09.02.2012 06:38
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Ist das eine komische Situation! Der Euro wird immer stärker, steht gegenüber dem US-Dollar da wie nie, aber gegenüber der Tschechischen Krone gings nur bergab. Ganz kontinuierlich. Bei Euro-Einführung bekam man wohl so ca. 32 Kronen für einen und nun sind es grade mal noch 25. Step by step berab eben. Na sowas aber auch?
Welche Erklärung gibt es dafür? |
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Zitat:
Spielt die Weltwirtschaft verückt? |
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Das habe ich bei Radio Praha gefunden:
Die Schlüsselfrage für tschechische Wirtschaftsanalytiker heisst, ob der starke Kronenkurs die Verbesserung der Wirtschaftsleistung reflektiert und damit eine reale Grundlage hat, oder ob es sich um das Produkt von erhöhter spekulativer Nachfrage nach tschechischer Währung handelt, die die Gefahr eines ebenso schnellen Nachgebens wie Ansteigen des Kurses und damit gewisser Erschütterungen in sich birgt. Für den Chef von Skoda Auto, Vratislav Kulhanek, kann eine Wertsteigerung der Krone von 20% über einen kurzen Zeitraum nicht durch eine entsprechende Zunahme der Produktivität unterlegt sein und muss andere Gründe haben. Dazu zählt er neben Spekulationen auch die Erwartungen des Markts auf erhebliche Devisenzuflüsse im Zuge von Privatisierungen, die die Nachfrage nach tschechischen Kronen anheizen, und Misstrauen gegenüber der Regierung, die Devisenzuflüsse wie angekündigt nicht in den Geldumlauf zu bringen, sondern so genannt zu sterilisieren oder für Devisenausgaben des Staates einzusetzen. Ende Zitat Scheint irgendwie eine Mischung aus verschiedenen Faktoren zu sein. Die Tschechen freut es. Nur unser dahinschlafendes Stadtmarketing scheint davon noch nichts mitbekommen zu haben. Oder hat einer schon mal Werbung für Dresden in Böhmen gesehen? |
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Zitat:
OK, das könnte eine Erklärung für eine kurzfristige Kurserhöhung der Krone sein, schaut man sich die letzten 6 Jahre an, kann man aber eine Kontinuität darin erkennen (2002: über 30 Kronen für einen Euro, momentan 25:1). Zitat:
Zum Marketing: Wenn Sie in die großen Kaufbunker in Dresden und Umgebung schauen (Nickern, Heidenau, Elbepark), da springen jede Menge Tschechen rum. Keine Ahnung, ob die dann auch ihr Geld in der Innenstadt von Dresden lassen. |
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Da tun sie auch gut daran. Durch Spekulation überwertete Währungen haben schon ganz andere Volkswirtschaften in schwere Krisen gestürzt, man denke nur an die asiatische Finanzkrise in den 90'ern. Interessant dabei aber ist, daß gerade die Staaten relativ glimpflich davon gekommen sind, die die Hoheit über Ihre Währung nicht einer "politisch unabhängigen" Instutition überlassen und sich auch sonst recht wenig um die Empfehlungen eines IWF gekümmert haben.
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Zitat:
Stimmt die Tschechen haben eine ziemlich hohe Inflationsrate und stecken in dem Dilemma, das jede Lohnerhöhung eigentlich völlig kontraproduktiv für ihre Wirtschaft ist. Aber es ist wahrscheinlich so wie bei uns, das die Handelsunternehmen die verbesserten Kurse nicht an die Verbraucher weitergeben. Normalerweise müssten wir, gerade im Consumerbereich ständig fallende Preise haben, da der überwiegende Teil des Krempels auf Dollarbasis eingekauft wird. Hier läuft eine riesige Abzocke ab. Ich habe mal eine Erhebung gelesen über den Anteil am Gesamtumsatz den die Tschechen, Ungarn und Slowaken in Österreich machen. Der ist ziemlich hoch. Ich denke man sollte viel mehr kaufkräftige Tschechen nach Dresden holen, nicht nur in die Kauftempel. Da sehe ich erhebliche Reserven. Aber unser Stadtmarketing kriegt ja nicht einmal eine ordentliche Werbung für Dresden innerhalb von Deutschland zustande. |
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Zitat:
Zitat:
Wie das Stadtmarketing von DD funktioniert, kann ich nicht einschätzen. Im Jahr der 800-Jahr-Feier schien es allerdings geklappt zu haben (in alle Städtereisekatalogen der Verantstalter war Dresden ganz groß da). Dies war eigentlich auch deutlich an den Touristenzahlen zu erkennen. Warum es jetzt wieder schleift (oder auch nicht, wie gesagt keine Ahnung), weiß ich nicht. |
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Ich hätte zu der Problematik noch eine andere Idee, wie man diese Vorgänge u.U. deuten könnte.
Nun gab es ja all die Jahre zuvor für unsere Obrigkeit immer das Problem, daß eine ganze Menge Leute in der Tschechei regelmäßig tankten und einkauften (von Steuerausfällen von 3...4Mrd. pro Jahr war da wohl die Rede). Unter der Schröder-Regierung sagte - nach meiner Erinnerung - der damalige Wirtschaftsminister Clement irgend wann einmal: Der Tanktourismus wird beendet. Sicher wußte auch dieser Herr damals noch nicht, wie er das bewerkstelligen sollte - aber erst mal den Konsequenten, Entschlossenen heraushängen lassen. Gut, daraus wurde nichts. Diesbezügliche Verbote konnte es nicht geben...EU u.s.w. Könnte man vielleicht auf die Idee gekommen sein: Wir gestalten mal mittelfristig den Kurs so, daß sich Tanken und Einkaufen im befreundeten Nachbarland gar nicht mehr lohnen..... Ein Agreement auf höchster Ebene sozusagen. Wäre das denkbar? |
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Ist ein wenig sehr weit hergeholt, oder? Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, wie Deutschland allein den Kurs der Krone so einfach steuern kann. Vielleicht durch Aufkäufe, aber wegen dem Tank- und Tabaktourismus? Glaube ich nicht.
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Ich gebe ihnen Recht, aber man sollte es doch etwas differenzieren. Bei Energie, Tanken usw. kein Einspruch, aber unsere Lebensmittel halte ich nach wie vor für preisgünstig. Ich bin mir immer nie sicher wann der Wert eines Lebensmittels gerechtfertigt ist und wann nicht. Mir hat mal einer gesagt, der "Bauer" bekommt für ein ganzes Hähnchen 15 Cent. Da frage ich mich dann, was ich da esse. Trotzdem bin ich nicht der Meinung, das der fallende Dollarkurs an die Verbraucher zeitnah weitergegeben wird. Vielleicht wissen sie besser, aber ich gehe bei meiner Firma immer mehr zum Direktimport aus China oder Taiwan über. Die Preisunterschiede zu den Angeboten hier sind immens. [quote=Realist;4760]Das stimmt, die Österreicher sind damals (Mitte 90er) ganz groß in Tschechien/Slowakei/Ungarn wirtschaftlich eingestiegen. Umgekehrt kommt so natürlich dann auch der Gesamtumsatz, welchen diese Länder in Österreich bringen. Ich habe damals für auch für die österreichische (ist das richtig?) Tochter einer großen deutschen Handelsfirma in Prag und Bratislava gearbeitet. Die deutschen Firmen selbst haben da vermutlich einiges verschlafen....[/quote Da beneide ich sie ein wenig. So etwas würde ich auch mal machen. Leider geht es nicht mehr. Wenn man mit den Tschechen etwas sensilbel umgeht und nicht den rüpeligen Deutschen rauskehrt, macht so etwas bestimmt richtig Spaß. Ich arbeite schon etliche Jahre mit einer Prager Firma zusammen. Es gab nie Probleme. Zitat:
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