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  #21 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 17:57
psana42 psana42 ist offline
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Beiträge: 817
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Zitat:
Zitat von MoritzDresden Beitrag anzeigen
Na klar, in der DDR gab es ja keine Molkereien.

Bissel mehr Stolz wäre wohl angebracht, Diese Speichelleckerei den sogenannten Unternehmern gegenüber konnte ich noch nie verstehen.

Den Zusammenhang erkenne ich nicht. Was hat das mit der DDR-Vergangenheit zu tun?
Gruß
psana42
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  #22 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 18:12
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
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Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Zitat:
Zitat von FrankN Beitrag anzeigen
Fragen Sie das doch die Anwohner, die dieses EBS-Kraftwerk vor ihrer Haustür nicht wollen. Stellen Sie sich doch einfach mal vor, Sie wohnen in einem kleinen netten Dörfchen. Und eines Tages will dort jemand ein Kraftwerk hinbauen. Welches gleichzeitig auch eine Müllverbrennungsanlage ist. Ich könnte mir vorstellen, dass ich - wenn ich dort wohnen würde - möglicherweise etwas degegen einzuwenden hätte. Die Anwohner haben einfach das Recht, da ein Wörtchen mitzureden. Und das haben sie ja auch getan.


Ob das legal ist, sei mal dahin gestellt, auf jeden Fall hat aber das Eine (Kraftwerk) absolut nichts mit dem Anderen (Brücke) zu tun. Das wäre ja auch eine absurde Logik: Weil u.a. die Grünen in Dresden gegen die WSB taktiert haben, müssen die Leppersdorfer jetzt bei sich das Kraftwerk akzeptieren.

Übrigens haben die Leppersdorfer auch ein Forum und da gibt es auch ein paar Einträge zu dem Thema, z.B.
http://www.leppersdorf.de/forum/view...a9f579e33274d1 oder http://www.leppersdorf.de/forum/view...a9f579e33274d1

Kleiner Auszug aus einem der Texte: "Was unterscheidet diesen Leppersdorfer Betrieb von anderen Molkereien, Mit - Wettbewerbern? Diese gigantische Grösse. Und eben dies ist das Problem, es fehlt zum Betreiben dieses Betriebes in der Region der erforderliche Rohstoff. ( Milch ) Der logistische Aufwand, der betrieben werden muss, um die riesigen Mengen Rohmilch ran zu holen, widerspricht aller kaufmännischen und ökologischen Vernunft. ( gleiches gilt für den „Ersatzbrennstoff„ ) ...

Wie machen es denn andere Molkereien, die auch Energie verbrauchen? Dort sind die Relationen "verträglich". Und da nun offensichtlich Schwächen des Gigantismus zu Tage treten, soll der " Michl " etwas von seiner Lebensqualität abgeben, soll mit erhöhtem Risiko leben. Müller will also sein Risiko auf die Region umlegen. Evtl. Fehler im Falle Gigantismus werden natürlich nicht zugegeben. Die unlängst vollzogenen Preiserhöhung lassen eben bei den betroffenen Produkten die Nachfrage zurück gehen, Das wird man seitens der Fa. nicht öffentlich eingestehen..."



Das ist ja schön und gut mit dem "netten, kleinen Dörfchen". Die Einwohner dieses netten kleinen Dörfchens nehmen die Vorteile des Gewerbesteuerzahlers Müller-Milch wohl auch dankend entgegen und so mancher wird dort auch arbeiten. Nun soll da auch kein Großkraftwerk entstehen, sondern eine Anlage, die sich gemessen an den ohnehin beachtlichen Dimensionen dieser größten Molkerei-Anlage Europas kaum optisch negativ bemerksam machen dürfte.
Die vielen schmucken Einfamilienhäuser, die in Leppersdorf gebaut worden sind, lassen auch nicht darauf schließen, dass deren Eigentümer sich bewußt den häßlichsten Teil Sachsens zum Bauen aussuchen wollten.

Diese Betonung der Situation der sogenannten "Betroffenen" hat auxh ihre Grenzen. Es kann eben nicht nur nach den Bewohnern uvon Leppersdorf gehen. Ich wäre auch nich tbegeistert, wenn man mir eine Autobahn, einen Flugplatz, eine Bahnlinie oder eine Großmolkerei hinters Haus bauen wollte. dazu ist auch niemand verpflichtet. Allerdings kann das "St. Florians-Prinzip" bei solchen Maßnahmen wohl nicht das tragende Argument sein. dann könne wir nämlich leise Abstand von unserem Wohlstand nehmen., denn der muss jeden Tag neu irgendwo verdient werden. Insoweit gilt das gerne gebrauchte Argument von der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 II GG) auch für "Betroffene".

Die Angst vor Müllverbrennungsanlage allgemein ist doch ohnehin völlig überzogen, weil sie auf einem Technki-Standard basiert, wie wir ihn vor 30 Jahren mal hatten. Die Umwelttechnologien sind inzwischen um einiges fortentwickelt worden und nicht umsonst gibt es auch gesetzliche Standards, die eingehalten werden müssen.

Letzendlich soll mit dem Kraftwerk auch ein Beitrag zur Sicherung der Rentabilität der Molkerei geleistet werden. Nun ist die Anlage einer der Schlüsselbetriebe von Müller-Milch, der zwar nicht mal so eben dicht gemacht und verlagert werden kann, aber letztlich auch dauerhaft rentabel sein muss. Die Steigerungen der Energiekosten haben uns allen in den letzten Monaten den Atem verschlagen. Auch wenn jetzt mal wieder ein kräftiger Rückgang zu beobachten ist, so sicher ist auch, dass die Energiepreise weiter steigen werden. Angeichts der langen Vorlaufzeiten ist es also nur sinnvoll, wenn sich Müller schon jetzt Gedanken macht, wie er der Preisspirale entkommen kann.
Im Übrigen kann ein Ersatzbrennstoffkraftwerk auch ökologisch sinnvoll sein. Je nach dem eingesetzten Brennstoff, nämlich bei einem hohen Anteil von Biomasse, kann ein solches Kraftwerk auch erhebliche Einsparungen an CO2-Emmissionen im Vergleich zur Stromproduktion mit fossilen Energieträgern beitragen. Und davon hängt doch , glaubt man den Klimaaktivisten, die Zukunft der Menschheit ab.

Wenn die Leppersdorfer also "ein Wörtchen mitreden " wollen, so möchte ich bitte kein Jammern und Klagen hören, wenn Müller den laden eines Tages mal dicht macht, weil er ihm zu teuer wird.

Selbstverständlich haben EBS-Kraftwerk und WSB überhaupt nichts miteinander zu tun. Es fällt nur auf, dass die gleichen, die darüber klagen, dass Müller-Milch das BE "ausbremsen" will, im Fall der WSB ständig darauf hinweisen, dass das gleiche Vorgehen der Grünen Liga nur legitim sei. Nur in diesem Punkt gibt es Berührungsflächen der beiden Themen.


W.S.
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  #23 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 18:23
psana42 psana42 ist offline
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Registriert seit: 13.07.2008
Beiträge: 817
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

[quote=Walter Schleiff;11741]
Zitat:
Zitat von psana42 Beitrag anzeigen

Wieso ist Müller-Milch kein Vorzeigeunternehmer?

W.S.

Sein Verhalten gegenüber den Milchbauern halte ich nicht für korrekt. Zum EKW habe ich keine gegenteilige Meinung, auch nichts gegen Müllimport. Manches Rohöl ist hochgiftig!
Gruß
psana42
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  #24 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 18:41
psana42 psana42 ist offline
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Registriert seit: 13.07.2008
Beiträge: 817
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

[quote=FrankN;11743]

Kleiner Auszug aus einem der Texte: "Was unterscheidet diesen Leppersdorfer Betrieb von anderen Molkereien, Mit - Wettbewerbern? Diese gigantische Grösse. Und eben dies ist das Problem, es fehlt zum Betreiben dieses Betriebes in der Region der erforderliche Rohstoff. ( Milch ) Der logistische Aufwand, der betrieben werden muss, um die riesigen Mengen Rohmilch ran zu holen, widerspricht aller kaufmännischen und ökologischen Vernunft. ( gleiches gilt für den „Ersatzbrennstoff„ ) ...

quote]
Bisher klappt es doch und der Betrieb steht nicht vor der Pleite. Das wirtschaftliche Ergebnis zu steigern ist doch wohl erlaubt.
Wie oft wird bei den Betroffenen der Müll abgeholt, der nach BimschV17. dann zu einem anderen ESB-KW gekarrt wird. Hauptsache nicht in meiner Nähe. Das ist die Scheinheiligkeit der Grünen.
Gruß
psana42
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  #25 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 18:47
MoritzDresden MoritzDresden ist offline
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Registriert seit: 16.03.2007
Beiträge: 221
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Solche riesigen Molkereien braucht kein Mensch. Man kann Milchprodukte auch dezentral herstellen.

Mit Marktwirtschaft hat das nix zu tun. Die funktioniert mit Monopolen und Oligopolen ganz schlecht.

Hier gehts auch nicht um die besseren Produkte, sondern um Marktmacht, also um Macht. Ist das schlimm? Ja.

Man kann Markenprodukte kaufen, lieber MT98, oder glauben Sie im Ernst, im Ehrmann-Joghurt ist Müller-Milch drin?
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  #26 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 18:59
MT98 MT98 ist offline
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Registriert seit: 31.12.2006
Beiträge: 612
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Zitat:
Zitat von FrankN
Sie wohnen in einem kleinen netten Dörfchen. Und eines Tages will dort jemand ein Kraftwerk hinbauen. Welches gleichzeitig auch eine Müllverbrennungsanlage ist. Ich könnte mir vorstellen, dass ich - wenn ich dort wohnen würde - möglicherweise etwas dagegen einzuwenden hätte. Die Anwohner haben einfach das Recht, da ein Wörtchen mitzureden. Und das haben sie ja auch getan.
Wenn sie einigermaßen etwas Einblick hätten, geht es nicht ausschließlich um dieses Kraftwerk, welches meiner Meinung zu 100% gebaut wird und sich auch beide Seite einigen werden.

Es geht bei dem Problem in Leppersdorf ganz besonders darum, dass sie in Zukunft von der Autobahn, von einer Müllverbrennungsanlage und einer in Planung befindlichen Fernverkehrsstraße, eingeschlossen sein werden.

Mir würde es sicher auch nicht gefallen, aber in der Stadt Dresden sind die Umweltbelastungen ja auch nicht gerade niedrig.
Da wird doch gegen den wachsenden Verkehr auch nicht wirklich viel getan.
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  #27 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 20:50
Klaus Müller Klaus Müller ist offline
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Registriert seit: 01.03.2008
Beiträge: 232
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Wir können nicht auf die Dauer
  • keine kleinen Kraftwerke mit gleichzeitiger Wärmenutzung in Gewerbe- oder Wohnnähe dulden
  • keine Kernkraftwerke dulden
  • unseren Lebensstandard (Ekeltroherd, Elektrowasserkocher, .....mit Elektroenergie hergestellte Produkte ......nur eine kleine Auswahl) unverändert behalten.
Solarzellen und Windräder allein machen es nicht. Wer für sozialen Frieden und gegen regenerative Energien (z.B Müll) ist, ist für Kernenergie und Kohlekraftwerke. Das ist aber ok, die Bürger sollen ja selbst entscheiden.
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  #28 (permalink)  
Alt 24.11.2008, 23:58
Dietmar Dietmar ist offline
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Registriert seit: 17.01.2008
Beiträge: 383
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
Ich habe mich um eine betriebswirtschaftliche Antwort bemüht: http://www.bwl-bote.de/20071102.htm

Selbst bei konservativer Rechnung ist der Strompreis durch staatlich betriebene und ideologisch bemäntelte Preistreiberei um 15 % zu hoch. Keine Marktwirtschaft, nirgends. Und die Abschaltung von Atomkraftwerken wird weitere Preisschübe nach sich ziehen.

Die Grünen wollen genau das erreichen, um ihre unwirtschaftliche Wind- und Sonnenenergie "marktfähig" zu machen.
Schön, was der werte Unternehmensberater da schreibt, gilt aber so nur für private Endkunden und nicht für gewerbliche Endkunden. Nicht unerwähnt sollte bleiben, das der Punkt "Beschaffung, Transport, Betrieb" etwa 2/3 Netzkosten und nur 1/3 Erzeugungskosten sind, was der werte Autor verschweigt.
Kommen wir aber zu den Steuern und Abgaben:
Mehrwertsteuer: für ein Unternehmen ein kostenneutraler Posten
Stromsteuer: für ein Unternehmen ein (fast) kostenneutraler Posten ist. Die Stromsteuer wird zu 90% zur Finanzierung des Rentensystemes verwendet und kann bis zu 95% dem Unternehmen über das Finanzamt rückvergütet werden, wenn dieses rentenversicherungspflichtige Beschäftigte hat.Der Regelsteuersatz beträgt 20,50 Euro/MWh; Unternehmen des produzierenden Gewerbes haben einen ermäßigten Steuersatz von 12,30 Euro/MWh; siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Stromsteuer.
Konzessionsabgabe: Diese Abgabe hat nichts mit Öko zu tun, sondern diese Abgabe bekommen die Kommunen, um den Energieversorgern die Durchleitung und Nutzung öffentlichen Grund und Bodens zu gewährleisten.
Diese Abgabe beträgt für normalen Tarifkunden 1,30Ct/kWh - 2,40 ct/kWh, je nach Gemeindegröße, Sondertarifkunden (dazu zählt Müllermilch sicher) bezahlen 0,1Ct/kWh; ausführlich in
http://de.wikipedia.org/wiki/Konzessionsabgabe
Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz: Dient zur Motivation zur Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung.
Die Abgabe beträgt 0.2Ct/kWh für Normalverbraucher (<100 MWh/Jahr) und 0,05Ct/kWh für die, mit mehr als 100 MWh/Jahr und gilt bestimmt auch für Müllermilch; mehr unter
http://de.wikipedia.org/wiki/Kraft-W...opplungsgesetz
EEG:
Dient der Subvensionierung der mit erneuerbareren Quellen erzeugter Energie und wird zurzeit von den Stromunternehmen mit 0,1Ct/kWh angesetzt, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuer...nergien-Gesetz
Da Sonderkunden und Tarifkunden mit vollkommen unterschiedlichen Abgaben belastet werden, ist die Aussage der prozentualen Belastung durch Steuern und Abgaben in einen Kreisdiagramm Unfug.
Einen Satz aus dem Link möchte ich dem Forum nicht vorenthalten.
Zitat:
Bleibt die Behauptung von steigenden Rohstoffpreisen. Es trifft zu, daß Öl und Uran teurer werden, aber das wirkt sich kaum auf den Energiepreis aus. Es ist nur ein verschwindend kleiner Teil selbst im Posten "Beschaffung, Transport und Vertrieb".
An welcher Tankstelle tankt der Herr Unternehmensberater oder ist vielleicht doch was wahres dran, dass die Benzinpreisachterbahn rein spekulativen Charakter hat?


Wie teuer kommt Sachsenmilch in Leppersdorf eigentlich die Energie? Nun, ich nehme Herrn Höring (Chef Müllermilch Leppersdorf) beim Wort. Nach seinen Aussagen in
http://www.sz-online.de/nachrichten/...asp?id=1337404
gibt Müllermilch in Leppersdorf 26 Mio Euro/Jahr für Energie aus. Aber wieviel kostet MM die Kilowattstunde? Nehmen wir die Daten der MVA Lauta, die zurzeit modernste MVA in Sachsen. http://www.ks-ingenieurconsult.de/jo...uten&Itemid=83
Sie hat eine thermische Leistung von 85 MW und eine elektrische Leistung von 20 MW (Wirkungsgrad 23%!!!) bei einer Müllverbrennungsmenge von 225 000 Tonnen. In Leppersdorf sind 300 000 Tonnen vorgesehen, per Dreisatz kommt dann eine elektrische Leistung von 26 MW heraus (thermisch 113 MW) Geht man davon aus, dass MM die Energieversorgung restlos autark machen will, kommt man auf 26 MW *24 h/d * 365 d =227760MWh Jahresenergieverbrauch. Bei 26 Mio Euro Energiekosten heißt das 114Euro/MWh oder 11Ct/kWh. Da jetzt die Energiemenge bekannt ist, ist es auch möglich, die Steuern und Abgaben von MM zu berechnen, so sie nicht sondertariflich anders geregelt sind.
Mehrwertsteuer: 4,94 Mio --> aber kostenneutral
Stromsteuer: 2,8 Mio (227760MWh*12,30Euro/MWh) --> um hier weiter zu rechnen müsste man wissen, wieviel MM in die Rentenkasse einzahlt. Laut Landesamt für Statistik liegt der Bruttodurchschnittsverdienst/Jahr in Sachsen bei 22 000 Euro. 2007 lag der RV-AG-Anteil bei 9,95%.Das sind bei 1500 Beschäftigten 3,1 Mio Euro RV-AG-Beitrag. Von diesen Beitrag muss
- der Sockelbetrag von 512 Euro (das lasse ich mal weg) und
- der Senkungssatz 2007 (0,2% von den RV-AG-Beiträgen)
abgezogen werden -- > 0,62 Mio Euro
Verbleiben 2,18 Mio und von dem Rest sind 95% (2 Mio Euro) rückerstattungsfähig --> bleiben 800 000 Euro
Konzessionsabgabe: 228 000 Euro (227760 MWh*100Ct/MWh)
EEG: 228 000 Euro (227760 MWh*100Ct/MWh)
KWK: 114 000 Euro (227760MWh*50Ct/MWh)
Macht in Summe unter Ausnutzung aller steuerlichen Möglichkeiten 1,37 Mio Euro und das sind von 26 Mio Euro 5%.

Wo wollen Sie da noch 15% rausholen, Herr May?

Noch was zum Wirkungsgrad einer MVA, der ist grottenschlecht - moderne Kohlekraftwerke kommen auf 40%. Und er wird weiter gemindert, da noch der energetische Aufwand zum Heranbringen des Mülls in die Rechnung mit eingehen muss - da kommt ein Wirkungsgrad raus, der in die Nähe von Solarzellen kommt. Herr May, das ist nicht böse gemeint, ich fühle mich den Naturwisenschaften eng verbunden und die sind extrem stalinistisch - es gibt Naturgesetze die gelten, ohne Rücksicht auf Demokratie, Rechtsstaat und BEs!

Interessant an dieser Stelle, auch in Lauta gab es 1997 einen BE und 88% stimmten gegen die MVA. Trotzdem steht sie und arbeitet - die gewählten Volksvertreter in Lauta waren halt ein bißchen intelligenter als die Leppersdorfer - man sitzt die 3 Jahre einfach aus und dann hat der BE (das Wahlvolk) seine Schuldigkeit getan; die WSB läßt grüßen.Mitterweile bin ich zutiefst davon überzeugt, egal, wie der BE 2005 zur WSB ausgegangen wäre - sie wäre gebaut wurden und die, die heute alle die, die gegen die WSB sind, als Antidemokraten und Rechtsstaatverletzter bezeichnen, hätten bestimmt eine demokratische und rechtsstaatliche Begründung gefunden, warum der BE spätestens nach drei Jahren keine Bindungswirkung mehr hat!

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff
Das EBS-Kraftwerk ist doch wohl nicht nur negativ zu sehen. Damit könnte das Werk langfristig die Energiekosten stabilisieren und regional den nicht mehr deponierbaren Müll verbrennen. Wo ist konkret das Problem?
Ich beneide Sie um Ihre grenzenlose Naivität. Die Müllentsorger können schon heute in Lauta ihre Liefermengen nicht realisieren, es sei denn, sie holen aus dem Großraum Dresden den Müll. Und da sind Sie der Meinung, in Leppersdorf wird nur regionaler Müll verheizt. Nur mal noch als Hinweis, das Kraftwerk Jänschwalde plant eine Mitverbrennungsanlage mit einer Kapazität von 400 000 Tonnen, die regional gar nicht zu befriediegen ist, sondern großräumig in anderen Bundesländern Müll aufgekauft werden muss. In Sachsen-Anhalt existiert bereits heute eine Überkapazität und Entsorgungsdienstleister warnen bereits heute vor dem Neubau von MVA.

Noch ein Punkt zum Schluss - leider ohne Quellen, so was erfährt man nur mündlich - der Preis für Müll soll etwa 100 Euro/Tonne betragen, die der Müllentsorger an den Müllverbrenner zu zahlen hat. Das macht in Leppersdorf 300 Mio Einnahmen pro Jahr nur durch Müll. Ich kündige morgen meinen Job und baue eine MVA - so schnell kann nicht mal der Kopierer die Geldscheine drucken!

Gruß Dietmar
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  #29 (permalink)  
Alt 25.11.2008, 09:39
hjwagner hjwagner ist offline
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Registriert seit: 24.04.2007
Beiträge: 370
Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Zitat:
Zitat von Thomas May Beitrag anzeigen
Keine Marktwirtschaft, nirgends. Und die Abschaltung von Atomkraftwerken wird weitere Preisschübe nach sich ziehen.

Die Grünen wollen genau das erreichen, um ihre unwirtschaftliche Wind- und Sonnenenergie "marktfähig" zu machen.
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff
Damit könnte das Werk langfristig die Energiekosten stabilisieren und regional den nicht mehr deponierbaren Müll verbrennen. Wo ist konkret das Problem?
Ausgerechnet den volkswirtschaftlichen Blödsinn der Müllverbrennung mit marktwirtschaftlichen Argumenten zu begründen ist ganz schön mutig. Die Kapazitäten für Müllverbrennung sind mittlerweile so hoch, dass Müll produziert werden muss und dafür auch hohe Preise gezahlt werden (wozu zahlen wir nochmal Müllgebühren?).
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  #30 (permalink)  
Alt 25.11.2008, 11:57
hjwagner hjwagner ist offline
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Standard AW: Ersatzbrennstoffkraftwerk Leppersdorf

Zitat:
Zitat von Klaus Müller Beitrag anzeigen
regenerative Energien (z.B Müll) ist
Das müssen Sie mir erklären. Müllverbrennung ist regenerativ? Sie belieben zu scherzen!
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