Bt in der Kuh und im Boden
Zitat:
Aigner verbietet Genmais MON 810
Berlin (dpa) - Genmais darf in Deutschland künftig nicht mehr angebaut werden. Das gab Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner in Berlin bekannt. Dabei geht es um eine bestimmte Sorte des Konzerns Monsanto, den genveränderten Mais MON 810. Aigner sagte, sie habe berechtigten Grund zu der Annahme, dass der genveränderte Mais «eine Gefahr für die Umwelt darstellt». Laut dem Ministerium gibt es Risiken für bestimmte Schmetterlinge, Marienkäfer und Wasserorganismen.
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Na schön, wenn das Frau Aigner so sieht – 70% Ihrer Landsleute sind ja auch gegen Genmais. Übrigens habe ich die Studien aus dem Großagrarland Luxemburg noch nicht gefunden. Was den Pollenflug betrifft und mögliche Auswirkungen auf das folgende Saatgut sagt Wikipedia:
Zitat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mais
Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren offen abblühende Maissorten im Anbau, wie zum Beispiel der gelbe badische Landmais. Durch die Züchtung von Mais-Hybriden wurde der Maisanbau ab ca. 1960 auch nördlich des 50. Breitengrads (Mainz) sinnvoll, die Erträge sind 2–3 mal höher als bei den alten Landsorten, die keine Bedeutung mehr haben. Maishybride bringen dank Heterosis-Effekt sehr hohe und sichere Erträge, ein Nachbau der geernteten Körner führt jedoch zu einem geringerem Ertrag; der entsprechende Ertragsverlust ist größer als die Kosten, die für neues Saatgut entstehen. Deshalb muss das Saatgut jährlich zugekauft werden,…
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Also irgendwie müssen das die Saatgutzüchter im Griff haben.
Aber es gibt auch Populisten in der CDU, die sich am Verbot die Hände wärmen wollen. Frau Aigner sorgt sich um Insekten, Herr Mörsdorf bezieht die Bauern mit ein:
Zitat:
Stefan Mörsdorf / CDU – Umweltminister des Saarlandes in der WELT vom 16.4.2009 :
Die vorgelegten Studien werfen Fragen auf…Denn die Sicherheit der Verbraucher, aller in der Landwirtschaft Tätigen und der Umwelt muß absoluten Vorrang haben….
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Zitat:
http://www.tagesschau.de/inland/genmais126.html
"Kein Votum gegen grüne Gentechnik"
Das Verbot von MON 810 sei eine reine Einzelfallentscheidung und kein Votum gegen die grüne Gentechnik an sich, so Aigner weiter. Ebensowenig sei sie als politische Entscheidung mit Blick auf die kommenden Wahlkämpfe zu verstehen. Es sei keine "Entscheidung der CSU, sondern eine der Bundeslandwirtschaftsministerin gewesen." Sie sei auf rein fachlicher Ebene gefällt worden, sagte Aigner: "Die Entscheidung lag allein in meinem Ressort."
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Ein Schelm, wer da an die kommenden Wahlen denkt.
Doch jetzt etwas Sachliches, auch den Verbraucher betreffendes :
Zitat:
http://portal.mytum.de/pressestelle/pressemitteilungen/news_article.2009-03-24.9649135851
Insgesamt haben die Forscher von TUM und LfL über 38.000 Datensätze von 36 Milchkühen ausgewertet. Dabei zeigte sich zunächst: Die verfütterte Maissorte macht in der körperlichen Entwicklung der Tiere keinen Unterschied. Egal, was die Tiere im Langzeit-Experiment fraßen, Milchleistung, Kondition und Gewicht waren bei allen 36 Tieren vergleichbar. Auch bei näherem Hinsehen scheinen Gesundheit und Fruchtbarkeit - getestet anhand diverser Stoffwechselparameter und dem Gehalt von Schwangerschaftshormonen - stabil: Trotz der relativ hohen Aufnahme an Cry1Ab-Protein von rund 5,3 mg pro Tag zeigten die mit GM-Mais gefütterten Kühe weder in der Organfunktion noch in der Fruchtbarkeit Unterschiede zur Kontrollgruppe.
Doch kann das Cry1Ab-Protein oder die cry1Ab-DNA aus dem gentechnisch veränderten Mais vielleicht in den Organismus der Kuh übertreten – und damit auch in das Lebensmittel Milch? Nein, so die Datenlage: Das Protein ist nicht „stabiler“ im Tier als andere Eiweiße, sondern sogar eher leichter verdaulich. Keine der insgesamt 450 Blutproben ergab Hinweise auf einen Transfer der fremden cry1Ab-DNA oder des Cry1Ab-Proteins vom GM-Mais zum Tier. Insgesamt 900 Milchproben beider Versuchsgruppen bestätigen den Befund: Die Milch der Kühe war zu keinem Zeitpunkt unterscheidbar, auch nicht mit der derzeit besten Technologie. „Ein Gefährdungspotential von gentechnisch verändertem Mais MON810 in der Verfütterung an Milchkühe ist aus unseren Studienergebnissen nicht ersichtlich“ – davon ist Prof. Meyer überzeugt.
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Wenn man pro Kuh 5,3kg Trockenfutter pro Tag annimmt, dann hatte diese also 1ppm Cry1 im Futter.
Was Cry1 bedeutet, steht weiter unten.
In MeckPomm wird das Verbot u.a. hier kommentiert:
Zitat:
http://www.mvregio.de/mvr/201964.html
Auf der Greenpeace-Homepage reduziert sich die Kritik an dem Monsanto-Monitoring dann auch auf formale Fragen - Konkrete Belege für die Schädlichkeit von MON810 sucht man in den Publikationen aller Umweltschutzorganisationen vergebens.
An anderer Stelle warnt Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter allerdings eindringlich vor dem bereits angesprochenen Giftstoff Bt-Toxin, der im Genmais eingebaut ist: "Unsere Untersuchungen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass MON810 ein Insektengift produziert, das in unberechenbaren Konzentrationen auf dem Acker zu finden ist. Dadurch werden nicht nur die Fressfeinde der Maispflanzen geschädigt, sondern auch wertvolle Bodenorganismen, Insekten und Schmetterlinge."
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Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Hofstetter sieht unberechenbaren Konzentrationen, seine Meinungsgenossen von BÖLW kritisieren in einer Studie Aussagen des BVL und der ZKBS, und sind sich dabei nicht zu blöd, Analogien zur Kernkraft herzustellen, die es in der Kerntechnik so nicht gibt. Aber man merkt die Absicht…
Zitat:
http://db.zs-intern.de/uploads/1238661202-09_04_02_boelw_bund_campact_verbotmon810_studie.pd f
Darüber hinaus werden die Argumente einer kritischen Prüfung unterzogen, die vom Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und von der Zentralen Kommission für die
Biologische Sicherheit (ZKBS) im Jahr 2007 als Beweis für die Sicherheit von MON810 vorgebracht
wurden
(4) Zur Verweildauer des Bt-Toxins im Boden verweist die ZKBS darauf, dass es keine Daten gebe,die eine Anreicherung bewiesen. Die ZKBS bestätigt aber, dass auch ohne Anreicherung davon
auszugehen ist, dass das Bt-Toxin über die Vegetationsperiode hinaus auf dem Acker nachweisbar ist.
Außer Acht lässt die ZKBS die Tatsache, dass der Nachweis des Bt-Toxins im Boden methodisch
immer noch große Schwierigkeiten bereitet und dass bei Versuchen nur ein relativ kleiner Anteil des
Bt-Toxins im Boden wiedergefunden werden kann.
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Die BÖLW-Experten sehen das mit der Konzentration des BT-Toxins also völlig anders als der Experte Hofstetter. Irgendwie sollten sich diese Experten besser abstimmen.
Aber völlig aberwitzig werden ihre Aussagen, wenn man das Folgende liest:
Zitat:
http://www.biosicherheit.de/de/mais/bt-konzept/552.doku.html
Das Bakterium Bacillus thuringiensis (Bt) kommt überall vor, es wurde aus Bodenproben, Blattoberflächen und Insekten isoliert. Das Bakterium bildet bei der Sporenbildung kristallines Protein, das je nach Bakterienstamm spezifisch für bestimmte Insekten giftig ist. Für Säugetiere und Menschen ist es harmlos.
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Weiter MVRegio aus MeckPomm :
Zitat:
http://www.mvregio.de/mvr/201964.html
Tatsächlich sollen gerade die langfristigen Gefahren eben dieses Biotoxins einer der Hauptgründe für das nunmehrige Verbot sein - Indes: Derselbe Wirkstoff wird schon seit Jahren als Biogift großflächig eingesetzt. Gerade im Bereich der ökologischen Landwirtschaft gilt Bt als besonders schonend im Vergleich zu konventionellen Pestiziden. Greenpeacesprecherin Töwe beschwichtigt gegenüber MVregio News: "Es geht uns nicht um das Gift, sondern um die Verbindung mit Gentechnik. An die Stelle eines zielgerichteten Einsatzes tritt eine Dauereinwirkung des Giftstoffes."
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Hervorhebungen von mir.
Angesichts dieser Logik und der Falschbehauptung der Greenpeacesprecherin Töwe verpufft jedes Argument.
Noch eine Info zur Selektivität des MON810-Toxins:
Zitat:
http://www.biosicherheit.de/de/mais/bt-konzept/552.doku.html
Gezielt einsetzbar
Nicht alle Bt-Stämme sind toxisch gegenüber Insekten, aber bei den toxischen Bt-Stämmen sind inzwischen etwa 170 Bt-Toxine bekannt, die aber jeweils nur auf bestimmte Insektengruppen wirken. Dabei ist das Wirkspektrum auf drei Insektengruppen beschränkt, nämlich auf Schmetterlinge, Blattkäfer und Zweiflügler wie Mücken und Fliegen.
1989 wurden die Toxine nach ihrem Wirtsspektrum, der Übereinstimmung ihrer Gensequenzen und ihrer Molekülgröße in fünf Hauptklassen unterteilt (cry =crystal):- CryI: wirkt spezifisch gegen Schmetterlinge
- CryII: Schmetterlinge und Zweiflügler
- CryIII: Käfer
- CryIV: Zweiflügler
- Cry V: Käfer und Schmetterlinge
Dass Bt-Toxine so spezifisch wirken, ist ein wesentlicher Vorteil von Bt-Präparaten. Die einzelnen Bt-Toxin-Varianten treffen die jeweiligen Schädlinge einer bestimmten Kulturpflanze, ohne andere, als Nützlinge geschätzte Arten zu gefährden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Bt-Toxin für Säugetiere und Menschen harmlos ist.
Kommerziell erhältliche Bt-Präparate bestehen aus getrockneten Bakterien-Sporen und dem kristallinen Toxin. Sie werden heute vor allem im Weinbau, in Forst und Grünanlagen sowie im Kartoffel-, Obst- und Gemüseanbau verwendet. Eine größere Bedeutung haben sie im Ökologischen Landbau, etwa 90 Prozent aller biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel sind Bt-Präparate. Bei Agrarchemikalien insgesamt machen sie dagegen nur ein Prozent aus.
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Also irgendwie sollten sich Ökologen von Landbau und Lebensmittelwirtschaft hierzu mal austauschen.
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