21.05.2012 16:16
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München. Zum dritten Mal innerhalb von knapp zwei Wochen haben Jugendliche in der Münchner U-Bahn andere Fahrgäste zusammengeschlagen. Zuletzt waren zwei Männer verletzt worden, nachdem sie sich über zu laute Musik in dem Abteil beschwert hatten. Die drei Jugendlichen verfolgten sie, als diese die U-Bahn verließen. Sie schlugen einen von ihnen zu Boden und traten auf ihn ein. Er erlitt Prellungen und Schürfwunden. Sein Begleiter wurde von einem Ziegelstein am Kopf getroffen und musste mit einer Platzwunde ins Krankenhaus. Nach den drei jungen Männern wird gefahndet. In der Politik ging unterdessen die Debatte um eine Verschärfung des Jugendstrafrechtes weiter.
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Mir gehen diese Art von Poltikern ziemlich auf die Nerven. Bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit schreien sie nach einer Verschärfung der Strafen, während sie gleichzeitig die Mittel zusammenstreichen die dazu dienen können das Jugendliche etwas vernünftiges mit ihrer Zeit anfangen können. Schaut man hinter die Fassade erkennt man schnell, dass die gleichen Personen sich am allerwenigsten mit der Thematik beschäftigen und Zusammenhänge überhaupt nicht verstehen bzw verstehen wollen. Aber der Ruf nach höheren trafen wird sehr gerne von den Medien aufgegriffen, so bekommen sie die Aufmerksamkeit die sie haben wollen (sozusagen die Paris Hilton Methode) Leider verfängt dieses Geschrei auch bei breiten Teilen der Bevölkerung, die ebenfalls nicht bereit ist sich weitergehend mit Ursachen und Wirkungen auseinanderzusetzen und den eigenen Teil der Verantwortung ausblenden.
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Terror Das eigentliche Wesen totalitärer Herrschaft seien nicht Willkür und gesetzlose Herrschaft eines einzelnen, wie in der Tyrannis, sondern Terror. Dieser ersetze "den Zaun des Gesetzes, in dessen Umhegung Menschen in Freiheit sich bewegen können, durch ein eisernes Band, das die Menschen so stabilisiert, dass jede freie, unvorhersehbare Handlung ausgeschlossen wird". (Hannah Arendts in "Die Riesenwandkarte der Überwachung" von Elisabeth Blum) |
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Zitat:
Und wegen dem Zusammenstreichen: Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass diese Assi-Kids an Kultur oder Ähnlichen interessiert sind. Wenn ich schon höre: Ehhh Aaalllter ehhh... und dann der Kunstgenuß: Musik im Handylautsprecher - HiFi für Hartz 4
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Zitat:
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Hi Ringo,
na schon zurück aus Connewitz? |
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Nein, lieber "Realist". Leider habe ich für solche Lappalien keine Zeit. Schließlich muß ich ja die ganze Zeit, wenn ich nicht gerade Bäume küsse bzw. auf diesen rumsitze, Hundekot auf den Elbwiesen und in Postkästen verteilen. Außerdem will ich ja keines meiner konspirativen Hippietreffen verpassen und freue mich auch immer auf den Weg dorthin, auf dem ich mit meinem vom Arbeitsamt bezahlten Fahrrad wehrlose Autofahrer überfahren kann, während meine ökoinfiltrierten Kinder im Anhänger vor Abgasen und Kälte abwechselnd grün und blau werden. Und überhaupt kann ich mir die teure Fahrkarte nach Leipzig gar nicht leisten, schließlich gebe ich meine ganze Sozialhilfe und die meiner Kinder für Tofu und Haschisch aus. Meine dicken Hippiefreunde geben mir ja von den aus hart arbeitenden Menschen gepreßten Reichtümern nichts ab.
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Zitat:
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Das Geschrei der Politiker verfängt auch bei Ihnen. Dahinter steckt aber kein Konzept, dass sich irgendwas ändert. Deshalb bleibt es dabei. Wer die Mittel für die Förderung sinnvoller Maßnahmen kürzt, hat die Zusammenhänge nicht verstanden. Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist nach Strafen zu schreien ist nichts als billige Ablenkung vom eigenen Versagen.
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Man kann über die gegenwärtige Debatte sagen, was man will, aber sie ist überfällig. Anstatt Maßnahmen zu diskutieren, wird mal wieder die übliche langweilige Politikerschelte betrieben (schuld sind immer die anderen). Nur den Überbringer der schlechten Nachricht zu erschlagen hat noch nie die Probleme beseitigt.
Neben den plakativen Schwarz/Weiß-Malern auf allen politischen Seiten, die nur kurzfrsitige taktische Spielchen bis zum Ende des hessischen Wahlkampfes treiben wollen, gibt es immer zahlreicher werdende Stimmen von Praktikern, die dringend Änderungen anmahnen. Ziel unseres Jugendstrafrechts muss die Erziehung der Täter sein und bleiben. So zu tun, als würde nach gegenwärtiger Rechtslage schon alles an Instrumenten geboten, was sinnvoll ist, ist ebenso bequem wie falsch. Es gibt offensichtlich inzwischen soziale Milieus, die Jugendliche hervorbringen, die keinerlei Respekt vor anderen Menschen haben, die nicht bereit sind, den bestenhenden Grundkonsens dieser gesellschaft darüber, was verboten und was erlaubt ist. zu respektieren. Auf dieser banalen Ebene hat das nichts mit Bildung zu tun. Auch ein Ungebildeter ist fähig ein im Grunde anständiger Mensch zu sein. Die berühmten "Jugendsünden" wie ein kleiner Ladendiebstahl sind doch nicht das Problem. Sondern die wohl zunehmende Bereitschaft, eigene Interesen mit brutaler (körperlicher) Gewalt durchzusetzen. Die Ursachen dafür sind vielfältig und vielschichtig. Und jeder von uns ist aufgerufen, das Seine dazu beizutragen, diese Ursachen abzubauen. Die Möglichkeiten dazu sind zahlreich. Erziehung durch Vorbild kann einfach sein - wenn das Vorbild stimmt. Und da muss sich jeder mal an seine eigene Nase fassen. Auch und gerade auf dem Gebiet der Erziehung unserer Kinder ist zu allererst die Gesellschaft, die Gesamtheit aller in unserem Land lebenden Menschen, gefordert. "Der Staat" mit seinen Institutionen kann dazu nur Instrumente bereithalten. Wer glaubt, die Erziehunng unserer Kinder sei Aufgabe "des Staates" , also zunächst der Erzieher, der Lehrer, dann vielleicht der Bundeswehr und schließlich von Richtern und Staatsanwälten, produziert genau diese Art von Jugendlichen, die uns jetzt vorgeführt werden. Der jugendliche Straftäter ist für seine individuelle Tat verantwortlich. Wir alle sind dafür verantwortlich, unsere Kinder so zu erziehen, dass sie nicht zu Straftätern werden. W.S. |
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Zitat:
Ich bin z. B. der Meinung, dass es nicht unbedingt Aufgabe einer Landesregierung/-verwaltung ist, soziale Projekte in diesem Zusammenhang zu fördern. Das kann auf Ebene der Kommunen effektiver geschehen. Zieht sich aber das einzelne Bundesland aus diesem Grund zurück, ist das Geschrei groß, obwohl damit möglicherweise nur ein effektiverer Einsatz von Steuergeldern beabsichtigt ist. |
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