21.05.2012 17:40
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Vor einem Jahr bin ich von Dresden nach Wien gezogen. Wie bei so vielen sah ich keine Perspektiven mehr für mich in dieser Stadt und dieser Region. Zu langsam ändert sich etwas.
Und wenn ich mir die sonntäglichen Karawanen in Richtung Westen und Süden auf den Autobahnen anschaue, so geht es mir offensichtlich nicht allein so. Unterhält man sich dann mit diesen Menschen, so hört man immer wieder das selbe. Kaum einer glaubt mehr daran, dass sich hier etwas grundlegend ändert. Woran liegt das? Ich möchte dazu bewusst eine polarisierende und sicher etwas überspitze These in den Raum stellen. Viele Dresdner sind zu selbstgefällig. So werde ich das Gefühl nicht los, dass man sich zu sehr auf dem Potential der Stadt und der Menschen ausruht. Ständig rühmt man sich selbst, wie toll Dresden ist und richtig - vieles ist schön, aber ist das damit schon genug? Wem nützt es auf Dauer, die Frauenkirche in der Stadt zu haben, den Zwinger, das Elbtal? Dem Jugendlichen, der keine Lehrstelle findet sicher nichts. Natürlich, die Tourismusindustrie wächst und natürlich siedeln sich Chipfabriken an. Aber reicht das? Es ist in meinen Augen müßig, sich immerzu auf die Vorreiterrolle in Ostdeutschland zu berufen und darauf Stolz zu sein, dass man besser ist als z.B. Mecklenburg Vorpommern oder Sachsen Anhalt. Als Sportler weiß ich, dass man sich nach Möglichkeit immer an den Besten orientieren sollte. Und da sieht es in meinen Augen nicht mehr so rosig aus. Ich empfehle jedem Dresdner in seinem Urlaub die Augen weit aufzumachen und zu schauen, welche Städte in dieser Welt ähnlich großartiges zu bieten haben. Fahrt nach Wien, Hamburg, München, Barcelona! Dort boomt es wirklich. Und während man allerorten voran schreite, etwas bewegt und handelt – was passiert in Dresden? Man gefällt sich in ewigen selbstgefälligen Streitereien. Der geplante Stadionneubau und die Waldschlösschenbrücke seien hierzu nur zwei Beispiele. Und die Liste kann man beliebig fortsetzen. Alle diese kleinen Endlosstreitereien haben ein und das selbe Ergebnis - am Ende passiert nichts. Selbst wenn es einen Bürgerentscheid gibt, schaffen es Besserdresdener sich undemokratisch darüber hinwegzusetzen und ihren Willen der Mehrheit aufzudrücken. Grandios! Nur weiter so! Andere Städte freuen sich über unser Langschemmlichkeit und schnappen sich die anderen Dresdner mit großer Freude. Viele Grüße aus Wien P.S. Kaum einer kennt hier die Dresdner Frauenkirche, aber das liegt sicher daran, dass die Wiener ungebildet sind. |
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3. Es waren die Brückengegner, die es nicht verwinden konnten, im Bürgerentscheid so klar unterlegen zu sein, die unsere Stadt erst in diese Situation gebracht haben. Sie haben selbst im Stadtrat eingeräumt, veranlasst zu haben, in Paris bei der UNESCO vorstellig geworden zu sein, um zu bewirken, dass die Drohung der Wegnahme des Titels „Welterbe“ in die Welt gesetzt wurde. Wäre der Bürgerentscheid akzeptiert worden, dann wäre die Brücke jetzt schon halb fertig und kein Mensch käme auf die Idee, im Nachhinein den Titel „Welterbe“ wieder wegzunehmen.
Dies ist doch etwas zu platt! Die Brückengegner (gehöre ich auch dazu) sind nicht die Schuldigen an der derzeitigen Miesere. Warum kommen sich eigentlich nicht alle Menschen von diesen Politikern bei der Volksbefragung hintergangen vor??? Bei dieser wurde nicht ein einziges Argument genannt, was für diese Bücke objektiv spricht. Dazu gehören wissenschaftliche Unterlagen, wie der Verkehrsfluss sich entwickeln wird. Wir normalen Menschen können überhaupt nicht den wirklichen Durchblick haben, ob DIESE Brücke für einen „FLIEßENDEN“ zukünftigen Verkehr helfen kann. Aber entscheiden sollten wir!!! Dies ist für mich die größte LÜGE der Politiker. Wir können noch so oft zu diesem Thema eine Volksbefragung durchführen, es wird niemals eine wissenschaftliche Entscheidung sein können. Wir entscheiden immer aus dem Bauch heraus, aber niemals wissenschaftlich und objektiv! Warum durften wir Bürger nicht auch darüber entscheiden, ob wir den Welterbetitel haben wollten oder nicht? Warum dürfen wir auch sonst über keine Maßnahme, welche den Um- und Neubau in Dresden betrifft, mitentscheiden, nämlich durch einen Volksentscheid? Warum durften wir z.b. nicht über den WOBA-Verkauf mitentscheiden? Wäre es nicht besser gewesen, diese als Eigentumswohnungen an die Dresdner zu verkaufen (der durchschnittliche Preis sollte ca. 20 T€/Wohnung gekostet haben!)? Die Brückenbefürworter sollten darüber einmal nachdenken, ob sie nicht auch zu den Menschen gehören, welche von den Politikern belogen wurden (auch wenn die Wahrheit manchmal weh tut). Sieger sind sie allerdings mit ziemlicher Sicherheit nicht! Bei diesem Streit wird es einfach keinen Siege geben! Sollte die Brücke gebaut werden, werden in Zukunft auch die Gebiete in Johannstadt (auch das Krankenhaus) und Striesen zu den Gebieten gehören, wo die Feinstaubbelastung über den zulässigen EU - Werten liegen wird. Was dann??????? Dann werden in bestimmten Zeiten Straßen gesperrt werden müssen und was nützt uns dann die Brücke… Ich halte es mit Erich Kästner Was auch geschieht: Nie dürft ihr so weit sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! |
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Zitat:
Wenn "wir" immer aus dem Bauch heraus entscheiden, dann müßten Formen der direkten Demokratie sofort abgeschafft werden. Zitat:
Weil dazu niemand einen Bürgerentscheid angestrebt hat. Jeder Dresdner konnte (und kann) ein Bürgerbegehren starten. Zitat:
Vielleicht. Die Privatisierungsbemühungen der Wobas in den letzten 10 Jahren lassen eher den Schluß zu: Nein. Denn nur die wenigsten Mieter wollen kaufen. Der niedrige Durchschnittspreis (20 T€ erscheinen mir zu niedrig) kommt natürlich durch den hohen Anteil kleiner und unsanierter Wohnungen zustande. Gerad diese Wohnungen werden aber von Mietern bewohnt, die sich den Kauf und die Sanierung der Wohnung (leider) überhaupt nicht leisten können. Zitat:
"... von den Politikern belogen ..." - auch so eine Dolchstoßlegende der Schwarz/Weiß-Denker. Es hat wohl kaum ein kommunalpolitisches Thema in Dresden gegeben, was so ausführlich über Jahre aus allen Betrachtungswinkeln beleuchtet wurde. Wenn in dieser Frage Politiker gelogen haben, dann die, welche nach dem Bürgerentscheid vollmundig verkündet haben, ihn respektieren zu wollen, auch wenn man ihn für falsch hielt. Stattdessen fassen diese Stadträte unter Mißachtung des Bürgerwillens einen rechtswidrigen Beschluss nach dem anderen, den letzten am 22 April 2007 mit der Aufforderung an den Ersten Bürgermeister, den Antrag auf den Planfeststellungsbeschluss zur Brücke zurückzunehmen. Zitat:
Abgesehen davon, dass diese Feinstaub-Grenzwerte mit ihren Fahrverbotsfolgen eine Bürokratenposse, die sogar vom grünen Oberbürgermeister von Tübingen, der nicht verdächtig ist, Lobbyist der Autoindustrie zu sein, für baren bürokratischen Unsinn hält. Zitat:
![]() W.S. |
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Sie haben viel geschrieben, aber es gibt für mich nichts NEUES zu erkennen.
Es gibt Menschen, die bekommen es nicht mit, wenn sie hintergangen werden. Andere merken es, aber es stört sie nicht. Die Hauptsache ist es, dass man nur schnell von A nach B kommt. Gespannt muss man sein, wie sich dieser Streit noch entwickeln wird. Grundlage des Bürgerentscheides war, dass nur DIESE BRÜCKENVARIANTE förderfähig gewesen sei!!! Sollte es zu einem Kompromiss kommen, wäre dann dieser Entscheid noch Volkes Wille? Müssten dann nicht die sogenannten Verteidiger des Rechtsstaates, welche auf die Einhaltung des Bürgerentscheides pochen, vor das Gericht ziehen und werden sie es tun? Ich liebe meine Heimatstadt Dresden, aus diesem Grund möchte ich nicht derartige primitive Lösungen, welche der Kunststadt Dresden erheblichen Schaden zufügen. Wir haben schon zu viele sinnlose Bauwerke erhalten, die nichts mit der Historik von Dresden zu tun haben. Obwohl ich immer CDU gewählt habe, ist für mich diese Partei in Zukunft nicht mehr wählbar. Ein schönes Osterfest
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Zitat:
Das mag richtig sein, ändert aber am Prinzip nichts. Zitat:
Zitat:
Ich hoffe nicht. Gegen eine schönere Brücke kann man wohl kaum Einwände haben. Sie soll möglichst schön und unauffällig sein. Zwei Kriterien, die zugleich schwer zu erfüllen sind. Zitat:
Zitat:
Die haben die besseren PR-Strategen. Auf Dauer wird man von heißer Luft aber auch nicht satt.Frohe Ostern allen Diskutanten im Forum! W.S. Ein schönes Osterfest [/quote]
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