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Alt 08.09.2009, 11:44
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Standard AW: Althaus-Rücktritt: politische Phrasen

Zitat:
Zitat von Jaseck Beitrag anzeigen
Einen Politiker, der durch eigenes Fehlverhalten den Tod eines Menschen verursacht hat, halte ich schon für angreifbar. Im Interesse der CDU wäre es doch aber, einen Kandidaten aufzustellen, der möglichst wenig offene Flanken bietet. Insofern hätte ich einen Verzicht von Althaus auf die Kandidatur aus CDU-Sicht für sinnvoll gehalten ("Schaden von der Partei abwenden" heißt das wohl im Politikerdeutsch).

Ich bin sicher kein Experte für Thüringer Landespolitik. Aber hätte man rechtzeitig eine der beiden Damen, die jetzt im Gespräch sind, als (unbelastete) Kandidatin mit Unterstützung von Althaus aufgebaut, wären meiner Ansicht nach die Stimmenverluste möglicherweise zu verhindern gewesen. Die hatten doch einiges mit der Person Althaus zu tun.


Na ja - eine Demontage von Althaus bei der Nominierung wäre im Wahlkampf wohl auch nicht so gut angekommen. Da verstehe ich die Delegierten durchaus. Es wäre Althaus´ Aufgabe gewesen, rechtzeitig den Rückzieher zu machen.
Nun hat er´s ja getan - hoffentlich nicht zu spät.
Moderate Stimmen, die Althaus nach seinem Unfall geraten hatten, vorübergehend auf eine exponierte politische Verantwortung zu verzichten, gab es ausreichend. Davon wollten weder die Landes-CDU, noch Althaus selbst etwas wissen. Im Gegenteil; die Union bemühte sich um ein Agreement, den Unfall komplett aus der politischen Auseinandersetzung herauszuhalten. Die Opposition akzeptierte, Althaus aber ging selbst mit der Tragödie hausieren.

Insofern hielt die Thüringer CDU „einen Politiker, der durch eigenes Fehlverhalten den Tod eines Menschen verursacht hat“ (wie Sie richtigerweise feststellen), nicht für angreifbar. Ihr Verständnis für die bewusste Entscheidung der Union, die Kandidatur von Althaus zu ermöglichen und an ihr festzuhalten, bedeutet andernfalls im Klartext das Primat von Parteiinteressen und Loyalität vor Landesinteressen. Tatsächlich gab es, darf man den Medien glauben, keine verdeckte Kritik am Kandidaten. Die Landes-CDU war willens, Althaus auch gegenüber der SPD durchzusetzen und komplett überrascht, als dieser zurücktrat.

Mal abgesehen davon, dass dieses Festhalten am Amt des Ministerpräsidenten trotz der Verantwortung für den Unfall auch für mich, unabhängig übrigens von Althaus’ Parteizugehörigkeit, inakzeptabel war, halte ich es für unredlich, Althaus nun den alleinigen Schwarzen Peter zuzuschieben. Das war ein Vorgehen der gesamten Thüringer CDU. Offiziell gibt es nicht einmal eine Verbindung des Rücktritts zum Unfall, sondern es wird von einem Zugehen auf die SPD gesprochen.

v-x
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