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Alt 30.01.2007, 20:16
Alienus Alienus ist offline
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Standard AW: Keine UNESCO-Diktatur im Elbtal!

Hallo Anawak,

ich entschuldige mich, dass ich die abschließende Zeile in deinem Bericht ("Barbara Tuchmann"), als eine Art Signum missverstanden habe. In der Tat habe ich dein Zitat auch als solches erkannt, habe aber eine Quellenangabe eher als in Klammer angefügt erwartet. Ich war es zu sehr gewohnt, dass gerade Forumteilnehmer mit ungewöhnlichen "Screennames" (wie Anawak oder Alienus), dann doch nochmal mit eben jenem oder einem anderen Namen (nicht Screenname) unterschreiben. Übrigens stimme ich dem Zitat von B. Tuchmann zu!

Die Missverständnisse beschränken sich aber offenbar nicht nur auf mich. Um den Bogen zur eigentlichen Brückendiskussion zu schlagen (welche du ja immer wieder verweigerst), möchte ich das folgende klarstellen:

Entgegen deiner wahrscheinlichen Annahme stimmt es nicht, dass ich mich nicht mit dem Brückenstreit beschäftigt habe, im Gegenteil, zumindestens die Informationen, die ich im Internet zum Thema gefunden habe, habe ich mir zu Gemüte geführt (mit großer "Freude am Wissen"), denn mein Ziel war es, endlich für mich eine Antwort auf die Frage zu finden: "WSB - Ja oder Nein?"

Dass ich Sokrates Ausspruch bemüht habe, hat auch nichts damit zu tun, dass ich meine Faulheit Informationen und Fakten zu sichten, rechtfertigen will, denn diese gibt es nicht. Sondern ich wollte damit der These Ausdruck verleihen, dass auch die größte Menge an Informationen über das WSB-Projekt (selbst den Idealfall angenommen, dass jene nicht ideologisch eingefärbt sind) und alles was damit in Verbindung steht, einem trotzdem nicht genug Wissen geben kann, um den Brückenstreit entgültig und "richtig" zu entscheiden - dass man es eben trotzdem nicht WISSEN kann, wie es "richtig" zu machen ist. Man kann es allerdings MEINEN.

Denn Wissen ist die eine Seite, doch ohne die Bewertung dieses Wissens nützt es überhaupt nichts. Und das ist das, was ich meine: dies ist keine Schulaufgabe, wo der Beste gewinnt, der mit dem meisten Wissen, sondern, es geht um Werte und Bewertung.

Bsp.: statistisch 20000 Kfz mehr in der Stadt mit Brücke: für die Grüne Liga ein rotes Tuch; "unglaublich, schrecklich, das Letzte, Grund genug die Brücke abzulehnen". Für andere sind 20000 nicht gerade viel, "vertretbar für die Entlastungen, die die Brücke auf der anderen Seite bringt. Und mit 47500 Kfz pro Tag auf der WSB wäre sie laut Untersuchung nicht einmal die meistbefahrenste Brücke Dresdens (und dabei die Autobahnbrücke ausgenommen)". Die Grüne Liga: "47000 Kfz pro Tag: schrecklich; die arme Fetscherstraße; etc." die anderen haben die selbe Information, das selbe Wissen, doch werten anders: "der hohe Anstieg des Verkehrs auf über 20000 auf der Fetscherstraße ist vertretbar, denn heutzutage ist ja sowieso noch nicht besonders viel los auf dieser Straße."

Mein Anliegen ist also folgendes: Ich habe viele Informationen gesammelt, ich habe Befürworter und Gegner und Ne-utri angehört und v.a. darauf geachtet, wie sie die vorhandenen Fakten werten. Mein Ziel war und ist es herauszufinden, welchen Sichtweisen ich zugeneigt und welchen abgeneigt bin.

Wenn ich z.B. die Grüne Liga höre: "Die WSB ist der Schlussstein zu einer autobahnähnlichen Trasse durch Dresdner Wohngebiete", dann bin ich dem abgeneigt. Der Fakt (das Wissen) in dem Fall ist: relativ, gute Verbindung von A17 zu A4, 11km kürzer, kein Gutachten zu diesem Umstand. Der Rest ist Wertung, Vermutung, Meinung, Argumentation. Bei meiner Wertung und Argumentation, komme ich zu dem Schluss, dass diese Befürchtung eine so unrealisitsche ist, dass sie zu vernachlässigen ist. Andere mögen anderer Meinung sein. Für jene ist das Fünkchen einer Möglichkeit, dass diese Darstellung (s.o.) richtig ist, Grund genug, arge Bedenken zu hegen.

Wenn ich also in dieses Forum gehe, suche ich nach Aspekten, Meinungen, aber auch Fakten, die ich noch nicht kenne und um zu diskutieren. Mein zugegeben überspitzer Ausspruch über die Idee "3. Marienbrücke" ist mir ganz und gar nicht peinlich und ich HABE mir durchgelesen, was sich Verkehrsplaner dabei dachten. Meine Entscheidung ist also nicht Ergebnis meines vermeintlichen Unwissens, sondern meiner Bewertung des möglichen Umstands. Ich habe mir die Möglichkeiten, Auswirkungen Vorteile und Nachteile dieser Brückenplanung angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Nachteile überwiegen.

Es IST also eine Wertedebatte, erst Recht, jetzt, vor dem Hintergrund des Erhalts des Unesco-Weltkulturerbes. Wenn du das immer noch bestreiten willst, Anawak, dann mal los!

Alex
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