21.05.2012 16:15
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„Kyrill beschert neue Aufträge“, so lautet die Überschrift in der DNN v. 23.01.2007, Seite 6 – Wirtschaft, unterschrieben von Tina Schilp.
Da reibt sich der verwunderte Zeitungsleser ungläubig die Augen, wenn ein Herr Udo Ludwig vom Wirtschaftsinstitut in Halle mit den Worten zitiert wird, der Sturm habe positive Auswirkungen auf die Wirtschaft. In erster Linie profitiere das Baugewerbe von dem Sturm, der in der vergangenen Woche bundesweit Schäden in Milliardenhöhe angerichtet hatte. Aber auch für die Industrie und Zulieferer habe Kyrill POSITIVE FOLGEN. Eine sehr einseitige Sichtweise auf diese Katastrophe. Da könnte man ja schlußfolgern: Je schwerer die Schäden und je öfter solche Orkane wüten, um so besser für die Wirtschaft! Oder??? Als ob nicht bei demLeid der Hinterbliebenen der zu Tode Gekommenen, den immensen Schäden am Eigentum Tausender und der Verwüstungen in der Natur eigentlich ganz andere Schlußfolgerung gezogen werden müßten, nämlich endlich, endlich rundum eine nachhaltige vorsorgende Klimaverbesserung oder wenigstens Klimastabilisierung mit energiesparenden Maßnahmen voranzutreiben! |
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Ja, Herr von Strauwitz, so ist das Leben. Was Herr Ludwig verkündet hat, ist eine Binsenweisheit, über die man sich nicht zu erregen braucht. Des einen Leid, des andern Freud. Schneit es und gibt´s Glatteis profitiert davon der Karosseriebauer und Autolackierer. Wachsen meine Haare freut sich der Friseur. Nur weil ich immer wieder Hunger habe, kaufe ich dem Konsum ein paar Lebensmittel ab. Wo ist da das Problem? Die Meldung ist doch alles andere als eine Überraschung. An jeder Katastrophe verdient irgendjemand Geld. Ob sich ein Orkan wie Kyrill deshalb volkswirtschaftlich "rechnet", ist doch damit gar nicht gesagt. Die deutschen Waldbauern gehören wirtschaftlich sicher zu denen, die kein Geld mit den Folgen verdienen werden. Die Versicherungswirtschaft hätte auch auf ihn verzichten können. Die menschliche Seite, nämlich das Leid, welches der Orkan über viele Menschen gebracht hat, wird wohl niemand, auch ein Ökonom nicht, außer Acht lassen wollen.
W.S. |
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