02.09.2010 19:49
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Damit die Diskussion nicht völlig in der Elbe verebbt, habe ich das Forum wiederaufgemacht, wollwissend dass uns einige der treuen Begleiter nicht folgen werden, weil sie die Anmeldung für zu umständlich halten.
Zum Thema: Am 17.1. findet um 18.30 Uhr an der TU eine Podiumsdiskussion statt, zu der hoffentlich auch ein paar der Aktivisten vertreten sind. Viele Grüße im Neuen Jahr |
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Dieser Beitrag klingt ganz danach, als ob am Streit um die WSB teilzunehmen einer Art Lebenseinstellung gleich kommt oder ein Hobby sei.
Etwa so: (16 Uhr Linie 12 gen Striesen. 2 Freunde unterhalten sich) "Was machst du heut Abend so?" "Ach, ich geh ins Theater und du?" "Na, ich geh zu einer Waldschlösschenbrücke-Podiumsdiskussion." "Oh... Auch nicht schlecht..." |
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> Dieser Beitrag klingt ganz danach, als ob am Streit um die WSB teilzunehmen einer Art Lebenseinstellung gleich kommt oder ein Hobby sei.
Weder Hobby nach Lebenseinstellung, aber m.M. nach auf jeden Fall eine Entscheidung mit einer Tragweite die weit in die Zukunft reicht. Daher lohnt es sich teilzunehmen, wenn an der Zukunft unserer Stadt interessiert ist. Mein Diskussionsansatz ist: Man kann nicht erstmal diese Brücke bauen und dann mal sehen was passiert. Grundlage muss eine Konzeption sein, die in die Zukunft schaut und Zusammenhänge betrachtet. In der Diskussion wird dagegen die Komplexität der Folgewirkungen meistens ausgeblendet. Vielleicht ist die Veranstaltung heute abend ein Beitrag dazu die Zielvorstellungen zu erhellen. Auf jeden Fall sollte man die Entscheidung nicht Personen überlassen, die ihre Absichten und Ziele nicht transparent machen (können). |
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Das ist Demokratie, wenn man sich mit der Problematik beschäftigt und nicht (nur) die Schlagworte der Wahlpropaganda konsumiert.
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Meldung am 18.01.07 in der DNN: „Die CDU-Fraktion will im Moment nicht über die Vergabe des Welterbe-Zentrums an das Lingnerschloss und das Entwicklungsforum Dresden als Träger entscheiden. Solange der Streit um Waldschlösschenbrücke und Welterbe-Titel nicht entschieden sei, bestehe dafür keine Notwendigkeit, sagte gestern Fraktionschef Michael Grötsch.“
Läßt Du mir den Titel trotz Schandfleck, gebe ich Dir auch das Schloß. Kleinkrämerei als Machtpoker. |
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Zitat:
Und im Hintergrund frohlocken dann andere, die mit Freuden alternative Standorte anbieten. Zu kurz gesprungen Herr Grötsch ![]() Es zeigt aber, dass die Fraktion gewillt ist auf Konfrontation zu setzen und Kompromisslösungen keine Chance haben. Sie erwarten eine gerichtliche Entscheidung zu ihren Gunsten. |
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Die Podiumsdiskussion hat für die Mitleser im Forum keine wirklich neuen Erkenntnisse gebracht.
Wichtig fand ich jedoch die Bestätigung, dass die Planungszahlen, die die Notwendigkeit der WSB belegen sollen, hoffnungslos veraltet und nicht mehr zutreffend sind und dass DD die Stadt mit den höchsten Durchschnittgeschwindigkeiten für den MIV ist, und somit der Handlungsbedarf für die WSB bereits heute nicht mehr zu rechtfertigen wäre. Weiterhin fand ich den zugegebenermaßen etwas polemischen, Vorschlag (so einfach ist es leider in der Politik nicht) von Prof. Becker gut, die Dresdner entscheiden zu lassen wie man die gewaltige Summe von 80 Mio EUR alternativ verwenden kann (z.B. Sanierung der bestehenden Netze). |
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Viele Diskussionen zur Waldschlößchenbrücke lassen (absichtlich?) vermissen:
Es geht nicht nur um den Status oder den Titel "Weltkulturerbe", sondern um eine einzigartige Landschaft, die in ihrer Bedeutung der Menschheit gehört und deshalb vor kurzsichtigen, allerdings mächtigen Geschäftsinteressen geschützt werden muß (da hilft der Titel). Die UNESCO verbietet Dresden nicht, Brücken zu bauen, die Verkehrsprobleme lösen. Die gegenteilige Behauptung entspringt der Manipulation. Es geht dabei auch nicht primär um eine schönere Brücke. Der in letzter Zeit häufig angeführte Vergleich mit dem Blauen Wunder ist deshalb untauglich. Es geht um den Standort:
Deshalb das ohnehin demokratisch fragwürdige Bürgerbegehren (zwischen Alternativen war nicht zu entscheiden) als Argument? |
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Ich fand die Diskussion durchaus erhellend. Zwar gab es keine wirklich neuen Infos, aber ich habe besonders von Prof. Schnabel handfeste Argumente für die Brücke erwartet. Es kam - nichts! Aus seiner Sicht geht es lediglich um allgemeine Verbesserung des Verkehrsflusses insbesondere auf den Brücken, speziell dem BW.
Diese Art der Argumentation ist grundsätzlich durchaus nachvollziehbar, hat aber einen gewaltigen Haken: Aus Sicht des Wissenschaflers kann die Verkehrssituation immer verbessert werden. Auch nach dem Bau der WSB "müsste" er mit seinem Optimierungsansatz fortfahren und weitere Brücken u.s.w. fordern. Auf die augenzwinkernden Einlassungen fast aller anderen Podiumsmitglieder (alles "Wessis"?), dass die Dresdner Verkehrsprobleme im Vergleich eher lächerlich sind und dass unsere Reisegeschwindigkeit mit fast 30km/h einen europäischer Spitzenwert darstellt konnte er NICHTS entgegnen. Fazit: Die gesamte Diskussion war (außer natürlich von Becker, Schnabel und Fastenrath) von Neutralität geprägt und großen grundsätzlichen Zweifeln an der Notwendigkeit der WSB. |
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Um Spekulationen vorzubeugen, hier ein Link zum Bericht des Mediationsverfahrens:
http://www.welterbe-erhalten.de/pdf/...n_ergebnis.pdf |
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