer geringer, da die evolutionären Anpassungsprozesse nicht schritt halten mit der übrigen Entwicklung. Was ich daran besonders schlecht finde ist übrigens, dass es in der Geschichte und wahrscheinlich auch in Zukunft, nicht die trifft, die Eskalieren. Sondern im Falle von Klimaveränderungen z.B. eher die Menschen in Afrika oder auch hierzulande das "Prekariat" das trotz Fortschritt nicht nur, nicht mehr partzipiert, sondern deren Lage sich mittlerweile sogar verschlechtert und das Prekariat, wie so schön geschrieben wurde, "abgehängt" wird. Evolutionär betrachtet sind sie überflüssig (genauso wie die Pflegefälle, die Alten ...).

Um wieder auf die WSB zurückzukommen, niemand ist dumm weil er die Brücke nutzen wird, so sie denn gebaut wurde, aber ein dem Menschen dienlicher Fortschritt, definiert sich mit Sicherheit nicht alleine an einem zu dem noch umstrittenen Verkehrsverlagerungsszenario.

Befürworter: Zeigt Eure Überzeugung, dass der Bau der Brücke Probleme lösen kann dadurch, dass Ihr sie privat finanziert, dass Ihr Geld für den Bau unter Euresgleichen (56% der Dresdener Bevölkerung) sammelt. Euer Geld bekommt ihr zurück, wenn die positiven Folgen auftreten, wie von Euch vorhergesagt. Übernehmt Verantwortung, zeigt tatkräftig Eure Überzeugung!

Gegner: Zeigt Eure Überzeugung, das "weiche" Faktoren, die Menschen dazu bringen hier zu wohnen und zu arbeiten. Zeigt, das ein Mehrwert entsteht, wenn die Brücke nicht gebaut wird. Belegt Eure Vorstellungen.

Mich überzeugen immer weniger wohlfeile Reden zum Thema, auch wenn ich vielleicht der einen mehr zustimme als der anderen. Erst wenn die Redenhalter auch bereit sind persönlich Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen, werden sie für mich wieder glaubwürdig.

Ein schöner Werbespruch dazu (ich glaube Hipp): "Dafür stehe ich mit meinem Namen"
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  #8 (permalink)  
Alt 17.04.2007, 17:38
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
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Registriert seit: 13.03.2007
Beiträge: 527
Standard AW: Credo: Dresden muss frei bleiben!

Sehr geehrter schnupsihase,

sie können iher Punkte getrost auf 2 reduzieren.

Brückenbefürworter:

Ich will die Brücke, weil ich auf dem Weg zur Arbeit/nach Hause / auf die Baustelle/ in den Garten mit meinem Fahrrad/ FiatPunto/ Mercedes 500SEL/ MAN Kipper genau 2/3/4-8 Minuten einspare.
Mir ist es völlig egal wieviel die Brücke kostet, wie sie aussieht und welche Titel (die eh keiner braucht) daran hängen. Brückengegner sind Undemokraten, Weicheier, Bäumestreichler usw.

Brückengegner:

Ich will die Brücke nicht, weil ich sie nicht brauche, sie blöd aussieht, nichts nützt, ich gerne auf der Elbwiese mit meiner Frau/Freundin/LAG an der Stelle rumliege.Ausserdem gurken eh schon genug FiatPunto/ MercedesSEL /MAN Kipperfahrer durch die Stadt. Brückenbefürworter sind Betonfetischisten, Mantafahrer, ungebildete Egoisten usw.

Das ist die reine Wahrheit. So siehts aus.

Mit besten Grüßen

KarlFaktor
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