21.05.2012 16:38

Ein Angebot der Dresdner Neueste Nachrichten


Zurück   Forum von DNN-Online > Aktuelle Themen > Nachrichten aus Deutschland

Antwort
 
LinkBack Themen-Optionen Ansicht
  #1 (permalink)  
Alt 30.05.2007, 17:04
Börner Börner ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 04.01.2007
Beiträge: 192
Standard Schuldenuhr

In neunzig Tagen überschreiten rein rechnerisch die Schulden des Bundes die Grenze von 1,5 Bio EUR. Das Presseecho wird wieder gewaltig sein. Dazu gab es einen interessanten Artikel, der das Ganze von einer anderen Seite aufrollt.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2129
Nicht beachtet wird nämlich, dass dem Schuldner immer der Kreditgeber gegenübersteht. Würde man also parallel eine Vermögensuhr für Deuschland anbringen, würde man sehen, dass diese viel schneller steigt. Da fragt man sich dann schon warum der "normale" Bürger, der für die Vermehrung des Vermögens ja die Leistung erbringt nicht partizipiert?
Wer zahlt also die Zeche und wer verdient daran? Welchem Zweck dient also die Schuldenuhr. Scheinbar vor allem der Legitimation weiterer Streichungen. Weiter gedacht fragt man sich, warum sich der Bund der Steuerzahler instrumentalisieren lässt.
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
  #2 (permalink)  
Alt 05.06.2007, 17:38
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: Schuldenuhr

Zitat:
Zitat von Börner Beitrag anzeigen
In neunzig Tagen überschreiten rein rechnerisch die Schulden des Bundes die Grenze von 1,5 Bio EUR. Das Presseecho wird wieder gewaltig sein. Dazu gab es einen interessanten Artikel, der das Ganze von einer anderen Seite aufrollt.
http://www.nachdenkseiten.de/?p=2129
Nicht beachtet wird nämlich, dass dem Schuldner immer der Kreditgeber gegenübersteht. Würde man also parallel eine Vermögensuhr für Deuschland anbringen, würde man sehen, dass diese viel schneller steigt. Da fragt man sich dann schon warum der "normale" Bürger, der für die Vermehrung des Vermögens ja die Leistung erbringt nicht partizipiert?
Wer zahlt also die Zeche und wer verdient daran? Welchem Zweck dient also die Schuldenuhr. Scheinbar vor allem der Legitimation weiterer Streichungen. Weiter gedacht fragt man sich, warum sich der Bund der Steuerzahler instrumentalisieren lässt.
Ganz so einfach ist wohl nicht. Wie immer auch das Volksvermögen verteilt ist, ändert nichts daran, dass unser Staat in guten und schlechten Zeiten mehr ausgibt als er einnimmt und das seit mehr als 30 Jahren. Dass der Staat immer noch ein guter Schuldner ist, trotz der horrenden Gesamtsumme, liegt eben daren, dass ein noch viel größeres Vermögen des Staates dahinter steht. Kredite für Investitionen sind auch völlig okay, nur wenn sie für laufende Kosten gemacht werden,wird es brenzlig.
Sie können noch so viele Milliardäre enteignen, die Schulden können sie damit nicht bezahlen und sie werden auch nichts abbekommen!

W.S.
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
  #3 (permalink)  
Alt 06.06.2007, 10:19
Börner Börner ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 04.01.2007
Beiträge: 192
Standard AW: Schuldenuhr

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Ganz so einfach ist wohl nicht. Wie immer auch das Volksvermögen verteilt ist, ändert nichts daran, dass unser Staat in guten und schlechten Zeiten mehr ausgibt als er einnimmt und das seit mehr als 30 Jahren. Dass der Staat immer noch ein guter Schuldner ist, trotz der horrenden Gesamtsumme, liegt eben daren, dass ein noch viel größeres Vermögen des Staates dahinter steht. Kredite für Investitionen sind auch völlig okay, nur wenn sie für laufende Kosten gemacht werden,wird es brenzlig.
Sie können noch so viele Milliardäre enteignen, die Schulden können sie damit nicht bezahlen und sie werden auch nichts abbekommen!
W.S.
Sie haben ja recht, dass das System funktionieren könnte wenn das Schuldenmachen gebremst würde. Die Frage die ich mir stelle ist jedoch an welcher Stelle der Staat spart und auf der anderen Seite wer von den Staatsschulden profitiert. Was wir sehen ist eine Konzentration und Vermehrung von Vermögen, dem keinerlei erbrachte Leistung entgegensteht, während die Leistungserbringer abolut oder relativ gesehen immer weniger davon haben. Selbst die "üppigen" Lohnerhöhungen derzeit also in einer Phase wo es uns gut geht liegen nur marginal über der Inflationsrate, während allein die Zinseinnahmen der Geldbesitzenden ein Vielfaches betragen. Die Schere wird sich also weiter öffnen, ohne das etwas dagegen getan wird. Ich weiss natürlich das das System sehr komplex ist und habe auch keine Lösung parat, allerdings fürchte ich schwerste Verwerfungen, da dieses Spiel natürlich nicht beliebig fortgesetzt werden kann. Mein Szenario ist, dass wir mittelbar eine schwere Inflation hineinschlittern, die nur den materielle Werte besitzenden "überleben" lassen.
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
  #4 (permalink)  
Alt 06.06.2007, 14:06
Walter Schleiff Walter Schleiff ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 07.02.2007
Beiträge: 783
Standard AW: Schuldenuhr

Zitat:
Zitat von Börner Beitrag anzeigen
Sie haben ja recht, dass das System funktionieren könnte wenn das Schuldenmachen gebremst würde. Die Frage die ich mir stelle ist jedoch an welcher Stelle der Staat spart und auf der anderen Seite wer von den Staatsschulden profitiert. Was wir sehen ist eine Konzentration und Vermehrung von Vermögen, dem keinerlei erbrachte Leistung entgegensteht, während die Leistungserbringer abolut oder relativ gesehen immer weniger davon haben. (...)
"Leistungserbringer" sind nicht nur Sie und ich am "unteren Ende der Nahrungskette", sondern auch die, die das Kapital für unsere Unternehmen zur Verfügung stellen,also die Aktionäre, Gesellschafter, stille Teilhaber, Kommnditisten etc.. Diese haften mit ihrem Vermögen für diese Beteilungen. Wie die Beispiele DaimlerChrysler und Telekom zeigen, kann man dabei ordentlich Geld verlieren. Oder alles, wie die Aktionäre der Holzmann AG erleben mußten. Auch so mancher GmbH-Gesellschafter hat sein eingesetztes Geld nie wieder gesehen.

Von Zinsen auf Sparguthaben leben wohl eher de sogenannten "kleinen Leute". Die anderen lassen ihr Geld arbeiten. Unsere Milliardäre haben das Geld nicht auf der Bank oder im Geldspeicher liegen, sondern investieren es in die Wirtschaft. Von der Staatsverschuldung "proftieren" wir alle - irgendwie. Sie es durch Transferzahlungen, Subentionen, Renten, Aufträge, Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst. Nur ist dieses linkeTasche-rechte Tasche-Prinzip ein ziemlich ineffektiver "Durchlauferhitzer" mit erheblichen "Wärmeverlusten". Deshalb müssen unsere Staatshaushalte weg davon, ständig über die Verhältnisse zu leben. Das sogenannte "Sparen", also weniger Schulden als im Vorjahr zu machen, wird nun schon ein Weile versucht. Dabei wird immer deutlicher, dass an den Investitionen nichts mehr zu kürzen ist, die Sachausgaben sind schon jetzt zu niedrig. Die Hauptmasse des Geldes wird für Transferzahlungen an die Bürger ausgegeben. Nur da könnte man deutlich weniger ausgeben, wenn man weniger Schulden machen will. Allerdings sind dem rechtliche und soziale Grenzen gesetzt. Zum Glück steigen zur Zeit die Steuereinnahmen wieder, so dass es zukünftig eher möglich wird, verstärkt Schulden zu tilgen, neue zu vermeiden und dennoch den Status quo an Leistungen in etwa zu erhalten. Wer jetzt übermütig wird und schon wieder über zusätzliche Sozialleistungen nachdenkt, sollte das lieber bleiben lassen.

W.S.
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
  #5 (permalink)  
Alt 07.06.2007, 11:15
Börner Börner ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 04.01.2007
Beiträge: 192
Standard AW: Schuldenuhr

Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Von Zinsen auf Sparguthaben leben wohl eher de sogenannten "kleinen Leute". Die anderen lassen ihr Geld arbeiten. Unsere Milliardäre haben das Geld nicht auf der Bank oder im Geldspeicher liegen, sondern investieren es in die Wirtschaft.
W.S.
Ich beobachte aber immer wieder, dass das Risiko der Investitionen die die Wirtschaft tätigt durch den Staat gepuffert wird. z.B. Transrapid, Maut etc. oder indirekt über Steuergegenrechnung dazu führt, dass die Gewinne trotzdem dort hängenbleiben. Was wir sehen ist also, dass es für die meisten dann doch nicht so riskant ausfällt. (Die kleinen Leute leben wohl kaum von ihren Zinsen und sind meist nicht in der Lage sinnvoll zu investieren wie es die großen machen. Wenn sie es denn doch tun liegt das Risiko viel stärker bei ihnen (s. Telekomaktien.)
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Von der Staatsverschuldung "proftieren" wir alle - irgendwie. Sie es durch Transferzahlungen, Subentionen, Renten, Aufträge, Arbeitsplätze im Öffentlichen Dienst. Nur ist dieses linkeTasche-rechte Tasche-Prinzip ein ziemlich ineffektiver "Durchlauferhitzer" mit erheblichen "Wärmeverlusten". Deshalb müssen unsere Staatshaushalte weg davon, ständig über die Verhältnisse zu leben.
W.S.
Da stimme ich Ihnen zu und denke, dass die hohen Staatsschulden auch das Resultat verschleppter Reformen sind, weil meist Wahlen anstanden und vermutet wurde, dass Kürzungen und Zumutungen schlecht beim Wähler ankommen ("Die Renten sind sicher") Insofern bin ich dafür (Staats)schulden schnellstmöglich zu reduzieren (und nie wieder neue aufzunehmen, s. Dresden)
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Dabei wird immer deutlicher, dass an den Investitionen nichts mehr zu kürzen ist, die Sachausgaben sind schon jetzt zu niedrig.
W.S.
Hier sollte eigentlich das gleiche wie oben gelten: Viele Investitionen/Subventionen, die von Staats wegen ausgeführt werden sind uneffektiv, da politisch motviert und nicht volks- oder betriebswirtschaftlich hinterfragt oder kontrolliert.
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Die Hauptmasse des Geldes wird für Transferzahlungen an die Bürger ausgegeben. Nur da könnte man deutlich weniger ausgeben, wenn man weniger Schulden machen will. W.S.
Hier halte ich z.B. das sogenannte Bürgergeld o.ä. für wegweisend. Ein Großteil der transferzahlungen kommt eben gar nicht beim Bürger an sondern versickert aufgrund des enormen Verwaltungsaufwandes. Dazu kommt, das es dabei oft ungerecht zugeht, das sozusagen nur die fittesten es schaffen, den Teil zu beantragen der ihnen zustehen würde.
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff Beitrag anzeigen
Zum Glück steigen zur Zeit die Steuereinnahmen wieder, so dass es zukünftig eher möglich wird, verstärkt Schulden zu tilgen, neue zu vermeiden und dennoch den Status quo an Leistungen in etwa zu erhalten. Wer jetzt übermütig wird und schon wieder über zusätzliche Sozialleistungen nachdenkt, sollte das lieber bleiben lassen.
W.S.
Das Glück wird zwei drei jahre anhalten und hoffentlich ist bis dahin die Neuverschuldung bei 0. Allerdings ist dann noch kein EUR der 1,5 Bio getilgt und die Spirale dreht sich wieder und schneller als zuvor. Zusätzliche Sozialleistungen sind kein Weg richtig! aber eine Politik, die weiter als bis zur nächsten Wahl schaut und Demoskopie, volkswirtschaftliche Umweltfolgekosten Klimawandel etc. also Kenngrößen die eine längere Reichweite als 4 Jahre haben langfristig einplant wären wünschenswert und notwendig.
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
  #6 (permalink)  
Alt 07.06.2007, 13:00
Börner Börner ist offline
Senior Member
 
Registriert seit: 04.01.2007
Beiträge: 192
Standard AW: Schuldenuhr

In Ergänzung ein Beitrag der die Geschichte vereinfacht aber ziemlich gut begreifbar macht
http://www.zweitausendeins.de/writer...th=6&year=2007
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
  #7 (permalink)  
Alt 15.03.2011, 11:52
carolos carolos ist offline
Junior Member
 
Registriert seit: 15.03.2011
Beiträge: 1
Standard AW: Schuldenuhr

Zitat:
Zitat von Börner Beitrag anzeigen
In Ergänzung ein Beitrag der die Geschichte vereinfacht aber ziemlich gut begreifbar macht
http://www.zweitausendeins.de/writer...th=6&year=2007
Leider ist der erwähnte Link nicht mehr auffindbar. Es ist schon erstaunlich wie jedes Jahr "weniger Schulden" aufgenommen werden und am Ende die Summe der Staatskredite trotzdem steigt. Unter weniger Schulden würde ich mir einen Schuldenabbau vorstellen, aber an den Begriff Hushaltsüberschuss kann ich mich irgendwie nicht erinnern.

Leider gibt es auch dieses Jahr wieder nur "weniger Schulden" statt keine Schulden.
Schäuble macht weniger Schulden als erwartet
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiTweet this Post!
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist aus.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are an



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 16:38 Uhr.


Powered by vBulletin® Version 3.8.7 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Search Engine Friendly URLs by vBSEO
Copyright © 2005 - 2010 by DNN-Online