09.02.2012 01:11
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Ich ziehe nur Schlussfolgerungen und kann mich dabei selbstverständlich auch irren!
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Hallo Anawak,
ich entschuldige mich, dass ich die abschließende Zeile in deinem Bericht ("Barbara Tuchmann"), als eine Art Signum missverstanden habe. In der Tat habe ich dein Zitat auch als solches erkannt, habe aber eine Quellenangabe eher als in Klammer angefügt erwartet. Ich war es zu sehr gewohnt, dass gerade Forumteilnehmer mit ungewöhnlichen "Screennames" (wie Anawak oder Alienus), dann doch nochmal mit eben jenem oder einem anderen Namen (nicht Screenname) unterschreiben. Übrigens stimme ich dem Zitat von B. Tuchmann zu! Die Missverständnisse beschränken sich aber offenbar nicht nur auf mich. Um den Bogen zur eigentlichen Brückendiskussion zu schlagen (welche du ja immer wieder verweigerst), möchte ich das folgende klarstellen: Entgegen deiner wahrscheinlichen Annahme stimmt es nicht, dass ich mich nicht mit dem Brückenstreit beschäftigt habe, im Gegenteil, zumindestens die Informationen, die ich im Internet zum Thema gefunden habe, habe ich mir zu Gemüte geführt (mit großer "Freude am Wissen"), denn mein Ziel war es, endlich für mich eine Antwort auf die Frage zu finden: "WSB - Ja oder Nein?" Dass ich Sokrates Ausspruch bemüht habe, hat auch nichts damit zu tun, dass ich meine Faulheit Informationen und Fakten zu sichten, rechtfertigen will, denn diese gibt es nicht. Sondern ich wollte damit der These Ausdruck verleihen, dass auch die größte Menge an Informationen über das WSB-Projekt (selbst den Idealfall angenommen, dass jene nicht ideologisch eingefärbt sind) und alles was damit in Verbindung steht, einem trotzdem nicht genug Wissen geben kann, um den Brückenstreit entgültig und "richtig" zu entscheiden - dass man es eben trotzdem nicht WISSEN kann, wie es "richtig" zu machen ist. Man kann es allerdings MEINEN. Denn Wissen ist die eine Seite, doch ohne die Bewertung dieses Wissens nützt es überhaupt nichts. Und das ist das, was ich meine: dies ist keine Schulaufgabe, wo der Beste gewinnt, der mit dem meisten Wissen, sondern, es geht um Werte und Bewertung. Bsp.: statistisch 20000 Kfz mehr in der Stadt mit Brücke: für die Grüne Liga ein rotes Tuch; "unglaublich, schrecklich, das Letzte, Grund genug die Brücke abzulehnen". Für andere sind 20000 nicht gerade viel, "vertretbar für die Entlastungen, die die Brücke auf der anderen Seite bringt. Und mit 47500 Kfz pro Tag auf der WSB wäre sie laut Untersuchung nicht einmal die meistbefahrenste Brücke Dresdens (und dabei die Autobahnbrücke ausgenommen)". Die Grüne Liga: "47000 Kfz pro Tag: schrecklich; die arme Fetscherstraße; etc." die anderen haben die selbe Information, das selbe Wissen, doch werten anders: "der hohe Anstieg des Verkehrs auf über 20000 auf der Fetscherstraße ist vertretbar, denn heutzutage ist ja sowieso noch nicht besonders viel los auf dieser Straße." Mein Anliegen ist also folgendes: Ich habe viele Informationen gesammelt, ich habe Befürworter und Gegner und Ne-utri angehört und v.a. darauf geachtet, wie sie die vorhandenen Fakten werten. Mein Ziel war und ist es herauszufinden, welchen Sichtweisen ich zugeneigt und welchen abgeneigt bin. Wenn ich z.B. die Grüne Liga höre: "Die WSB ist der Schlussstein zu einer autobahnähnlichen Trasse durch Dresdner Wohngebiete", dann bin ich dem abgeneigt. Der Fakt (das Wissen) in dem Fall ist: relativ, gute Verbindung von A17 zu A4, 11km kürzer, kein Gutachten zu diesem Umstand. Der Rest ist Wertung, Vermutung, Meinung, Argumentation. Bei meiner Wertung und Argumentation, komme ich zu dem Schluss, dass diese Befürchtung eine so unrealisitsche ist, dass sie zu vernachlässigen ist. Andere mögen anderer Meinung sein. Für jene ist das Fünkchen einer Möglichkeit, dass diese Darstellung (s.o.) richtig ist, Grund genug, arge Bedenken zu hegen. Wenn ich also in dieses Forum gehe, suche ich nach Aspekten, Meinungen, aber auch Fakten, die ich noch nicht kenne und um zu diskutieren. Mein zugegeben überspitzer Ausspruch über die Idee "3. Marienbrücke" ist mir ganz und gar nicht peinlich und ich HABE mir durchgelesen, was sich Verkehrsplaner dabei dachten. Meine Entscheidung ist also nicht Ergebnis meines vermeintlichen Unwissens, sondern meiner Bewertung des möglichen Umstands. Ich habe mir die Möglichkeiten, Auswirkungen Vorteile und Nachteile dieser Brückenplanung angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Nachteile überwiegen. Es IST also eine Wertedebatte, erst Recht, jetzt, vor dem Hintergrund des Erhalts des Unesco-Weltkulturerbes. Wenn du das immer noch bestreiten willst, Anawak, dann mal los! Alex |
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Das Dir 20.000 Fahrzeuge (DTV) mehr oder weniger nichts ausmachen, mag ja sein. Trotzdem bedeuten 20.000 Fahrzeuge eine erhebliche Belastung bezüglich gesundheitlich relevanten Größen wie Feinstaub, Lärm etc. und dies ganz unmittelbar. Das es stärker befahrene Brücken gibt, als die WSB, ist dabei völlig unerheblich. Der zusätzliche Verkehr entsteht durch den Bau der Brücke und entstünde nicht ohne Sie. Das ist kein Werturteil sondern ein Fakt. Wenn Menschen Ihre Wohngebiete vor Lärm und Schadstoffen schützen wollen, weil sie die nachgewiesenen gesundheitlichen Schäden (daraus folgende nachgewiesene volkswirtschaftliche Einbußen) nicht akzeptieren wollen, dann ging dem ein schlichter Erkenntnisprozess voraus. Manche Leute sind von solchen Nachteilen ganz persönlich betroffen und haben keine Lust sich u. a. von Randdresdnern mit Häuschen im „Grünen“ bzw. von selbigen verursachten Durchgangsverkehren ihre Wohnqualität kaputt machen zu lassen, sofern sie noch welche haben. Wenn Du also denkst, dies sind alles grüne werturteilsgeladene Spinner oder Öko-Faschisten (um mich mal Deiner unmöglichen Terminologie zu bedienen), dann unterliegst Du schlicht einem Fehlschluss, welcher sich wiederum aus Deiner Ideologie speist und Deiner ungenügenden Auseinandersetzung mit dem hochkomplexen Gegenstand Mobilität.
Vorliegende Diskussion ist in der Hauptsache eine fachliche Diskussion. Nun ist absolute Werturteilsfreiheit eine Illusion. Insofern gebe ich Dir recht. Eine Diskussion über Verkehrspolitik ist im Grunde nie ideologiefrei. Deshalb liegt Deinem Ja keine ausschließlich rationale Abwägung der Sachlage zugrunde. Ich will mal ein paar wenige Punkte der Diskussion herauspicken und kurz anreißen, welche in erster Linie Fakten sind. Natürlich wirst Du sofort die Ideologiekeule schwingen, welche – neben der in Dresden modern gewordenen Demokratiekeule – jedem Kritiker dieser Planung um die Ohren gehauen wird. Die WSB soll eklatante Verkehrsprobleme der Stadt Dresden lösen helfen und Stadtteile verbinden. Dresden hat objektiv weder eklatante noch besonders schwerwiegende Verkehrsprobleme und belegt im Städtevergleich ob seiner Verkehrsflüssigkeit oberste Plätze. Das subjektive Empfinden der Verkehrsteilnehmer ist allerdings ein anderes, darf aber keine Kategorie der Verkehrsplanung sein, zumal sich auch nach Fertigstellung der WSB an diesem subjektiven Grundgefühl (ständig Stau) nichts ändern wird und kann. Das ist kein Werturteil, sondern ein verkehrssoziologischer bzw. verkehrspsychologischer Fakt. Die Stadt mit dem höchsten durchschnittlichen Stauaufkommen in den USA ist L. A. Gleichzeitig ist diese Stadt auch diejenige mit der größten verfügbaren Verkehrsfläche für den MIV. Der extensive Ausbau der Straßen hat noch nirgendwo auf der Welt zu weniger, sondern zu mehr Verkehrsstau geführt. Catania (Sizilien) hat 305.430 EW und alltägliche Staus der Ein- bzw. Auspendler zu verzeichnen. Man strebt ins Umland. Es wurde zu diesem Zweck eine Entlastungsautobahn gebaut, mit dem Ergebnis, dass sich nach kurzer Zeit auch diese Strecke innerhalb der Spitzenstunden zur Staufalle entwickelte. Das Gesetz der Verkehrsinduktion ist kein Werturteil oder Ideologie, sondern verkehrswissenschaftliches Gemeingut. Unzählige Male untersucht und bestätigt. Sogar in DD ist dahingehend geforscht worden – mit o. g. Ergebnis. Ideologie? Die Verbindungsfunktion, welche eine Stadtbrücke für alle Verkehrsteilnehmer haben sollte (auch Fußgänger, Radfahrer, Mobilitätsbehinderte etc.) erfüllt die WSB nicht! Die Anbindungen, vor allem auf der Nordseite, sind nicht praktikabel und die Strecken sehr lang. Objektiv kein Problem für den MIV, aber durchaus für die anderen Verkehrsarten (s. o.). Dies ist ebenfalls kein Werturteil sondern moderne Planungstheorie und zum Glück in manchen Kommunen schon gängige Planungspraxis. Da hilft ein Blick in die einschlägige Literatur. Das Ergebnis des Mediationsverfahrens unterstreicht dies übrigens noch mal. Sind die Mediatoren alles werturteilsgeladene Ideologen? Die WSB wird dringend gebraucht um die anderen Brücken zu entlasten. Du scheinst ja im Hier und Jetzt zu leben und prognostischem an sich skeptisch gegenüber zu stehen. Lassen wir also mal die Prognosen für die Zukunft, Ressourcenprobleme, demografische Faktoren, stagnierende Einkommen trotz Wirtschaftswachstum, Klimaprobleme bzw. deren Folgekosten und zukünftige Bemautung des Pkw-Verkehrs außen vor. Selbst wenn man alle die o. g. Dinge im Bezug auf die WSB-Diskussion (unzulässigerweise) vernachlässigt, bleiben noch die offiziellen und aktuellen Zahlen der Jetztzeit. Die besagen, dass die Brückenquerungen heute schon auf einem niedrigeren Niveau sind, als Sie mit Brücke prognostiziert wurden. Das ist kein Werturteil sondern Ergebnis von Verkehrszählungen und somit Faktum. Hinzu kommt noch, dass diese Zahlen offiziell erhoben worden sind und nicht im Auftrag ideologischer Brückengegner. Eher im Gegenteil. Die WSB ist als Alternative zum Blauen Wunder dringend notwendig. Auch hier helfen Werturteile und Glaubenssätze wenig. Fakt ist, dass die Entlastungswirkung einer WSB von ca. 9 % untauglich ist, die Probleme im Osten der Stadt zu lösen, welche zugegeben am Schillerplatz zu bestimmten Tageszeiten beobachtbar sind. 9 % weniger DTV machen sich (fachlich nachgewiesen) weder bezogen auf Lärmminderung, noch bezogen auf Schadstoffminderung, noch im durchschnittlichen Zeitbudget des Verkehrsablaufs bemerkbar. Rechnerisch allerdings schon. Hinzu kommt die bleibende Belastung des Schillerplatzes und seiner Zufahrten. Manche gehen sogar von steigender Belastung durch die WSB aus. Querungswillige aus den östlichen Stadtteilen werden also in der Mehrzahl weiterhin das BW benutzen, weil der Widerstand des BW (z. B. durch Stau) zu gering ist, um bis zur WSB weiterzufahren. Eine sinnvollere Entlastung des BW ist weiter im Osten möglich. Die Vorplanungen mit Entlastungs- u. Verlagerungsszenarien liegen in drei Varianten (u. a. EIBS) seit Jahren vor. Diese Planungen sind auch nicht den Werturteilen grüner Ideologen entsprungen, sondern stammen von dafür beauftragten Verkehrsplanern. Wird die WSB gebaut, rückt die Lösung der Probleme am BW in weite Ferne, zumal die finanziellen Mittel trotz Woba-Verkauf knapp bemessen bleiben werden. Nebenbei bemerkt sah das Verkehrskonzept von 1994 den Bau mehrerer Brücken vor, wobei die Marienbrücke als wichtigste Querungsstelle der Stadt, durch die 3. Marienbrücke entlastet werden sollte. Als nächstes sollte der Dresdner Osten eine Lösung bekommen und erst in dritter Priorität über eine Querung am Waldschlösschen nachgedacht werden. Hätten wir die westliche und östliche Lösung schon, würde niemand mehr über eine Lösung am Waldschlösschen nachdenken. Vor allem der Schommer-Lüge verdankt die Stadt Dresden Ihre bisherige Brückenstagnation. Die WSB ist aus wirtschaftlicher Sicht dringend notwendig und schafft Arbeitsplätze. Die Sache mit den Arbeitsplätzen wurde von Jan Mücke auf einer Veranstaltung im Februar 2005 selbst relativiert, wenn er davon sprach, dass der Bau diesbezüglich keine nennenswerten Effekte in der Region bringt. 160 Mio. € Steuergeld und 1 – 2 Mio. € jährliche Folgekosten stehen im krassen Missverhältnis zum Nutzen dieser Querung. Keiner der Befürworter hat bisher auch nur den Versuch unternommen, eine gültige Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen. Zudem ist auch generell der Zusammenhang von Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und Wirtschaftswachstum nicht belegt worden. Der „Feldversuch“ Ostdeutschland spricht sogar dagegen, weil inzwischen andere Faktoren für das Investitionsklima entscheidender sind. Die vorhandene Verkehrsinfrastruktur verhinderte bisher keine Investitionen in Dresden und tut dies auch zukünftig nicht. Kein Werturteil sondern Faktum. Jedenfalls bis zum Beweis des Gegenteils. Investoren aus dem In- und Ausland, zumindest Ihre Führungskräfte, schätzen Lebensqualität und kulturelle Vielfalt. Solche weichen Faktoren können bei der Standortwahl entscheidend sein. Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Zittau/Görlitz wurde vor Jahren zu diesem Thema geforscht. Jedenfalls schätzen jene Leute nicht (mehr) die Qualitäten einer autogerechten Stadt. Wir brauchen keinen Welterbestatus. Die Diskussion um das Welterbe ist in meinen Augen tatsächlich eine Randdiskussion, weil hier lediglich „weiche“ Faktoren gegen diese Planung zum tragen kommen. Dennoch geht es auch hier nicht um subjektive Werturteile und persönliche Vorlieben oder ästhetische Beliebigkeiten, sondern um fachlich fundierte Dinge. Denkmalschützer, Kunst- u. sonstige Historiker sind ebenso Fachleute wie der Statikingenieur oder der Agrarwirtschaftler. Nur auf anderem Gebiet. Sicher hat MüllerMeierSchulze so seine ästhetischen Empfindungen und demnach Urteile. Diese korrelieren allerdings immer mit der jeweiligen Ausbildung bzw. Bildung an sich. Den Wert einer Sache bemessen dennoch diejenigen, die entsprechende Qualifikationen erworben haben. Im Falle von Kunst und Kultur sind das immer Minderheiten und nicht die berühmt-berüchtigte Volksseele (diesem Umstand verdankt Dresden u. a. seinen Weltruf). Der Wert einer Welterbestätte bestimmt sich demnach eben gerade nicht ökonomisch und richtet sich nicht nach dem Benehmen der Mehrheit. Hier liegt das größte Missverständnis bezügl. des Welterbes. Wenn z. B. der Handwerker Eberhard Rink (FDP) die Verleihung des Welterbetitels erst betreibt, weil er sich Image und wirtschaftliche Vorteile für die Stadt verspricht, aber sofort einknickt und sich verwundert die Augen reibt, wenn der Welterbestatus „Schwierigkeiten“ macht und Verpflichtungen mit sich bringt, dann zeigt sich, wie wenig ausgeprägt die intellektuelle Sensibilität gegenüber allen Dingen ist, die sich nicht unmittelbar ökonomisieren lassen. Henke war einer der wenigen Brückenleute in der CDU, der das verstanden hat und von der Beantragung des Titels abgeraten hatte. Das war wenigstens ehrliches Hinterwäldlertum. Die anderen Banausen verstecken sich ja inzwischen nur noch hinter juristischen Formalitäten bzw. bemerkenswertem Demokratiegehabe. Sollen Sie mal! Fakt bleibt, dass es von Beginn an nie um Demokratie ging. Dennoch bleibt richtig, dass Demokratie keine Veranstaltung zur Sicherung von Fehlentscheidungen der politischen Klasse sein sollte, es aber augenscheinlich ist. (Die letzten vier Sätze entspringen allerdings tatsächlich lediglich meinem wertenden Urteil). Abschließend: Es stimmt, Wissen muss verarbeitet, interpretiert und aufbereitet werden. Dem geht allerdings trotzdem zunächst eine Sammlung desselben voraus. Je mehr zunächst gesammelt wird, desto größer der Überblick, je größer die Fähigkeit jene Zusammenhänge zu sehen, welche auf den ersten, zweiten oder dritten Blick noch nicht zu sehen waren. ... so und jetzt freue ich mich aber zur Abwechslung mal. Und zwar darüber, dass Deutschland gerade eben ins Finale der Handball-WM eingezogen ist ... Gratulation!!!
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Sehr schön, was uns „anawak“ da anbietet, ist sehr lehrreich – für Leute, die Nachholbedarf in Sachen Arroganz und Ignoranz haben. Ein Musterfall ideologiesatter Besserwisserei – wer wie ich etliche Jahre in der DDR zugebracht hat, kennt diesen Brustton der Überzeugung aus den nur wenige Jahre zurück liegenden Verlautbarungen jener Partei, die den Osten Deutschlands in diktatorischer Manier auch im Umweltsektor ruinierte sich nach der Wende plötzlich als besonders demokratisch, volksnah und ökologisch zu verkaufen suchte.
„Anawak“ verfehlt den Gegenstand der gegenwärtigen Diskussion gründlich. Ich denke aber nicht, dass ihm das nicht bewusst ist. Es ist vielmehr Absicht – er möchte die 37. Auflage der WSB-Begründungsdebatte (die 36 vorhergehenden Debatten kann sich der Leser im Altforum der DNN oder auch im Forum der Webseite www.welterbe-erhalten ansehen – jedenfalls, soweit dort nicht die Meinungsfreiheit durch Eingriffe des Admin beschnitten wurde, denn es handelt sich ja um eine Seite der Grünen Liga, und ich habe da Erfahrungen sammeln dürfen), um von dem abzulenken, was gegenwärtig in Wirklichkeit passiert. Das zu diskutieren wäre ihm nämlich peinlich: Dresden ist dabei, seine kommunale Eigenständigkeit an ein in seinen Entscheidungen willkürliches, offenbar auch manipulierbares, weder demokratisch legitimiertes noch rechtsstaatlich greifbares Gremium engstirniger Denkmalpäpste zu verlieren. Und die Superbasis- und Direktdemokraten von den Grünen, der PDS und der wegen landesweiten Unscheinbarkeit auf den radikalen Trichter gekommenen SPD marschieren in Sachen Bürgerentmündigung an der Spitze und schämen sich ob der offenbaren Heuchelei, die sie betreiben, nicht einmal. Es ist ziemlich widerlich. Den Umstand, dass Dresden – wenn die Stadt nicht aufpasst – künftig wegen jedes Vorhabens in seinem Kernbereich den Segen der UNESCO einholen muss – und genau um diese Frage geht es gegenwärtig -, möchte „anawak“ nicht diskutieren. Für ihn ist das die „Demokratiekeule“. Für Leute wie „anawak“ ist demokratische Ordnung erkennbar kein Wert, sondern nur ein Mittel zum Zweck: Wenn es ihren Zielen dienen kann, nutzen sie es, wenn nicht, lassen sie sich auch gern darauf ein, die Demokratie zu verunglimpfen, zu untergraben und die eigensinnigen und unfolgsamen Bürger als unfähig und unwissend abzuqualifizieren. Ersatzweise werden dann „Fakten“ geboten, deren wesentliches Merkmal ist, dass stets der Teil, der nicht ins vorgefasste Bild passt, ausgeblendet wird. Ich will mich nun doch der Mühe unterziehen, das nachzuweisen.
Natürlich tut sie das: Die Überlastung der innerstädtischen Brücken ist notorisch, der Dresdner Brückenstau legendär. Es gibt aber eben auch keine an einem Fluss liegende deutsche Großstadt, die über fast fünf Kilometer Flusslänge mitten im Stadtgebiet lediglich eine Personenfähre als Querungsmöglichkeit anbietet. Umwegfahrten und eben jener Stau an den vorhandenen Brücken sind die Folge. Was daran ökologisch ist, hätte ich schon lange einmal gern gewusst. Es ist auch eine Halbwahrheit, dass man in Dresden besonders gut vorankommt. Die Grünen unterschlagen bei ihren tollen Dresden-Bilanzen nämlich immer, dass die Brücken Dauerbremsen sind: Während es sonst – und zwar gegen den Widerstand der Grünen (erinnert sei nur an das Drama, dass wegen 25 kranker Bäume an der Leipziger Straße im vergangenen Jahr von den Linken im Stadtrat aufgeführt wurde) – gelang, den Verkehr in der Stadt zu beschleunigen, bummelt man in Dresden seit Jahren annähernd unverändert mit 14 bis 20 Kilometern pro Stunde über die Elbe. Die Brücken sind notorische Engstellen im Dresdner Verkehr – und dieses Problem löst man eben durch Brückenbau an einer Stelle, die viel vom Verkehr der anderen Brücken aufzunehmen im Stande ist. „anawak“ ist da anderer Meinung, denn das Dogma seiner Ideologie besagt: Verkehrsbau löst keine Verkehrsprobleme. Da darf man sich dann allerdings schon fragen, wieso die – von den Grünen dereinst wütend bekämpfte - stadtnahe Trasse der A 17 zur Entlastung des Dresdner Netzes beigetragen hat. Erst recht darf man sich fragen, wieso ausgerechnet die Grünen sich trauen, die tatsächlich eingetretene Entlastung als Argument gegen einen weiteren Verkehrsbau ins Feld zu führen. Ist diese Heuchelei noch zu steigern, kann man noch frecher auf die Vergesslichkeit der Bürger spekulieren? Es ist übrigens nichts davon bekannt, dass sich die A 17 in Spitzenstunde zur „Staufalle“ entwickelt. Im Gegenteil: Seit sie bis zur Grenze frei ist, entlastet sie auch noch die Bundesstraße nach Zinnwald – zur Freude übrigens auch der Grünen im Weißeritzkreis. Natürlich wird die WSB für alle Verkehrsteilnehmer von Nutzen sein. Denn Fußgänger oder Radfahrer haben an dieser Stelle sonst einfach gar keine Querungsmöglichkeit – es sei denn, sie nutzen die Johannstädter Fähre, was jedes Mal Zeit und Geld kostet und ohnehin kaum Vorteile bringt, weil die Fähre viel stadt- und damit brückennäher als die WSB liegt.
Natürlich tut sie das, nicht einmal die hartnäckigsten Brückengegner bestreiten normalerweise diesen Umstand. Man muss hier auch eigentlich nichts weiter als die leider Gottes unverändert alltägliche Stauerfahrung an den Dresdner Brücken anführen – nach Meinung von „Anawak“ aber ist die gewünschte Entlastung da ja schon vorhanden. Selten so gelacht. Bedürfen diese Scheuklappen noch einer näheren Erläuterung? Nirgendwo deutlicher als an diesem Punkt ist erkennbar, was Ideologie bewirkt…..
Klar ist sie das: All jene zum Beispiel die gegenwärtig vom Blauen Wunder kommend die Schillerstraße nach oben fahren, um dann nach links auf die Bautzner einzubiegen und bis zum Waldschlößchen zu fahren (bzw. umgekehrt), können sich diese Tour künftig sparen und ihr Ziel über die WSB direkter ansteuern. Der Effekt besteht nicht nur in kürzeren, sondern auch in deutlich schadstoffärmeren Wegen – man muss auf beiden Touren nämlich erst auf den Elbhang hoch, nur um dann wieder runter zu fahren. Das schluckt Sprit und beschert zusätzliche Emissionen. Von der in absehbarer Zeit notwendigen Sanierung des Blauen Wunders will ich hier mal fast schweigen, ebenso vom Hochwasserfall, der Dresden im Stadtkern nur noch die Carolabrücke ließ – in beiden Fällen steht die WSB zur Entlastung an der richtigen Stelle. Die Zweckmäßigkeit einer 3. Marienbrücke führt „anawak“ wohl nur aus Ablenkungsgründen noch einmal in die Debatte ein. Dass diese Brücke schon von Ihrer Lage her keinerlei Ersatz für die WSB darstellt, erschließt sich sofort beim Blick auf den Stadtplan. Auch die „Drei-Brücken-Lösung“ (Erfurter Straße, Müntzerplatz, Niederpoyritz) stellt keine brauchbare Alternative dar, sondern kann heute höchstens in Teilen als Ergänzung zu WSB genutzt werden. Gegen diese Lösung sprechen nicht nur eklatante und völlig ungelöste verkehrsorganisatorische oder Umweltprobleme, die dazu geführt haben, dass die WSB schon in den neunziger Jahren dieser Variante vorgezogen wurde (Niederpoyritz bietet keine vernünftige Anbindung für die ankommenden Verkehrsströme - hier ist die völlige Überstauung der Pillnitzer Straße absehbar; eine Brücke am Müntzerplatz beschert schon auf den ersten Blick erhebliche Probleme mit der Einbindung an beiden Seiten – Stichworte: Diakonissen-Krankenhaus, Knoten Radeberger/Bautzner Straße auf der einen, die überaus enge Arnoldstraße auf der anderen Seite; auch bringen nur alle drei Brücken zusammen den Entlastungseffekt, den die WSB allein zeitigt), sondern vor allem auch der Umstand, dass es wohl weitere zwanzig Jahre dauern dürfte, bis man unter Dresdner Verhältnissen diese Lösung so weit vorangetrieben hätte, wie es aktuell bei der WSB der Fall ist. Es ist doch hoffentlich keiner so naiv anzunehmen, dass die hartleibigen – ja, jetzt benutze ich dieses Wort auch einmal, es passt eben exakt – Ökofaschisten unter den Brückengegnern nicht alles unternehmen werden, um jede neue Brücke in Dresden zu verhindern. Und wenn es ihnen vielleicht auch am Ende nicht gelingt – es würde mit Sicherheit sehr sehr lange dauern, ihren Widerstand zu überwinden. Dresden war einer neuen Innenstadtbrücke nach der Wende noch nie so nahe wie heute – und wird es in vergleichbaren Zeiträumen auch nicht wieder kommen. Für das Argument, man brauche den Bau der WSB aus wirtschaftlicher Sicht, will ich mich nicht verkämpfen. Ich halte es für unerheblich, um gerade diesen Bau zu begründen – andere Elbquerungen hätten ähnliche, aber immer auch nur zeitweilige Effekte. Hier beantwortet „anawak“ erkennbar Fragen, die im Rahmen diese Threads niemand gestellt hat. Also: Ein weiteres Ablenkungsmanöver. Zum Thema „Weltkulturerbe“ hatte ich mich schon im Eingangsbeitrag dieses Threads ausführlich geäußert. Was ich aus „anawaks“ Äußerungen zu diesem Thema mit großem Vergnügen herauslese, ist der fromme Glaube, Schönheit sei nichts Subjektives. Zu jenen merkwürdigen Vorgängen, der das Welterbekomitee unter exakt gleichen Maßgaben 2004 und 2006 zu einander ausschließenden Urteilen in gleicher Sache kommen ließ, will sich „anawak“ aber nicht äußern. Das ist aus seiner Sicht auch nur zu verständlich. Was ihm aber auch an dieser Stelle offenbar wieder leicht fällt, ist die Besudelung demokratischer Entscheidungen – und der Verhöhnung der Dresdner aus dem Elfenbeinturm seiner „Verkehrstheorien“. Tja, aber so sind sie, unsere sachlichen und sachkundigen Gutmenschen…. |
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Ich bin zwar nicht direkt angesprochen. Trotzdem würde ich gern ein paar Gedanken zum Beitrag von anawak loswerden. (Den Glückwünschen an die Handballnationalmannschaft schließe ich mich im Übrigen ausdrücklich an!)
Induzierter Mehrverkehr: Ich bin kein Experte hinsichtlich Feinstaub, Lärm etc. Aber meines Wissens entsteht Feinstaub u. a. dort, wo sich Verkehrsbelastungen konzentrieren. Also z. B. in der Neustadt, welche durch die WSB flächendeckend in Höhe von 15 bis 20 % entlastet werden würde (KfZ/24h). Eine Belastung der gesamten Stadt führt demnach zwar insgesamt zu mehr Lärm und Feinstaub, aber die punktuelle Belastung nimmt aufgrund der höheren Kapazität des Verkehrsnetzes ab. Die Entlastung der Neustadt wird von manchen Gegnern gern heruntergespielt, da es ja „nur“ 15 bis 20 % sind. Eine Belastung, die prozentual geringer ist, wird jedoch als ein wesentliches Argument gegen die WSB geführt. Sicher gibt es Stellen, an denen für direkte Anlieger eine wesentliche Mehrbelastung eintritt. Dies beschränkt sich aber z. B. auf einen Abschnitt der Fetscherstraße, der nicht durch enge Wohnbebauung gekennzeichnet ist. Bei der Mehrzahl der von einer Verkehrszunahme betroffenen Straßen z. B. in Striesen liegt die angenommene Verkehrszunahme prozentual zumeist unter 15 %, wobei noch Straßen in unmittelbarer Nachbarschaft in Johannstadt entlastet werden. Dem steht die nahezu flächendeckende Entlastung der Neustadt entgegen! Für mich ist es somit ein Fakt, dass die WSB zu einer besseren Verteilung der Verkehrsströme und damit auch der mit Verkehr einhergehenden Belastungen führt! Der in Höhe von 8 % induzierte Mehrverkehr ist angesichts dessen meines Erachtens absolut akzeptabel. Verkehrsprobleme: Anhand statistischer Erhebungen mag belegbar sein, dass die Verkehrsprobleme Dresdens vergleichsweise gering sind. Das kann man auch als einen erhaltenswerten Standortvorteil sehen, der durch die Erbauung einer weiteren Elbquerung nicht in Frage gestellt wird. Ohnehin ist aber die subjektive Belastung punktuell, insbesondere in der Neustadt, sehr hoch. Die alltäglichen Verkehrsprobleme in der Neustadt wären noch viel größer, wenn man die Schleichwege durch Wohngebiete konsequent für den Durchgangsverkehr sperren würde. Ich erinnere mich nur an das Verkehrschaos am Freitag der BRN 2006, als nachmittags die Äußere Neustadt bereits für den (Auto)Verkehr gesperrt war. Es muss ein grundsätzliches Ziel sein, Wohngebiete, nicht nur in der Neustadt, möglichst weitgehend von Durchgangsverkehr zu befreien. Im Falle der Neustadt ist dies aber nur realistisch, wenn eine alternative Elbquerung gebaut wird, die in der Lage ist, Verkehr in nennenswerter Höhe abzuziehen. Und das schafft m. E. nur die WSB! Dabei ist die WSB gleichwohl nicht in der Lage, die Verkehrsbelastung im Stadtzentrum als solche zu beseitigen. Aber sie schafft größere Spielräume! Der induzierte Mehrverkehr ist schließlich nicht so hoch, dass er die gewonnenen Freiheiten gleich wieder zunichte macht. Allerdings muss natürlich die Gelegenheit genutzt werden, den Durchgangsverkehr konsequent aus den Wohngebieten auf die Hauptstraßen zu verlagern. Eine spürbare Entlastung der Hauptstraßen wird somit vermutlich nicht eintreten. Aber es besteht die Chance, die Wohngebiete in der Neustadt dauerhaft von Durchgangsverkehr zu entlasten! Leider spielt das aber in den Argumenten der Befürworter teilweise nur eine untergeordnete Rolle. Verbindungsfunktion: Es ist sicherlich unstrittig, dass die Verbindungsfunktion einer Brücke am Th.-Müntzer-Platz „unmittelbarer“ wäre, da zwei mehr (Neustadt) oder weniger (Johannstadt) entwickelte Stadtgebiete miteinander verbunden würden. Dies ist aber zugleich auch das Problem einer derartigen Option, da ja nicht nur Fußgänger- und Radfahrerverkehr, sondern vor allem Autoverkehr ermöglicht werden soll. Und die Forststraße bspw. würde zwangsläufig von einer Wohnstraße zu einer Durchfahrtsstraße werden. Natürlich kann man diese Folgen durch „verkehrsbehindernde“ Maßnahmen einschränken. Wirklich lösen kann man sie mit Sicherheit nicht. Und umso mehr man den ja eigentlich gewollten Verkehr behindert, umso mehr muss man sich die Frage nach dem Sinn einer derartigen Brücke stellen. Denn „billig“ wird die mit Sicherheit auch nicht! Ohnehin muss man aber m. E. festhalten, dass es nicht vorrangiger Sinn der WSB ist, die Johannstadt mit dem Preußischen Viertel zu verbinden. Es soll vielmehr eine Verbindung zwischen den Industriegebieten im Norden mit den Wohngebieten im Südosten hergestellt werden. Und dafür bedarf es auch einer gewissen Kapazität, die mit 2 Verkehrsspuren pro Fahrtrichtung eigentlich im Bereich des Üblichen liegt, zugleich aber in dieser Form z. B. am Standort Th.-Müntzer-Platz nicht darstellbar wäre. Auch ist die erwartete Verkehrsbelastung nicht so hoch, dass man von einer städtebaulichen „Verelendung“ der angrenzenden Bereiche ausgehen müsste. Im Gegenteil kann die dann zweifelsohne bessere Anbindung ein Argument für Investitionen z. B. entlang der Fetscherstraße ggü. dem Uniklinikum sein. Dass südlich der geplanten WSB städtebauliche Problembereiche bestehen, ist vor allem eine Folge der verheerenden Zerstörungen im Jahr 1945 und der nachfolgenden Entwicklung. Dies nun als ein Argument dafür zu verwenden, dass an dieser Stelle keine Brücke gebaut werden sollte, finde ich nicht wirklich widerspruchsfrei. Wirtschaftliche Entwicklung: Es ist sicherlich unstrittig, dass in der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nicht das Allheilmittel der Wirtschaftsförderung liegen kann. Aber so zu tun, als ob es auf die Verkehrsinfrastruktur nicht wirklich ankäme, halte ich, vorsichtig ausgedrückt, für sehr gewagt! Natürlich ist z. B. für AMD die Anzahl der Forschungsinstitute interessanter. Aber die erreicht man vom Dresdner Norden auch nur, wenn man die Verkehrsinfrastruktur nutzt. Es dürfte auch ein Fakt sein, dass sich AMD nicht in Dresden angesiedelt hätte, wenn die A4/A13 oder der Flughafen noch den Zustand von 1990 hätten. Oder glaubt jemand, die Polen sanieren aus lauter Freude am Geldausgeben die Autobahn nach Breslau? Deren langjähriger Zustand war ein erhebliches Problem für die Stadt. Kein Investor tat sich oder seinen Mitarbeitern trotz der Schönheit von Breslau gern eine regelmäßige Fahrt über eine Autobahn an, bei der man immer damit rechnen muss, dass einem im nächsten Augenblick die Reifen um die Ohren fliegen. Was die weichen Standortfaktoren angeht, hat Dresden m. E. noch Nachholbedarf. Das Stadtzentrum ist von Urbanität nach wie vor trotz positiver Entwicklungen weit entfernt. Und die in dieser Hinsicht notwendige Entwicklung wird nicht einfacher, wenn keine Alternative zu den durch das Stadtzentrum führenden Verkehrsachsen geschaffen wird! Welterbe: Dies mag ein Randthema sein, ist aber das Einzige, was den Bau der WSB noch verhindert. Mittlerweile wird ja insbesondere nach dem Ergebnis des Meditationsverfahrens so getan, als ob es ein Faktum wäre, dass die WSB nicht mit dem Welterbe vereinbar ist. Jedenfalls hat man das Gefühl, als minderbemittelt dargestellt zu werden, wenn man sich diesem „Mainstream“ im Kreise vermeintlich kulturell Gebildeter und Intellektueller nicht anschließt. Dabei wird offensichtlich vergessen, dass sich Fachleute bereits einmal mit der Vereinbarkeit der WSB mit dem Welterbe im Rahmen der Evaluation des Welterbeantrages beschäftigt haben. Oder will jetzt jemand die fachliche Eignung der Gutachter der UNESCO bestreiten, nur weil deren damalige Auffassung nicht der vermeintlichen „objektiven“ Wahrheit entspricht? Dass die WSB in den Antragsunterlagen verniedlicht worden wäre, ist ja nun alles andere als plausibel. Jedenfalls habe ich keine Lust mehr, über missverständliche Ortsangaben zu diskutieren, die auf die Entscheidung zur Aufnahme in die Welterbeliste keinen Einfluss hatten. Die UNESCO hat ihre Entscheidung, das Dresdner Elbtal auf die Rote Liste zu setzen, praktisch allein auf Grundlage eines Gutachtens getroffen, dass in vielen Punkten keine zwingend nachvollziehbaren Schlüsse zieht. Der Stadt wurden dabei in Vilnius wohl gerade mal zwei (?) Minuten eingeräumt, ihren gegenteiligen Standpunkt darzustellen. So wird ein langjähriges Planfeststellungsverfahren in Frage gestellt, an dem nicht gerade Wenige beteiligt waren und das auch vor Gerichten zumindest in Eilverfahren standgehalten hat. Allein angesichts dieser Vorgehensweise müssen einem doch Zweifel hinsichtlich der fachlichen Arbeit der UNESCO kommen. Dass nun Viele deren Auffassung teilen, ist nicht überraschend und keineswegs ein Beleg für die Richtigkeit der Entscheidung der UNESCO. Es ist zugegeben leichter, auf diesen Zug aufzuspringen, anstatt sich wirklich ernsthaft mit diesem Sachverhalt und damit mit der UNESCO auseinanderzusetzen. Die Frage ist nur, ob dies dem Ansehen der UNESCO auf Dauer wirklich nützt. Bemerkenswert finde ich, dass diejenigen (z. B. die Mediatoren), die die Unvereinbarkeit der WSB mit dem Welterbe predigen, keine Antwort drauf haben, welche Lösung denn nun eine Vereinbarkeit herstellen würde. Aber die Frage der Realisierbarkeit einer „besseren“ Lösung beantwortet doch automatisch auch die Frage nach der Vereinbarkeit der WSB mit dem Welterbe einer sich entwickelnden Kulturlandschaft. Wenn die WSB die im Sinne der Fortentwicklung der Stadt sinnvollste Lösung ist, dann ist sie trotz des Standortes auch mit dem Welterbe vereinbar! (Diesbezüglich können landschaftliche Aspekte nicht die alleinige und entscheidende Rolle spielen.) Für die Beantwortung dieser Frage bedarf es eines Planfeststellungsverfahrens. Und dieses wurde mit dem bekannten Ergebnis durchgeführt. Dieses kann man hinsichtlich des Ergebnisses vielleicht in Frage stellen. Weshalb man aber davon ausgeht, dass ein neuerliches Planfeststellungsverfahren zwingend zu einem anderen Ergebnis führen würde, ist für mich nicht nachvollziehbar. Ein neues Planfeststellungsverfahren lediglich in der Annahme, dass dies möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führt, zu fordern und damit letztlich die Umsetzung des Bürgerentscheides innerhalb der Bindungsfrist zu verhindern, ist grotesk! |
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Herr Richter begründet: "Ohnehin ist aber die subjektive Belastung punktuell, insbesondere in der Neustadt, sehr hoch."
Trotzdem hat die Mehrheit der Dresden-Neustädter gegen die Waldschlößchenbrücke gestimmt. |
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Das ist in der Tat nicht wirklich rationell. Aber was soll dies Ihrer Meinung nach belegen? M. E. nicht mehr, als dass es in der Neustadt nun einmal z. B. eine vergleichweise hohe Anzahl von Grünen-Wählern gibt (meines Wissens bis zu 40 % bei Wahlen), die der WSB nun einmal naturgemäß nicht positiv gegenüber stehen. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Zahl der Ja-Stimmen selbst in der Neustadt nicht zu verachten. ;-)
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Die Stimme eines "Grünen" zählt offensichtlich weniger.
Man muß nur Menschen in Kategorien einteilen. |
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Ist ja interessant, was Sie so in meine Beiträge hinein interpretieren. Im Gegensatz zu manchen Brückengegnern kann ich gegenteilige Meinungen und demnach auch gegenteiliges Wahlverhalten sehr gut akzeptieren! Vielleicht könnten Sie sich mal meinen Argumenten widmen!?
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Zitat:
Davon ausgehend wäre ein umgekehrtes Abstimmungsverhalten logisch, wenn bei den Anliegern tatsächlich die Vorteile überwiegen würden und den weiter entfernt liegenden Abstimmern deutlich würde, dass sie für diese Bevorteilung auch noch bezahlen werden (Die Mittel für die Unterhaltung ihrer Infrastruktur werden dadurch knapper). So ehrlich war man aber im Vorfeld nicht. Vor dem Abstimmungsprozeß und auch heute noch werden negative Folgewirkungen und indirekte auf den Bürger zukommende Kosten weitgehend verschwiegen (Nirgendwo wird kenntlich gemacht, worauf wir verzichten müssen um uns den Bau leisten zu können. So sind hohe Zustimmungsraten nicht verwunderlich. "Die Brücke gibt es praktisch umsonst und wir werden schneller": Das ist was hängengeblieben ist. Ich respektiere die demokratische Entscheidung, verzweifle aber wenn ich sehe wie kurzsichtig die Bürger entscheiden. |
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