AW: Ökologismus = Idiotismus!
Zitat:
Zitat von Dietmar
Deichmann bezeichnet sich selbst als Fortschrittsoptimist - und nach dem Lesen seines Beitrages stellt sich die Frage, ob er die Begriffe Fortschritt und Optimist überhaupt definieren kann. Ohne agitatorisch-populistischen Primporius lässt sich der Artikel auf die Verteidigung der beiden Trutzburgen Kernkraft und Gentechnik zusammen streichen, die die Heilsbringer des Fortschritts sind - seiner Lesart nach. Folgt man der Argumentation, müsste das Abendland längst im Sumpf der grüner Spinner versunken sein und bürgerkriegsähnliche Zustände um das letzte, genießbare Brot im Gange sein. Dummerweise gehen diese Sirenegesänge der Weltuntergangsverkünder, die darauf beruhen, dass die Menschen doch eigentlich dumm sind und sich doch gefälligst den Heilsbringern einer Technokratiediktatur unterordnen sollen, seit Jahren schon nicht in Erfüllung. Es ist doch zu dumm, dass jeden Morgen immer noch Strom da ist, das Internet immer noch existiert und im Supermarkt die Anzahl der Artikel eher zu, als abnimmt. Würde es nach Deichmann gehen, müsste die Fortschrittsfeindlichkeit der dummen Bürger doch dazu führen, dass sich die Industrie jeweder Forschung verweigert und irgendwann die Produktion ganz einstellt.
Ein fast 50 Jahre alter Mensch, Deichmann ist 1962 geboren, müsste doch genügend Lebenserfahrung besitzen, um Fortschritt einschätzen zu können. Was ist den der von Deichmann gewünschte Wohlstand, mit den es in den nächsten 100 Jahren auf der Welt genauso schnell aufwärts gehen soll, wie in den 100 Jahre vorher? Was konkret müsste denn besser werden, anders werden? Die Antworten bleibt Deichmann schuldig und muss sie auch schuldig bleiben, sein Beitrag ist ohne Visionen - die Grundlage für Optimismus. Er versinkt in einer weinerlichen Argumentation, die jedem Politiker zur Ehre gereichen würden.
Er sollte einfach mal 20 Jahre zurückschauen und mit dem Heute vergleichen, wenn er da keinen Fortschritt findet, ist im nicht zu helfen - dann sollte er seine Umwelt aber auch nicht mit schlecht recherchierten Ergüssen belästigen. Deichmann hat einfach den Zug der Zeit verpasst und ist der Meinung, den Fortschritt nach vorn zu bringen, in dem er den Zug der Zeit anhalten will. Seine Argumentation basiert auf der guten alten Freund-Feind-Kennung des Kalten Krieges, in der jeder in eine ideologische Schublade passen und bekämpft werden muss, um das Wahrheitsmonopol und die Überlegenheit seiner eigenen Ideologie zu manifestieren. Deichmann hat völlig verpasst, dass die heutige Zeit als das Informationszeitalter in die Geschichte eingehen wird - dank eines großen Fortschritts in den letzten 20 Jahren - dem Internet. Auf einmal konnte der Bürger seine Meinugsbildung auf eine breitere Basis stellen. Nicht mehr irgendwelchen politischen, technokratischen oder sonstigen Wahrheitsverkündigern folgen und in deren Abhängigkeit stehen, sondern unterschiedlichste Fakten selbst in Augenschein nehmen, bewerten und zu einer Überzeugung werden lassen. Ein gewaltiger Fortschritt, vorallem für Demokratie und Freiheit. Die will Deichmann aber am liebsten wieder abschaffen und durch ein technokratisches Weltbild, was die Meinungsfreiheit des Einzelnen negiert und der Diktatur einer durch nichts legitimierten Wissenschaftselite unterwirft. Eine perfide Art der Diktatur, die Moral für überflüssig hält und nach der Prämisse eins plus eins ist zwei und deshalb ist die Addtion gut und fortschritlich funktioniert.
.
Der Zeitgeist Deichmanns und des von ihnen beschriebene ökologischen Zeitgeistes unterscheidet sich vom Betrag her gar nicht - sie sind beide reaktionär und fortschrittsfeindlich. Beide sind auf einer Stufe stehengeblieben, die die Zeit längst ins Museum der Ideologien abgeladen hat. Ein Unteschied ist aber festzustellen - das Vorzeichen, sonst nichts, wirklich nichts.
Gruß Dietmar
|
Deichmann hat nicht behauptet, dass es in den letzten hundert Jahren keinen Fortschritt gegeben habe. Er hat – und zwar wörtlich – im Gegenteil den Anspruch erhoben, „die aktuellen Probleme (zu) lösen und dafür (zu) sorgen, dass es in den nächsten hundert Jahren mit dem Wohlstand in der Welt genau so schnell bergauf geht wie im den letzten.“
Herr Schubert setzt also einen den argumentativen Eingang seiner Erwiderung ein frei erfundene Grundposition, die er dann mit Lust als die seines Gegners zerschießt. Andere, so Herr Friedemann, ersetzen die Fakten und Argumente schlicht und ergreifend durch den Versuch persönlicher Angriffe und Herabsetzungen – und belassen es dann dabei. Wir haben es in beiden Fällen mit Grundmustern demagogischer Argumentationsweisen zu tun. An Herrn Schuberts Darlegungen ist übrigens besonders lustig, dass er ausgerechnet einen Ausfluss militärisch-industrieller Technik, nämlich die Vernetzung von Computern, als größten Fortschritt der vergangenen zwanzig Jahre feiert – und nebenbei unterschlägt, dass gerade die Ökologisten Datenverarbeitung und Internet zwar als Gefahr für die informationelle Selbstbestimmung thematisieren, kaum je aber als tatsächlich großartige Fortschrittstechnologie.
Wo sich dann gar ein Anhaltspunkt dafür findet, dass Deichmann etwa das Internet wieder abschaffen und „durch ein technokratisches Weltbild ersetzen will, was die Meinungsfreiheit des Einzelnen negiert und der Diktatur einer durch nichts legitimierten Wissenschaftselite unterwirft“, bleibt völlig im Dunklen. Vielleicht liefert Herr Schubert („Dietmar“) den Beleg für seine Behauptung in Deichmanns Text ja noch nach, wahrscheinlich ist das nach allen bisherigen Erfahrungen mit Herrn Schubert allerdings nicht.
Beide Herren wollen vor allem aber nicht begreifen, dass es gar nicht um diese oder jene einzelne Technologie geht – denn Atomkraft oder Gentechnik sind nur die schlagendsten Beispiele einer durchgängig evidenten Entwicklungs- und Technikfeindlichkeit im gegenwärtigen Deutschland – sondern um eine Grundeinstellung gegenüber unseren eigenen Fähigkeiten und Kräften. Und es geht auch nicht um einen irgend einen weltweiten Fortschritt, sondern um die Frage, wer ihn technologisch und wirtschaftlich bestimmt und wo Deutschland dabei steht.
Oder stehen könnte – wenn wir nicht 25 Jahre rotgrüne Gerechtigkeitspolemik und damit begründete permanente Abwärtsnivellierungen im Bildungsbereich und eine ebenso lange Zeit der miesepetrigen Technikskepsis hinter uns hätten. Das Resultat sind fehlende Fachkräfte und Ingenieure, eine um sich greifende Flucht unserer besten Naturwissenschaftler und Ingenieure ins Ausland, schließlich der Verlust von Technologieführerschaft oder die mühsame Suche um Anschluss in Schlüsselbereichen der Zukunftswirtschaft.
Abschließend ein paar Worte zum Thema „Vision“. Es ist ja hinreichend bekannt: Wer Visionen hat, sollte den Nervenarzt aufsuchen. Abgesehen davon aber kann - wer will – in Deichmanns Publikationen durchaus die Vorstellung einer besseren Welt erkennen. Das ist vor allem eine Welt, die eine freie Entfaltung des Einzelnen ermöglicht, die demzufolge auf Freiheit und Selbstbestimmtheit der Individuen zielt und in der vor allem Denkverbote und political correctness verpönt sind. Das eine solche Position linksgrünen Dogmatikern ein Dorn im Auge ist, die gerade mit Hilfe eben dieser Instrumente den Denkraum zu begrenzen und zu überwachen suchen, naja – wem muss man das erklären?
|