21.05.2012 16:30
|
|||||||
![]() |
|
|
LinkBack | Themen-Optionen | Ansicht |
|
|||
|
1 2 3
Meine Herren! Der dreißigjährige Krieg hat neben dem Unglück, das er über die Beteiligten brachte, zwei wesentliche Ergebnisse gebracht: 1. Ein vernünftiges Regelsystem, wie Staaten miteinander umgehen sollten und 2. Die Einsicht, dass die Vorstellungen, auf die die Menschen ihre Einsichten aufbauen, zwar subjektiv für richtig oder falsch gehalten werden können, dass es aber zu nichts Guten führt, sie sich gegenseitig vorzuwerfen. Das ist besonders dann der Fall, wenn man über die Vorstellungen des anderen zu wenig weiß, um ihm wirklich gerecht zu werden. Wenn man dann über die eigenen Vorstellungen auch nur ungenau reden kann, wie es hier wohl allen geht (mich eingeschlossen) dann ist sichergestellt, dass wirklich nichts Gescheites zu erwarten ist. Streiten kann man über Sachfragen und ob die Grundvorstellungen in Ordnung sind, sieht man dann weniger daran, ob die Sache richtig oder falsch gesehen wird, sondern daran, ob die Methoden der Argumentation sauber sind. In diesem Thread geht es um die Berechtigung oder Nichtberechtigung ökologischen Denkens und das ist, wenn überhaupt nur durch sachliche Betrachtungen und nicht durch religiöse Entscheidungen zu klären. Ich halte demonstrativen Atheismus eben auch für eine Religion; es ist nicht die meine, aber das ist hier uninteressant. Etwas anderes ist es, wenn man sich in seinem Denken von dem anregen lässt, was andere kluge Leute schon gedacht haben. Es ist also durchaus zulässig zu zitieren wen man will. Kant, Karl Marx, Platon oder den Apostel Paulus, meinetwegen auch Herrn Deichmann. Was man aber nicht darf, Herr May, ist Zitate verfälschen und zu entstellen! |
|
|||
|
[quote=Thomas May;20481]
Zitat:
Ich wäre auf einem Abweg, wenn ich hier das Schwarz/Weiß-Malen von KarlFaktor fortsetzen wollte. Darum ging es mir nicht. Der Totalitarismus ist natürlich nicht die zwangsläufige Folge der Aufklärung. Ich wollte das Gegenteil zum Ausdruck bringen. Es ist historisch falsch,, in der so genannten "Überwindung" der Religion einen "Fortschritt" zu sehen, der die Welt besser gemacht hat. Trotz Aufklärung ist es zu diesem menschenverachtenden Schlachten gekommen. Diejenigen, die den Menschen eingeredet hatten, man müsse nur den Glauben an Gott überwinden und den Menschen zum Maß aller Dinge machen, haben in der Tat nur gottlose "Ersatzreligionen" geschaffen, die es Ihnen erlaubt haben, auf der nach oben offenen Skala der Unmenschlichkeit neue Höchststände zu erreichen. Aufklärung und Säkularisierung haben uns nicht auf eine Einbahnstraße zu einer besseren Welt geführt. Menschenrechte, Rechtsstaat und Demokratie sind im Grunde säkulare Errungenschaften, die nicht nur in vollem Einklang mit den christlichen Grundwerten stehen, sondern ohne diese vielleicht nie entstanden wären. Es sind sämtlich und sicher nicht zufällig Errungenschaften des "christlichen Abendlandes". Der Hinweis auf "Bruder Williamson" deutet seinerseits auf ein Mißverständnis hin. Ich bin leider nicht so bewandert in der katholischen Theologie und dem Kirchenrecht, dass man hier ausgerechnet von mir letztverbindliche Erklärungen erwarten dürfte. Wenn dieser unsägliche Mensch "in den Schoß der Kirche" zurückkehren durfte, dann nicht wegen, sondern trotz dieser auch aus christlicher Sicht durch nichts zu rechtfertigenden Leugnungen des Holocuasts. Man mag zum Papst stehen wie man will, ihm Antisemitismus oder Antijudaismus zu unterstellen, ist nichts als ein infamer Ausfall der Tagespolitik. Sein Bemühen, auch "verlorene Schäfchen" wieder in die Kirche zurückzuholen, entspricht im Grunde seinem Auftrag und ist die Pflicht eines jeden Christen. Was die Vorgänge um diese seltsame Pius-Bruderschaft deutlich gemacht haben, ist, dass der Vatikan bei weitem nicht so allmächtig und allwissend ist, wie er vor allem von seinen Kritikern gerne hingestellt wird. Diese Piusbruderschaft ist theologisch und kirchenrechtlich sicher ein Problem. Für den Bestand der Kahtolischen Kirche als Weltkirche ist diese Truppe so oder so ohne jede Bedeutung. "Bruder Williamson" hat leider mal wieder gezeigt, dass noch nicht einmal jeder zum Priester geweihte automatisch die Grundwerte des christlichen Glaubens verinnerlicht hat. Für so einen Priester muss sich jede Kirche schämen. W.S. |
|
|||
|
@W.S.
Ich danke für Ihre Klarstellungen. Das Ganze ist ein sehr emotionsgeladenes Kapitel, bei dem man sehr schnell die 453521. Runde eines Kulturkampfes herbeischreiben kann. Das will ich - an dieser Stelle jedenfalls – nicht unbedingt. Ich stimme Ihnen zu, dass das Christentum Anteil an der Entwicklung von Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechten hat – zu oft und zu lange aber im Sinne eines Gegenentwurfs, den es negierend zu überwinden galt. Das hat die Glaubwürdigkeit des Glaubens und der Religionsträger so weit beschädigt, dass – von aktuellen Fehlentwicklungen abgesehen – viele nicht mehr bereit sind, sich auf dieses Thema überhaupt einzulassen. Für mich ist das absolut nachvollziehbar. Wertevermittlung heute und hier ist nicht an Glaube und Religion gebunden und religiöse Bindung kein Garant für humanistisches Handeln. Natürlich wäre es naiv anzunehmen, man könnte über das Thema Ökologismus diskutieren, ohne dass Wertefragen dabei immer mitschwingen. Mir will scheinen, dass mit der Aufklärung eher auf die Möglichkeit der Selbsterkenntnis und auf das Selbstbewusstsein des Menschen als auf Zweifel und Ängstlichkeit zu setzen wäre. Allein die Möglichkeit des Missbrauchs einer Technologie scheint mir aber gerade bei den Ökologisten schon auszureichen, um eine Technologie in toto zu verdammen. Das ist finsterste Maschinestürmerei, getarnt als vorsorgendes Gutmenschentum. Eine solche Haltung ist jedoch überaus komfortabel: Man spart sich die lästige Debatte über die Details und alle Mühen einer "menschengemäßen" Implementierung. In diesem Sinne unterstelle ich Ökologisten auch Faulheit des Denkens - des Tuns sowieso. Ich bin skeptisch gegenüber Versuchen, festlegen zu wollen, was als menschliches Bedürfnis als akzeptabel zu gelten hat und was nicht. Schon der Umstand, dass es immer Menschen sind, die solche Festlegungen treffen (nach ihren Überzeugungen, die meinetwegen auch religiös begründet sein mögen – aber das macht sie ja eben nicht automatisch besser), lässt mich stutzig werden und zweifeln. Und im Übrigen habe ich in der DDR erleben dürfen, was solcherart Festlegungen (man nannte es damals „Planwirtschaft“) für die Menschen bedeutet. Mein Bedarf an solchen Versuchen ist lebenslang gedeckt. |
|
|||
|
Etwas weg vom Glaubensstreit ein Artikel, der indirekt auch mit Glaubensfragen zu tun hat.
Naturverbundenheit in Richtung zum Ökologismus kann in die Sackgasse führen: http://www.welt.de/wissenschaft/article3446633/Genmais-schadet-weder-Kuh-noch-Milch.html Wenn ein bayrisches Bäuerlein Genmais ablehnt – i.O., das ist seine Sache. Wenn das aber Regierungspolitik aus populistischen Gründen bar jeden Sachverstandes wird, kann man sich nur an den Kopf fassen. Nachstehend der Kasten, welcher in der Online-Ausgabe nicht verfügbar war : Zitat:
|
|
|||
|
Zitat:
Zitat:
Es ist schon erstaunlich, dass zur Rechtfertigung der eigenen Weltanschauung als erstes die Verbrechen einer anderen Weltanschauung aufgezählt werden; beweist mir aber meine Überzeugung, dass niemals eine Ideologie, egal ob mit oder ohne Gott, die Basis für die eigene Weltanschauung sein darf, da Ideologien grundsätzlich davon ausgehen, im Besitz der Wahrheit zu sein und Zweifel an ihrer Richtigkeit nicht zulassen. Gruß Dietmar |
|
|||
|
Zitat:
Gruß Dietmar |
|
|||
|
Aber die Abgeordneten, die glauben über etwas zu entscheiden, müssen das nötige Fachwissen haben, oder sich das Fachwissen beschaffen, z.B. von Wissenschaftlern, Technikern oder Gutachtern. Sonst sind wir wieder beim Glauben!!
|
|
|||
|
Eigentlich hatte ich einen Gegenangriff der Bienen-Luftflotte erwartet, aber
Zitat:
http://www.welt.de/wissenschaft/article3446633/Genmais-schadet-weder-Kuh-noch-Milch.html Zitat:
Zitat:
Gruß Michael |
|
|||
|
Zitat:
1.)Mich interssiert nicht, wie die Bayern zum Genmais stehen und ich habe das auch nicht zu entscheiden. 2.)Wenn sich die Abgeordneten, im Gegensatz zu Ihnen, nach der Beliebigkeit von Gutachten, Gegengutachten, Gegengegengutachten, Gegen....gegengutachten richten würden, würde auf den Feldern gar nichts mehr wachsen. 3.) Wissenschafter haben die Aufgabe, Zusammenhänge in Natur und Technik zu erkennen, zu verallgemeinern und und so aufzubereiten, dass ihre Anwendung bzw. Entscheidungen über deren Anwendung möglich(!), aber auch nicht mehr(!),sind; siehe Grundgesetz - Freiheit der Forschung. Unabhängig davon, ob für ihre Forschungen politische Mehrheiten existieren oder nicht. 4.) Abgeordnete sind ihren Gewissen (und dem Fraktionszwang ) verpflichtet. Warum sie so und nicht anders entscheiden, müssen sie weder Ihnen noch mir gegenüber begründen. Was sie (die Abgeordneten) für vernüftig halten oder nicht ist ihre ganz persönliche Entscheidung, da es keine "objektive Vernunft" gibt.5.) Wenn Ihnen irgendetwas im politschen-gesellschaftlichen Leben nicht gefällt, müssen Sie versuchen, für Ihre Ziele Mehrheiten zu finden. Einen anderen Weg gibt es einem demokratischen Rechtsstaat nicht. Gruß Dietmar |
|
|||
|
Das hatte ich eher von Ihnen erwartet.Nochmal zu http://www.welt.de/wissenschaft/article3446633/Genmais-schadet-weder-Kuh-noch-Milch.html Es war eine bayrische Studie : Zitat:
Zitat:
![]() Zitat:
Für solche Belehrungen bin ich immer dankbar. ![]() Gruß Michael |
![]() |
| Lesezeichen |
| Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1) | |
| Themen-Optionen | |
| Ansicht | |
|
|