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  #11 (permalink)  
Alt 11.01.2009, 11:13
psana42 psana42 ist offline
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Registriert seit: 13.07.2008
Beiträge: 817
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

[quote=KarlFaktor;11419]
quote]
Zitat:KarlFaktor
Erst einmal scheint ja festzustehen, dass die Justiz nicht in der Lage ist den braunen Spuk zu verhindern.

Das ist auch nicht deren Aufgabe.
Zitat:KarlFaktor
Ich bin weder ein Anhänger der Linken Partei, Gysi und den Toten oder lebenden Hosen, aber ich werde dort hin gehen wo ich denke, das mein Mitmachen die Möglichkeit erhöht, dass der braune Mist das letzte Mal durch unsere Stadt gelaufen ist.
Sie glauben doch selbst nicht, dass sich diese Leute so beeindrucken lassen. Genau das Gegenteil wurde bisher erreicht. Erst durch die „Gegendemos“ kam es regelmäßig zu Ausschreitungen. Ist das Ihr Ziel?
Die Linke, die sich von der grundsätzlich pseudopolitisch motivierten Gerichtsbarkeit oder Klassenkampfhumanität ihrer Vergangenheit noch nicht einmal distanziert hat, ist für mich absolut ungeeignet auf einer solchen Veranstaltung mitzuwirken.
Der 13.Februar darf nicht politisch mißbraucht werden. Egal von wem. Wo ist der Geist der Frauenkirche geblieben. Sie sollten mal immer rund um die Frauenkirche laufen, bis Sie begriffen haben warum es dort schwarze und weiße Steine gibt und warum ein altes und ein neues Kreuz da ist und…
Den letzten Satz möchte ich auch den Braunen ins Stammbuch schreiben. Von denen habe ich aber in diesem Forum noch keinen Beitrag gefunden.
Gruß
psana42
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  #12 (permalink)  
Alt 11.01.2009, 11:24
Jaseck Jaseck ist offline
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Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 528
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von AnkeH. Beitrag anzeigen
... Auch wenn es recht lächerlich ist die LINKE, DGB und Co. in die Krawallmacher-Ecke zu stellen.
http://dresden1302.noblogs.org/
Hören Sie doch auf, die Demonstration mittels den Feigenblättern DGB und SPD als eine friedliche Demo besorgter Bürger darzustellen.
Lesen Sie sich doch mal den verlinkten Beitrag durch, insbesondere den "Bündnisaufruf" und dessen UnterstützerInnen. Ich werde einen Teufel tun und mit Spezialisten, die sich "anarchia Dresden", "antifa.sozialbetrug chemnitz" oder "haltsmaulnazi Aachen" nennen, in einer Reihe marschieren.
Und nachdem sich KarlFaktor hier doch immer mit seeeehr starken Worten für den Erhalt von Schönheit und Lebensqualität im Dresdner Stadtzentrum stark gemacht hat, wundert es mich schon, daß er sich diesbezüglich vom Auftauchen der Antifa-Kämpfer aus Hannover, Rheine, Recklinghausen und Nordwestmecklenburg Fortschritte erhofft.
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  #13 (permalink)  
Alt 11.01.2009, 12:12
psana42 psana42 ist offline
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Registriert seit: 13.07.2008
Beiträge: 817
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von AnkeH. Beitrag anzeigen

14.2. | 11 Uhr | Dresden Hauptbahnhof
http://dresden1302.noblogs.org/
Sie glauben doch selbst nicht, dass sich diese Leute so beeindrucken lassen. Genau das Gegenteil wurde bisher erreicht. Erst durch die „Gegendemos“ kam es regelmäßig zu Ausschreitungen. Ist das Ihr Ziel? (Gleiches habe ich schon bei KarlFaktor angeführt). Aber Ihre Hasstiraden und natürlich der angegebene Link überzeugen mich absolut: Ich habe dort nichts zu suchen, weil ich an Ausschreitungen nicht interessiert bin. Sie sollten sich im Klaren sein: nur dadurch bekommen die Leute eine größere Plattform.
Ich bin mir sicher: Die Leute interessiert es nicht, dass ich weit weg bin, aber wenn ich da wäre und mir irgendwelches Gebrülle anhören oder gar Geschoße ausweichen müßte schon. Deshalb werde ich nur allen enpfehlen diese "Demos" weiträumig zu umgehen.
Gruß
psana42
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  #14 (permalink)  
Alt 11.01.2009, 16:24
Bernd Richter Bernd Richter ist offline
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Registriert seit: 26.01.2007
Beiträge: 641
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von Ijon Tichy Beitrag anzeigen
Da gehört auch der bei Tunnelfans beliebte Dr. h.c. Thierse dazu. Aus einem Interview im Deutschlandfunk "Es kommt schon auf die Art der Demonstration auch an.", "es geht schon darum, welches Anliegen welche Gruppierung vertritt".

In der Welt dagegen wurde das als "totale Kapitulation des Rechtsstaats" bezeichnet. Auf "Abgeordnetenwatch" wollte der Herr Thierse auf diesbezügliche Fragen nicht antworten.
Diese Deutungshoheit, die Herr Thierse da an den Tag legt, ist in der Tat bedenklich (und kennen wir ja auch schon von einem anderen Dresdner Thema). Es gehört schon einiges dazu, die Ereignisse in Köln zum "Anti-Islamisierungskongress" schön zu reden. Selbst die etablierten Medien haben dazu recht kritisch berichtet.
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  #15 (permalink)  
Alt 11.01.2009, 22:28
freigeist freigeist ist offline
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Registriert seit: 29.08.2008
Beiträge: 14
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Keiner will sich den Nazis entgegenstellen? Meinen Sie mit Nazis dieses Häuflein Hohlbirnen, die vor allem deshalb soviel Aufmerksamkeit erlangen, weil regelmäßig "linke" "Autonome" sich bei den rituellen Gegendemonstrationen antifaschistische Straßenkämpfe mit unserer Polizei liefern und Fernsehteams den jämmerlichen Aufmarsch interessant ins Bild setzen?
Denen stelle ich mich nicht entgegen. Denen arbeite ich jeden Tag entgegen. Mit Argumenten. Mit Beispielen. Wenden wir uns ab vor Ihnen. Lassen wir sie durch leere Straßen ziehen und sich lächerlich machen! Auch für diese unerträgliche Gesinnung gilt grundsätzlich das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Soweit rechtlich eben nötig - aber auch nur soweit! - muss man sie laufen lassen. Am 13. Februar hat dieser Hohlbirnenauflauf in Dresden selbstverständlich nichts zu suchen. Dieses dumme Zeug auch noch dadurch zu adeln, ihm mit "mächtigen Gegendemonstrationen" erst Aufmerksamkeit zu verschaffen - nein danke!
Sehen Sie sich doch dieses Trauerspiel namens NPD-Fraktion im Landtag an. Diese Truppe ist eine Gefahr für unsere Demokratie? Selbst in anderen Nationen, die unter dem Nazi-Terror entsetzlich gelitten haben, gibt es "Nazis". Offenbar gibt es in in jeder Gesellschaft einen Bodensatz an Dummheit, der nicht zu beseitigen ist (was nicht bedeutet, es weiterhin anzustreben).

Auch wenn ich diese Bemerkung ausdrücklich nicht mit der Aktion "Geh-Denken" im Zusammenhang sehe: ich habe als Demokrat auch kein Bedürfnis selbsternannten "Links-Autonomen" und Kommunisten als Demonstrationsstaffage zu dienen, um deren totalitäre und antidemokratische Ideologie unter dem Deckmäntelchen des "Antifaschismus" zu befördern. Auf Kommunismus und Nazismus gehört der Sargdeckel der Geschichte.

W.S.


Eben darum ist es wichtig, dass sich die demokratisch Gesinnten deutlich zeigen, nicht als "Staffage", sondern als Mehrzahl. Leider ist es so, dass ein derartiger Naziaufmarsch vor allem auch deshalb in DD stattfinden kann, weil es viel zu viel schweigende Akzeptanz von rechtem Gedankengut gibt. Und dies nicht nur bei "Hohlbirnen" und bildungsfernen Schichten. Ob bei Straßenbahnfahrten, an Stammtischen, oder als Mithörender von Unterhaltungen brötchenholender Bäckerkunden - überall sind der Beispiele unzählige. Auch wenn sich bei den Autonomen allerlei Volk tummelt, das, wie auch beim Fußball, Randale per se machen möchte, besteht doch ein großer Teil der sogenannten "Chaoten" einfach aus jungen Menschen, die vor allem darüber verzweifelt sind, dass sich die Generation, die es eigentlich besser wissen müsste, mal wieder nach dem Motto verhält: was kann ich schon machen". Ich habe beim Geh-Denken 2008 einige Stunden vor der Synagoge gestanden und hatte Gelegenheit, mit vielen dieser jungen, schwarz vermummten Leute zu sprechen. Ihre Aktionen wären weniger hilflos und sicher auch weniger Gefahr laufend, zu eskalieren, wenn die ach so ordentlichen und friedliebenden "Erwachsenen" sich deutlicher positionieren würden. Auch wenn dies durchaus einige tausend Menschen tun, ist es doch eine Schande, dass sie zahlenmäßig dem grauenvollen Aufmarsch der braunen Plage unterlegen waren. Das sollte nicht wieder so sein, deshalb kann jeder Aufruf im ganzen Land nur nützen, da die Dresdner allein es ja offensichtlich nicht hinbekommen, ein Zeichen zu setzen.
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  #16 (permalink)  
Alt 12.01.2009, 10:34
KarlFaktor KarlFaktor ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 13.03.2007
Beiträge: 527
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Lassen wir sie durch leere Straßen ziehen und sich lächerlich machen! Auch für diese unerträgliche Gesinnung gilt grundsätzlich das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Soweit rechtlich eben nötig - aber auch nur soweit! - muss man sie laufen lassen.
Ja man kann sich zu Hause einigeln und die Vorhänge zuziehen. Das hat Kleinkindniveau, nach dem Motto: wenn ich die Augen fest zumache sieht mich keiner. Auf der anderen Seite Teerkocher anzuwerfen und Federn bereit zu stellen ist auch nicht ganz zeitgemäß, aber ich werde durch meine Anwesenheit an eine der Veranstaltungen deutlich machen, dass Nazis in unserer Stadt nichts zu suchen haben. Ich habe nach wie vor die Hoffnung, wenn man mal ein klares Stopp setzt, dann kann der 13.Feb vielleicht schon nächstes Jahr endlich das werden, was er eigentlich sein soll.


Zitat:
Zitat von Jaseck Beitrag anzeigen
Und nachdem sich KarlFaktor hier doch immer mit seeeehr starken Worten für den Erhalt von Schönheit und Lebensqualität im Dresdner Stadtzentrum stark gemacht hat, wundert es mich schon, daß er sich diesbezüglich vom Auftauchen der Antifa-Kämpfer aus Hannover, Rheine, Recklinghausen und Nordwestmecklenburg Fortschritte erhofft.
Was hat das eine jetzt mit dem Anderen zu tun? In der SZ war vor nicht langer Zeit ein sehr umfangreicher Artikel indem das Parteiprogramm der NPD beleuchtet wurde. So etwas sollten sie erst einmal lesen, bevor sie diese Jugendlichen quasi mit den Nazis in einen Topf werfen. Ausserdem verwechseln sie Ursache mit Wirkung.



Zitat:
Zitat von psana42 Beitrag anzeigen
Sie glauben doch selbst nicht, dass sich diese Leute so beeindrucken lassen. Genau das Gegenteil wurde bisher erreicht. Erst durch die „Gegendemos“ kam es regelmäßig zu Ausschreitungen. Ist das Ihr Ziel?


Ach sie meinen auch nichts machen ist besser.... , Ausserdem gibt es genügend Beispiele von friedlichen Gegendemos, die das Ziel, dass die Nazis sich frei bewegen konnten, verhindert haben.



Zitat:
Zitat von psana42 Beitrag anzeigen
Die Linke, die sich von der grundsätzlich pseudopolitisch motivierten Gerichtsbarkeit oder Klassenkampfhumanität ihrer Vergangenheit noch nicht einmal distanziert hat, ist für mich absolut ungeeignet auf einer solchen Veranstaltung mitzuwirken.


Na zumindest braucht sich die Linke nicht von industriellen Massenmord etc. distanzieren. Damit halte ich sie schon geeignet an solch einer Veranstaltung teilzunehmen. Sie sollten erst einmal nachdenken bevor sie so etwas vom Stapel lassen

Zitat:
Zitat von psana42 Beitrag anzeigen
Der 13.Februar darf nicht politisch mißbraucht werden. Egal von wem.


Schöner Satz, aber nur vom Schreiben wird er nicht wahr.

Zitat:
Zitat von psana42 Beitrag anzeigen
Sie sollten mal immer rund um die Frauenkirche laufen, bis Sie begriffen haben warum es dort schwarze und weiße Steine gibt und warum ein altes und ein neues Kreuz da ist und…
Sie sollten mir mal nicht blöd kommen. Ich habe selbst Verwandte, die am 13.Februar in Dresden um ihre Leben gekämpft haben.
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  #17 (permalink)  
Alt 12.01.2009, 11:23
FrankN FrankN ist offline
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Registriert seit: 12.01.2008
Beiträge: 752
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Dieser Text ist nicht als Gegenmeinung zu den zitierten Passagen gedacht, sondern nur so als Anmerkung:
Zitat:
Zitat von psana42 Beitrag anzeigen
Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Zitat:KarlFaktor
Erst einmal scheint ja festzustehen, dass die Justiz nicht in der Lage ist den braunen Spuk zu verhindern.
Das ist auch nicht deren Aufgabe.
Also, ich habe als Nicht-Jurist natürlich den Inhalt unserer Gesetzbücher nicht komplett im Kopf, aber ist es nicht so, dass gewisse Dinge durchaus verboten sind? Tragen faschistischer Symbole, Äußerungen faschistischer Ideologien und so? Insofern ist es schon auch die Aufgabe der Justiz. Okay – wenn unsere braunen Mitbürger ohne das Zeigen solcher Symbole, Plakate und ohne entsprechende Äußerungen demonstrieren wollen, sieht es möglicherweise anders aus. Aber das sind nur Überlegungen eines Laien.

Zitat:
Zitat von Jaseck Beitrag anzeigen
Hören Sie doch auf, die Demonstration mittels den Feigenblättern DGB und SPD als eine friedliche Demo besorgter Bürger darzustellen.
Lesen Sie sich doch mal den verlinkten Beitrag durch, insbesondere den "Bündnisaufruf" und dessen UnterstützerInnen. Ich werde einen Teufel tun und mit Spezialisten, die sich "anarchia Dresden", "antifa.sozialbetrug chemnitz" oder "haltsmaulnazi Aachen" nennen, in einer Reihe marschieren.
Mir gefällt das ja auch nicht, aber andererseits kann man sich bei Bündnissen mit der Methode immer eine passende Gruppierung herauspicken, die etwas seltsam klingt oder eigenartige Mitglieder hat. Deshalb muss nicht zwingend gleich das gesamte Bündnis schlecht sein.

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Keiner will sich den Nazis entgegenstellen? Meinen Sie mit Nazis dieses Häuflein Hohlbirnen, (…) Auch für diese unerträgliche Gesinnung gilt grundsätzlich das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Soweit rechtlich eben nötig - aber auch nur soweit! - muss man sie laufen lassen.
Auf der einen Seite ist es für einen demokratischen Staat wohl am konsequentesten, wenn er festlegt, dass grundsätzlich für alle Demonstrations- und Meinungsfreiheit gilt. Denn sobald man hier Einschränkungen zuließe, hätte man bereits wieder ein Einfallstor für weitere Verbote. Andererseits stört mich bei der Sache, dass unser Grundgesetzt damit ausgerechnet denen Demonstrations- und Meinungsfreiheit gewährt, die genau das am liebsten sofort abschaffen würden. Da haut etwas nicht hin. Insofern wäre es wohl besser, diese Rechte nur solchen gesellschaftlichen Gruppierungen zu gewähren, die unsere gesetzlichen Grundlagen akzeptieren. Insofern hätte man nicht nur ein Mittel, gegen Nazis vorgehen zu können, sondern auch gegen ähnlich „denkende“ Strömungen (z.B. übereifrige islamistische Gruppen).

Vielleicht ist es okay, wenn ein Staat so tolerant ist, dass er sogar die Leute toleriert, was ihn wiederum nicht tolerieren. Aber vielleicht ist das auch nur die Haltung von Weicheiern, die sich nicht zu einer klaren Haltung durchringen können. Ein Lehrer, von dem ich viel gehalten habe, hat mal gesagt: Toleranz ist nur da möglich, wo es auch etwas Tolerierbares gibt. Dass sich das von der Logik her irgendwie in den Schwanz beißt, ist mir klar. Aber irgendwie hatte er auch Recht.
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  #18 (permalink)  
Alt 12.01.2009, 11:24
Trismeg Trismeg ist offline
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Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 231
Exclamation AW: Wem gehört der 13. Februar?

Also Herr Schleiff, ich weiß nicht, ob hinter Ihrem Statement eine feige oder eine selbstbetrügerische Haltung verborgen ist.
Die Begründung, nicht gegen Rechts aufzutreten, nur weil solche Aktionen auch von Linken und Autonomen besucht sind, ist in meinen Augen eine Ausrede.
Nach dieser Logik überlassen wir solche Tage wie den 13. Februar also getrost politisch Extremen, um unsere Straßen zu füllen? Was ergibt das in Ihren Augen für ein Bild von Demokratie? In meinen Augen das einer Wohnzimmerdemokratie, in der Sonntagsreden der Politiker und Ausreden der Bürger den realen Zustand der Demokratie verschleiern.

Da hilft es auch nichts, wenn Sie die Nazis als "Hohlbirnen" usw. bezeichnen. Sind diese Beschimpfungen etwa ein Ersatz für Ihre mangelnde Bereitschaft aktiv zu sein? Wenn die Dresdner Bürger aller Couleur am 13. Februar auf den Straßen zu sehen sind, ergibt das in meinen Augen ein Zeichen. Aber nicht wenn sich dort nur Rechte und Linke tummeln und die Leute aus dem heimischen Wohnzimmersessel heraus ein paar schlaffe Schimpfwörter loslassen und die NPD als nicht ernst zu nehmen abtun. Das ist Umfallermentalität.
Als Staffage dienen Sie niemandem, das ist eine Ausrede. Und je mehr sich aufraffen, umso weniger hat der Normalbürger Staffagecharakter, sondern bestimmt das Bild an diesem Tag. Also - raus aus dem Sessel! Nicht nur aktiv sein, wenns bei Möbel Walther Schnäppchenangebote gibt, sondern zur Abwechslung auch mal bei sowas.

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Keiner will sich den Nazis entgegenstellen? Meinen Sie mit Nazis dieses Häuflein Hohlbirnen, die vor allem deshalb soviel Aufmerksamkeit erlangen, weil regelmäßig "linke" "Autonome" sich bei den rituellen Gegendemonstrationen antifaschistische Straßenkämpfe mit unserer Polizei liefern und Fernsehteams den jämmerlichen Aufmarsch interessant ins Bild setzen?
Denen stelle ich mich nicht entgegen. Denen arbeite ich jeden Tag entgegen. Mit Argumenten. Mit Beispielen. Wenden wir uns ab vor Ihnen. Lassen wir sie durch leere Straßen ziehen und sich lächerlich machen! Auch für diese unerträgliche Gesinnung gilt grundsätzlich das Recht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Soweit rechtlich eben nötig - aber auch nur soweit! - muss man sie laufen lassen. Am 13. Februar hat dieser Hohlbirnenauflauf in Dresden selbstverständlich nichts zu suchen. Dieses dumme Zeug auch noch dadurch zu adeln, ihm mit "mächtigen Gegendemonstrationen" erst Aufmerksamkeit zu verschaffen - nein danke!
Sehen Sie sich doch dieses Trauerspiel namens NPD-Fraktion im Landtag an. Diese Truppe ist eine Gefahr für unsere Demokratie? Selbst in anderen Nationen, die unter dem Nazi-Terror entsetzlich gelitten haben, gibt es "Nazis". Offenbar gibt es in in jeder Gesellschaft einen Bodensatz an Dummheit, der nicht zu beseitigen ist (was nicht bedeutet, es weiterhin anzustreben).

Auch wenn ich diese Bemerkung ausdrücklich nicht mit der Aktion "Geh-Denken" im Zusammenhang sehe: ich habe als Demokrat auch kein Bedürfnis selbsternannten "Links-Autonomen" und Kommunisten als Demonstrationsstaffage zu dienen, um deren totalitäre und antidemokratische Ideologie unter dem Deckmäntelchen des "Antifaschismus" zu befördern. Auf Kommunismus und Nazismus gehört der Sargdeckel der Geschichte.

W.S.

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  #19 (permalink)  
Alt 12.01.2009, 17:44
Jaseck Jaseck ist offline
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Registriert seit: 25.05.2007
Beiträge: 528
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Was hat das eine jetzt mit dem Anderen zu tun?
Nur so viel, daß ich nicht nur an dieser Demo nicht teilnehme, sondern auch nicht grade froh darüber bin, daß ausgerechnet die Dresdner Innenstadt der Kampfplatz sein soll. Die Erfahrung lehrt, daß beschämenderweise der Ordnungsdienst der Rechten meist besser funktioniert, als der der Gegendemonstranten. Aber ich weiß schon: Der Zweck heiligt die Mittel.

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
In der SZ war vor nicht langer Zeit ein sehr umfangreicher Artikel indem das Parteiprogramm der NPD beleuchtet wurde. So etwas sollten sie erst einmal lesen, bevor sie diese Jugendlichen quasi mit den Nazis in einen Topf werfen.
Ich weiß, daß das Verbot der NPD eher an formaljuristischen Gründen als an der Verfassungstreue dieser Partei scheiterte - insofern sind wir uns einig (auch ohne die von Ihnen vorgeschlagene Lektüre). Ich hätte ja auch kein Problem, mit anderen Demokraten gegen diese Partei zu demonstrieren. Einige Initiatoren der "GehDenken"-Demo zählen für mich aber, bei aller Toleranz Andersdenkenden gegenüber, eben nicht zu den Demokraten. "Systembekämpfer" und Hobbyrevoluzzer wirken nicht sehr glaubhaft, wenn sie eben dieses "System" (FDGO) gegen die "Gefahr von rechts" verteidigen wollen. Von solchen Brüdern lasse ich mich nicht instrumentalisieren.

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Ausserdem verwechseln sie Ursache mit Wirkung.
Das tue ich nicht. Ich bin nur nicht bereit, jede Art von Wirkung gut zu finden, nur weil sie eine Ursache hat.
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  #20 (permalink)  
Alt 12.01.2009, 21:08
psana42 psana42 ist offline
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Registriert seit: 13.07.2008
Beiträge: 817
Standard AW: Wem gehört der 13. Februar?

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
[/font][/color][/size]

[size=2].
Zitat von KarlFaktor
Zitat von psana42
Sie sollten mal immer rund um die Frauenkirche laufen, bis Sie begriffen haben warum es dort schwarze und weiße Steine gibt und warum ein altes und ein neues Kreuz da ist und…

Sie sollten mir mal nicht blöd kommen. Ich habe selbst Verwandte, die am 13.Februar in Dresden um ihre Leben gekämpft haben.

Das zuerst. Wenn Sie es so empfinden. Aber bei mir bleibt der Eindruck, dass Sie selbst die Opfer nicht verstanden haben.
Zitat von KarlFaktor
Na zumindest braucht sich die Linke nicht von industriellen Massenmord etc. distanzieren. Damit halte ich sie schon geeignet an solch einer Veranstaltung teilzunehmen. Hervorhebung von mir.
Auch hier befürchte ich, dass Sie etwas nicht verstanden haben. Nur eine Namensänderung ist keine Vergangenheitsbewältigung. Eine Aufarbeitung von Stalinismus etc. findet nicht statt! Das Nachdenken gebe ich deshalb zurück.
Zitat von KarlFaktor
Zitat von psana42
Der 13.Februar darf nicht politisch mißbraucht werden. Egal von wem.



Schöner Satz, aber nur vom Schreiben wird er nicht wahr.
Leider. Aber deshalb lasse ich mich nicht von den Linken missbrauchen.
Gruß
psana42
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