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Zitat von Adrian
Haufenweise Stuttgart 21 Experten hier. Ich wette, dass hier einige erstmal bei Google geschaut haben, wo Stuttgart überhaupt liegt (besonders die, welche Geografie noch in der Zone genießen durften)
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Nö - Experte bin ich nicht, ich hätte da mal nur ein paar Fragen nach den Motiven der Demonstranten.
Übrigens wußte ich schon mit Zonen-Geografie, wo Stuttgart liegt - wir hatten auf der Ossi-Zwergschule so einen Lehrer, der hat uns zu Beginn jeder Stunde mit den beliebten "stummen Karten" genervt. Na gut - ist nicht repräsentativ, vielleicht wurden auf den übrigen EOSn der Republik nur die Moskauer Metrostationen gepaukt.
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Zitat von Adrian
Naja, auf den Flyern zu den Demonstrationen stehen so ein paar.
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Mich hätte eher Ihre geschätzte eigene Meinung zum architektonischen Wert des Stuttgarter Hbf. interessiert.
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Zitat von Adrian
Und dass ihre Freunde aus Stuttgart diese nicht kennen ist ein Grund weswegen es Demonstrationen gibt.
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Das muß ich meinen Stuttgarter Verwandten gleich mal mitteilen, daß die Demos ihretwegen stattfinden, ich glaube aber nicht, daß sie deshalb den alten Bahnhofsbau dann schöner finden werden.
Gestern abend hatte sich der DLF des Brennpunktes S angenommen , 18.45 Hintergrund :
Zitat:
Renate Rüter lebt seit über 40 Jahren in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Auch sie ist eine von jenen Stuttgart-21-Gegnern, die eine schwarz-gelbe Regierungskoalition im Ländle eigentlich mal begrüßt hatte. Jahrelang war sie selbst in der FDP aktiv. Sie bezeichnet sich als politisch interessiert und befasste sich intensiv mit dem Bahnhofsprojekt. Anfangs, erzählt sie, sei sie begeistert gewesen. Ein ganz persönlicher Grund jedoch brachte die alte Dame zum Nachdenken:
"Die Bedenken sind mir erst gekommen, seitdem ich einen 100 Prozent behinderten Enkel habe, mit dem ich viel unterwegs bin per Bahn. Da schätze ich, dass wir hier den Kopfbahnhof barrierefrei haben."
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Na ja - habe ich gedacht : Kopfbahnhof ist nicht gleich Kopfbahnhof, Leipzig zum Beispiel hat sogar den größten Kopfbahnhof Europas - zu den Gleisen muß man über Treppe oder Fahrstuhl oder durch ein Rampenlabyrinth. Was lernen wir daraus: der Leipziger Hbf. wurde 100 Jahre zu früh gebaut.
Interessant auch:
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Matthias von Herrmann ist ein Profi und er ist einer der strategischen Köpfe hinter dem Widerstand gegen den Bahnhofsumbau. Er beherrscht nicht nur Kampfrhetorik, sondern der Politologe analysiert auch die Proteste gegen Stuttgart 21:
"Dieser Widerstand funktioniert auf zwei Ebenen. Das eine ist die inhaltliche Ebene. Da findet jeder Widerständler sein eigenes Thema. Für die einen ist der Schlossgarten wichtig, für die anderen sind es die Quellen, für die Dritten, die Häuslebesitzer ist es die Geologie, für die Vierten ist es das Geld."
... und alle gemeinsam werden, so Herrmann, von einem gefühlten Demokratiedefizit angetrieben. Diese Mischung macht seiner Ansicht nach die Kampagne gegen Stuttgart 21 so erfolgreich.
Eine Kampagne ist es in der Tat und zwar eine ziemlich professionell aufgezogene, denn von Herrmann hat sein Handwerk acht Jahre lang als Pressesprecher bei Greenpeace gelernt:
"Zum einen lernt man das Campaigning bei Greenpeace einfach durch das schiere Mitmachen und Zuschauen, wie es funktioniert. Dann muss man aber auch verstehen, was da getan wird und warum eine Kampagne funktioniert oder warum man jetzt diesen oder jenen taktischen Schritt bei ner Kampagne durchführt."
Dort wurde er in all jenen Fähigkeiten geschult, die er heute braucht: Auftritte vor der Kamera, Interviews geben, Reden halten und Umgang mit Journalisten. Der 37-Jährige war also bereits ein Profi, lange bevor er Parkschützer wurde. Heute arbeitet er mit daran, dass aus dem Protest gegen das Bahnprojekt eine Bewegung gegen die Landesregierung und gegen Ministerpräsident Stefan Mappus wird. Von Herrmann fordert die Auflösung des baden-württembergischen Landtags. Die Unterschriften zur Einleitung eines entsprechenden Volksbegehrens werden bereits gesammelt. Ende März des kommenden Jahres wird zwar sowieso ein neues Landesparlament in Baden-Württemberg gewählt, aber für den PR-Profi geht es ohnehin um etwas anderes:
"Diese 10.000 Unterschriften haben wir hier zackzack zusammen. Danach müssen die Kreise und Gemeinden diese Umfrage durchführen und das heißt, wir haben das Thema sechs Wochen lang, glaube ich, in den Medien."
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Die Betroffenheitsindustrie will schließlich auch leben.
19.15 lief dann
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Zur Diskussion
Stuttgart 21
Die repräsentative Demokratie
in der Krise
Diskussionsteilnehmer:
- Eberhard Diepgen, ehem.
Regierender Bürgermeister
von Berlin
- Uschi Götz, ehem. Korrespon-
dentin des Deutschlandradios
in Baden-Württemberg
- Dieter Rucht, Wissenschafts-
zentrum Berlin
- Rezzo Schlauch, Bündnis 90/
Die Grünen
Diskussionsleitung:
Sabine Adler
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Interessant fand ich die Frage (habe nicht mitbekommen, aus welcher Ecke sie kam), warum die Protestierer so lange gewartet haben, da doch das Projekt seit 15 Jahren bekannt gewesen wäre.
Rezzo Schlauch (sinngemäß) : Die Politik hat eben den Eindruck vermittelt, daß das sowieso nichts wird.
Darauf Diepgen (sinngemäß) : Unter Kohl und Co. (NB: der Löwenanteil der Finanzierung kommt nicht aus dem BW- sondern dem Bundeshaushalt) ist die Sache doch angegangen worden, dann kam Kanzler Schröder, der im Prinzip für das Projekt S21 war, aber wegen klammer Kassen und weil man mit Agenda 2010 u.ä. schon genug an der Backe hatte und nicht noch Joschkas Wählerverein, der es sich gerade an den Fleischtöpfen gemütlich zu machen begann, aufschrecken wollte ... Dann kam die Große Koalition mit etwas Aufwind für S 21, die SPD war ja nun auch im Ländle dafür, was die Leute aber offenbar nicht geglaubt haben - na und dann kamen irgendwann die Bagger.
Na ja - und nun ist der Juchtenkäfer endlich auch angekommen, einst lebte er am Rande des Großen Gartens zu Dresden, dann wart er von den Elbwiesen vertrieben und nun findet er sich im Stuttgarter Schloßgarten ein. Der macht sich das Aussterben ganz schön schwer.