21.05.2012 17:36
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Dresden/Düsseldorf. Im Fall des ins Taumeln geratenen Chipherstellers Qimonda schließt Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) eine Rettung des Unternehmens um jeden Preis aus. Zwar wüssten die Anteilseigner um das Interesse des Freistaates an einem Erhalt der Arbeitsplätze, doch lehne er es ab, sich „durch das Management von Qimonda und Infineon unter Druck setzen zu lassen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Sachsen sei nicht zur Kurspflege von Infineon, dem Mutterkonzern Qimondas, da. Zu allererst liege die Verantwortung für Qimonda beim Unternehmen und deren Haupteigentümer. Dieser habe „gewisse Dinge auf Qimonda abgewälzt“, was Teil des Konflikts sei, sagte Tillich weiter.
Zugleich kritisierte er, dass es umso schwieriger werde, einen strategischen Investor zu finden, „je mehr Qimonda vom Haupteigentümer schlecht geredet wird“. Mit Blick auf die Rückforderung von Staatsgeldern sagte er weiter, dass Sachsen zwar grundsätzlich an die Zukunft des Unternehmens glaube, „im schlimmsten Fall müssten wir aber die Interessen des Steuerzahlers vertreten“. DNN-Online |
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Zitat:
0 Cent für die runtergewirtschaftete Chipbude. Schommers Leuchtturmpolitik war von Anfang an nur eine Potemkinsche Fassade. Mit den Förderfantastrillionen hätte man eine super Mittelstandsunterstützung hinbekommen und das 3-fache erreicht. |
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Zitat:
Aber warum differenziert betrachten, wenn´s auch schwarz-weiß geht, stimmt´s? ![]() Ich denke, es kommt darauf an, wofür man das Geld in die Hand nimmt. Das Auf-und-Ab des Halbleitermarktes ist unternehmerisches Risiko - insofern gebe ich Herrn Tillich recht. Allerdings war ich kürzlich mit meinem Sohn zur "Nacht der Ausbildung" in der "chip-academy" in Klotzsche und habe mit einigen Lehrlingen gesprochen. Ich denke, grade im Hinblick auf diese jungen Leute wird Tillich um Unterstützung (z. B. für geordneten Abschluß der Lehrausbildung) letztlich nicht herumkommen. Und das wäre auch richtig so, selbst wenn diese, nach meinem Eindruck hochmotivierten, Jugendlichen letzten Endes höchstwahrscheinlich woanders arbeiten werden. |
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Qimonda macht pro 1 € Umsatz etwa 1 € Verlust, zumindest im letzten Quartal:
http://www.qimonda.com/about/press/releases/07_2008_Q3_2008_d.html Wenn ein Kleinunternehmer so arbeiten würde, stünde das gesellschaftliche Urteil oder das seiner Bank schnell fest. |
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Aus aktuellem Anlass:
http://www.heise.de/jobs/Qimonda-stellt-Insolvenzantrag-Update--/news/meldung/122218 Es gibt aber durchaus Bestrebungen, Qimonda zu erhalten (dieser Artikel ist allerdings schon einige Tage alt): http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2042405 Auszug aus Kommentaren bei Heise: ... aktuell leiden alle Firmen dieses Geschäfts und schreiben tiefrote Zahlen (außer Samsung, der sich momentan querfinanzieren kann). Wenn keine staatliche Unterstützungen gewährt würden, wären auch schon längst einige der Konkurrenten vor Jahren Pleite gegangen (z.B Hynix). Nur als Beispiel: Micron hat gerade ein Quartalsergebniss von 560 Millionen Miesen gemeldet. Auf diesem Sektor findet quasi ein Wirtschaftskampf nicht nur zwischen den Firmen, sondern zwischen den Staaten (durch die Subventionen) statt. Wenn man Qimonda jetzt abwickelt, dann haben wir in Europa keine Speichertechnologie mehr und sind über kurz oder lang einem koreanisches Kartell ausgeliefert. Elpida (Japan) und Micron (USA) als weitere Technologie-Entwickler schreiben selbst massiv rote Zahlen. Jede Ankündigung vom Wettbewerb (u.a. auch von Foundries wie ProMOS, RexChip oder Inotera aus Taiwan) die Produktion zu drosseln, beantwortet Samsung sofort mit einer Erhöhung der ausgestossenen Mengen. Da muss doch jedem klar sein, was Samsung und Hynix für eine Strategie verfolgen. Jetzt, wo Qimonda mit der burried-wordline-Techologie einen Technologie-Vorsprung von ~ 1.5 Jahren hat, diesem Druck nachzugeben und die Firma in die Insolvenz laufen zu lassen, wäre absolut nicht vertretbar. Der erste Hersteller, der den Schritt der Schließung geht, würde lediglich allen anderen nutzen. |
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Zitat:
Dabei ist doch offenbar die grundsätzliche Frage, will man eine Speicherchip-Produktion/-entwicklung in Europa oder nimmt man in Kauf, sich zukünftig diesbezüglich vom asiatischen Markt abhängig zu machen. Irgendwie vermisst man da eine klare Positionierung auf Ebene des Bundes und der EU. Entweder man spielt den Subventionswettbewerb mit, dann aber konsequent, oder man lässt es. Dass man Infineon/Qimonda nur ungern Geld hinterher wirft, kann ich wiederum auch verstehen. Das Management genießt und verdient scheinbar nicht allzuviel Vertrauen. Andererseits hat man sich doch schon 2006 (eher unbewusst) gefragt, welche Erfolgsaussichten Qimonda hat, wenn der Grund der Abspaltung von Infineon die hohen Preisschwankungen sind. Und ähnliche Gründe haben ja wiederum Jahre vorher zur Ausgliederung aus Siemens geführt. Diese Auslagerung von "renditeunsicheren" Geschäftsbereichen scheint mir (als in der Frage bescheidenen Laien) doch zumindest ein Teil des Problems zu sein. Aber warten wir mal ab, welche Entwicklung diese Geschichte noch nimmt. Ich jedenfalls bleibe wie immer optimistisch! |
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Zitat:
Kürzlich mahnte ein TU-Professor die Weiterführung der Forschungscluster an. Vielleicht wäre dies tatsächlich eine sinnvolle Verwendung für eventuelle Fördermittel: Die Fertigung bei Qimonda weitgehend (vielleicht temporär?) einstellen, aber die Forschungskapazitäten in dem bestehenden Verbund weiter erhalten und intensivieren. Das hätte sicher Entlassungen bei Qimonda zur Folge (die man allerdings ohnehin kaum mehr verhindern kann), aber vielleicht kann man auf diese Weise einen hochqualifizierten Kern von Mitarbeitern halten? |
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Ja, so ist´s recht. Ich bin auch der Meinung, dass der Steuerzahler nicht für die "Kurs- pflege" zuständig ist. Technologie hin Technologie her, ich habe selbst einmal mehrere Jahre dort gearbeitet und war bereits 2004 der Meinung, dass auf Grund der am Standort herrschenden Zustände die Lebensdauer des Unternehmens nicht länger als bis 2007/2008 dauert. Ok, ich habe mich um ein paar Monate verschätzt aber immerhin.
Allerdings habe ich Qimonda respektive RDC mit seiner Hightec wesentlich höhere Chancen eingeräumt, als Infineon mit seinen 20 Jahre alten Maschinen. Selbst zu meiner Zeit fanden schon die sogenannte Prozesstransfers statt. Insider wissen, dass es enge Zusammenarbeit mit smic in Shanghai sowie zusammen mit nanya bei inotera auf Taiwan um nur zwei zu nennen. Andererseits wurde in Kulim eine milliardenteure, nagelneue Fertigungsstrecke, die im Übrigen zu ca. 80 % gefördert wurde, gebaut, die auch hochmodern ist und es vom Produktionsausstoß locker mit Qimonda (Qimonda konnte bei voller Kraft ca. 20.000 Wafer pro Monat einschleusen, Kulim 2x 50.000) aufnehmen kann, selbst die Ausbeute liegt nicht weit vom Dresdner Ergebnis entfernt. Und selbst die Qualifizierung der Produkte, d.h. die Zeit von der Entwicklung bis zur Produktionsserienreife lagen damals! ca. bei 30 -50% der Zeit, die Dresden brauchte. Und da sich ja der Markt nach Asien ausgerichtet hat, war es doch nur eine Frage der Zeit, dass es zur jetzigen Situation selbst ohne Finanzkrise gekommen wäre. Oder warum sitzt ex-Infinon-Vorstand U.Schumacher als CEO bei grace in China und holt sich Stück für Stück schlaue Infineongrößen nach China? Andererseits spielen eklatante Fehler in der Unternehmensführung auch eine Schlüsselrolle. Um beim Beispiel samsung zu bleiben ist dieser Konglomerat wesentlich flexibler, bedient ein viel breiteres Produktspektrum und hat auf den Markt in sogenannter Echtzeit reagiert und nicht erst Monate später!!! Im Übrigen ist noch zu erwähnen, dass es bereits zur Abspaltung Qimondas von Infineon in Jahre 2006 Bedenken, bezüglich der Größe, um überhaupt auf dem Markt bestehen zu können, gab. Zu guter Letzt möchte ich natürlich noch ein Wort bezüglich der Beschäftigten los werden. Es ist schon eine Sache für sich, wenn 3200 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Doch wir sollten nicht vergessen, dass es in den Jahren 1996 bis 2007 noch mehrere Tausend Mitarbeiter gab, die nur 2 Jahre am Standort arbeiten durften und teilweise, trotz guter oder sehr guter Voraussetzungen aus teilweise nicht nachvollziehbaren Gründen nicht entfristet wurden. Weiterhin ist auch zu Bedenken, dass ja schon bis Ende 2008 weiter 1600 Leiharbeiter ihren Hut nehmen durften...... |
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Qimonda muss gerettet werden. Wer soll denn noch über die WSB fahren, wenn da oben alles dicht gemacht wird. Dafür wird die doch gebaut, oder?!
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