
02.10.2009, 09:03
|
|
Senior Member
|
|
Registriert seit: 20.05.2009
Beiträge: 291
|
|
AW: Nachtrag 6.Gebot : Töten oder Morden ?
Zitat:
Zitat von Walter Schleiff
Als müßig sehe ich die Diskussion an, wenn sie nach Kriterien wie "richtig" und "falsch" geführt wird. Andernfalls könnten wir die Theologie als Wissenschaft ja abschaffen. Ich kann Ihren Ausführungen nur voll und ganz zustimmen. Ich muss zugeben, dass mir das erforderliche theologische Fachwissen fehlt, um die Heilige Schrift auslegen zu können. Das Word "töten" kommt meinem Verständnis auch näher als das vom Kontext heutiger Rechtssprache und wohl auch heutigen Rechtsempfindens enger definierte "morden". Aber so wie mit dem Wort "Du sollst nicht morden" nicht gemeint sein kann, dass Tötungen, die nach unserem heutigen Verständnis kein Mord sind, erlaubt sein sollen, so kann auch das Wort "Du sollst nicht töten" nicht jede Art von Tötung ausnahmslos verboten haben. Auch wenn wir uns also für den Satz "Du sollst nicht töten" entscheiden, sind damit nicht alle Probleme beseitigt. Das Töten von Tieren als Opfer oder Nahrungsmittel war nicht davon umfasst, wie auch für das das Töten von Menschen Ausnahmen bestanden, z.B. im Rahmen der damals üblichen Todesstrafe oder im Krieg, wie Sie bereits ausgeführt haben.
Die fahrlässige Tötung erscheint mir in der Gegenwart auch nicht als Problem. Auch Nicht-Christen dürfte die fahrlässige Tötung eines Menschen nicht als "erlaubt" erscheinen. Die Schuld des Täters bemisst sich hier am Grad der Fahrlässigkeit. Allerdings wird in unserer Gesellschaft über Fälle vorsätzlicher Tötung, Stichworte: Abtreibung, Euthanasie in Form aktiver Sterbehilfe, in einer für mich als Christen nur schwer erträglichen Leichtfertigkeit diskutiert. Hier treten oft Einstellungen zur vorsätzlichen Tötung eines Menschen zu tage, die für mich mit dem 5. Gebot nicht mehr im Einklang stehen, ganz gleich, ob es nun um "töten" oder "morden" geht. Wobei meiner Ansicht nach gerade bei letztgenanntem Thema deutlich wird, wie gefährlich es ist, die zunächst wordmächtigere Übersetzung "morden" zu verwenden, weil dieser Begriff nach heutigem Verständnis diese Tötungshandlungen nicht deutlich genug einbezieht.
W.S.
|
Ich bin Ihnen dankbar für das Schlüsselwort von der Leichtfertigkeit. Die erwähnten Beispiele zeigen, wie schwierig eigene Standortbestimmung zwischen ebendieser Leichtfertigkeit und den verschiedenen Formen eines christlichen Fundamentalismus auch ohne die Übersetzungsdiskussion ist.
v-x
|