09.02.2012 02:19
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![]() Aber bei macnhen Sachen haben sie auch einfach mal Recht.
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Auch wenn ich persönlich Althaus in ethischer Hinsicht keine ernsthaften Vorwürfe betreffs des Unfalls bzw. des Verhaltens nach dem Unfall machen würde (über die Notwendigkeit des einen oder anderen Statements kann man sicher diskutieren): Das es andere (z.B. Sie) tun würden, war absehbar. Und daraus ergibt sich eben jene "Angreifbarkeit", die Althaus´ Kandidatur als nicht hilfreich für die Thüringer CDU erscheinen läßt. Das glaube ich nicht. Wenn es für eine schwarz-gelbe Koalition gereicht hätte, wären ja beide Gründe für seinen Rückzug (schlechtes Wahlergebnis, schwierige Koalitionsgespräche mit der SPD) entfallen. |
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Damit wir uns nicht missverstehen: Das kann jedem passieren. Nur ändert das nichts an der Schwere des Vorfalls. Ihre einzige Sorge scheint, dass Althaus dadurch angreifbar wird; zugleich sagen Sie aber, Sie könnten ihm wegen des Unfalls keine ernsthaften Vorwürfe machen. Offenbar sieht das die Landes-CDU genauso. Warum er dann angreifbar sein soll, obwohl die Opposition sich an das Stillhalteabkommen hielt, haben Sie noch immer nicht beantwortet. Entweder ist eine weitere Amtsausübung mit de Schwere des Unfalls vereinbar, dann ist er nicht angreifbar oder aber, es wird zurecht von ihm erwartet, dass er die gebotenen Konsequenzen zieht. Das hat er versäumt und tut es jetzt offensichtlich aus machtpolitischem Kalkül. Wie Sie selbst einräumen, wäre sein Rücktritt unter Schwarz-Gelb nicht zu erwarten gewesen. In der Landtagswahl stimmte der Wähler über die Politik der Union ab. Ein CDU-Wähler akzeptierte mit seinem Votum de facto aber zugleich das moralische Verhalten von Althaus (Unfall nicht so schlimm). Das ist letztlich eine Form moralischer Korrumpierung des Wählers, von der Botschaft an die Hinterbliebenen ganz zu schweigen. Althaus übt als Ministerpräsident nicht nur ein politisches Amt aus, sondern hat im öffentlichen Raum auch eine Vorbildfunktion. Wollen wir demnächst nur noch Dienstwagenaffären als schwerwiegend ansehen? v-x |
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Unterschlagung von Steuergeldern zum eigenen Vorteil ist in meinen Augen bezüglich der Amtswürdigkeit bzw. Wählbarkeit von Politikern ein größeres Problem als ein Fahrfehler auf einer Skipiste - so tragisch und folgenschwer der auch ist. Und an Althaus´ Umgang mit dem Unfall kann ich nicht viel kritikwürdiges finden. Ich glaube jedenfalls nicht, daß Sie eine Althaus- Äußerung in die Richtung "Unfall nicht so schlimm" mit einer Quelle oder einem Zitat belegen könnten. Wäre er im Wahlkampf nicht weiter auf das Thema eingegangen, hätte es sicher auch Kritik gegeben. Unabhängig von der Absprache mit den anderen Parteien - die Wähler haben die Sache ja doch im Hinterkopf. Daher denke ich, daß eine politische Auszeit nach einer solch tragischen Geschichte Althaus aus mancherlei Gründen zu empfehlen gewesen wäre - für ethisch verwerflich halte ich seinen Wiederantritt jedoch nicht. |
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Bleibt die Frage nach Einordnung über juristische Relevanz hinaus. Nur, was zugrunde legen, wenn es hier tatsächlich sehr unterschiedliche Sichtweisen gibt (Vorrang Leben oder Eigentum)? Eventuell kann das Mosaische Gesetz hier als Richtschnur dienen. Im Dekalog steht die Forderung, nicht zu töten jedenfalls vor dem Gebot, nicht zu stehlen. Immerhin seit 3000 Jahren akzeptierte Übereinkunft westlicher Ethik. Interessant weiter Ihr Thema Angreifbarkeit: Jetzt sind es die Wähler; sprich Bürger, die Althaus "angreifen" könnten. Aber auch hier gilt das Gleiche: Hat Althaus richtig gehandelt, ist es zweitrangig, was Bürger (wie ich z.B.) über ihn im Hinterkopf haben, in Thüringen und überall sonst. Dann gibt es auch keinen Grund für eine politische Auszeit. Gab es eine unangemessenes Vorgehen von Althaus und Landes-CDU, wäre der Rücktritt/Auszeit folgerichtig gewesen, wie auch Sie ihn ja empfehlen. In diesem Widerspruch verbleiben Sie nach wie vor. v-x |
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Also: Behalten Sie Ihre Meinung - ich bleibe bei meiner. (Vermutlich bin ich jetzt in Ihrem simplen Weltbild der besitzbezogene neokonservative Schlechtermensch - sei´s drum.) |
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Über die gesetzliche Verantwortung (Geldstrafe) hinaus gibt es eine ethische. Dazu gehört auch eine wie auch immer geartete Form von seelischer Bewältigung. Die aber braucht Raum und Zeit. Dazu kommt, dass Althaus und Thüringen-CDU - gewollt oder nicht – die Unionswähler faktisch über die ethische Komponente zusammen mit der politischen Arbeit abstimmen ließen. Für mich eine subtile und deshalb besonders ärgerliche Form von Nötigung. Ich habe von Anfang an versucht, deutlich zu machen, dass Althaus’ ethisches Versagen (und in der Folge das der Landes-Union) nicht den Unfall selbst betrifft, sondern den weiteren Verlauf des Geschehens. In meinem simplen Weltbild kommen Sie - da unbekannt - eigentlich nicht vor. Wie Sie sich selbst beschreiben, ist selbstredend Ihre Sache. Ich versuche, Ihre Ansichten zu verstehen und auf Wahrheitsgehalt und Aufrichtigkeit hin abzuklopfen. Das ist alles. v-x |
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Hier taucht ein weit verbreitetes Missverständnis auf. Die richtige Übersetzung heißt nicht "Du sollst nicht töten.", sondern "Du sollst nicht morden."
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Wenn wir als übergeordneten Begriff Gewalt nehmen, wäre das ein Angebot für Sie? Morden impliziert Absicht. Darauf beschränkt sich das Gebot gerade nicht. Intention ist der Schutz von Leben und Gesundheit. Dieser Schutz erstreckt sich auch auf die Verhinderung von Fahrlässigkeit. Das betrifft nicht nur Unfallopfer, sondern in gleicher Weise unzählige Beispiele von Gefährdungen durch Arbeitsbedingungen, mangelnde medizinische Versorgung, Lebensmittelunterversorgung, Umweltschäden, das Verheizen von Soldaten im Kriegsfall, Kollateralopfer usw. bis hin zur Gleichgültigkeit. Sogar das absichtliche und unabsichtliche Kränken oder Bloßstellen des Anderen gehört für manchen dazu. Fahrlässigkeit reicht von offensichtlichem Leichtsinn unter halbwissender Inkaufnahme des zu erwartenden Schadens bis zu tatsächlicher (wenn auch nicht entschuldbarer) Unkenntnis. Auch, wenn es mancher nicht gern hört: Das Gericht erkannte im Fall Althaus auf fahrlässige Tötung. v-x |
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So ist es mir auch bekannt.
Töten auch, denken Sie an Metzger, Jäger, Kammerjäger und den Tierarzt, der ein totkrankes Haustier einschläfert.
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Bei einer festen Flußquerung ist für mich das Bauwerk der ersten Wahl eine Brücke. Suche für die nächsten 10 Jahre einen Stromanbieter ohne Wind- und Solarenergie. |
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| Stichworte |
| althaus, demokratie, phrase, politik, thüringen |
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