09.02.2012 00:43
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Zeeit für eine neues großes Thema, ich kann mir diesmal eine eigene Einleitung sparen, denn dem Folgenden habe ich nichts hinzuzufügen.
Der ökologistische Zeitgeist ist reaktionär Der Mensch ist nicht schlecht, und die Probleme der Zukunft sind lösbar. Von Thomas Deichmann POLITIK UND DEMOKRATIE Thomas Deichmann f o r um 16 Heft 95 : 07 – 08 2008 Ein ganzes Jahrzehnt liegt sie bereits zurück: die Vereidigung grüner Politiker als Bundesminister. Seit drei Jahren sitzen sie wieder vor der Tür, doch geändert hat der letzte Regierungswechsel wenig. Denn mangels zukunftsweisender Visionen nach der Überwindung der deutschen Teilung füllte der Ökologismus das geistige Vakuum und wurde zum neuen moralischen Leitbild der Nation. Keine neuartige wissenschaftlich fundierte Natur- oder Verbraucherschutzpolitik wurde aus der Taufe gehoben. Vielmehr ist die altlinks-grüne und konservative Skepsis gegenüber wissens- und leistungsbasiertem Wandel durch Wachstum und Fortschritt zum zentralen geistigen Paradigma unserer Gesellschaft aufgestiegen. In diesem Weltbild wird die Natur von den Menschen gegängelt. So ist eine Misanthropie entstanden, der man auch das mittlerweile allgegenwärtige Misstrauensklima zu verdanken hat – gegenüber Nachbarn, Eltern, Kollegen, Forschern oder Managern, im Grunde gegenüber allem, was ambitioniert und groß daherkommt und einen Wandel ohne die üblichen Nachhaltigkeitsfloskeln proklamiert. Naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinn wird aufgrund spekulativer Risiken, die er hervorbringen könnte, gemäß dem Vorsorgeprinzip unserer „modernen Risikogesellschaft“ mittlerweile als Problem statt als Lösungsweg empfunden. Eine „Zukunftstechnologie“ nach der anderen wird der ritualisierten Abwehr potenzieller Gefahren geopfert. Was am schwersten wiegt, ist, dass unser einst selbstbewusster, optimistischer und aufklärerischer Blick auf das, was wir als Gesellschaft noch erreichen können, von der esoterisch beseelten Sinnsuche beim Bremsen und Sparen schon weitgehend verschüttet worden ist. Wo trifft man noch jemanden, der sagt: „Lasst uns die aktuellen Probleme lösen und dafür sorgen, dass es in den nächsten 100 Jahren mit dem Wohlstand in der Welt genauso schnell bergauf geht wie in den letzten“? Selbst der Wunsch nach einem weltweit höheren Lebensstandard gilt bei uns als Sündenfall und Ding der Unmöglichkeit. Parteien jeglicher Couleur haben das morbide Glaubenskonstrukt über die Schlechtigkeit der Menschen zum Selbstverständnis unserer Gesellschaft werden lassen. Sie haben es aufgesogen, verinnerlicht, institutionalisiert und sich bestens damit arrangiert. In einer Mischung aus Triumph und Kapitulation wird uns ständig heimgeleuchtet, dass wir es mit unseren Freiheits- und Fortschrittsobsessionen zu weit getrieben haben – bis kurz vor den Kollaps. Deshalb sollen wir eine Umerziehung über uns ergehen lassen. Die Bereitschaft der Bürger, dies hinzunehmen, ist mitunter erschreckend, aber dann doch wieder kein Wunder, denn wo sind die Gegenstimmen im öffentlichen Raum? Mit der messbaren Wirklichkeit haben diese Empfindungen nichts zu tun. Unterm Strich geht es uns täglich besser denn je. Das gilt auch für die Natur und die Technikbeherrschung. Dennoch erhitzen und ermüden Angstszenarien wie der Rinderwahnsinn, die Klimakatastrophe, das Artensterben, die Bevölkerungsexplosion, die Vogelgrippe, das Bienensterben, der Al-Qaida-Terrorismus oder die Sorgen wegen der Atomtechnologie und der Grünen Gentechnik permanent die Gemüter. Alte Kamellen wie der Super-GAU von Tschernobyl oder erfundene Horrormärchen über die Folgen des Anbaus transgener Nutzpflanzen werden gebetsmühlenartig wiederholt. Noch nie in der jüngeren Geschichte haben moralische Forderungen nach Zügelung und Abstinenz der Menschen eine derart starke soziale Kraft entfalten können. Die deutsche Bilanz dieser grünen Misanthropie ist entsprechend atemberaubend: Zunächst musste die Kernkraft dran glauben, die ohne Not verboten wurde, während sie in vielen Teilen der Welt eine Renaissance erfährt. Seit Jahren wird auch gegen die Grüne Gentechnik getreten, die wegen ihrer Vorteile weltweit boomt und offenbar gerade deshalb von unseren Breitengraden ferngehalten werden soll. Vom getrübten Selbstverständnis der Bundesbürger einmal abgesehen, sind auch milliardenschwere Forschungsinvestitionen ausgeblieben. Wissenschaftler und zusehends auch Studenten in technologischen Zukunftsbereichen suchen das Weite. Industrieunternehmen warten indes grundlos auf die Zulassung innovativer Produkte. Einige zeigen längst kein Interesse mehr, angesichts der zur Normalität gewordenen Technikphobien hierzulande auch nur noch einen Cent zu investieren. Darüber triumphieren ökologistische Lobbygruppen, nicht selten durchsetzt von fundamentalistischer Wissenschaftsfeindlichkeit und befremdlicher Esoterik. Ihre Kampagnen boomen, und die Zerstörung von „Gen-Äckern“, auf denen biotechnologisch optimierte Nutzpflanzen kultiviert werden sollen, erreicht Jahr für Jahr neue Rekorde. Die Politik tut sich schwer, sich von diesen und anderen Geistern, die sie rief, zu distanzieren, weil es eine Distanz auf geistiger Ebene kaum mehr gibt. Europa wird es in den nächsten Jahrzehnten nicht leicht haben, mit den aufstrebenden Industrienationen in anderen Teilen der Welt Schritt zu halten. Dass die politischen Entscheidungsträger den geistigen wie materiellen Niedergang auch noch mutwillig beschleunigen, ist im wahrsten Sinne des Wortes dramatisch. Leute vom Schlage Gabriels, Seehofers oder Dimas’ fühlen sich zwar im kleinen Europa als mordsmäßig große Buben und über jegliche Kritik erhaben, wenn sie ihre Sparbrotprogramme predigen und immer mehr Bereiche des öffentlichen wie privaten Lebens in den Würgegriff des angstgerittenen Verbraucher- und Umweltschutzes nehmen. Sie spielen den Weltenretter und stilisieren dafür selbst die profane Nahrungsaufnahme bei Mensch, Huhn und Milchkuh zu einem riskanten Thema von Moral und Anstand. In Wirklichkeit agiert diese Elite so borniert und für die Nachwelt albern wie dem Untergang geweihte Staatsfürsten, die, je aussichtsloser die Lage, desto systematischer zu Mystik und zu Irrationalismen griffen, um ihrem ziellosen Agieren Sinn einzuhauchen. Ständig beschleicht einen heute das ungute Gefühl, dass die politischen Entscheidungsträger außerstande sind, unsere Zukunft mit Vernunft zu gestalten, weil gerade sie die Fortschrittsangst vorbehaltlos verinnerlicht haben. Der Vorwurf des Populismus, der darauf abzielt, aus der Verunsicherung der Bürger billiges politisches Kapital zu schlagen, ist begründet, doch er kratzt nur an der Oberfläche. Den Führungsverantwortlichen ist die historische Vorstellungskraft abhanden gekommen, die Menschheit als in einem ständigen Entwicklungsprozess stehend zu begreifen. Die Parteien haben sich nicht nur ihrer eigenen Traditionen entledigt, sie haben auch keinerlei Vorstellungen mehr von einer besseren Zukunft. Deshalb dominieren Misstrauen, Selbstzweifel und technokratisches Auf-der-Stelle-Treten. Die Nerven vieler Bürger liegen blank, denn diese Art von Politik zerstört auch jegliches Vertrauen in die politische Führung selbst. Nicht einmal mehr die Lösung kleinerer Aufgaben mag man ihr heute noch zutrauen. Was, so fragt man sich, wenn tatsächlich einmal eine ernste Bedrohung für die Menschheit auftritt? Man kann in der Gegenwart bleiben, um die Antwort zu erahnen: Die instabilen Finanzmärkte sind seit vielen Jahren Grund zur Sorge und hemmen die Weltwirtschaft. Klar ist auch, dass wir Innovationen in der Land- und Energiewirtschaft brauchen. Doch statt diese realen Herausforderungen anzunehmen, streichelt man die ökologistische Seele und wirft Milliarden für einen fiktiven Klimaschutz und zur Förderung ineffizienter Energie- und Agrarsysteme aus dem Fenster. Im Grunde erleben wir derzeit eine Revision der jüngeren Menschheitsgeschichte. Großartige zivilisatorische Errungenschaften werden als Problem präsentiert: Zu viel Freiheit, Technik und Wissen, so das Credo, führen ins Verderben. Unter Fortschritt verstand man einst die Emanzipation von natürlichen und sozialen Zwängen: Wachstum, Erkenntnisgewinn und Experimentierfreude galten als Motoren für ein besseres Leben. Heute strebt man nach dem Gegenteil – einer Art naturbelassenem Fatalismus. All dies spiegelt den Niedergang jener aufklärerischen Werte, die Europa einst zum Vorbild haben aufsteigen lassen. Der ökologistische Zeitgeist ist im wahrsten Sinne des Wortes reaktionär. Es wird Zeit, die Gestaltung unser Zukunft wieder mit aufklärerischem Selbstbewusstsein in die Hand zu nehmen. p Thomas Deichmann ist Novo-Chefredakteur. Der vorliegende Beitrag ist unter dem Titel „Ich bin und bleibe Fortschrittsoptimist“ am 21.5.08 auch in der Tageszeitung Die Welt erschienen. Auf deren Online-Debattenseite wurde er über mehrere Tage in der Kategorie „Meist empfohlen“ gelistet. |
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Ich stimme insofern mit dem Artikel überein, dass die Gängelung zunimmt und unser Weltbild scheinbar bestimmen soll. Aber im bunten Zusammenwürfeln so unterschiedlicher Themen die im Artikel als fortschrittlich bzw. zukunftsweisend gepriesen werden, sehe ich auch eine Menge Ignoranz gegenüber den negativen Folgen. Ansonsten gibt es vielleicht einfach nur unterschiedliche Ansichten worin Fortschritt besteht.
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Terror Das eigentliche Wesen totalitärer Herrschaft seien nicht Willkür und gesetzlose Herrschaft eines einzelnen, wie in der Tyrannis, sondern Terror. Dieser ersetze "den Zaun des Gesetzes, in dessen Umhegung Menschen in Freiheit sich bewegen können, durch ein eisernes Band, das die Menschen so stabilisiert, dass jede freie, unvorhersehbare Handlung ausgeschlossen wird". (Hannah Arendts in "Die Riesenwandkarte der Überwachung" von Elisabeth Blum) |
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So umfassend habe ich selten eine Analyse des Istzustandes gelesen. Das müsste Pflichtlektüre für unsere politische Klasse(?) werden. Ich kann dem nichts hinzufügen, sondern nur bedingungslos zustimmen. Dieser Zustand des Bevormundens ist für einen denkenden Menschen (mit naturwissenschaftlicher Ausbildung) schlicht unzumutbar. Es werden laufend Halb- und Unwahrheiten im Brustton der Überzeugung unisono verbreitet. Der normale Bürger eignet sich das als das Gegebene an je öfter es von den Protagonisten und leider auch den Medien verbreitet wird. Es ist doch kein Zufall, dass z.B. die Ingenieurstudiengänge an den Hochschulen Studienbewerber suchen. Und wenn mal der Stoff ausgeht, dann wird in den Medien eine Nebensache (Datenabgleich bei der Bahn) hochstilisiert. Das soll geklärt werden und dann damit an die Öffentlichkeit - und nicht jeden Abend bis zum Abwinken. Und die Veröffentlichungen zum Klima sind schon ohne Wandel eine Katastrophe. Wer will kann sich im Internet informieren und sich seine Meinung bilden. Die derzeitige Hysterie ist unpassend. Es scheint mir viel sinnvoller zu sein die Gesellschaft auf eine eventuelle Klimaänderung vorzubereiten, dort Szenarien durchzuspielen und Handlungsvorsprung zu erzielen. Eine CO2-abhängige Autosteuer wird die globale Temperatur nicht beeinflussen. Das ist alles Hokuspokus, aber es füllt seitenweise die Presse. Wir sollten uns wieder auf unsre Stärke, die Intelligenz besinnen. Das ist ein "Rohstoff" der abgebaut werden muss. Er muss allerdings erschlossen werden.
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Da finden wir in diesem Thread ja ein ertragreiches Vorkommen!
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Zitat:
Ich denke, dass es schon wichtig ist, sich sachlich damit auseinanderzusetzen und auch herauszuarbeiten aus welchem Interesse solche Artikel wie die des Herrn Deichmann für NOVO verfasst werden. Der von Ihnen zitierte Artikel weist ja auf die Interessenlage hin. Und das, obwohl Herrn Anselm Waldermann kaum "linksgrüne" Meinungen unterstellt werden können. Aber in einem Thread, den unser Superheld mit einem solchen Titel geschmückt hat, wird eine vernünftige Diskussion eher nicht möglich sein. Belehren Sie mich eines Besseren! |
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Deichmann bezeichnet sich selbst als Fortschrittsoptimist - und nach dem Lesen seines Beitrages stellt sich die Frage, ob er die Begriffe Fortschritt und Optimist überhaupt definieren kann. Ohne agitatorisch-populistischen Primporius lässt sich der Artikel auf die Verteidigung der beiden Trutzburgen Kernkraft und Gentechnik zusammen streichen, die die Heilsbringer des Fortschritts sind - seiner Lesart nach. Folgt man der Argumentation, müsste das Abendland längst im Sumpf der grüner Spinner versunken sein und bürgerkriegsähnliche Zustände um das letzte, genießbare Brot im Gange sein. Dummerweise gehen diese Sirenegesänge der Weltuntergangsverkünder, die darauf beruhen, dass die Menschen doch eigentlich dumm sind und sich doch gefälligst den Heilsbringern einer Technokratiediktatur unterordnen sollen, seit Jahren schon nicht in Erfüllung. Es ist doch zu dumm, dass jeden Morgen immer noch Strom da ist, das Internet immer noch existiert und im Supermarkt die Anzahl der Artikel eher zu, als abnimmt. Würde es nach Deichmann gehen, müsste die Fortschrittsfeindlichkeit der dummen Bürger doch dazu führen, dass sich die Industrie jeweder Forschung verweigert und irgendwann die Produktion ganz einstellt.
Ein fast 50 Jahre alter Mensch, Deichmann ist 1962 geboren, müsste doch genügend Lebenserfahrung besitzen, um Fortschritt einschätzen zu können. Was ist den der von Deichmann gewünschte Wohlstand, mit den es in den nächsten 100 Jahren auf der Welt genauso schnell aufwärts gehen soll, wie in den 100 Jahre vorher? Was konkret müsste denn besser werden, anders werden? Die Antworten bleibt Deichmann schuldig und muss sie auch schuldig bleiben, sein Beitrag ist ohne Visionen - die Grundlage für Optimismus. Er versinkt in einer weinerlichen Argumentation, die jedem Politiker zur Ehre gereichen würden. Er sollte einfach mal 20 Jahre zurückschauen und mit dem Heute vergleichen, wenn er da keinen Fortschritt findet, ist im nicht zu helfen - dann sollte er seine Umwelt aber auch nicht mit schlecht recherchierten Ergüssen belästigen. Deichmann hat einfach den Zug der Zeit verpasst und ist der Meinung, den Fortschritt nach vorn zu bringen, in dem er den Zug der Zeit anhalten will. Seine Argumentation basiert auf der guten alten Freund-Feind-Kennung des Kalten Krieges, in der jeder in eine ideologische Schublade passen und bekämpft werden muss, um das Wahrheitsmonopol und die Überlegenheit seiner eigenen Ideologie zu manifestieren. Deichmann hat völlig verpasst, dass die heutige Zeit als das Informationszeitalter in die Geschichte eingehen wird - dank eines großen Fortschritts in den letzten 20 Jahren - dem Internet. Auf einmal konnte der Bürger seine Meinugsbildung auf eine breitere Basis stellen. Nicht mehr irgendwelchen politischen, technokratischen oder sonstigen Wahrheitsverkündigern folgen und in deren Abhängigkeit stehen, sondern unterschiedlichste Fakten selbst in Augenschein nehmen, bewerten und zu einer Überzeugung werden lassen. Ein gewaltiger Fortschritt, vorallem für Demokratie und Freiheit. Die will Deichmann aber am liebsten wieder abschaffen und durch ein technokratisches Weltbild, was die Meinungsfreiheit des Einzelnen negiert und der Diktatur einer durch nichts legitimierten Wissenschaftselite unterwirft. Eine perfide Art der Diktatur, die Moral für überflüssig hält und nach der Prämisse eins plus eins ist zwei und deshalb ist die Addtion gut und fortschritlich funktioniert. . Der Zeitgeist Deichmanns und des von ihnen beschriebene ökologischen Zeitgeistes unterscheidet sich vom Betrag her gar nicht - sie sind beide reaktionär und fortschrittsfeindlich. Beide sind auf einer Stufe stehengeblieben, die die Zeit längst ins Museum der Ideologien abgeladen hat. Ein Unteschied ist aber festzustellen - das Vorzeichen, sonst nichts, wirklich nichts. Gruß Dietmar |
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Der letzte Beitrag ist zum Ursprungsbeitrag diametral und zeigt die unterschiedliche Sichtweise. Offenbar hat aber der Schreiber den ersten Artikel eben mit der "Scheubrille" gelesen, sonst käme er nicht zu der Meinung, dass es nur um Kernkraft und Gentechnik geht. Sicher sind gerade diese zwei Punkte charakteristisch. In der Kernkraftforschung haben wir uns fast verabschiedet - als einziges Land in der Welt. Wenn das kein Mangel ist, was ist dann einer. Bei der Genforschung sieht es ähnlich aus. Ich finde jedenfalls, dass uns allein "grüne" Ideologie nicht weiter bringt. Und mit der Entwicklung des Lebensstandards geht es auch nicht nur aufwärts, eher abwärts. Ich befürchte, dass in Zukunft keine Besserung in Sicht ist, wenn wir nicht umdenken.
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Herr Schubert setzt also einen den argumentativen Eingang seiner Erwiderung ein frei erfundene Grundposition, die er dann mit Lust als die seines Gegners zerschießt. Andere, so Herr Friedemann, ersetzen die Fakten und Argumente schlicht und ergreifend durch den Versuch persönlicher Angriffe und Herabsetzungen – und belassen es dann dabei. Wir haben es in beiden Fällen mit Grundmustern demagogischer Argumentationsweisen zu tun. An Herrn Schuberts Darlegungen ist übrigens besonders lustig, dass er ausgerechnet einen Ausfluss militärisch-industrieller Technik, nämlich die Vernetzung von Computern, als größten Fortschritt der vergangenen zwanzig Jahre feiert – und nebenbei unterschlägt, dass gerade die Ökologisten Datenverarbeitung und Internet zwar als Gefahr für die informationelle Selbstbestimmung thematisieren, kaum je aber als tatsächlich großartige Fortschrittstechnologie. Wo sich dann gar ein Anhaltspunkt dafür findet, dass Deichmann etwa das Internet wieder abschaffen und „durch ein technokratisches Weltbild ersetzen will, was die Meinungsfreiheit des Einzelnen negiert und der Diktatur einer durch nichts legitimierten Wissenschaftselite unterwirft“, bleibt völlig im Dunklen. Vielleicht liefert Herr Schubert („Dietmar“) den Beleg für seine Behauptung in Deichmanns Text ja noch nach, wahrscheinlich ist das nach allen bisherigen Erfahrungen mit Herrn Schubert allerdings nicht. Beide Herren wollen vor allem aber nicht begreifen, dass es gar nicht um diese oder jene einzelne Technologie geht – denn Atomkraft oder Gentechnik sind nur die schlagendsten Beispiele einer durchgängig evidenten Entwicklungs- und Technikfeindlichkeit im gegenwärtigen Deutschland – sondern um eine Grundeinstellung gegenüber unseren eigenen Fähigkeiten und Kräften. Und es geht auch nicht um einen irgend einen weltweiten Fortschritt, sondern um die Frage, wer ihn technologisch und wirtschaftlich bestimmt und wo Deutschland dabei steht. Oder stehen könnte – wenn wir nicht 25 Jahre rotgrüne Gerechtigkeitspolemik und damit begründete permanente Abwärtsnivellierungen im Bildungsbereich und eine ebenso lange Zeit der miesepetrigen Technikskepsis hinter uns hätten. Das Resultat sind fehlende Fachkräfte und Ingenieure, eine um sich greifende Flucht unserer besten Naturwissenschaftler und Ingenieure ins Ausland, schließlich der Verlust von Technologieführerschaft oder die mühsame Suche um Anschluss in Schlüsselbereichen der Zukunftswirtschaft. Abschließend ein paar Worte zum Thema „Vision“. Es ist ja hinreichend bekannt: Wer Visionen hat, sollte den Nervenarzt aufsuchen. Abgesehen davon aber kann - wer will – in Deichmanns Publikationen durchaus die Vorstellung einer besseren Welt erkennen. Das ist vor allem eine Welt, die eine freie Entfaltung des Einzelnen ermöglicht, die demzufolge auf Freiheit und Selbstbestimmtheit der Individuen zielt und in der vor allem Denkverbote und political correctness verpönt sind. Das eine solche Position linksgrünen Dogmatikern ein Dorn im Auge ist, die gerade mit Hilfe eben dieser Instrumente den Denkraum zu begrenzen und zu überwachen suchen, naja – wem muss man das erklären? |
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Zitat:
Sind Sie Totalverweigerer, dass Sie der miltärischen Forschung feindlich gegenüberstehen?Das ich nicht in dieser Forschung arbeite, obwohl ich Angebote hatte, liegt einfach daran, dass ich keine Lust habe, meine Familie und mich unter Permanentbeobachtung von Big Brother zu haben. Und - wie immer hat Herr May schlecht recherchiert. das Arpanet - Grundlage des heutigen Internets - ist nicht im Auftrag der Militärs entstanden. Sie sollten halt besser Englisch können, um auch in Originalquellen zu lesen. Zitat:
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In einem gebe ich Ihnen recht - Abwärtsnivellierung des Bildungsystemes. Mehr können Sie aber von einem kleinstaatlich organisiertem Bildungssystem auch nicht erwarten. Es wird verhindert, dass sich Eliten bilden können, indem jeder Döskopp aufs Gymnasium darf. Finden Sie es gut, dass in Sachsen 50% der Grundschüler ins Gymnasium wechseln? Was erwarten Sie denn, was hinten rauskommt, wenn man vorn einen Durchschnitt von 2,5 reinstecken darf? Doch wohl nicht etwa die Grundlage für Wissenschaftler, die Weltspitze sind? Warum werden denn solche weichen Fächer, wie BWL, Politologie, Jura und ähnliches studiert und nicht die harten Naturwissenschaften? In den weichen Fächern kann man dumm rumlabern und trotzdem irgendwann ein Diplom in der Hand halten. Einer meiner hochverehrten Profs der Elektrotechnik hatte immer einen wunderschönen Spruch drauf. "Was ist ein Ökonom (BWL)? - Der Blindanteil der Volkswirtschaft!" Zitat:
Zitat:
Gruß Dietmar |
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