09.02.2012 00:43
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Es gab mal eine Zeit, da gingen manche Dresdner abends am 13. Februar an die Ruine der Frauenkirche und stellten sich schweigend oder zumindest leise mit ein paar Kerzen dort hin, um der Bombardierung Dresdens zu gedenken. Das war freiwillig – niemand rief dazu auf, man konnte da hin gehen oder auch nicht, man war kein schlechter Mensch, wenn man zu Hause blieb. Es wurden keine Reden gehalten, es gab keine Organisatoren. Anscheinend empfanden das alle so als angemessen.
Seit der Wiedervereinigung ist das ganz anders. Seitdem gab es jedes Jahr Leute, die sich „Initiatoren“ nannten, die dazu aufriefen, am 13.Februar zu kommen. Gerade so, als wäre es nötig gewesen, die Dresdner dafür zu „initiieren“. Normalerweise wären die schon von sich aus gekommen, allerdings schienen sich dann immer mehr zu sagen, dass ihnen dieser Zirkus zuwider sei. Mir ging es irgendwann selbst so. Es wurden immer mehr und wichtigere Reden gehalten, bedeutende Menschen traten auf Tribünen, ohne die man vorher bestens auskam. Wichtig wurde auch, dass der Sound stimmte. Es wurde schließlich immer lauter. Und seit einigen Jahren versuchen das nun auch Neonazis für sich zu okkupieren. 2009 haben die NPD und ihre Anhängsel den 13. Februar zunächst schon einmal auf den 14. verlegt, weil der ein Sonnabend ist und man da noch mehr Kameraden aus ganz Deutschland ankarren kann. Also haben auch die Organisatoren der Gegendemo ihre auf diesen Tag verlegt. Auch sie rufen deutschlandweit zur Teilnahme auf. Insofern könnte man glatt einmal wieder am 13. abends vor die Frauenkirche gehen. Man hätte dort vielleicht wieder Ruhe, aber darum geht es anscheinend schon längst nicht mehr. Und nun der aktuelle Streit: Die CDU will bei der "Geh Denken!" nicht mitmachen. Das wirkt schon etwas seltsam. Was ist ihnen daran so unangenehm? Liegt es daran, dass Gysi eine Rede halten will? Soll er doch reden, da reden ja viele. Dass die „Toten Hosen“ eventuell auftreten sollen? Letzteres könnte ich verstehen, denn Musikliebhabern wie mir wäre diese Sauflieder-Band etwas unangenehm, aber was spricht gegen Gysi? Der ist doch bei den LINKEN, und mit denen arbeitet die Dresdner CDU eigentlich recht gut zusammen. Sicher – in der Öffentlichkeit muss man immer mal so tun, als sei das der Erzfeind, aber muss man deshalb gleich so übers Ziel hinaus schießen? Andererseits … das Thema Zusammenarbeit LINKE/CDU ist hier wohl doch nicht passend. Hier geht es schließlich nicht um heimliche Absprachen bei der Machtaufteilung, sondern um die eigene Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Wer ist der bessere Antifaschist? LINKE oder CDU? Da muss man sich schon einmal voneinander abgrenzen. Die Dresdner CDU hat deshalb auch sofort eine Presseerklärung veröffentlicht, in der Herr Rohwer die LINKE und - wo er schon mal dabei war - auch noch den DGB als „Feinde der Demokratie“ bezeichnet. Zumindest bleibt das beim flüchtigen Lesen so haften. Andererseits hat Rohwer recht, wenn er schreibt: „Politisch unterschiedlich ausgerichtete 'Trauerzüge' und Demonstrationen und infolge dessen notwendige Polizeiaufgebote und wo möglich auch noch Straßenschlachten zwischen rechts und links gehören nicht zu einem Gedenktag“, und „Es ist aber auch abstoßend, wenn die seit mehreren Jahrzehnten entwickelte Gedenkkultur der Dresdnerinnen und Dresdner durch eine ‚europaweite‘ Demonstration überlagert werden soll.“ Wie macht man es nun aber richtig? Zu welcher Demo soll man als guter Dresdner gehen? Sollte man die Rechten einfach einmal komplett ignorieren? Das wurde schon oft vorgeschlagen und würde die vielleicht am meisten ärgern. Das ist aber auch die Lösung für Faule, die nachher so ihren gemütlichen Fernsehabend noch politisch begründen können. Soll man zu „Geh Denken!“ gehen, deren Initiatoren hier auch ein Großaufgebot heran organisieren wollen? Wo man eine gute Kulisse für die wichtigen Redner ergibt? Soll man zur Demo der CDU gehen, die angeblich ein stilles Gedenken will? Einer der beiden Organisatoren wird nachher sagen: „Wir hatten aber dreihundert Demonstranten mehr! Wir waren besser!“ Sollte man das durch seine Teilnahme noch unterstützen oder es als notwendiges Übel einstufen? |
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Na die CDU mit ihren Vorzeige-Geschichtsaufarbeitungsexperten Volker Schimpf und Arnold Vaatz, z.B.. Is doch klar, oder?!
Komisch dass man sich da schwer mit Anit-Nazi-Demos tut.
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Soweit ich Herrn Rower in der Presse verstand, geht es eben gerade darum, dass dieser Gedenktag nicht zum Aufmarschtag internationaler Organisationen wird. Es sollte ein Tag des ruhigen Gedankens bleiben und kein Tag gewalttäiger Auseiunandersetzungen zwischen Demonstanten. Warum wird denn die Demokartie-Meile zugunsten einer Großdemonstartion abgeschafft? Zitat:
Keine Zusammenarbeit gibt es mit den Braunen und DIE LINKE. Zitat:
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Die Ankündigung der Gegen-Demo lässt diese Toleranz schon vermissen. Es geht wieder ums Nachzählen und Aufrechnen. Warum wird denn nie aus der Geschichte gelernt? |
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Erst einmal scheint ja festzustehen, dass die Justiz nicht in der Lage ist den braunen Spuk zu verhindern. Also ist es richtig den Hintern in möglichst großer Zahl aus dem Fernsehsessel zu bekommen, damit nicht der Eindruck entsteht, das Dresden diesen Vögeln das Feld überlässt ohne ein Zeichen zu setzen. Typisch ist wieder einmal das planlose Taktieren der CDU. Im Bestreben die Linken mit dem Teufel gleich zu stellen, wird alles was aus dieser Ecke kommt abgelehnt. Damit entsteht im Gegenteil der Eindruck, dass die CDU den braunen Gewächsen in die Hände spielt. Warum ist die ach so schlaue CDU nicht in der Lage selbst ein breites Bündniss ins Leben zu rufen? Dieser Quark mit dem stillen Gedenken ist doch nur eine simple Schutzbehauptung um vom eigenen Versagen abzulenken.
Ich bin weder ein Anhänger der Linken Partei, Gysi und den Toten oder lebenden Hosen, aber ich werde dort hin gehen wo ich denke, das mein Mitmachen die Möglichkeit erhöht, dass der braune Mist das letzte Mal durch unsere Stadt gelaufen ist. Erst ab dann kann jeder wieder still den Toten gedenken! |
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So ist es.
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Hallo zusammen,
bin gerade auf dieses Forum gestoßen und hab mich extra angemeldet, weil ich ehrlich gesagt ein wenig schockiert bin, dass sich anscheinend niemand hier außer KarlFaktor den Nazis in den Weg stellen will. Ob CDU jetzt mitmacht und vielleicht dochmal Einheit gegen Nazis symbolisieren will oder wieder Parteitakteleien vor der Wahl in der Vordergrund stellt ist zwar symbolisch ein schlechtes Zeichen, verwundern wird das aber wohl keinen. Auch wenn es recht lächerlich ist die LINKE, DGB und Co. in die Krawallmacher-Ecke zu stellen. Aber damit disqualifiziert sich die CDU ja selbst. Sicherlich ist das Gedenken ein legitimer Akt, wenn man die historischen Hintergründe nicht verdrängt und die Bombardierung Dresdens als Folge des deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieges erkennt. Und genau das Versuchen die Nazis in geschichtsrevisionistischer Weise umzudeuten. Und gerade deswegen muss es ein Anliegen aller demokratischen Dresdener sein sich den Nazis in den Weg zu stellen. Das hat nichts mit "Wettdemonstrieren" zu tun, sondern damit, dass in Dresden der mittlerweile größte Naziaufmarsch in Europa Jahr für Jahr stattfindet und genau ihre Parolen in ganz Europa durch die Nachrichten gehen ohne, dass es einen breiten Widerstand der Bevölkerung gibt. Die Nazis dominieren das öffentliche "Gedenken" ohne großen Widerspruch und mit der scheinbaren Akzeptanz der Dresdener. Das muss gebrochen werden. Und deswegen müssen wir am 14.2 auf die Straße. 14.2. | 11 Uhr | Dresden Hauptbahnhof http://dresden1302.noblogs.org/ |
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. Aber dich denke schon, dass dieses Jahr sehr viele Bürger an eine der Veranstaltungen gegen diese Vögel teilnehmen. |
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Denen stelle ich mich nicht entgegen. Denen arbeite ich jeden Tag entgegen. Mit Argumenten. Mit Beispielen. Wenden wir uns ab vor Ihnen. Lassen wir sie durch leere Straßen ziehen und sich lächerlich machen! Auch für diese unerträgliche Gesinnung gilt grundsätzlich das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Soweit rechtlich eben nötig - aber auch nur soweit! - muss man sie laufen lassen. Am 13. Februar hat dieser Hohlbirnenauflauf in Dresden selbstverständlich nichts zu suchen. Dieses dumme Zeug auch noch dadurch zu adeln, ihm mit "mächtigen Gegendemonstrationen" erst Aufmerksamkeit zu verschaffen - nein danke! Sehen Sie sich doch dieses Trauerspiel namens NPD-Fraktion im Landtag an. Diese Truppe ist eine Gefahr für unsere Demokratie? Selbst in anderen Nationen, die unter dem Nazi-Terror entsetzlich gelitten haben, gibt es "Nazis". Offenbar gibt es in in jeder Gesellschaft einen Bodensatz an Dummheit, der nicht zu beseitigen ist (was nicht bedeutet, es weiterhin anzustreben). Auch wenn ich diese Bemerkung ausdrücklich nicht mit der Aktion "Geh-Denken" im Zusammenhang sehe: ich habe als Demokrat auch kein Bedürfnis selbsternannten "Links-Autonomen" und Kommunisten als Demonstrationsstaffage zu dienen, um deren totalitäre und antidemokratische Ideologie unter dem Deckmäntelchen des "Antifaschismus" zu befördern. Auf Kommunismus und Nazismus gehört der Sargdeckel der Geschichte. W.S. |
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Ich halte das auch für legitim, aber ein "Muss" für einen überzeugten Demokraten sehe ich da nicht. Woher leiten Sie das ab? Aus dem möglichen Ansehensverlust für die Stadt Dresden? Mal abgesehen davon, dass man diesen auch überbewerten kann, gefährdet dieser ja wohl kaum unsere Demokratie! Die Rechtsextremen demonstrieren, was grundsätzlich ihr gutes Recht ist, und nur weil ich mich denen nicht entgegenstelle, heißt das nicht, dass ich die inhaltliche Ausrichtung dieser Demonstration gut heiße! Und ich sehe auch nicht gleich den Nationalsozialismus zurückkehren, weil die mal einmal im Jahr deutlich mehr als 1.000 Leute zu einer bundesweiten "Großdemo" zusammenkratzen. Was mir derzeit eher Sorge bereitet ist das Demokratieverständnis derer, die glauben bestimmen zu müssen, wer demonstrieren darf und wer nicht (was manchen CDU-Politiker mit einschließt)! |
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In der Welt dagegen wurde das als "totale Kapitulation des Rechtsstaats" bezeichnet. Auf "Abgeordnetenwatch" wollte der Herr Thierse auf diesbezügliche Fragen nicht antworten. |
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