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  #11 (permalink)  
Alt 02.10.2009, 18:24
Adrian Adrian ist offline
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Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 969
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von GShelmut Beitrag anzeigen
Für mich als Westdeutscher stellt sich manchmal die Frage welche Richtung die Entwicklung genommen hätte, wenn man in der DDR Presse- und Reisefreiheit gehabt hätte.
An den aktuellen Zahlen, wie viele gen Westen verschwunden sind, sehen sie, was passiert wäre. Das wäre alles nur etwas schneller gegangen.
Der Sozialismus funktioniert mit dem menschlichen Charakter einfach nicht.
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  #12 (permalink)  
Alt 02.10.2009, 18:44
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von GShelmut Beitrag anzeigen
Für mich als Westdeutscher stellt sich manchmal die Frage welche Richtung die Entwicklung genommen hätte, wenn man in der DDR Presse- und Reisefreiheit gehabt hätte.
Das ist eine gute Frage. Wie würde der Papst handeln, wenn er Lutheraner wäre?

Das System der DDR kannte schon per se keine Pressefreiheit, woraus man auch keinen Hehl gemacht hat und die Reisefreiheit, deren Unterdrückung zunächst mal nicht ideologisch begründet war, hätte zum Zusammenbruch des Systems geführt.Die berühmte "Abstimmung mit den Füßen" war nicht gewaltfrei zu stoppen. Das System hatte schon 1961 abgewirtschaftet.

W.S.


http://www.qtl.co.il/img/copy.pnghttp://www.google.com/favicon.icohttp://www.babylon.com/favicon.ico
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  #13 (permalink)  
Alt 03.10.2009, 16:51
FrankN FrankN ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 12.01.2008
Beiträge: 752
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von heibid Beitrag anzeigen
Hallo Zusammen
Finde es schade, dass die Mauer als "verteidigungs-nötig" dargestellt wird
und möchte an dieser Stelle das stärkere Zusammenrücken der europäischen
Länder durch den Akt des Mauerfalls herausstreichen.

Dieses Thema habe ich in einen geschichtlichen Kontext eingearbeitet und
würde mich freuen, wenn es bei manchem hier im Forum Anklang findet:
http://www.youtube.com/watch?v=0SkxQYFTaVw
Ich habe mir den Film jetzt erst angesehen. Technisch gut gemacht, aber inhaltlich finde ich ihn fragwürdig. Es läuft ja darauf hinaus: Seit 1889 herrscht immer nur gute Laune, Menschen fallen sich zu jeder Gelegenheit um den Hals, permanente Party, wohin man blickt, Glück ohne Ende, lichte Zukunft. Und das alles ohne auch nur Ansätze geringster Probleme...

Oberflächlicher geht es kaum. Ein reines Werbevideo.. Das könnte auch im Auftrag eines Ministeriums entstanden sein. Ist es das möglicherweise? Das Zusammenrücken europäischer Länder ist etwas positives, aber so glattgebügelt läuft es nun auch wieder nicht ab.
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  #14 (permalink)  
Alt 03.10.2009, 22:16
Realist Realist ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 22.08.2007
Beiträge: 1.342
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von GShelmut Beitrag anzeigen
Für mich als Westdeutscher stellt sich manchmal die Frage welche Richtung die Entwicklung genommen hätte, wenn man in der DDR Presse- und Reisefreiheit gehabt hätte.

Reisefreiheit konnte es nicht geben, der Grund liegt auf der Hand: Wenn es eine solche gegeben hätte, was wäre passiert? Der DDR-Bürger hätte sich dann mit seinem Geld ein Ticket nach sonstwohin kaufen können und wie weiter? Am Ziel angekommen, hätte keiner seine Aluchips umgetauscht. Folge wäre gewesen, er wäre dort geblieben, wo man richtiges Geld verdienen konnte. Die DDR wäre also faktisch ausgeblutet worden, da sämtliche Fachkräfte sich verkrümelt hätten.
Also: Ein solches System, wie in der DDR, konnte nur in "geschlossenem" Zustand funktionieren.

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  #15 (permalink)  
Alt 04.10.2009, 18:31
chr.dresden chr.dresden ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 05.07.2008
Beiträge: 284
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von FrankN Beitrag anzeigen
Ich habe mir den Film jetzt erst angesehen. Technisch gut gemacht, aber inhaltlich finde ich ihn fragwürdig. Es läuft ja darauf hinaus: Seit 1889 herrscht immer nur gute Laune, Menschen fallen sich zu jeder Gelegenheit um den Hals, permanente Party, wohin man blickt, Glück ohne Ende, lichte Zukunft. Und das alles ohne auch nur Ansätze geringster Probleme...

Oberflächlicher geht es kaum. Ein reines Werbevideo.. Das könnte auch im Auftrag eines Ministeriums entstanden sein. Ist es das möglicherweise? Das Zusammenrücken europäischer Länder ist etwas positives, aber so glattgebügelt läuft es nun auch wieder nicht ab.
Mir war das auch aufgefallen, allerdings positiv. Bei allen Problemen, die der private, politische etc. Alltag so bietet, mal ein kurzes Innehalten und eine Erinnerung daran, was für ein Glück uns da in den letzten 20 Jahren widerfahren ist. Mehr sollte es doch gar nicht sein. Sehen wir ein Happy End im Kino, wissen wir auch, dass das Liebespaar sich später immer mal streiten wird und unangenehme Schwierigkeiten meistern muss. Da finde ich es auch nicht unbedingt nötig, extra mit dem Finger darauf hinzuweisen.
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  #16 (permalink)  
Alt 08.10.2009, 12:18
GShelmut GShelmut ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 01.10.2009
Beiträge: 4
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von KarlFaktor Beitrag anzeigen
Was mir zunehmend auf den Zeiger geht, ist die moralinsaure Selbstgerechtigkeit sogenannter Systemopfer und das Rumgejammer über die Lebenseinschränkungen und was man alles verpasst hat noch 20 Jahre nach der Wende.
In der Welt Online http://www.welt.de/politik/article29...reinigung.html

stand mal folgendes zu lesen:
Deutsche enttäuscht von der Wiedervereinigung
2. Januar 2009, 09:12 Uhr
Die deutsch-deutsche Wiedervereinigung hat die Erwartungen vieler Deutscher nicht erfüllt. In einer Umfrage sah weniger als die Hälfte der Befragten ihre persönliche Lebenssituation als verbessert an. Jeder vierte Ostdeutsche meinte sogar, dass es den Ex-DDR-Bürgern vor 1989 besser gegangen sei als jetzt.

Ist diese Umfrage glaubwürdig? Wenn ja, waren die Erwartungen einfach viel zu hoch?
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  #17 (permalink)  
Alt 08.10.2009, 14:19
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von GShelmut Beitrag anzeigen
In der Welt Online http://www.welt.de/politik/article29...reinigung.html

stand mal folgendes zu lesen:
Deutsche enttäuscht von der Wiedervereinigung
2. Januar 2009, 09:12 Uhr
Die deutsch-deutsche Wiedervereinigung hat die Erwartungen vieler Deutscher nicht erfüllt. In einer Umfrage sah weniger als die Hälfte der Befragten ihre persönliche Lebenssituation als verbessert an. Jeder vierte Ostdeutsche meinte sogar, dass es den Ex-DDR-Bürgern vor 1989 besser gegangen sei als jetzt.

Ist diese Umfrage glaubwürdig? Wenn ja, waren die Erwartungen einfach viel zu hoch?


Ist diese Umfrage nicht einfach nur dämlich? Warum sollte sich wegen der Wiedervereinigung zwangsläufig die persönliche Lebenssituation eines Deutschen verbessern müssen? Da werden Zusammenhänge konstruiert, die nicht bestehen um Ergebnisse zu erhalten, die einem in den Kram passen. Wenn 25% der befragten Ostdeutschen, der Meinung war, Vor 1989 sei es den DDR-Bürgern besser gegangen, sind immerhin schlappe 75% wohl anderer Ansicht. Die Meldung "Zwei Drittel der Ostdeutschen sind zufrieden" hätte auch aus dem Ergebnis hergeleitet werden können. Aber dieses Mal sollte es was Negatives sein. Also schreibt man "jeder Vierte", das hört sich nach mehr an als "ein Viertel aller ..."

Diese 25% scheinen aber in jedem Fall unter einem schweren Fall von Amnesie zu leiden. Auch wenn es sicher nicht jedem so gut geht, wie er es sich erhofft hatte, seine subjektiven Erwartungen, also enttäuscht wurden, ist doch wohl unbestreitbar, dass es objektiv wirtschaftlich niemandem schlechter geht als zu DDR-Zeiten.

Es ist wohl das Schicksal unseres Volkes immer enttäuscht sein zu müssen.

W.S.
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  #18 (permalink)  
Alt 09.10.2009, 23:19
GShelmut GShelmut ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 01.10.2009
Beiträge: 4
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen

Ist diese Umfrage nicht einfach nur dämlich? W.S.
Ich denke Umfragen sind nicht dämlich, die Interpretationen möglicherweise schon.
Aber vielleicht ist es ja so dass ein beträchtlicher Teil der DDR Bevölkerung einer verpassten Chance nachtrauern. Einem Sozialismus der hätte sein können. Der Kapitalismus hat ja nicht nur Vorteile.
H.
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  #19 (permalink)  
Alt 12.10.2009, 15:18
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
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Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von GShelmut Beitrag anzeigen
Ich denke Umfragen sind nicht dämlich, die Interpretationen möglicherweise schon.
Aber vielleicht ist es ja so dass ein beträchtlicher Teil der DDR Bevölkerung einer verpassten Chance nachtrauern. Einem Sozialismus der hätte sein können. Der Kapitalismus hat ja nicht nur Vorteile.
H.
"Dämlich" war bewußt provokant. Aber diese Umfragen gegehn mir gelinde gesagt auf den Geist, weil sie im Grunde keine verwertbare Aussage hervorbringen. Denn allein die Tatsache, dass jemandes Erwartungen enttäuscht wurden, besagt doch gar nichts. In einer zeit der Euphorie, wie sie 1989/90 wohl die allermeisten in Deutschland erfasst hatte, ist die Gefahr besonders groß, dass die Erwartungen ins Kraut schießen. Gemessen an 19990 wurden auch meine Erwartungen enttäuscht. Weil ich von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen bin. Der Zustand dieses Landes war damals weitaus schlechter als man selbst schon sehen und fühlen konnte. Damals ist auchnicht nur der marode Arbeiter-und-Bauern-Staat in sich zusammengefallen, sondern das gesamte Sowjetimperium. Es war im Grunde eine Wirtschaftskrise von gigantischem Ausmaß, über die sich die meisten (auch im Westen) aber keine Gedanken gemacht haben, weil die politischen Folgen des Umbruchs ganz klar im Vordergrund standen. Das Erdbeben beim Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur im Ostblock hat sozusagen einen Tsunami in der Wirtschaft ausgelöst, der, so gewaltig er war, erst nach einiger zeit für die Menschen spürbar wurde. Die politische Aufbruchstimmung hat die wirtschaftlichen Probleme zunächst überlagert.

Ob "man" damals das eine oder andere anders und besser hättte machen können, ist eine müßige Frage, die man nur mit "ja" beantworten kann. man ist immer schleuer, wen man aus dem Rathaus wieder herauskommt. das Nachkarten ist nur von begrenztem Wert.

Die Mär von der zweiten Chance für den dann "richtigen" Sozialismus, an die ich nicht glaube, wird man auf ewig singen können. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hatte damals zu recht die Nase voll vom Dasein als Versuchskaninchen. Man kann den Bonzen der DDR vorwerfen, was man will. Aber es bestand ja wohl kein geheimer Plan, diesen Staat DDR unter dem Vorwand des Aufbaus des Sozialismus vorsätzlich zugrunde zu richten. Man hat nur konsequent in ideologischer Verbohrtheit eine Ökonomie betrieben, die zum Scheitern verurteilt war.
"Kommt die D-Mark, bleiben wir - kommt sie nicht, geh' n wir zu ihr", lautete ein bekannter Spruch. Das Reservat "DDR" zum Aufbau des Sozialismus mit menschlichem Antlitz hätte sich für einen neuen Anlauf auch neue Versuchskaninchen suchen müssen.

Die große Mehrheit der Deutschen hat auch heute noch die nase voll von sozialistischen Experimenten, wie auch die letzte Wahl gezeigt hat. Und das in einer zeit, in der sich mal wieder gezeigt hat, welche Gefahren auch in einem marktwirtschaftlichen System stecken.

W.S.
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  #20 (permalink)  
Alt 12.10.2009, 18:55
chr.dresden chr.dresden ist offline
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Registriert seit: 05.07.2008
Beiträge: 284
Standard AW: 20 Jahre Mauerfall

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
"Dämlich" war bewußt provokant. Aber diese Umfragen gegehn mir gelinde gesagt auf den Geist, weil sie im Grunde keine verwertbare Aussage hervorbringen. Denn allein die Tatsache, dass jemandes Erwartungen enttäuscht wurden, besagt doch gar nichts. In einer zeit der Euphorie, wie sie 1989/90 wohl die allermeisten in Deutschland erfasst hatte, ist die Gefahr besonders groß, dass die Erwartungen ins Kraut schießen. Gemessen an 19990 wurden auch meine Erwartungen enttäuscht. Weil ich von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen bin. Der Zustand dieses Landes war damals weitaus schlechter als man selbst schon sehen und fühlen konnte. Damals ist auchnicht nur der marode Arbeiter-und-Bauern-Staat in sich zusammengefallen, sondern das gesamte Sowjetimperium. Es war im Grunde eine Wirtschaftskrise von gigantischem Ausmaß, über die sich die meisten (auch im Westen) aber keine Gedanken gemacht haben, weil die politischen Folgen des Umbruchs ganz klar im Vordergrund standen. Das Erdbeben beim Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur im Ostblock hat sozusagen einen Tsunami in der Wirtschaft ausgelöst, der, so gewaltig er war, erst nach einiger zeit für die Menschen spürbar wurde. Die politische Aufbruchstimmung hat die wirtschaftlichen Probleme zunächst überlagert.

Ob "man" damals das eine oder andere anders und besser hättte machen können, ist eine müßige Frage, die man nur mit "ja" beantworten kann. man ist immer schleuer, wen man aus dem Rathaus wieder herauskommt. das Nachkarten ist nur von begrenztem Wert.

Die Mär von der zweiten Chance für den dann "richtigen" Sozialismus, an die ich nicht glaube, wird man auf ewig singen können. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hatte damals zu recht die Nase voll vom Dasein als Versuchskaninchen. Man kann den Bonzen der DDR vorwerfen, was man will. Aber es bestand ja wohl kein geheimer Plan, diesen Staat DDR unter dem Vorwand des Aufbaus des Sozialismus vorsätzlich zugrunde zu richten. Man hat nur konsequent in ideologischer Verbohrtheit eine Ökonomie betrieben, die zum Scheitern verurteilt war.
"Kommt die D-Mark, bleiben wir - kommt sie nicht, geh' n wir zu ihr", lautete ein bekannter Spruch. Das Reservat "DDR" zum Aufbau des Sozialismus mit menschlichem Antlitz hätte sich für einen neuen Anlauf auch neue Versuchskaninchen suchen müssen.

Die große Mehrheit der Deutschen hat auch heute noch die nase voll von sozialistischen Experimenten, wie auch die letzte Wahl gezeigt hat. Und das in einer zeit, in der sich mal wieder gezeigt hat, welche Gefahren auch in einem marktwirtschaftlichen System stecken.

W.S.
Respekt, Herr Schleiff! Sie sprechen mir aus dem Herzen.
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